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Full text of "Abhandlungen zur geologischen Specialkarte von Preussen und den Thüringischen Staaten"

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SounSD I9f*-<J 



WHITNEY LIBRARY, 
HARVARD UNIYERSITY 




THE GIFT OF 
J. D. WHITNEY, 

Sturgis Hooper Professor 



MUSEUM (Vf COMPARATIVE ZOÖLOGY 

SCIENCES LIBRARY 



WHITNEY LIBUABY, 



Abhandlungen der Königlich Preussischen 

geologischen Landesanstalt. 

Neue Folge, Heft 5. 



Die 

Regulären Echiniden 



der 



norddeutschen Kreide 



von 



Dr. Clemens Schlüter, 

Ord. Professor an der Universität zu Bonn. 



II. 

Cidaridae. Salenidae. 



Mit 14 Tafeln. 



Abgeschlossen im Jahre 1890. 



Herausgegeben 



der Königlich Preussischen geologischen Landesanstalt. 



BERLIN. 

opp'schen Hof 
(J. H. Neumann.) 
1892. 



1 1 ung. 



y 



Zur Beachtung! 



Diesem Hefte, welches die Fortsetzung des 
Heftes 1, Bd. IV der Abhandlungen bildet, ist ein 
Generaltitel sowie ein Alphabetisches Verzeichniss 
der in beiden Heften aufgeführten Gattungen und 
Arten beigefügt worden. 

Die Direction 

der Kgl. geologischen Laudesanstalt 

und Bergakademie. 






v k 



Abhandlungen 



der 



Königlich Preussisohen 

geologischen Landesanstalt, 



Neue Folge, 
Heft 5. 



BERLIN. 

In Commission bei der Simon Schropp'schen Hof- Landkartenhandlung. 

(J. H. Neumann.) 

1892. 



Die 

Regulären Echiniden 

der 

norddeutschen Kreide 



von 



Dr. Clemens Schlüter, 

Ord. Professor der Geologie und Palaeontologie an der Universität zu Bonn. 



Mit 21 Tafeln. 



Abgeschlossen im Jahre 1890. 



Herausgegeben 

von 

der Königlich Preussischen geologischen Landesanstalt. 



BERLIN. 

Verlag der Simon Schropp'schen Hof - Landkartenhandlung. 

(J. H. Neumann.) 

1883—1892. 



Die 

Regulären Echiniden 

der 

n o r d de u t s c h e n Kreide 



von 



Dr. Clemens Schlüter, 

Ord. Professor an der Universität zu Bonn. 



IL 

Cidaridae. Salenidae. 



Mit 14 Tafeln. 



Abgeschlossen im Jahre 1890. 



Herausgegeben 



der Königlich Preussischen geologischen Landesanstalt. 



BERLIN. 

Verlag der Simon Schropp'schen Hof - Landkartonhandlung. 

(J. Hi Ncumann.) 

1892. 



Inhalt. 



Seite Tafel 

III. Cidaridae. 

Vorbemerk 73 — 

Cidaris hirsuta Marc 79 8 

» muricata Ad. Rom 81 8 

» punctata Ad. Rom 83 8 

» sp. n 84 8 

» striatula v. d. Marck 85 — 

» alata Boll 86 — 

» spinosa Boll 87 — 

» (Pseudocidaris?) baJtica Schlüt 88 17 

Rhabdocidaris triangularis Schlüt 91 8 

» sp. n. (Schlönbachi) 92 8 

» cf. cometes Boll 95 17 

Leiocidaris Salviensis Cott sp 98 — 

» (?) Hilsii Schlüt 100 8 

Tylocidaris velifera Bronn sp 103 9 

» (Heberti Desor sp.) 107 — 

» Bowerbanki Forb. sp 112 — 

» asperula Ad. Rom. sp 113 10 

(Syn. T. Oliva Des.) 

» (?) Strombecki Des 115 10 

(Syn. T. Dixoni Cott.) 

» clavigera Koen. sp 117 14 

» squamifera Schlüt 124 — 

» Gosae Schlüt 124 — 

» vexiKfera Schlüt 126 17 

oddaris vesiculosa Goldf. sp 129 9, 10, 15 

» I'l.*si;iu:i>sif> Schlüt 133 9, 15 

» (uniformis Sorig. sp.,) 135 — 

(spinulosa Agass. sp.,) 137 — 

eoTonoglobus Qnenst. sp 138 10 

» cf. perornata Forb. sp 139 



vni 

Seite Tafel 

Dorocidaris subvesiculosa d'Orb. sp 139 — 

» cf. hirudo Sorig 146 — 

» cf. pseudopistillum Cott 148 — 

(Syxi. D. stemmacantha Ad. Rom.) 

» Herthae Schlüt 153 16 

» pistillum Quenst. sp 156 — 

Stereocidaris cf. Carteri Forb 158 10 

» Hannoverana Schlüt 160 11 

» subhercynica Schlüt 163 12 

» Reussi Gein. sp 166 12, 14 

» punctillum Sorig. sp 169 13 

» Silesiaca Schlüt 174 11 

» Merceyi Cott. sp 177 13 

» sceptrifera Mant 182 14, 16 

(Syn. St. cretosa Mant.) ...... 186 — 

» Darupensis Schlüt 190 18 

Temnocidaris Danica Des. sp 197 17 

» (rimatus Quenst. spj 201 17 

» Baylei Cott 202 — 

Porocidaris sp. n. (cretacea) , . . 203 — 

» (?) Ungualis Des 206 — 

Pleurocidaris regalis Goldf. sp 208 — 

Cidaris Faujasi Des 211 — 

» cf. mamillata Cott 213 21 

» gigas Schlüt 214 21 

Verbreitung der Cidaridae in den norddeutschen 

Kreidebildungen 215 — 

IV. Salenidae. 

Peltastes stellulatus Agass 217 — 

» clathratus Agass. sp 218 — 

» heliophorus Agass 224 — 

Goniophorus lunulatus Agass 227 — 

Salenia pstalifera Dcsmar 232 19 

(Syn. S. liliputana Gein.) 

» granulosa Forb 236 18 

» Gehrdenensis Schlüt 242 — 

» Quenstedti Schlüt 248 — 

» Ihberti Cott 251 18,19,20 

(Syn. magnifica Wright.) 

» sigillata Schlüt 257 18, 21 

» obnupta Schlüt 262 19 

» anthophora Jos. Müll 264 19, 20 

(Syn. Bonissenti Cott.) 

» Btellifera Eageo 267 — 

„ Mocstrirhtaisis Schlüt 268 — 



IX 

Seite Tafel 

Gauthieria Lamb 273 — 

» radiata 274 — 

(Syn. Phymosoma radiata.) 
Verbreitung der Salenidae in den norddeut- 
schen Kreidebildungen 275 — 

Nachtrag: 

Zeuglopleurus Greg 277 — 

» pusilla Ad. Rom. sp 280 — 

Rückblick. 

Verbreitung der regulären Echiniden in der norddeut- 
schen Kreide 281 — 

Tabelle über die vertikale Verbreitung der regulären 
Echiniden in den Gliedern der Kreide Norddeutsch- 
lands 286 — 

Erklärung der Tafeln 1 bis 7 70—72 — 

Erklärung der Tafeln 8 bis 21 305-315 — 



III. Cidaridae. 



Vor bemerk. 

Fossile Cidariden werden in der deutschen Kreide, abge- 
sehen von dem Vorkommen vereinzelter Stacheln und Asseln, 
wie im Hils der subhercynischen Hügel, in der Tourtia von Essen 
und der Schreibkreide Rügens, nur selten beobachtet. Der Fund 
einiger noch zusammenhängender Coronal- Platten ist schon ein 
glücklicher. Die Zahl ganzer Gehäuse, welche überhaupt auf- 
gelesen und in Sammlungen gelangt sind, ist eine sehr geringe. 
Dieses Urtheil stützt sich auf die Beobachtung mehrerer Decennien, 
während welcher dem Vorkommen dieser Reste von mir eine be- 
sondere Aufmerksamkeit geschenkt wurde, und ist bestätigt worden 
durch die Kenntnissnahme von dem einschlägigen Materiale, 
welches in den deutschen Museen enthalten ist *). 



') Von den Museen und Sammlungen der deutschen Universitäten und tech- 
nischen Hochschulen haben nur vier: Berlin, Braunschweig, Breslau und Göttin-. □ 
Beiträge für diese Arbeit geliefert; Unica nur: 

Berlin: Stereoddaris punctillum, 
Breslau : Stereoddaris Silesiaca, 

Dorocidarü He rt/tac, 
Göttingen: Cidaris Hilrii, und ein Gehäuso von 
Tylocidarü clavigera ; 
das übrige Material ist grösstenteils von mir and im Palfton- 

tologischen Museum der Universität zu Bonn niedergelegt worden. 

Polge, Heft .'.. i 



2 Vorbemerk. [74] 

Die Spärlichkeit und unvollkommene Erhaltung der Reste 
erschweren die wahre Erkenntniss derselben sehr. Sie wird noch 
erhöht durch den Umstand, dass auch die Kenntniss der Ent- 
wicklungsgeschichte der Gehäuse recenter Cidariden noch eine 
sehr unzureichende ist. Mein Bemühen zur Erlangung von re- 
centem Material, um an Entwicklungsreihen von Gehäusen einen 
festen Boden für das Studium der fossilen zu gewinnen, ist bei 
der Seltenheit auch dieser, selbst der gemeinsten Art des Mittel- 
meeres, vergeblich gewesen 1 ). 

Unter diesen Umständen kann der Versuch, das vorhandene 
Material zu bestimmen und zu bearbeiten, nur ein provisorischer 
sein, der hoffentlich schon bald durch neue glückliche Funde 
eine Verbesserung und Vertiefung erfährt. Gleichwohl möchte 
es nicht räthlich sein, nachdem ich lange Zeit auf Erlangung zu- 
reichenderen Materiales gehofft, noch länger die Mittheilung hin- 
auszuschieben, da mir einmal die Verpflichtung obliegt, von dem 
Vorhandenen Rechenschaft zu geben. 

Von einigen Arten (Temnocidaris Danica, Stereocidaris Mer- 
ceyi, Dorocidaris hirudo, Tylocidaris velifera etc.) bringen die vor- 
liegenden Blätter bereits kleine Beiträge zur postembryonalen 
Entwicklung der Gehäuse. Diese ergeben resp. bestätigen, dass 
kein einheitliches Gesetz das Wachsthum der fossilen Gehäuse 
beherrschte, dasselbe demnach, auch insbesondere rücksichtlich 
der Vergrösserung und Verstärkung der Platten, jene, ob vor- 
herrschend durch randliche Ausdehnung (Ster. Merceyi) , oder 
durch inneres Wachsthum etc., für jede Art gesucht werden 
muss. 

Bei der Gruppirung der Arten ist versucht, dieselben auch 
den neuerlich von Pomel 2 ) und von Düderlein 3 ) unterschiedenen 



! ) Einen Anfang des Gesuchten bietet das lehrreiche, jüngst ausgegebene 
l.Hcft der von Ludwig Dödeelein bearbeiteten »Japanesischen Seeigel«, Stutt- 
gart, Schweizerbart, welches insbesondere auch für den Paläontologen wcrthvolle 
Beobachtungen enthält. 

2 ) A. Pomel, Classification methodique et gonora des Eehinidcs vivants et 
fossiles. Alger, Typographie A. Jourdan, Librairo- Editour 1883. 

3 ) 1. c. 



[75] Vorbomerk. 3 

Gattungen und Untergattungen anzureihen. Dieselbe befriedigt 
zur Zeit noch nicht. Besonders wird man die für die obere 
Kreide so wichtigen, Stereocida/iHs und Dorocidaris zugefügten 
Formen an weiterem Material noch näher studiren müssen, um 
eine auf ihren wesentlichen Eigentümlichkeiten begründete Zu- 
sammenstellung zu gewinnen. 

Es ist mir eine augenehme Pflicht, meinen verehrten Freunden 
und Fachgenossen, welche diese Studie durch Zuwendung von 
Originalen, von Vergleichsmaterial, oder den Nachweis des in 
ihrer Sammlung vorhandenen gefördert haben, — deren Namen 
im Verlaufe der Arbeit genannt sind — , auch an dieser Stelle 
meinen Dank auszusprechen. 

Bonn, im August 1890. 

Clemens Schlüter. 



Besehreibung der Arten. 



Gatt. Cidaris. 
Cidaris hirsuta Marcou 1846. 

Taf. 8, Fig. 15 — 18. 

Cidaris hirsuta Marcou, in Agassiz et Desor, Cataloguo raisonne des Echinides, 
Ann. des Sciences 3 e ser., tome VI, 1S4G, pag. 32S. 
» » Cotteau, Etudes sur les Echinides foss. du departement de l'Yonne, 

tome II, 1857, pag. 14, tab. 47, fig. 9 — 12. 
» muricata Cotteau (non ! A. Römer), ibid. pag. 133. 

» » (non ! A. Römer) , Paleont. franc. terr. cröt. tome VII, 

1861, pag. 195, tab. 1044. 
» » Loriol (non! A.Römer), Loriol et v. Gilliero.v, Monogr. de 

Fetage urgonien du Landeron, 1869, pag. 56. 
» » » (non ! A. Römer), Echinologie Helvetique, tome II, 1873, 

pag. 33, tab. II, fig. 42, 58. 
» » Quexstedt, Echiniden, pag. 184, tab. 68, fig. 27, 28. 

» » Loriol (non! A. Römer), Rec. d'etud. paleontol. sur la Faune 

Cretacique du Portugal , vol. II , description des 
Echin. Prera. fase. Lisbonne 1S87, pag. 3, tab. [, 
fig. 1-3. 
» » Cotteau, Peron et Gauthier, Echinides foss. de l'Algerie 1875, 

pag. 82, fig. 49, 50 et fasc. 1884, pag. 86, tab. IV, 
fig. 6-7. 

Cidaris hirsuta wurde durch Marcou 1. c. nach vereinzelten 
Asseln und Stacheln aufgestellt und die Stacheln ungenügend 
beschrieben: 

»Piquants cyUndriques armis <h forte* &pines. 

Erst Desor ] ) gab eine Abbildung derselben und fügte der 
Beschreibung hinzu: »dpines irrfyidüres vnvplanUes perpendiculaire- 
ment. CoUerette assez kante Anneau proSminent . 



'. Dksob, Synopsis des ächinides fossiles, pag. 11. tab. V, fig. 6. 



8 TU. Cidaridae. [80] 

Ausführlicher ist die Darstellung von Cotteau in der Be- 
schreibung der Echiniden des »Yonne-Departements«. 

Er verweiset Cidaris Autissodorensis Cott. und Cidaris Sal- 
viensis unter die Synonyma von Cidaris hirsuta, bemerkend, dass 
sich die Dornen nur auf der einen Seite der Stacheln befinden, 
und sagt, dass die feinen Granula in gewissen Exemplaren: »per- 
dent de leur regularite et prennent un aspect rugueux et meandri- 
forme tres remarquable«. 

Während Desor in der Synopsis Cidaris hirsuta Marc, und 
Cidaris muricata A. Rom. x ) aus einander gehalten hatte, vereinte 
Cotteau bei der zweiten Besprechung der Art, in der Paläon- 
tologie francaise 2 ), beide Arten und fügte als synonym 

Cidaris variabilis Koch und Dunker 3 ) 

hinzu, wozu auch H. von Strombeck 4 ) schon früher geneigt war. 

Adolph Römer 5 ) selbst bezeichnet die Stacheln als »lang, 
walzenförmig, oben zugespitzt, mit oft sehr langen Dornen und zahl- 
losen klei?ie?i Warzen besetzt«. 

Dies passt nun freilich nicht sonderlich auf die Stacheln von 
Cidaris hirsuta. In der That sind beide, Cidaris muricata und 
Cidaris hirsuta recht verschieden. 

Cidaris hirsuta von mehr oder minder ausgeprägt spindel- 
förmiger Gestalt, plump gebaut, mit stumpfer Spitze ; Cidaris muri- 
cata dagegen so schlank, dass man an 30 — 35 mm langen Bruch- 
stücken kaum eine Verjüngung wahrnimmt; zur Spitze ganz all- 
mählich auslaufend, erreicht sie durchschnittlich nicht die Stärke 
der ersten Art. 



1 ) Desor, 1. c. pag. 31. 

2 ) Und fast gleichzeitig (oder ein wenig früher), in dem dritten Hefte der 
Echiniden des Yonne-Departements 1860, pag. 133. 

3 ) Koch und Dunkkr, Beiträge norddeutsch. Oolithgob. pag. 54, tab. 6, 
6g. 10, f. 9. 

A ) N. Jahrbuch für Mineralogie etc. 1854, pag. 651. 

5 ) Adolph Römer, Versteh), d. norddeutsch. Oolithengobirgos, Hannover 1830, 
pag. 26, tab. 1, fig. 22. Dicso Figur ist von Desor und Cotteau copirt und 
hypothetisch ergänzt. 



[81] III. Cidaridae. 9 

Bei Cidaris hirsuta sind die Dornen unregelmässig gestellt, 
bald nah, bald lern, verschieden an Länge und Dicke, im allge- 
meinen plump und zum Theil bedeckt von einer eigeuthümlichen, 
ehagrinartigen, oder mäandrisch gewundenen Granulation. 

Bei ( idaris muricata stehen die Dornen in ziemlich reo-el- 
massigen Abständen rings um den Stachel, alle sind gleichartig, 
schlank und spitz und stets glatt. Niemals findet sich bei diesen 
jene mäandrische Kuuzelung. 

Bemerk. Die verwandte Cidaris pustulosa A. Gras ! ) ist, 
von anderen Umständen abgesehen, schon durch die crenelirte 
Gelenkfacette verschieden. 

Eine ähnliche Gestalt und ähnliche Dornen zeigen die aus 
dem Jura Portugals beschriebenen Stacheln der Cidaris necescensis 2 ) 
Loriol, aber die Oberfläche ist nicht chagrinirt, sondern trägt in 
Reihen geordnete Granulen etc. 

Vorkommen. Die Art gehört in Norddeutschland dem Hils 
an und liegt vor von Achim bei Börsum, von Berklingen, aus 
der Saudgrube bei Kissenbrück, von Oesel, und der Landwehr 
bei Salzgitter 3 ). 

Ausserdem bekannt aus dem Neocom der Schweiz, Frank- 
reichs, Portugals und Nordafrikas. 



Cidaris mnricata Adolph Römer 1836. 

Taf. 8, Fig. 20, 21. 

(_'n/<in'< mnricata Adolph Röhbb, die Versteinerungen des norddeutschen Oolithen- 

Gebirges 183G, pag. 26. 
» variabilis Koch und Dunker, Beiträge zur Kenntniss des norddeutschen 

Oolithgebirges 1837, pag. 54. Zum Theil. 



') Cotteau, Paleontol. franu. terr. cret. tome VII, pag. 205, tab. 1042, fig. 1 
bis 10. 

8 ) Description de la Faune jurassiipic du Portugal. Embranchement des 
Kchinodermes par P. db Loriol. I. Lisbonne 1890, pag. 25, tab. 3, fig. 18. 

3) Adolph Röhbb nennt Cidaris punctata und (Maris muricata, und Dünkeb 
und Koch Cidaris variabilis nur ans dem Hilathon dea Blligaer Brinkea unweit 
Alfeld. Cidaris hirsuta ist mir von diesem Fundpnnkte nicht bekannt! 



10 ni. Cidaridae. [82] 

Vergleiche die Bemerkungen zu Cidaris hirsuta Marc. 

Von Adolph Römer wurden in seinem oben genannten 
Werke, aus dem damals noch zur Jura - Formation gerechneten 
Hils, zwei Arten Cidariden-Stacheln unterschieden und als Cidaris 
muricata und Cidaris punctata beschrieben. Diese beiden Arten 
wurden alsdann durch Koch und Dunker 1. c. als Cidaris varia- 
bilis zusammengefasst, und diese Bezeichnung leider auch von 
Adolph Römer selbst in seinem Kreidewerke T ) aufgenommen. 

Von Desor -) wurde die Art aufrecht erhalten , während sie 
durch Cotteau irriger Weise mit Cidaris hirsuta Marc, zusammen- 
geworfen wurde, worin ihm de Loriol folgte. 

Anscheinend ist ein Theil derjenigen Stacheln, die Cotteau 3 ) 
als Cidaris spinigera bezeichnete, nicht verschieden. 

Vielleicht stecken unter dem vorliegenden Material noch einige 
verwandte Arten, wie 

Cidaris friburgensis Loriol 4 ) , 

ohne Längslinien, mit sehr feiner Granulation, stark geschwollenem 
Knopfe etc., 

Cidaris alpina Cotteau 5 ) 
mit gedornten Längsrippen, 

Cidaris Phillipsii Agass. 6 ), 

Oberfläche glänzend glatt, ohne Granulation oder feine Längs- 
linien. Dornen nicht senkrecht, sondern nach oben gerichtet, mit 
verbreiterter Basis, aber der defecte Zustand der Stücke lässt 
kein befriedigendes Urtheil gewinnen. 

Vorkommen. Cidaris muricata ist neben Cidaris punctata 
die häufigste Art des Geschlechts im norddeutschen Hils; sie liegt 
vor von Achim bei Börsum, Kissenbrück, Gevensleben, Oesel, 



1 ) Adolph Römer, die Versteinerungen des norddeutschen Kreidegebirges. 
Hannover 1841, pag. 29. 

2 ) Desor, Synopsis des Kchinides fossiles pag. 31. 

3 ) Palöontol. franv- terr. cret. tome VII, pag. 222, tab. 10 IG, fig. 14—16. 

4 ) de Loriol, Echinolog. Helvctique, tome 11, 1873, pag. 42, tab. 3, fig. 11 — 13. 
5 ; Dio Stacheln bei de Loriol, I. o. pag. 88, tab. 3, fig. 1—9. 

°) Abgebildet Dksok, Synopsis Kchin. foss. pag. 32, tab. ">, Hg. 9. 



[83] III. Cidaridae. 11 

Berklingen, Elligser Brink, Grube Zuversicht im Sommerholze 
bei Kaiestedt, Grube Marie bei Steiniah, und als Hohldruck aus 
dem Sandsteine des Teutoburger Waldes (Neueuheerse etc.). 



Cidaris punctata Adolph Römer 1836 *). 

Taf. 3, Fig. 21. 

Cidaris •punctata Adolph Römer, die Versteinerungen des norddeutschen Oolithon- 

Gebirges 183G, pag. 26; tab. 1, fig. 15, 17 
(male!)' 2 ) 
» variabilis Koch und Dunkek, Beiträge zur Kenntniss des norddeutschen 

Oolithgebirges 1837, pag. 54, zum Theil. 

Nachdem vou Adolph Römer selbst die für vereinzelte 
Stacheln und Asseln 1836, 1. c. aufgestellte Bezeichnung der 
Art in Anschluss an Koch und Dunker in seinem Kreide- 
werke 1841 fallen gelassen war, wurde sie mit Recht von 
Desor 3 ) festgehalten, und erfuhren die Stacheln später durch 
de Loriol 4 ) unter Berücksichtigung norddeutscher Exemplare eine 
genauere Darstellung. 

Die im allgemeinen cylindrischen, verlängerten Stacheln sind 
in ihrem Haupttheile bedeckt von gleichmässigen, gerundeten 
Granulen, welche sich in regelmässige Längsreihen ordnen. Diese 
Reihen gehen in der Nähe des oberen Endes bisweilen in Rippen 
ilber. In der Tiefe zwischen den Reihen mikroskopisch kleine, 
uuregelmässig und gedrängt stehende Körnchen. 

Von dem langen, längsliniirten Halse ist der granulirte Theil 
des Stachels durch einen schräg gestellten kräftigen Wulst ge- 



t) Non! Oidarü punctata Agassiz, Catalogue raisonnc des Kchinides 1847, I. c. 

*) Die nicht characteristische Figur wurde auch copirt von Dbsob, Svnops. 

Kfhin. foss. tab. V, fig. 1. — Die erste gute Abbildung der Art gab DB Lobiol 

unter dem Namen 

Ci d drin Salve n 8 i s 

au- dem mittleren Neocom vom Moni Saleve, in: Dcscript. des animaux invort. 
foss. du Mont Saüve. Geneve et Bale 18G3, pag. 178, tab. '20, fig. 10— 12. 

3 ) Dbsob, Synops. des Kchinid. foss. pag. 1 I . 

', db Lobiol, Echinolog. Helvetique, tome II, pag. 13, tab. 3, ii^ f . 13—15. 



12 HI. Cidaridae. [84] 

trennt. Der untere Theil des Stachels ist gewöhnlich schlecht 
erhalten; an drei Exemplaren jedoch bemerkt man eine Crene- 
lirung der Gelenkfacette 1 ). 

Nahe verwandt sind die Stacheln, welche Wright 2 ) aus dem 
Sponge-gravel von Farringdon in Berkshire als Cidaris Farring- 
donensis beschrieb. 

Einige vorliegende englische Exemplare unterscheiden sich 
durch mehrere Grösse, kräftigere und gedrängter stehende Gra- 
nulen, welche an ihrer Basis gern zusammenhangen, so dass man 
geneigt sein könnte, die Reihen als gekörnte Rippen zu be- 
zeichnen 3 ). 

Ob einige kleinere Exemplare mit kürzerem Hals und ohne 
den schrägen Wulst einer anderen Art, etwa 
Cidaris Lardyi Desor 4 ) 
angehören, bleibt vorläufig zweifelhaft. 

Einige defecte Stücke vom oberen Theile kräftiger Stacheln 
könnten zu 

Cidaris Neocomiensis Marcou 5 ) 
gehören. 

Vorkommen. Die Art liegt in zahlreichen Exemplaren aus 
dem norddeutschen Hils vor, von Achim, Kissenbrück, Oesel, 
Elligser Brink, Berklingen, Gevensleben, Kniestedt, Gitter. 

Cidaris sp. nov. 

Taf. 8, Fig. 19. 
Vereinzelte Asseln von Cidariden sind keine seltene Er- 
scheinungen im norddeutschen Hils. Die Mehrzahl derselben hat 
etwa den Habitus von 



') Schon de Loriol gab an , dass die Gelenkfacetto leicht crenelirt sei, 
Während Cottkau sie als glatt bezeichnete. 

2 ) WuiaiiT, Brit. foss. Echinod. from the Cretac. Form. (Pal. Soc.) pag. G8, 
fcab. II, fig. 8. 

3 ) de Lokiol nennt Cidaris Farringdonenm aus dem Aptien der Schweiz 
von Ste. Croix und La Prosta. (Kchinolog. Helvet. tomo II, pag. 51. 

4 ) Vergl. Cottkau in l'a It'mit. IVa .m;. terr. cret. tomo VI I , pag 190, tab. 1043, 

1049, und i.i, Loriol, I. ■•. pag. 45, tab. III, (ig. 17— '20. 
Cottbao, I. c. pag. 208, tab. 1044, fig. l'J — 20. 



[85] HI. Cidaridae. 13 

Cidaris Lardyi Des. oder 

Cidaris Farringdonensis Wright, oder 

Leiocidaris Salviensis Cott., 
lässt sich aber nicht mit befriedigender Sicherheit bestimmen. 
Ohne Zweifel stehen sie in Beziehung zn den häufiger vor- 
kommenden Stacheln, welche als 

Cidaris punctata A. Rom., 

Cidaris muricata A. Rom., 

(Cidaris hirsuta Marc.) 
bereits oben besprochen wurden. 

Fundpunkte von Asseln des bezeichneten Habitus sind: Oesel, 
Kissenbrück, Berklingen, Achim, Gevensleben, Gitter. 

Von diesen Platten unterscheiden sich sehr bestimmt einige 
seltene Asseln mit stark in die Quere ausgedehnten (fast 2 : 3) 
Warzenhöfen 1 ). Ein Scrobicularring tritt kaum hervor. Stachel- 
warze durchbohrt, nicht crenelirt. Siehe Taf. 8, Fig. 19. 

Einige Platten mit weniger stark ovalen Warzenhöfen schliessen 
sich an Leiocidaris ? Ililsii Schlüt. an. 

Vorkommen. Die bezeichneten Asseln haben sich im mitt- 
leren Hils bei Achim gefunden. 

Cidaris striatula v. d. Marck. 

(Xdarü vesiculosa var. striatula W. v. d. Makck, Verhandl. d. naturhist. Vereins 

d. preuss. Rhoinlando u. West- 
falens. 15. Jahrgang, 1858, 
pag. 62, tab. III, fig. 4Ü. 

Es liegen nur Fragmente von Stacheln vor. 
Gestalt cylindrisch, nach unten verengt, bis zu 5,5 mm Durch- 
messer. Die Oberfläche trägt schmale verlängerte, in Läugsreihen 



') Sie erinnern sehr an die Abbildung, welche dk Lobiol Kchinol. Helv'i II, 
IL unter fig. 2a von (Maria alpina Cott. giebt. D;is Bild Bcheint aber 
nicht . zu Bein; denn im Text werden die Serobicula als fast kreisförmig 

bezeichnet, und es wird bemerkt, dio Exemplare der Schweiz Btimmen völlig 
mit den Originalen von Cottrai aberein. \h<- Abbildung CoTTBAu'a (Paleont 
franc. terr. Cn't. tome VII, tab. 1049, 6g. 1—4) ist rechl verschieden von der 
di Lobzol's. 



14 III. Cidaridae. [86] 

(\6 — 19) geordnete Knötchen. Nicht nur die breiteren Zwischen- 
räume , sondern die ganze Oberfläche ist mit feinen , scharfen 
Längslinien bedeckt. Der Umstand, dass diese Linien auch über 
die sehr schmalen verlängerten Knötchen laufen, giebt den Stacheln 
einen eigenthümlichen, ungewohnten Habitus. 

Da die Bezeichnung striatula bereits durch Cotteau einer 
Cidaris aus dem Lias verliehen ist, könnte man diese Kreide- 
Stacheln, falls weiteres Material sie besser kennen lehrt, als 

Cidaris striato - nodosa 
bezeichnen. 

Vorkommen. Ich kenne die Stacheln nur aus den Kreide- 
Schichten mit Belemnitella mucronata bei Berkum und Rosenthal, 
westlich Peine unweit Hannover. 

W. v. d. Marck bemerkt zu denselben, dass sie häufig im 
Diluvium des Lippethals bei Hamm seien. In anstehenden Kreide- 
schichten Westfalens sind sie bisher noch nicht gesehen worden. 



Cidaris alata Boll 1846. 

Cidaris alatus Boll, Geognosie der deutschen Ostsee -Länder 1846, pag. 146 
(non ! Münster). 

Durch Boll wurde für gewisse Cidariden - Stacheln von 
polygonalem Querschnitt aus dem norddeutschen Diluvium und 
der Kreide Rügens obiger Name angewandt und dieselben kurz 
so characterisirt : 

»Stacheln an Grösse der Cidaris spinosa Boll gleich, aber 
prismatisch; die Kanten mit (dünnen) Leisten besetzt, welche 
sehr stark sägeartig ausgezähnt sind. Eine Längsstreifung ist 
hier kaum bemerkbar.« 

Die Stacheln erregen ausser ihrer characteristischen Gestalt 
auch wegen des Vorkommens an verschiedenen Fundpunkten auf 
dem Festlande Interesse. 

D;is vorliegende Material gestattet leider nicht, das Ver- 
liiiltuiss zu 



[87] in. Cidaridae. 15 

( 'idaris Hagenowi Desor ') 

festzustellen. Bis dies geschehen, mag der Name Boll's für sie 
angewandt werden, obwohl die Bezeichnung »alata« schon früher 
vergeben war. 

Vorkommen. Nur bekannt aus der Zone der Dflemnitella 
mucronata, und zwar von der Insel Rügen, von Lüneburg und 
vielleicht von Ahlten. 

Cidaris spinosa Boll. 

Gidaris spinosus Boll, die Geognosie der deutschen Ostseo- Länder zwischen 
Eider und Oder. Neubrandenburg 1846, pag. 140. 

Gehäuse unbekannt. 

»Er ist dem Stachel des Cidaris maximus Goldf. tab. 39, 
fiff. lb sehr ähnlich, aber nur halb so lang und dick. Er ist 
rund, sehr fein längs -gestreift (nur bei sehr günstiger Beleuch- 
tung unter der Lupe sichtbar) und mit runden Dornen besetzt, 
welche in Längsreihen oder auch zerstreut stehen. Häufig.« 
— Dieser Characteristik Boll's gestatten die wenigen mir vor- 
liegenden Stachel- Fragmente nur noch beizufügen: Hals massig 
lang, fein gestreift; Knopf entwickelt; Ring vorspringend; von 
der Gelenkfacette der Rand nicht, aber ein Theil der Aussenseite 
(bisweilen) leicht crenelirt. 

Verwandt ist 

Cidaris spinosissima Ag., 

dir- von Agassiz aufgestellt 2 ) und von Desor 3 ) und Cotteau 4 ) 
auch abgebildet wurde. Diese Stacheln sind doppelt so dick, 
I' icht abgeplattet und tragen nur auf der gerundeten Seite Dornen, 



') Dbsob, Synopsis des Echinidos fossiles pag. 32, tab. V, fig. 16: »Prismatique 
ave«; des granules ou dentelures sur les carencs. Sommet etale^ en forme de pa- 
nsche anguleux. Craie blanche de Rügen. Coli. Hagenow, Michelin«. 

*) Aoassiz, Catal. raisonne des Echinid. 1846, 1. c. 

3 ) Desok, Synopsis Echinid. pag. 33, tat». V, fig. 23. 

4 ) Cotteau in Paleontol. fran*,-. terr. cret. tome VII, pag. 304, tab. 1073, 
fig. 17,21. 



16 HL Cidaridae. [88] 

während die entgegengesetzte abgeflachte Seite nur von Granulen 
bedeckt ist. Vielleicht gehören beide zusammen. 

Der Name Cidaris spinosus ist schon frühzeitig durch Agassiz 
den Aelteren und Graf Münster vergeben, deshalb würde, falls 
Verschiedenheit von Cidaris spinosissima sich später mit Sicherheit 
ergeben sollte, die von Boll gewählte Bezeichnung durch eine 
neue zu ersetzen sein. 

Vorkommen. Die Stacheln sind bisher nur bekannt aus 
der Schreibkreide mit Belemnitella mucronata der Insel Rügen *), 
und, wahrscheinlich aus diesen Schichten stammend, an sekundärer 
Lagerstätte im norddeutschen Diluvium. 

Cidaris (Pseudocidaris?) baltica sp. nov. 

Taf. 17, Fig. 9 — 11. 
Gehäuse unbekannt. 

Stacheln ansehnlich, gross und breit; bis zu 37 mm Länge 
und 13 mm Breite. 

Der Haupttheil bildet in der Breitenansicht ein längliches 
Oval, welches stumpf im Scheitel endet und abwärts langsam in 
den Keulenstiel übergeht, der etwa Yö der Gesammtlänge aus- 
macht. 

Der Querschnitt der Stacheln ist elliptisch, aber an den meist 
im Innern hohlen und verdrückten Stacheln jetzt wohl mehr als 
ursprünglich der Fall war. So misst der Querschnitt eines kleineren 
Stachels 9 mm und 4 1 / / 2 mm . Ein anderes, nicht hohles, sondern mit 
Kalkspath völlig ausgefülltes Fragment, welches dem unteren Theile 
der Keule angehört: 10 mm und 7 mra . 

Die untere Partie der Stacheln ist nicht von sehr guter Er- 
haltung, gleichwohl dürfte sicher sein, dass Knopf und Ring nicht 
bedeutend entwickelt waren. 

Die Überfläche des grössten Haupttheiles der Stacheln ist 
mit zarten, etwas verlängerten, ziemlich entfernt stehenden Körn- 



') Von Quenstedt, Echiniden pag. 172, tab. 67, fig. KU), 161, wurden die- 
selben irrig auf Cidaris peromata Forbee bezogen, 



[89] III. Cidaridae. 17 

chen verziert, welche manchmal die Neigung erkennen lassen, sieh 
in Vertikalreihen zu ordnen. An einigen Stacheln verstärken sich 
gegen den Seheitel hin die Körnchen und drängen sich allmählich 
mehr. Das Gleiche hat in erhöhtem Maasse an der unteren 
Partie statt. 

Bemerk. Diese Stacheln haben grosse Aehnlichkeit mit vor- 
liegenden Stacheln von einer sehr fernen Lokalität, von Tehuacan 
in Mexico. Mehrere derselben zeigen auch die comprimirte Ge- 
stalt des Haupttheiles und dessen zarte Ornamentik, andere da- 
gegen sind drehrund. Mehrfach zeigen diese Stacheln die Nei- 
gung, gegen den Scheitel hin die gröberen Granulen zu kurzen 
Rippen zu verschmelzen. Auch ist deren untere Partie plumper 
gebaut, indem der Uebergang von der Keule zum Halse rascher 
erfolgt, und dieser kürzer ist. Endlich ist der Ring dieser Stacheln 
scharf crenelirt und der Aussenrand der Gelenkfacette grob are- 
strahlt. — Diese mexikanischen Vorkommnisse sind schon lange 
in der Litteratur bekannt. Durch Galeotti ! ) wurden sie als 
( 'idarü glandifera Goldf. aufgeführt, de Loriol beschrieb sie als 
Pseudocidaris Sauasurei 2 ) und Cotteau 3 ) lehrte dann das zuge- 
hörige Gehäuse kennen. 

Von europäischen Vorkommnissen stehen am nächsten die 
Stacheln von Cidaris clunifera Agass. = llcmicidaris clunifera 
Desor 4 ) aus dem Neocom Frankreichs und der Schweiz. Die 
I'jeziehungen dieser zu den mexikanischen sind schon von Cotteau 
besprochen; diejenigen zu der Baltischen Art sind noch geringere. 

Vorkommen. Bisher nur aus der baltischen Schreibkreide 
[Schichten mit Belem. mucronatci) bekannt. Es liegt ein Gesteins- 



') Galkotti, Bull, de l'Acad. de Bruxelles 1839, tome VII, pag. 228, tab. II, 
fig. 12. 

^ de Lobiol, Mem. de la Soc. de phys. et d'hist. nat. Gcneve 1876, tome X X 1 V, 
pag. 17, tab. II, fig. 6 — 8. 

*) Cottkau, Kchinides nouveaux ou peu connus, l e Serie, Paris 1858—1880, 
pag. 219, tab. 31, fig. 1—4. 

\ V.r-I. ''.um ai. PaleontoL fran<;. terr. cret. tome VII, pag. 887, tab. 1090. 
i . Heft '.,. •_' 



18 III. Cidaridae. [90] 

Stückchen mit 5 Stacheln, resp. deren Abdrücken vor, welches 
von Stevnsklint auf der Insel Seeland stammt. 

Zwei Stachelfragmente sollen von der Insel Rügen stammen, 
aber ich befürchte, dass hier eine Verwechselung der Etiketten 
stattgefunden hat, und halte es für wahrscheinlich, dass auch diese 
Stücke von Stevnsklint herrühren. 

Anscheinend waren auch schon Boll solche Stacheln bekannt. 
Er bezieht auf Cidaris glandifer ? Goldf. 40. 3. 6. einen im Feuer- 
stein befindlichen Stachelabdruck : »In seiner vorderen Ansicht 
gleicht er in Grösse und Gestalt ganz der citirten Abbildung, 
aber er ist plattgedrückt, so dass er von der Seite gesehen eine 
lanzettförmige Gestalt hat« v ). Demnach auch im norddeutschen 
Diluvium. 



J ) Boll, Geognosie der deutschen Ostsee- Länder 1846, pag. 146. 



[91] III. Cidaridae. 19 



Gatt. Rhabdocidaris Desor 1857. 
Rhabdocidaris triangularis sp. nov. 

Taf. 8, Fig. 11 — 14. 

Gehäuse unbekannt. 

Von Stacheln liegen nur einige Bruchstücke aus der mitt- 
leren Partie, von 20 mm Länge und 4 ram stark, vor. Der Quer- 
schnitt derselben stellt ein fast gleichseitiges Dreieck dar. Die 
Oberfläche zeigt unter der Lupe eine feine, etwas unregelmässige 
Granulation, die geruudeten Kanten dagegen sind mit kräftigen, 
ziemlich entfernt stehenden, nach oben gerichteten Dornen von 
rundlichem Querschnitt besetzt. 

Bemerk. Während im Jura mehrfach Cidariden- Stacheln 
von dreieckigem Querschnitt gefunden sind ] ), scheinen aus der 
Kreide nur zwei bezügliche Formen bekannt zu sein : 

( idaris prismatica Gras 2 ) 
und 

Rhabdocidaris Cortazari Cotteau 3 ). 



! ) Schon Graf Münster (Goi.dfc.ss, Petrefacta Germaniae tab. 39, fig l<\ d) 
kannte dergleichen und bezog sie auf OidarU nobilin. — Auch Qdrnstkdt, Jura, 
zeichnete mehrere solcher Foimen und nannte sie Citlnri* triculeata, 
Oidari» tricarinata, Oidartt truptnatctf Cidaris trilatera etc. 

*) A. Gras, Ours. fo-s. de l'Isere 184S, pag. 26, tab. 3, fig. 6. Eine Copio 
gab Dksor, Syn. Kchin. foss. tab. V, fig. 8 und nannte sie (pag. 31) Rhabdocidaris 
prismatica. 

3) Cotteau, Notice sur les Echinides Urgoniens, recuoilli-- par M. Barrois 
dans la province dOviedo (Espagne). (Ann. des Sc. Geol. 187:». pag. ■"-■ tome X, 
pl. I, ßg. 7, 8.) 

2* 



20 HI. Cidaridae. [92] 

Albin Gras gibt von dem einzigen, unvollständigen Stachel, 
welcher aus dem Unter-Neocom von Fontenil stammt, an: 

»sa section transversale donne un triangle isocele ä large base. 
Ce corps est herisse gä et lä d'epines dirigees obliqtiement«. 

Wenig übereinstimmend mit der Beschreibung stellt der Quer- 
schnitt in der Abbildung ein sehr ungleichseitiges ungleichwink- 
liges Viereck dar. Eine weitere Verschiedenheit von den vor- 
liegenden Stacheln liegt darin, dass Cidaris prismatica auch auf 
den Seitenflächen vereinzelte Dornen trägt. 

Die Verschiedenheit beider Arten vergrössert sich noch mehr 
durch den Umstand, dass Cotteau l ) und de Loriol 2 ) 

Cidaris tuberosa A. Gras 
und 

Cidaris ramifera A. Gras 

als Synonyma beifügen und die Art 

Rhabdocidaris tuberosa 

nennen. Besonders die zahlreichen von de Loriol abgebildeten 
Stacheln geben ein recht abweichendes Bild. 

Rhabdocidaris Cortazari aus der Urgonien von Cap Prietro 
in Spanien unterscheidet sich durch die feine Zähnelung der 
Kanten. 

Vorkommen. Selten im mittleren Hils von Achim bei 
Börsum. 



Rhabdocidaris sp. nov. 

Taf. 8, Fig. 7 — 10. 
Taf. 8, Fig. 5, 6. 

Es liegen nur Fragmente von Stacheln vor, welche unten 
breit und dünn sind (bei 20""" Länge bis zu 10 raui breit und nur 
2""" dick) und sich nach oben hin noch mehr verbreitern. 

Die Oberfläche fein liniirt und mit vereinzelten, kleinen, länss- 
geordneten Tuberkelchen besetzt; nur die beiden schmalen, gerun- 



') Oottbaü, Paläontol. franc. terr. cret. fcome VII, pag. 337, tab. 1081, 1088. 
~ 2 ) db Loriol, Echinol. Helvät. tome II, pag. 57, tab. 4, fig. IG— 31. 



[93] HI. Cidaridae. 21 

deteu Kanten fähren ziemlich entfernt stehende, rechtwinkKe se- 
stellte Dornen von kreisförmigem Querschnitt. 

Zugleich mit den Stacheln finden sich am seihen Fundpunkte 
ebenso sparsam vereinzelte Coronalplatten, welche auf ein grosses, 
kräftig gebautes Gehäuse hinweisen. 

Warzenhöfe gross, oval; Scrobicularring nicht oder kaum ge- 
schlossen, seine Warzen kräftig, von feinen Körnchen umstellt; 
Stachelwarzen, auf vorragenden Warzenkegeln, durchbohrt und sehr 
stark crenelirt. Auf der Innenseite erscheinen die Asseln leicht 
sattelförmig gebogen. 

Vermutlmngsweise gehören Stacheln und Asseln ! ) derselben 
Art au. 

Stacheln und Asseln stammen aus dem »obersten Hils der 
Eisensteingrube Zuversicht im Sommerholze bei Kniestedt«. 

Unter den Formen, welche aus dem Neocom zum Vergleiche 
herangezogen werden können, ist, was die Stacheln betrifft, 

Rh abdo eida ris Th unensis 

zu nennen, ein Stachel, den de Lokiol 2 ) aus dem Neocom der 
Schweiz beschrieb. Er besitzt ebenfalls eine flache, nach oben 
hin sich verbreiternde Gestalt und zeigt eine gewisse Aehnlich- 
keit mit den vorliegenden. Aber seine Granulen sind stärker und 
bilden vollständige Längsreihen. Die beiden Seitenkanten sind 
glatt, ohne Dornen. 

Die Asseln erinnern an diejenigen von 

Rhabdocidaris tuberosa Alb. Gras sp. 

Zuthlge der Darstellung bei Cotteaü 3 ) sind jedoch die Scro- 
hicularriiigc derselben sämmtlich *) geschlossen. 



') Asseln mit crenelirten Stachelwarzen Bind im norddeutschen .\ 
•in gefanden. Ausser den oben bezeichneten kenne ich nur noch fünf 
kleinere derartige Platten. Dieselben fanden sich bei Achim, Berklingen und am 
r ßrink 
*) db Lobiol, Bchinol. Belvet. tome II. pag. 62, tab. 5, fig. 5. 
*) Cotteau, Paleont. franc. terr. cret. tome 7, pag. 337, tab. 1081, fig. I 7. 
*) de LoruoL, 1. c. tab. IV, fig. I * » ziehl eine unvollständig erhaltene 
hierher, welche anscheinend einen nicht geschlossenen Scrobicnlarring besitzt. 



22 HI. Cidaridae. [94] 

Diese Art gehört dem tiefsten Neocom, der etage Valan- 
ginien an. 

Fasst man die vorliegenden Asseln und Stacheln als zusam- 
mengehörig auf, so steht unter den bekannten Formen eine Art 
aus dem Braunen Jura 

Cidaris praenobilis Quenstedt 1 ) 
am nächsten. Die Aehnlichkeit mit den angezogenen Bildern von 
Quenstedt ist so gross, dass man beide Vorkommnisse für ident 
halten möchte. 

Was die Fundortsangabe angeht, so kann dieselbe nicht be- 
zweifelt werden, da ich die Stücke dem verstorbenen Herrn Ober- 
Salinen-Inspector Schlönbach verdanke, der sie selbst an dem in 
der Nähe seines damaligen Wohnortes gelegenen Fundpunkte auf- 
gelesen hat. 

Es könnte dann noch die Frage aufgeworfen werden, ob die 
Stücke nicht an sekundärer Lagerstätte gefunden seien, wohin sie 
aus dem Braunen Jura verschwemmt wären. Diese Annahme ist 
wenig wahrscheinlich, denn weder habe ich selbst jemals ähnliche 
Stücke im Braunen Jura Norddeutschlands gesehen, noch sind mir 
dergleichen aus der einschlägigen Litteratur bekannt geworden. 

Auch W. Dames kennt in seinem Aufsatze: »Die Echiniden 
der nordwestdeutschen Jurabildungen« 2 ) keine verwandten For- 
men, ja verzeichnet aus dem gesammten Braunen Jura nur eine 
einzige Art, nämlich die Stacheln von Cidaris spinulosa Rom., 
deren Hauptlagerstätte die Coronaten-Schichten bilden. 

Demnach wird man einen genaueren Vergleich mit süddeut- 
schen Original-Stücken vornehmen müssen, da mir dieselben fehlen, 
kann ich nur angeben, dass zufolge der Abbildungen die Warzen 
ihrer Scrobicularriuge weniger entwickelt sind. Wenn Quenstedt 
von seinen Stücken angibt: -»Die Höfchen der grossen Asseln 
sind am Aussenrande gegen die Ambulacra hin deutlich radial 
gestreift. Es zeigt sich das zwar öfter noch im Weissen Jura, 



') Quk.nstki.t, Kcljinidon, pag. 96, tab. 65, fig. 1-3, 13, 20. 
'-) Ziitschr. d. Deutsch, geol. Gos. Bd. 24, Jahrg. 1872. 



[95] HI. Cidaridae. 23 

aber doch nie so deutlich«., so zeigen im Gegensatze hiermit 
unsere Stücke keine Spur dieser Erscheinimg. Die Beschaffenheit 
der Stachelfragmente bietet, da Qüenstedt ausser solchen mit 
glatter Oberfläche auch abweichende mit pustulöser kennt, keinerlei 
Handhabe zur Beurtheilung beider Vorkommnisse. 

Sollten weitere Erfunde die speeifische Verschiedenheit der 
Hils-Form von der des Braunen Jura bestimmt darthun, so würde 
das interessante norddeutsche Vorkommen nach dem Finder als 

Rh abdoeidaris Schlönbachi 
zu bezeichnen sein. 

Rhabdocidaris cf. cometes Boll. 

Taf. 17, Fig. 5 — 8. 

Gehäuse unbekannt. 

Stacheln gross, flach, dornig. 

Es liegen keine vollständigen Stacheln vor, gleichwohl sind 

auch die Fragmente von so characteristischer und so ungewohn- 
te o 

lieber Gestalt, dass sie sofort die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. 

Diese Bemerkungen beziehen sich auf solche Fragmente, 
welche einer höheren Partie der Stacheln angehören. 

Diese sind flachgedrückt und verbreitern sich nach oben hin. 
So misst ein 30 mra langes Fragment unten in der Breite 5 mm und 
kaum l mm in der Dicke, am oberen Ende 9 mm in der Breite und 
stark 1 mm in der Dicke. 

Bisweilen sind diese flachen Stachelstücke au den Seiten- 
rändern etwas verdickt. 

Vielleicht sind als tiefere Theile des Stachels Fragmente auf- 
zufassen, welche sich verschmälern und verdicken. So zeigt ein 
14 mm laugea Bruchstück unten 3 und 4"" 1 ', oben 2 und 4 1 / V"" 1 - 

Die Oberfläche ist mit Dörnchen besetzt, deren gekrümmte 
Spitz«- dem Scheitel zugeneigt ist. Sie haben die Neigung, sich 
in Längsreihen zu ordnen und bisweilen sich auf kurze Strecken 
rippenartig zu verlängern. 

Das untere Ende der Stacheln, welches Lieht auf die syste- 
matische Stellung werfen könnte, ist zur Zeit noch unbekannt. 



24 HI. Cidaridae. [96] 

Die vorliegenden Stücke enthalten keine Höhlung, bestehen 
völlig aus Kalkspath, verdanken also ihre Gestalt nicht einem 
späteren zufälligen Drucke. 

Aus den gleichen Schichten stehen diejenigen Stacheln am 
nächsten, welche Boll *) 
Cidaris cometes 
nannte. Durch die plattgedrückte Gestalt des Stachels ist aber 
ihre Oberfläche, statt mit Dornen, mit feinen Rippen bedeckt. Boll 
beschreibt die Stacheln: »Zahlreiche Stachelabdrücke in Feuerstein. 
Sie sind l 1 /* Zoll (33 mm ) lang, unten rund, haben eine stumpf- 
conische Spitze (Basis) einen gekerbten, scharfkantigen Gelenk- 
ring, hinter (über) welchem der sehr plattgedrückte, längsgerippte 
Stachel allmählich, bis zu fast dreifachem Durchmesser des Gelenk- 
ringes, an Breite zunimmt. Die Seitenkanten des Stachels diver- 
giren nach der oben schräg abgestutzten Spitze hin. Ausser den 
von unten nach oben divergirenden Längsstreifen ist der Stachel 
ganz glatt. — Der Stachel hat Aehnlichkeit mit einem lang- 
gestreiften Cometen.« 

Es könnte scheinen, dass die Characteristik von Hagenow's 2 ) : 
»Nadeln sehr zart und plattgedrückt, glatt, an den 
scharfen Kanten sägenförmig, scharf gezahnt. Allen 
Exemplaren fehlt die Warze und Spitze« 

ebenfalls hierher gehörige Stacheln bezeichnete, wahrscheinlicher 
aber ist, dass dieselben zu Porocidaris sp. n. (Cretaea) gehören. 

Bemerk. Aehnliche Stacheln, jedoch weniger breit, und lang- 
samer sich nach oben hin verbreiternd, hat Meneghini 3 ) ausjung- 



') Geognosie der deutschen Ostsee-Länder zwischen Eider und Oder. Unter 
Mitwu-kung von G. A. Beüokneb, verfasst von E. Boll,. Neu-Brandenburg 1846, 
pag. 146, tab. 2, fig. 4. 

3 ) Monographie der Rügen'schon Kreide -Versteinerungen, IL Abth., Radiarien 
und Annulaten von Fu. von Hagbnow. Jahrbuch für Mineralogie etc. 1840, 
pag. 658. 

3 ) G. Mkkegiiini, Sugli Echinodermi fossili ncogenili di Toscana, in: Siena e 
il suo Territorio, Siena 1862, pag. 71, tab. II, fig. 3. »Radioli remiformi, a faccia 
articolare crenulata, compressi fin dalla base o suporiormento piü o meno dilatati, 
ornati di numerose serio lincari longitudinali di spinotte acute. 



[97] HI. Cidaridae. 25 

tertiären Schichten Oberitaliens beschrieben als Rhabdocidaru oasy- 

rtae. — Aus älteren Formationen steht am nächsten Rhabdocidaris 
Thunensis, welchen de Loriol *) aus dem Neocom der Schweiz 
beschrieb. Die Rippen desselben sind anscheinend deutlicher ent- 
wickelt, die Granulationen dagegen zarter und weniger vor- 
tretend. 

Vorkommen. Die vorliegenden Stücke entstammen der 
Schreibkreide der Insel Rügen, mit Belemnitella mucronata 2 ). 



1 ) de Loriol, Echinologie Helvetique. Tl. part. Geneve 1873, pag. 62, 
tab. V, fig. 8. » . . . ces cotes sont tres-regulieres . . . petites asperites peu sail- 
laintes«. 

2 ) Vielleicht kommen auch die gleichen Stacheln auf der Insel Moen vor. 
Wenigstens deutet auf Aehnliches der Holzschnitt von Puggard. Geologie der 
Insel Moen, Leipzig 1S5'2, pag. 15, in welchem er einem, Gidaris vesiculosa Goldf. 
genannten Gehäuse, eine Anzahl Stacheln anfügt. 



26 HI. Cidaridae. [98] 



Gatt. Leiocidaris Desor 1857. 
Leiocidaris Salviensis Cotteau 1851. 

Gidaris Salviensis Cotteau, Catal. meth. Echin. neocomiens. Bull. soc. List. nat. 

de rYonne, tome V, 1851, pag. 282. 

Das einzige, ziemlich vollständig erhaltene Gehäuse aus dem 
Neocom Norddeutschlands lässt sich, obwohl die feineren Scnlp- 
turen der Oberfläche durch Verwitterung fast gänzlich verloren 
sind, unter den schon bekannten Formen mit ziemlicher Gewiss- 
heit nur auf Leiocidaris Salviensis beziehen. 

Das Exemplar kommt bei 27 ram Durchmesser, c. 14 mm Höhe 
und c. 12 mm weiter Scheitellücke, an Grösse nahe dem kleineren 
von Cotteau in der Paleontologie francaise v j und von de Loriol 
in der Echinologie Helvetique 2 ) abgebildeten Exemplare. 

Das runde Gehäuse ist gebläht und oben und unten gleich- 
massig abgeplattet. 

Die Ambulacra schmal und stark gebogen, besetzt mit 
2 Keinen gedrängt stehender Granulen und anscheinend zwischen 
diesen noch kleinere. Porengänge eingesenkt, gebildet aus ge- 
rundeten Poren, jedes Porenpaar in einer Furche gelegen und da- 
her von dem nächstfolgenden durch einen kleinen Wall getrennt. 

Die Interambulacralfelcler führen in jeder Heine an- 
scheinend 3 ) vier Stachelwarzen, welche durchbohrt, aber nicht 
crenelirt sind. In jedem Felde pflegt eine der Scheitellücke zu- 
nächst gelegene Warze atroph zu sein. Im Uebrigen sind die 



') 1. c. pag. 341, tab. 1080. 

2 ) 1. c. pag. 64, tab. 4, fig. 34. 

8 ) Die Umgobuug dos l'eristotns iwt nicht völlig erhalten. 



[99] HI. Cidaridae. 27 

Warzen ungewöhnlich kräftig und vortretend l ). Warzenhöfe gross, 
kreisförmig, wenig eingesenkt, von einem Kranze grober Granulen 
umgeben, welcher ungefähr bis zur Gränze der Asseln reicht, da- 
her die Miliärzone schwach entwickelt. 

Das Gehäuse steht nahe der Cidaris Lardyi Des., von der 
zum Vergleiche ein Exemplar aus dem mittleren Neoeom von 
Gy-1'Eveque (Yonne) vorliegt. Uebereinstimmend mit CoTTEAD 
finde ich, dass bei letzterem die Ambulacralfelder weniger stark 
uudulirt und die Poren nicht gejocht, dagegen die beiden Poren 
eines Paares durch ein Knötchen getrennt sind, die Stachelwarzen 
einen stärkeren Kopf und weiteres Höfchen besitzen etc. 

Bedenken gegen die Zugehörigkeit des vorliegenden Stückes 
zu Leiocidaris Sah-iensis erregt, dass an demselben anscheinend die 
Mamelons noch stärker, dagegen die Miliärzone noch schwächer 
entwickelt sind, das Gehäuse etwas niedriger ist, und vielleicht die 
Ambulacra mehr wellig gebogen sind 2 ) als an den französischen 
Vorkommnissen. Vielleicht sind jene Differenzen nur veranlasst 
durch die Zeichnung oder die Erhaltungsart. 

Nachdem die Art durch CotteaU 1. c. als Cidaris Salciensis 
eingeführt und von Desor 8 ) unter der gleichen Bezeichnung auf- 
genommen war, wurde sie von Cotteaü in dem Werke über die 
Echiniden des Yonne - Departements 4 ) als Rhabdoddarü erkannt 
und zum ersten Male abgebildet, und fand von demselben Ge- 
lehrten eine abermalige Darstellung in der Paleontologie francaise 
1. c. Durch DE LORIOL wurde die Art sodann in die Gattung 
Leiocidaris''') Desor 6 ) überwiesen 7 ), welche sich von Rhabdocidaris 
durch ungekerbte Stachelwarzen unterscheidet. 



') In dieser Beziehung ist die Abbildung bei de Loriol am meisten zutreffend. 
- Was nur mit den Abbildungen, ohne Vergleich von Originalen, nicht wohl 
festzustellen ist. 

^ Desor, 3yn. Echin. foss. pag. 444. 

4 ) Cotteau, Etudes sur les ßchinid. foss. du depart. de L' Yonne, tome II. 
. lab. 48, fig. 1—4. 

5 ) Vergl. über Leiocidaris: Dahss, die Echiniden der ncentiniBohen und 
veronesischen TertiärbildiiDgen. 1877, pag. 9. 

6 ) 1. c. pag. 48. 

Louiol, Echinul. Uelvet. II, 1873, pag. G4, tob. IV, fig. :\\. 



28 HI. Cidaridae. [100] 

Unter den vereinzelten, ans norddeutschem Hils vorliegenden 
Asseln, an denen noch Theile der Ambulacralfelder haften, ist 
ein einziges Stückchen, welches hierher gehören könnte. Hier- 
nach ist die Vermuthimg Hupe's 2 ), es möge Cidaris muricata 
Ad. Rom. mit Cidaris Salviensis zusammenfallen, weniger wahr- 
scheinlich. Uebrigens sind die zu Leiocidaris Salviensis gehörigen 
Stacheln zur Zeit noch unbekannt. 

Vorkommen. In Norddeutschland nur ein Exemplar aus 
dem »Unteren Hils von Gross -Vahlberg«. 

In Frankreich im mittleren Neocom, Schichten mit Echino- 
lampas cordiformis des Pariser Beckens, bei St. Dizier, Auxerre etc. 

In der Schweiz nach de Loriol im Valangien von Villers- 
le-lac (Doubs) und mittleren Neocom von St. Croix (Vaud). 



Leiocidaris (?) Hilsii sp. nov. 

Taf. 8, Fig. 1 — 4. 
Maasse: 

Höhe des Gehäuses mehr als 40 mm 

Durchmesser des Gehäuses, berechnet . . c. 62 » 

Durchmesser des Peristoms ? 

Durchmesser des Periprocts ? 

Breite der Interambulacralfelder 29 » 

Breite der Miliärzone 8 » 

Durchmesser des grössten ovalen Warzenhofes 7,5 u. 9 



nun 



Breite der Ambulacralfelder 6,5 mm 

Breite der Porenzone fast 2 » 

Breite der Interporiferenzone c. 2,5 » 

Es liegt nur ein Gehäuse in unvollständiger Erhaltung vor, 
dasselbe ist gross, etwa 1 / s so hoch wie breit; nach oben lang- 
samer eingezogen wie unten, daher im unteren Drittel am wei- 
testen ausgebaucht. — Schale dick. 

Interambulacralfelder: 4 ] •_. mal so breit wie die Ambulacral- 
felder. 



l ) IIiii, Kdiinodermcs, 1858, pag. 478. 



[101] III. Cidaridae. 9<) 

Ambulacralfelder wenig vertieft, kaum gewellt. Auf eine 
[nterambulacralplatte kommen am Umfange des Gehäuses l(i oder 
17 AjDkbulacralplättchen. Die Porengänge wenig vertieft, verhält- 
oissmässig breit. Poren oval, die der äusseren Reihe etwas aus- 
gedehnter als die" der inneren Reihe. Die Poren jedes Paares 
stehen weit um die doppelte Eigenbreite von einander entfernt. 
die Paare selbst dagegen einander genähert, Poren nicht deutlieh 
gejocht ! ), was freilieh vielleicht zum Theil durch die Erhaltuhgs- 
art bedingt sein mag. 

Die Interporiferenzone verhältnissmässig schmal. Jederseits 
eine randständige Reihe von mamelonirten Sekundärwärzchen, 
W( lehe in der Nähe des Scheitels regelmässig ausgebildet sind, 
weiter abwärts durch Zwischenschieben noch kleinerer Wärzchen 
oder Granulen unregelmässig werden. Entfernter vom Scheitel 
treten zwischen diesen seitlichen Reihen noch kleinere Wärzchen 
und Granulen von verschiedener Grösse, unregelmässig, aber dicht 
gestellt auf, welche sich auf etwa 2 Reihen oder deren Raum zu- 
rückführen lassen. 

In den Interambu lacralfeldern sind noch 8 oder 9 Coro- 
Dalplatten in einer Vertikalreihe erhalten, es werden ursprüng- 
lich, d. h. an dem vollständigen Gehäuse, noch einige mehr ge- 
wesen >ein. 

Die auf wohl entwickelten Kegeln ruhenden Warzen sind 
durchbohrt . aber nicht crenelirt. Sie nehmen mitsammt den 
Warzenhöfen vom Peristorn nach aufwärts langsam an Grösse zu, 
wobei sie sich in der Nähe des Scheitels wieder etwas verengen. 

Die Warzenhöfe sind leicht elliptisch, auf der Unterseite und 
am Umfange des Gehäuses mehr, als auf der Oberseite; ziemlich 
vertieft, einander genähert, auf der Unterseite in einander iiher- 



Wodurcb die Stellang zur Gattung zweifelhaft wird: doch bemerkt auch 
,:i.kis (Jap p. 44): die Poren Bind nicht mehr l>ci allen hierher 
gehöi i so deutlich gejocht, wie t"'i Rhabdocidaris; bei manchen i-t die 
ohara VerbindunK-sfun-ho zwisdion den boidon Poren eines I' 
kaum zu erkennen [annuli/era, verticillata), so da lehe Formen l"-i ausschliess- 
licher Berücksichtigung dieses Characters sich kaum von Gruppen mit unge 
jochten Poren trennen lassen«. 



30 HL Cidaridae. [102] 

gehend, höher durch einen einfachen Scrobicularring, oben durch 
zwei benachbarte Scrobicularringe getrennt. Die Scrobicularringe 
werden von mamelonirten, gesperrt stehenden Sekundärwärzchen, 
welche an Grösse die ambulacralen übertreffen, gebildet. 

Die Hauptwarzen nehmen ziemlich die Mitte der Platten 
ein, nur um ein geringes den Porengängen genähert. 

Die Miliärzone hat ungefähr die Breite der Warzenhöfe. Sie 
ist besetzt mit kleinen und grösseren, zum Theil mamelonirten 
Granulen, welche völlig regellos und nicht gedrängt stehen und 
hin und wieder noch kleine Körnchen zwischen sich nehmen. 
Ebenso sind die schmaleren Seitenporen, welche den Ambulacral- 
feldern anliegen, verziert. 

Die Nähte der Coronalplatten sind nicht vertieft und nicht 
deutlich. 

Scheitelschild und Stacheln unbekannt. 

Bemerk. In gleichalterigen Schichten ist mir keine nahe- 
stehende Form bekannt. 

In der Gesammterscheinung, zufolge der Abbildung, steht 
Leiocidaris alta Dames x ) von Sta. Trinitä bei Montecchio mao-more 
nahe, aber die Beschreibung weist die Unterschiede nach 2 ): Die 
Interporiferenzone in ihrem ganzen Verlaufe mit 4 Reihen Wärz- 
chen etc. Auf der Miliärzone gleich grosse, in Reihen geordnete 
Körnchen, welche durch eingerissene Linien getrennt sind 3 ). 

Vorkommen. Das abgebildete Gehäuse und ein paar ver- 
einzelte Coronalplatten fanden sich im Hils bei Achim (Braun- 
schweig). — Ersteres im Museum der Universität Göttingen, mit- 
getheilt durch Herrn Prof. von Koenen. 

') W. Dames, die Echiniden der vicentinischon und veronesischen Tertiär- 
ablagerungen. (Palaeontograpbica) Cassel 1877, pag. 11, tab. 1, fig. 8. 

2 ) Dasselbe gilt von einer afrikanischen Rhabdocidaris, die in den Echinides 
fossiles de PAlgerie par Cottkau, Pebon et Gauthiku, Paris 1883, tab. IV, 
fig. 1, 2, pag. 53 dargestellt ist. 

3 ) Daher von Döderlein (pag. 43) zu Pleurocidaris Pom. gestellt. 



[103] III. Oidaridae. 31 



Gatt. Tylocidaris Pomel 1883. 
Tylocidai'is velifera Bronn. 

Taf. 9, Fig. 1 - 7. 

1835. Oidaris veliferus Bkoxn, Jahrb. f. Mineralogie etc. pag. 154. 

1840. » pisifera Agass., Catal. syst, et typ. foss. pag. 10. 

1848. » velifera Agass. et Desor, Catal. rais. pag. 321). 

1848. Salenia » Buoxx, Index Palaeontologicus, pag. 301. 

1852. Cidaris globiceps Quexstedt , Handbuch der Petrefactenkunde pag. 577, 

tab. 49, fig. 17. 
1858. » velifera Desor, Syn. Echin. foss. pag. 34. 
1862. » » Cotteau, Paleont. franc. terr. cret. VII, pag. 241, tab. 1051, 

fig. 14 — 21. 
1862. » vesiculosa Cotteau, ibid. tab. 1051, fig. 4 — 6. 

1864. » velifera Wright, Brit. foss. Echinid. cret. form. pag. 37, tab. II, 

r fig. 2-4. t 

1865. » » Cotteau, Etud. sur les Echinid. du departement de l'Yonne 

terr. cret., tome II, pag. 221, tab. 67, fig. 8—10. 

1874. » » » Societe geologique de France. Reunion extra- 

ordinaire ä Mons (Belgique) et ä Avesnes 
(Nord) 1874, Note sur les Echinid. cret. de 
la province du Hainaut, pag. 111. 

1875. » globiceps Quexstedt, Echiniden, pag. 187, tab. 68, fig. 34 — 38. 

Höhe des Gehäuses \S mm 

Durchmesser des Gehäuses c. 31 » 

Durchmesser der Mundlücke c. 13 » 

Durchmesser der Scheitellücke . . . . c. 14 » 

Durchmesser eines grössten Warzenhofes . 4 ] /-2 — 5""" 

Breite der Ambulacral-Felder 4""" 

Breite des Porenganges, kaum 1 » 

Breite der Interporiferenzone, stark .... 2 » 

der Interambulacralfelder 15 » 

Es liegen 11 Bruchstücke und ein etwa halbes Gehäuse vor. 
Von diesem sind die Maasse genommen. Die Bruchstücke gehören 
/.um Theil kleineren Gehäusen an; das kleinste mit einer Breite 



32 HI. Cidaridae. [104] 

der Interambulacralfelder von 1 1 mm und einer Höhe des Gehäuses 
von c. 14 mm . 

Gehäuse von mittlerer Grösse, von kreisförmigem Umfang, 
gebläht, oben und unten ziemlich gleichmässig abgeflacht. Ober- 
fläche wie bei Cidaris elavigera, Cidaris Bowerbanki und den anderen 
verwandten Formen mit Ausnahme der Warzenhöfe und Poren- 
gänge nicht eingesenkt, in derselben Ebene gelegen. 

Ambulacralfelder nicht eingesenkt; an der Unterseite des 
Gehäuses geradlinig, höher leicht wellig. Porengänge vertieft, ge- 
bildet von rundlichen bis leicht ovalen Poren, um weniger als 
den eigenen Durchmesser einander genähert, die Porenpaare etwas 
schräg gestellt und durch eine schwache Leiste getrennt. 12 bis 
14 Poren stossen an eine grosse Interambulacraltafel. 

Interporiferenzone nicht eingesenkt, plan; jederseits nächst 
den Porengängen eine Vertikalreihe gedrängt stehender, mame- 
lonirter Granulen; unmittelbar am Mundfelde und am Scheitel 
schieben sich zwei innere Reihen etwas kleinerer Granulen ein, 
weiterhin vier Reihen, welche häufig undeutlich sind. Auf dem 
grösseren Theile des Innenraumes stehen die kleinen Granulen 
gedrängt und regellos. Bei guter Erhaltung erscheinen sie (wenig- 
stens einzeln) mamelonirt; hin und wieder nehmen sie noch ein 
Körnchen zwischen sich. 

Die I n t e r a m b u 1 a c r a 1 f e 1 d e r führen in der Colonne 6 Stachel- 
warzen, welche von einem sehr kleinen, stark vertieften Warzen- 
hofe umgeben sind. Der Warzenkegel niedrig, nicht gekerbt; 
Stachelwarzen selbst sehr dick, diejenigen auf der Unterseite des 
Gehäuses glatt, nicht durchbohrt, diejenigen auf der Oberseite 
des Gehäuses durchbohrt. — In jedem Interambulacralfelde ist 
eine der der Scheitellücke zunächst gelegenen Warzen sammt ihrem 
Warzenhofe verkümmert. 

Die Warzenhöfe, unten mehr oval, nach oben hin mehr kreis- 
förmig, sind von einem Kranze mamelonirter Sekundärwarzen 
umgeben. 

In der Nähe des Mundfeldes sind die Serobicularringe ent- 
weder nicht geschlossen, oder es trennt nur eine Wärzchenreihe 
zwei benachbarte Warzenhöfe. Indem die Stachelwarzen und 



[105] KT. Cidaridae. 33 

Warzenhöfe in der Richtung nach oben hin an Ausdehnung zu- 
nehmen, treten sie auch weiter auseinander, so dass die Granulen 
der breiten, nicht vertieften Miliärzone sich zwischen sie schieben 
können. Die Granulen der Miliärzone stellen regellos, sind zum 
Theil mamelönirt und kommen an Grösse den Granulen in der 
Mitte der Ambulacralfelder ziemlich gleich. Seitenzone so schmal, 
dass neben dem Scrobicularringe kaum noch einige Granulen 
Platz finden. 

Die Interambulacralplatten schwellen in der Richtung ihrer 
verticalen Mittellinie stark an, so dass sie auf der Innenseite der 
Interambulacralfelder convex erscheinen, während die Mittelpartie 
des Feldes stark concav erscheint. Siehe tab. 9, fig. 5. In Folge 
dessen erscheinen auf den Steinkernen die Interambulacralfelder 
breit wulstartig vorspringend, während die Ambulacralfelder nur 
schmale kielartige Erhöhungen bilden. 

Dieselbe Erscheinung zeigt ein englisches Gehäuse von 
( idaris clavigera, au welchem sich ein Paar Interambulacral-Platten 
abgelöst, und dieser Character ist wahrscheinlich der ganzen Gruppe 
hierhergehöriger Formen eigen. 

Schon Cotteau hat einen Steinkern aus dem Cenoman von 
Ilavre mit den angegebenen Merkmalen abgebildet ! ), aber irriger 
Weise auf < 'idaris cesicidosa bezogen, deren Schale eine geringere 
Dicke besitzt und nichts von den genannten Eigentümlichkeiten 
auf der inneren Seite zeigt. Cotteau gibt an, dass DESOB jenen 
Steinkern zu seiner Cidarw lteberti gezogen habe, die aus dem 
( enoman vom Cap de la Heve stammen soll. 

Sämmtliche vorliegende Stücke stammen aus der Tourtia von 
Essen. Die einzigen daselbst gefundenen Stacheln, welche auf 
diese Gehäuse bezogen werden können, sind diejenigen von 

Cidaria velifera Bronn. 
Bemerk. Ausser den besprochenen grösseren Stücken Liegen 
auch Bruchstücke kleinerer Gehäuse vor mit nur l'J""" breiten 
Interambulacralfeldern (statt 15 ') und \b mm hohem Gehäuse (statt 



') Co ü iv, Paläont. fnin..-. terr. <n't. tome VII, tab. 1051, fig. 3, 1. 5. 

lg«. Heft o. '6 



34 HI. Cidaridae. [106] 

18 mm ). Diese Gehäuse führen auf den Ambulacralfeldern am Um- 
fange nur 4 Reihen von Granulen. 

Stücke von lS 1 ^™" 1 breiten Ambulacralfeldern zeigen schon 
die breitere Interporiferenzone mit zahlreichen, ungeordneten Gra- 
nulen. Auch bei diesen Stücken sind die auf der Unterseite des 
Gehäuses liegenden Stachelwarzen undurchbohrt, die höher gele- 
genen durchbohrt. Diese kleineren Gehäuse führen nur 5 Stachel- 
warzen in einer Colonne, wie das am vollständigsten erhaltene, 
abgebildete Interambulacralfeld erkennen lässt. 

Es sind zwei verwandte Cidariden aus dem Cenoman bekannt, 
welche ebenfalls durch 4 Reihen Granulen auf den Ambulacral- 
feldern characterisirt sind. Die erstgenannte ist 

Cidaris Heberti Desor *): 

»Petite espece ä scrobicules petits et serres, mais tres gros 
surtout ä la face superieure. Qualre rangees de granules 
ambulacraires 2 ). 

Desor nennt die Art von zwei Fundpunkten, zuerst aus der 
Craie chloritee vom Cap de la Heve und zweitens aus der Kreide 
von Vendome an der Loir. Beide Stücke in der Sammlung des 
Herrn Michelin. Cotteau, welcher beide Exemplare zu unter- 
suchen Gelegenheit hatte, macht in der Paleontologie francaise 
die unerwartete Mittheilung, dass das erstgenannte Exemplar aus 
der Craie chloritee ein Steinkern sei; es ist dies das schon oben 
erwähnte, von Cotteau abgebildete und irriger Weise zu Cidaris 
vesiculosa gezogene Stück ; dass das zweite Exemplar aus der Craie 
blanche stamme, und dass dieses Gehäuse, welches Cotteau eben- 
falls abbildet 8 ), nicht von Cidaris clavigera getrennt werden könne. 

Das zweite Vorkommen ist ein kleines Gehäuse von nur 14 mm 
im Durchmesser und 7""" Höhe, an welchem noch 7 Stacheln an- 



') Desor, Synops. Kchin. foss. pag. 12. 

2 ) Durch CotteaP 1. c. pag. 2j!ii erfahren wir, dass das Stück 5 Coronal- 
platten in jeder Colonno besessen habe. 

3 ) Cocteau, 1. c. tab. 1071, fig. 1-4. 



[107] III. Cidaridae. 35 

haften. Es stammt aus dem Upper Greensand von Wafminster 
und ist von Wrigiit ') auf Grund der anhaftenden Stacheln unter 
dem Namen ( idaris velifera Bronn beschrieben und abgebildet. 
Es besitzt ,"> Stachelwarzen in jeder Colonue, welche angeblich 
alle durchbohrt sind. Da Wrigiit vorsichtig beifügt, dass nur die 
auf der oberen Seite des Gehäuses befindlichen Warzen srut erhalten 
seien, so ist die Möglichkeit gegeben, dass die Stachelwarzen an 
der Unterseite des Gehäuses undurchbohrt waren 2 ). 

Aus dem Dargelegten ergibt sich, dass die Tourtia und 
aequivalente Bildungen zwei verwandte hierhergehörige Cid ariden 
besitzen, von denen die kleineren, von 14 bis 25 mm Durchmesser 
und 7 bis 13' 1 "" Höhe, nur 4 Reihen Granulen auf den Ambula- 
cralfeldern und 5 Stachelwarzen in jeder interambulacralen Colonne 
besitzen, während die grösseren eine breitere Interporiferenzone 
mit zahlreicheren, unregelmässig gestellten Granulen und 6 Coro- 
nalplattten in jeder Colonne aufweisen. 

Die Miliärzone ist bei den grösseren Gehäusen kaum breiter 
,il> bei den kleineren, dagegen sind die Warzenhöfe bei jenen 
weiter; ihr Umriss ist nicht verschieden. 

Sind beide als verschiedene Species 3 ) zu fassen, so würde die 
kleinere als 

Tijlocidaris Ileberti Des. sp. 
zu bezeichnen sein, wozu auch das von Wrigiit als Cidaris velifera 



', Weicht, I. c. pag. 37, tab. 2, fig. 2 — 4. 

- Hierzu möchte zu bemerken sein, dass mir Gehäuse von so geringer 

e aus der Tourtia von Essen nicht bekannt sind , und dass derartig 

kugelige Stacheln, welche so spärlioho und so wenig in Reiben geordnete Böcker 

:. mindestens für Cidaris velifera nicht typisch sind und anter mehreren 

Hundert aus der Tourtia von Essen vorliegender Exemplare kaum ihres Gleichen 

haben. Dasselbe gilt von dem mit spärlichen Höckern bedeckten, vergrössert 

teilten Stachel bei Cotteau, EDchiu. Yonne, tab. 67, fig. 10. 

. Die .-flu- zahlreich vorliegenden Stacheln bieten solche Verschiedenheiten, 

ne wohl zwei Arten zukommen könnten. Vielleicht aber gehören die 

dickeren den höheren Corona!- Platten an, während die Bchlankeren mehr dem 

Uundfelde genähert iliren Platz haben. Leider hat Wriohi versäumt, über die e, 

l. mplare beobachtbaren Verhältnisse Mittheilungen zu machen. 

3* 



36 HI. Cidaridae. [108] 

bezeichnete Gehäuse gehören würde, während die grösseren den 
Namen 

Tylocidaris velifera Bronn sp. 
führen müssten. 

Da, wenigstens für einzelne (recente) Arten von Cidariden 
der Beweis erbracht ist a ), dass die Zahl der Coronalplatten durch 
Einschieben neuer Platten am oberen Scheitelende der Interambu- 
lacralfelder sich vermehren kann, ebenso die Interporiferen-Zone 
durch Breitenwachsthum der Ambulacralplättchen sich ausdehnen 
und damit die Zahl ihrer Granulen sich vermehren kann, so liegt es 
nahe, diese Erfahrimg auf die vorliegenden Reste anzuwenden und 
die kleineren Gehäuse als Jugendzustände der grösseren anzu- 
sprechen. 

An diese grösseren Gehäuse schliesst sich noch ein weiteres 
Gehäuse (37 mra Durchmesser) aus dem Cenoman von Roquefort, 
welches Cotteau 2 ) auf die durch Agassiz 3 ) unter dem Namen 

Cidaris gibberula 
beschriebenen und durch Desor 4 ) zuerst abgebildeten Stacheln 
bezogen hat. 

Dieses Gehäuse schliesst sich im Gesammthabit durchaus den 
in Rede stehenden Formen an, speciell ist der Bau der Ambula- 
cralfelder ganz übereinstimmend mit den grossen Gehäusen von 
Essen, soweit Beschreibung und Abbildung einen näheren Vergleich 
ermöglichen. In folgenden vier Punkten verhält es sich abweichend: 

1. Die Zahl der Stachelwarzen in einer Reihe ist grösser 
und wird auf 7 bis 8 angegeben; 

2. Die Stachelwarzen resp. ihre Höfe stehen auf der Ober- 
seite näher zusammen, so dass sich die Scrobicularriuge 
berühren; 



1 ) L. Düdkki.f.in , dio japanesisclien Seeigel. I. Theil. Stuttgart 1887, 
pag. 4, 21, 31 etc. 

2 ) Cotteau, Paleont. fran?. I. c. pag. 234, tab. 1051, fig. 15 — 18; tab. 1054, 
fig. 1-7. 

3 ) Agassis* et Desor, Catal. rais. des Keliin. I. c. 1 84 (>, pag. 329. 
*) Desor, Synops. Echin, foss. pag. 34, tab. G, fig. 11. 



[100] III. Cidaridae. 37 

3. Die Stachelwarzen der Oberseite sind ebenso wenin 
durchbohrt, wie diejenigen der Unterseite; 

4. Die Miliärzone ist etwas breiter. 

Die Punkte 1 und 4 könnten in dem höheren Alter des 
grösseren Gehäuses, Punkt 3 in dem Erhaltungszustände des Ge- 
häuses ihren Grund haben. Punkt 2 bleibt als Eigentümlichkeit 
bestehen, falls nicht eine Abnormität vorliegt. 

Die Frage der Selbständigkeit der Art wird entschieden sein, 
sobald die ihr zugeschriebenen Stacheln an derselben anhängend 
gefunden sind, wie dies mit der ebenfalls verwandten 

Tyhddaris Boioerbanki Forbes *) sp. 

aus dem cenomanen Gray-Chalk von Dover der Fall ist, die 4 
bis 6 Granulen - Reihen auf den Ambulacralfeldern und 5 bis 
6 Stachelwarzen in einer Reihe der Interambulacralfelder führt. 
Dieselbe liegt in etwas höherem Lager als Cidaris velifera 2 ). 

IL Stacheln. 

Der Name Cidaris velifera taucht zum ersten Male in der 
-geognostischen Beschreibung der Gegend um Goslar, zwischen 
der Innerste und Radau« von Gustav Schuster 3 ), auf, in 
welcher die Petrefacten-Namen durch die Redaction, durch Bronn, 
beigefügt sind. Dort heisst es 4 ) vom Fusse des Sudmerberges, 
wo zahlreiche Siphonien etc. vorkommen: 

»Sie liegen in Gesellschaft von Cidariden-Stacheln, wovon 
die einen der Cidaria cesiculosa angehören, die anderen 
mit denen nahe übereinstimmen, welche von Cidaris 
velifera Bronn (Essen) herzurühren scheinen.« 



•) Forbes in Dixon, Geol. and Fossils of Susscx 1850, pag. 330, tab. 29, 
6g. 1. — "Wright, 1. c. pag. 45, tab. 2, fig. la — d. 

*) Wright, 1. c. pag. 78: »The horizon of Oidarü Bowerbanfä ;it Kolkstone 
is just above the Upper Greensand«. 

3) Jahrbuch für Mineralogie etc. 1835, pag. 125. 

*) Jahrbuch für Mineralogie etc. 1835, pag. 154. 



38 IH. Cidaridae. [HO] 

Auch bei Agassiz *) finden wir anfangs nur einen Namen: 
»Cidaris pisiformis Ag. 
Essen an der Ruhr.« 

Erst im Catalogue raisonne des Echinides 2 ), wo Agassiz 
und DESOR den letzteren Namen als Synonym des ersteren auf- 
führen, finden wir die erste kurze Beschreibung: 

»Petit piquant de meme forme que le precedent (Cidaris 
pleracantha Ag.); mais la surface est couverte d'asperites 
qui, vues ä la loupe, se presentent sous la forme d'epines en 
series. « 

Nachdem dann, wie Cotteau angibt, Sorignet 3 ) dieselbe Art 

Cidaris Michelini Sorig. 

genannt hatte, führte sie Quenstedt 4 ) in kenntlicher, aber von 
nicht sehr characteristischer Abbildung begleiteter Weise als 

Cidaris globiceps Quenst. 

ein, mit den Worten: »Höchst zierlich sind die eierförmigen 
Stacheln aus der Kreide von Frohnhausen, welche Goldfuss, 
Petref. Germ. tab. 40, fig. 2K dem vesiculosus beizählt, man könnte 
sie C. globiceps heissen, denn an ihren Extremen werden sie 
förmlich kugelrund. Die Warzenpunkte bilden Reihen«. 

Desor 5 ) copirt die Figur von Quenstedt 6 ) und fügt auch 
der Beschreibung keine weiteren Einzelzeiten bei: 

»Petit radiole du type die Cidaris clavigera, mais plus glo- 
bidaire, couvert d^asperites qui souvent affectent la forme 
de fines epines en series.« 



J ) Agassiz, Catal. syst. Ectyp. foss. 1840, pag. 10. 

2 ) Ann. des sciences natur. 3. ser., tome VI, 1846, pag. 32'.). 

3 ) Sokionkt, Ours. foss. de l'Eure 1850, pag. 18. 

4 ) Quenstedt, Handbuch der Petrefactenkunde, 1S52, pag. 577, tab. 49. 

5 ) Dksok, Synop. Echin. foss. pag. 34, tab. 6, fig. 12. 

fl ) Eine vorseliönte Copio hat auch die Paläontologie francaiso, 1. c. tab. 1054, 

fig. 20 aufgenommen. 



[111] III. Cidaridae. 39 

Die neueren Figuren von Quenstedt 1 ) sind characteristischer: 

Es sind auch hier geknotete Rippen vorhanden, aber sie 
treten nicht so deutlich hervor als wie bei ( 'idaria Sori- 
gneti Des. aus dein Pläner von Plauen. Auch nähern sie 
h leichter den Gurkenformen.« 

Vorkommen. Der Hauptfundpunkt für Tylocidaria velifera 
isl die Tourtia des westfälischen Kreidebeckens, insbesondere 
zwischen Essen und Mülheim an der Ruhr 2 ). Auch die »Synopsis 

Echinides kannte noch keinen anderen Fundpunkt. 

Die Paleontologie francaise lehrte dann als Fundpunkt La 
Madelaine bei Vernon (Eure) kennen. 

Später werden auch Veuvy-Sautour (Yonne) und Saint-Parves 
bei Troyes (Aube) genannt 3 ). 

Mir selbst liegt ausserdem noch ein Stachel vom Cap de la 
Heve 4 ) vor, welcher von Herrn Saemaxn in Paris herrührt 

In England ist sie durch WbiGHT aus Upper-Greensand von 
Warminster bekannt geworden. 

Anscheinend kommt Cidaris velifera auch in der Meule de 
Bracquegnies in Belgien 5 ), sow : ie bei Iroursum in Spanien 6 ) vor. 



') Qt-ExsTEDT, Petrefaetenkunde Deutschlands. 3. Bd. Echiniden. 1872—1875, 
pag. 187, lab. 68, fig. 34 — 38. 

"*) Zwischen beiden Städten liegt der in früherer Zeit als Fundpunkt oft ge- 
nannte Ort Frohnhausen, welchen die folgende Litteratur immer mit Essen zu- 
sammenfaßt. Cotteao, Wkight und Andere verlegen dieses Frohnhaasen, wohl 
nach Angabc eines geographischen Lexicons nach Hessen - Cassel , was irri^: i.-t. 
bt in Deutschland wenigstens 'J Ortschaften dieses Namens. Als Fundpunkt 
für Cenoman ist immer nur diejenige in der Nähe von Essen gemeint. 

ottbau, Etud. Echin. foss. du Depart. de l'Yonne, tome II, pag. 222. 

4 . VergL oben die Bemerkungen über Oidarii Heberti Des. vom Cap de la 

hinides cn'taces du Hainaut. Bull. soc. geol. France, 1874, 
111. 
®) Paleont. frane. 1. c. pag. 242. 



40 HI. Cidaridae. [112] 

Tylocidaris Bowerbanki Forbes. 

Cidaris Bowerbanki Fokbes in Dixon, Geology and Fossils of Sussex. London 

1850, pag. 330, tab. 29, fig. 4. 
» » Wright, British foss. EchiDoderm. from Cretaccous Format. 

vol. I. London 1864—1882, pag. 45, 77, tab. 2, 
fig. 1 ; tab. 13 !), fig. 9 — 14. 

Durch Bowerbank wurde ein Gehäuse mit ansitzenden 
Stacheln im Gray-Chalk von Dover aufgefunden, von welchen 
Forbes in Dixon's Geology of Sussex Kunde gab. Das Stück 
ist lange Zeit ein Unicum geblieben und von Wright nochmals 
abgebildet und beschrieben. Es stellt sich zwischen Cidaris veli- 
fera und Cidaris clavigera. »Die Primär- Stacheln sind dicke, 
mandelförmige, umgekehrt konische Körper mit kurzem Hals, in 
welchen der Körper sich plötzlich zusammenzieht. Ring breit 
und hervorragend, Gelenkfläche mit schmalem Rande nahe bei dem 
Ringe. Oberfläche fein granulirt, mit kleinen stacheligen Punkten, 
geordnet in regelmässige Längsreihen.« 

Noch vor Vollendung seines Werkes erhielt Wright ein 
zweites Stück aus dem Lower-Chalk von Southeran Pit bei Lewes 
(Sussex), sowie einzelne Stacheln aus der Nähe von Arnadel, von 
Cambridge und von Folkstone, aus dem Upper-Greensand. Diese 
geben ihm zu folgenden weiteren Bemerkungen Anlass: 

»In dieser Species, wie in anderen der Gattung Cidaris 
variirt die Form der Stacheln nach ihrer Stellung auf der 
Schale; diejenigen am Peristom sind ziemlich cylindrisch 
mit einem spitzen Apex; diejenigen am Ambitus sind um- 
gekehrt konisch, am Apex weniger spitz, und diejenigen 
am Analrande haben den Körper gebläht und den Apex 
etwas stumpf 2 ). Die Peristom-Stachelu haben die Ober- 
fläche bedeckt mit gröberen Granulationen , als es der 
Fall ist bei denjenigen , welche auf der entgegengesetzten 
Seite vorkommen.« 



! ) Auch auf dieser Tafol stimmt ein Theil der Nummern der Figuren nicht 
mit der Beschreibung und nicht mit der Tafelerklärung, 

2 ) Vorgl. die in doppelter Grösse, in Holzschnitt pag. 78 dargestellton Stacheln. 



[113] III. Cidaridae. 41 

Aus dem cenomanen Planer bei Salzgitter liegen ein paar 
Stacheln vor, welche sich leidlich an die Formen anschliessen, 
welche WwGHT auf seiner Tafel 13 abgebildet hat; ohne diese 
würde man eher an eine Zugehörigkeit zu Cidaris asperula Rom. 
= Cidaris oliva Desor gedacht haben. 

Vorkommen. Das Lager scheint das gleiche zu sein wie 
in England, woselbst Cidaris ßowerbanki in den Schichten un- 
mittelbar über dem Upper-Greensaud bei Folkstone gesammelt ist. 



Tylocidaris asperula Adolph Römer. 

Taf. 10, Fig. 11. 

18-11. Cidaris asperula Adolph Römer, Versteinerungen d. norddeutsch. Kreide- 
gebirges, pag. 28, tab. 6, fig. 8. 
1858. » Oliva Desor, Synopsis des Echinides fossiles, pag. 447. 
1 S 6 2 . » Bertheiini Cottkau , Paleontologie franc. terr. cret. tome VII, 

pag. 243, tab. 1054 2 , fig. 1—5. 
1865. » » » Etudes sur les Echinid. foss. du departement 

de l'Yonne, tome II, terr. cret. pag. 219, 

tab. 67, fig. 6 - 10. 
1S68. » pleracantha Wkight (non ! Aoassiz), Brit. foss. Echinod. Cretac. 

Form. pag. 67, tab. 11, fig. 5; tab. 12, 

fig. 5; tab. 13, fig. 7. 
Gehäuse unbekannt. 

Die Stacheln, durch Cotteau in bezeichnender Weise charac- 
terisirt, sind gross, gebläht, birnförmig, die ganze Oberfläche ist be- 
setzt mit kleinen, scharfen, gedrängt stehenden Granulen von ver- 
schiedener Grösse, welche in regelmässige Längsreihen geordnet sind. 

Gegen den Scheitel des Stachels hin lösen sich die linien- 
förmigen Reihen der Granulen auf und sind weniger stachelig. 
Der Zwischenraum ist chagrinirt, gänzlich bedeckt von gedrängt 
stehenden mikroskopischen Körnchen. Au der Basis ist der Haupt- 
theil plötzlich eingeschnürt 1 ). 

Die vorliegenden Exemplare haben eine Dicke bis l3 min und 
eine Höhe des Haupttheiles von 17""". Es stimmen also die 



') Stacheln, welche sich so langsam nach unten bin verjüngen, wie in der 
Abbildung bei Ad. Rümkk, sind ungewöhnlich, doch liegen Uebcrgänge dahin vor. 



42 ni. Cidaridae. [114] 

grösseren Stücke überein mit dem Stachel, den WriGHT 1. c. 
tab. XI, fig. 5 abbildet. In Frankreich sind Stacheln von 15 
bis 18 ram Dicke und 30 mm ganzer Länge beobachtet. 

Die Stacheln aus dem Pläner sind meist schwer von dem an- 
haftenden Gestein zu reinigen. Die Angabe von Ad. Römer, dass 
die scharfen Körner, abgesehen vom Stiele, ohne Ordnung neben 
einander stehen, erklärt sich hieraus, bezieht sich in Wirklichkeit 
aber nur auf den Scheitel, der bald flach ! ), bald höher gewölbt ist. 

Die englischen Vorkommnisse hat Dixon 2 ) schon abgebildet, 
aber ich sehe nicht, dass er dieser Formen auch im Texte gedenkt. 
Befremdlicher Weise wurden sie durch Wright mit der fast 
glatten, vielgestaltigen 

Cidaris pleracantha Agass., 

die bereits durch Desor und Cotteau abgebildet war, und aus- 
schliesslich aus der Kreide mit Belem. mucronata, von Meudon bei 
Paris bekannt ist, verwechselt. Aber freilich, Desor, welcher 
die durch von Strombeck mitgetheilten Stacheln aus dem ober- 
cenomanen Pläner von Langeisheim 

Cidaris Oliva 

nennt, bezeichnet sie als : » Radiole du type du Cidaris pleracantha, 
■mais garni de fines carenes munies de petites epines tout le long du 
radiole«. 

Vorkommen. In Norddeutschland gehört die Art dem mitt- 
leren und oberen Cenoman an 3 ). Es liegen mir Exemplare vor 
aus dem mittelcenomanen Pläner mit Ammonites varians vom Flöte- 



') An einem vorliegenden Stachel ist der flachgowölbte Scheitel sogar kantig 
gegen den Haupttheil abgesetzt. 

2 ) Dixon, Geology and Fossils of Sussex. London 1850, tab. 24, fig. 23, 24. 

3 ) In der Echinologie Helvetiquc, Deuxieme partio, Gencve 1873, führt 
de LobioI; pag. 56 aus dem oberen Gault von Stc. Croix (Vaud) Stacheln von 
birn- bis spindelförmiger Gestalt als sehr häutig vorkommend an, welche zu 
Cidaris Bertheiini zu stellen, er »keine Bedenken« trägt. Meine Bedenken hat 
die Beschreibung und Abbildung dos geschätzten Autors nicht zu hoben ver- 
mocht. Ich vermag in den Stacheln von Ste. Croix Cidaris Bertheiini nicht zu 
erkennen. 



[115] III. Cidaridae. 43 

berge bei Salzgitter (Hannover), ans dem obercenomanen Pläner 
mit Ammonitea Rotomagensis von Langeisheim, sowie ans dem 
cenomanen Pläner des Malmerberges und des Fleischerkamps bei 
Salzgitter. Vielleicht gehört hierher auch ein Exemplar ans dem 
Cenoman von Mülheim an der Ruhr. 

In Frankreich kennt mau die Art aus dem Cenoman von 
Saint- Parres bei Troyes (Aube) und aus den gleichen Schichten 
von Neuvy-Sautour (Yonue). 

In England finden sich die Stacheln im cenomanen Grrey-Chalk 
von Süsses und im cenomanen Lower-Chalk von Dorkinir. 



Tylocidaris (?) Stroinbecki Desor. 

Taf. 10, Fig. 15. 

1S50. Cüdaris sp. Dixon, Gcology and Fossils of tlic Tert. a. Crctac. Format. 

of Sussex, pag. 33t), tab. 24, fig. 25; tab. 25. 
1858. » Strombecki Desok, Synop. des Echinides fossiles, pag. 447. 
1S64. » iJixoni Cotteau, Paleont. franc. terr. crctac. tome VII, pag. 238, 

tab. 1051, fig. 7, 8. 
1868. » » Wright, Brit. foss. Echin. Cretac. Form. pag. 67, 76, tab. 11, 

fig. 14; tab. 12, fig. 6. 
1S71. » » Geinitz, Eibthalgebirge, pag. 69, tab. 15, fig. 20, 21. 

Gehäuse unbekannt. 

Stacheln. Es Hegt mir nur ein Exemplar vor, welches den- 
selben Durchmesser (19,5 """) hat, wie das einzige Cotteau be- 
kannte und von ihm abgebildete Stück. 

D>r Stachel ist gross, dick, von gebläht-eichelförmiger Gestalt. 
An der unteren Hälfte ist die Oberfläche mit breiten, ganz flachen, 
-irli berührenden Tuberkeln bedeckt; meist stehen sie regellos, 
bisweilen alternirend, und dann gewähren sie d;is Bild von Schuppen. 
An der Basis werden die Tuberkeln kleiner: auf der oberen Hüllte 
des Stachels nehmen Bie einen anderen < lharacter an. Sie ordnen 
sieh hier in radiale, dem Scheitel zustrahlende Reihen, stehen zu- 
gleich weniger gedrängt, weniger abgeplattel und erscheinen zum 
Theil hicht gewölbt. 



44 in. Cidaridae. [116] 

Hals mit Knopf und der Scheitel sind nicht erhalten. An den 
englischen Exemplaren ist letzterer zugeschärft, der Hals kurz, 
Ring wenig vorspringend und die Gelenkfacette nicht crenulirt. 

Unser Exemplar ist hohl und mit Glaukonitkörnchen aus- 
gefüllt !). 

Vorkommen. Die Stacheln von Tylocidaris Strombecki sind 
überall selten. Das erste und zugleich vollständige Exemplar lehrte 
Dixon aus der cenomanen Kreide von Sussex kennen. Es blieb 
lange Zeit ein Unicum, so dass Wright eine Copie der Figur 
gab, da ihm anfänglich nur ein zweites, unvollständiges Exemplar 
aus dem Lower- oder Grey-Chalk der Klippen zwischen Folkstone 
und Dover, wo sie mit Cidaris Bowerbanki und Ostrea carinata Sow. 
zusammenlagern, bekannt war. Später wurde Cidaris Strombecki 
auch in dem »Cropolitic Bed« von Cambridge, welches abgerollte 
Versteinerungen aus dem Lower- Chalk, Upper Greensand und 
Gault enthält, aufgefunden. 

Der einzige Stachel aus dem Cenoman Frankreichs, der 
Cotteau vorlag, wurde bei Havre gefunden. 

Später sammelte H. B. Geinitz im Unteren Pläner von 
Koschütz bei Dresden zwei kleine Stacheln von 11 und 12 mm 
Durchmesser. 

Das vorliegende Exemplar fand sich im cenomanen Grünsande 
des Tiefbauschachtes No. II der Steinkohlenzeche Holland bei 
Wattenscheit, von wo ich es im Jahre 1876 mitgebracht habe. 

Der von Desor beschriebene Stachel fand sich bei Langels- 
heim am Harzrande, angeblich in einer Schicht zwischen Tourtia 
und Flammenmergel am Kahnstein 2 ). 



') Während der Correctur dieses Bogens erhalte ich durch die Gefälligkeit 
des Herrn von Stromheck einen Gypsabguss von dem Originale der Cidaris 
Strombecki Desor. Dieser Stachel stimmt so sehr mit dem ältesten, auch von 
Whight copirten Bilde der Art überein, dass man ihn für das Original desselben 
halten könnte. 

2 ) Der Stachel ist durch Herrn Sieqkmann gesammelt, dessen Sammlung zum 
Theil in den Besitz des Herrn Ottmeb gelangte. Die Sammlung des Herrn 
Ottheb gin^ nach dessen Tode in den Besitz der Polytechnischen Hochschule 
in Braunschwcig über. 



[117] III. Cidaridae. 45 

Tylücidaris clavigera König 1822. 

Taf. 14, Fig. 1—5.? 

Cidaris clavigera König iu Mantell, Geology of Sussex, p. 194. 

» Forbes in Dixon, Geology of Sussex, pag. 338, tab. 25. 

» Desor, Syn. Kchin. foss., pag. 12, tab. (i. 

» » Cotteau, Palöont. frane. 1. c. VII, pag. 285, tab. 1069 — 1071. 

» » Wright, Brit. foss. Echinid. Cretac. Format., pag. 48, tab. 4, 5. 

Die Art ist von zahlreichen Fundpunkten der oberen Kreide 
Englands und Frankreichs gekannt, ihre characteristische Form 
Bchon frühzeitig durch die Abbildungen bei de Luc 1763, Leske 1 ) 
1778, Parkinson 1811 bekannt geworden. Auch in Deutschland 
isl sie bis in die neuere Zeit von verschiedenen Fundpunkteu der 
oberen Kreide namhaft gemacht. Ohne Zweifel beruhen letztere 
Angaben lediglich auf dem Vorkommen von Stacheln, wobei wieder- 
holt Verwechselungen mit anderen keulenförmigen Stacheln, als 
Cidaris Sorigneti Des., Cidaris Hardouini, Cidaris Gosae, Cidaris 
■squttmi/ei\ < idaris veli/era Br., auch Verwechselungen vou Fund- 
punkten, /.. li. des Vorkommens auf der Insel Rügen 2 ) stattge- 
funden haben. 

Mir ist nur ein einziges (ein wenig verdrücktes) Gehäuse aus 
der deutschen Kreide bekannt, welches vielleicht auf Tylocidaris 
clavigera bezogen werden kann 3 ). 

M a a s s e : 

Höhe des Gehäuses 14""" 

Durchmesser des Gehäuses 27 » 

Durchmesser des Peristoms 11» 

Durchmesser der Scheitellücke . . 11 — 12 » 
Grösste Breite des Interambulacralfeldes . 12 » 

') Das hier abgebildete Gehäuse mit noch anhaftenden Stacheln ist von der 
Ober- und Unterseite dargestellt worden. (Klein, natur. dispos. Echinoder 
matnm, a Lbbke, tab. 46, fig. 2 u. 3.) Es ist rücksiehtlich der Vertheilaug der 
formten Stacheln an dem Gehäuse bis heute lehrreich, und selbst 
durch diu Darstellung von Weicht nicht übertreffen worden. 

ow, Jahrb. 1840, pag. 650, bemerkt schon, dase er nie eine 
Spar der Art in der Kreide Rügens gefunden habe. 

eUetchl aber gehört dasselbe zu den TyUtddarü Qoatu (pag 5 
nannten Stach. -In. mit denen er dieselbe Lagerstatte gemein bat 



46 HL Cidaridae. [118] 

Durchmesser eines grössten AYarzenhofes . 3 3 /4 mm 

Grösste Breite eines Anibulacralfeldes . . 3 mm 

Grösste Breite eines Porenganges ... 3 / 4 » 

Grösste Breite einer Interporiferenzone . 6/4 » 

Gehäuse kaum von mittlerer Grösse, von kreisförmigem 
Umfang (nur durch Verdrückung etwas oval), massig gebläht, oben 
und unten ziemlich gleichmässig abgeplattet, Höhe ungefähr gleich 
dem halben Durchmesser. 

Die Art gehört zu derjenigen Gruppe von Formen, welche wie 
Cidaris velifera, 
» Bargesi, 
» Bowerbanki, 
•» Ramondi, 

die ganze Oberfläche der Schale in derselben Ebene haben, auf 
der nur die sehr kleinen "VYarzenhöfe und die Porengänge einge- 
senkt sind, und die Interambulacralwarzen vorragen. 

Mundfeld l ) kreisförmig, grösser als 1 js des Gehäusedurch- 
messers. Apicalfeld gerundet fünfseitig, von nahezu gleichem 
Durchmesser. 

Ambulacralfelder nicht eingesenkt, an der Unterseite und 
am Umfange gerade, auf der Oberseite leicht wellig. Porengänge 
vertieft, gebildet aus kleinen rundlichen, sehr genäherten Poren. 
10 — 12 Poren -Paare liegen einer grössten Interambulacralassel 
an. Die Interporiferenzone trägt am Umfange des Gehäuses 
4 Reihen Granulen. Die äusseren Reihen werden aus grösseren, 
mamelonirten, verhältnissmässig hoch vorragenden Granulen gebildet; 
die Granulen der beiden inneren Reihen sind kleiner, niedriger und 
alternirend gestellt, in der Nähe des Scheitel- und Mundfeldes all- 
mählich zu einer Reihe sich reducirend oder ganz verschwindend. 

Zwischen je zwei grösseren Granulen der äusseren Reihen 
steht an der Ausscnseite sowohl wie an der Innenseite ein scharfes 
Körnchen, wodurch die ganze Ornamentik der Ambulacralfelder 
etwas sehr Zierliches erhält. 



'; Im Inneren bemerkt man noch einige Stücke der »Laterne des Aristoteles«. 



[119] III. Cidaridae. 47 

Auf den Interambulacralfeldern zählt man in jeder Colonne 
niemals weniger als 6 Stachelwarzen 1 ). Dieselben, ausgezeichnet 

durch ihre Dicke, treten weit vor, sind völlig glatt, ungekerbt und 
andurchbohrt -). 

Die Warzenhöfe sehr eng, massig tief, au der Unterseite der 
Schale elliptisch, an der Oberseite mehr kreisförmig, hier weiter 
getrennt, unten mehr genähert. Scrobicularringe zunächst dem 
After unvollständig, mehr aufwärts völlig geschlossen; gebildet 
von verhältnismässig kleineu mamelonirten Granulen, welche nur 
um eiu Geringes umfangreicher sind als die Miliärgranulen. Die- 
jenige Warze in jedem Ambnlacralfelde, welche dem Scheitelfelde 
am meisten genähert liegt, ist iu allen fünf Fällen, mitsammt 
ihrem Warzenhofe und Scrobicularringe etwas verkümmert. 

Miliärzone breit, breiter wie die Höfchen ? '), nicht eingesenkt, 
bedeckt mit grösseren und kleineren Granulen, manche deutlich 
mamelonirt; zwischendurch feine Körnchen, von der Grösse der- 
jenigen auf den Ambulacralfeldern. Seitenzone schmal, da die 
Stachelwarzen excentrisch nach auswärts liegen. 

Vorkommen. Das beschriebene und abgebildete Gehäuse fand 
sich im Unter-Senon bei Bültum 4 ) (Hannover) in Schichten, aus 
denen an fossilen Organismen angegeben werden: 

Inoceramus lobatus, 

Vola quadricostata, 

Lima c.analifera, 

Exogyra laciniata, 

Ostrea sulcata, 

Caratomus Gehrdenensis, etc. 



') Cotteau, Paleont. franc. 1. c. pag. 287, und Wbight, 1. c, pag. 49, geben 
übereinstimmend nur 5 für jede Colonne an, obwohl ihnen noch grössere Exemplare 
vorlagen. In Beinern Werke ober die Echiniden des Yonne-Departement, p. 435, 
gibt Cotteai ilie Zahl auf 5 oder G an. 

,n \<; gibt an, einige Exemplare zeigton am Scheitel leichte Durchboh- 
rungen der Warzen. 

3 ) Bei sämmtlichen ans der Kreide Englands mir vorliegenden Gehäusen Bind 

umgekehrt die Warzenhöfe breiter als die Miliärzone. Siebe pag. 52, A.nmerk. 8. 

ii zweites Gehäuse vom selben Fundpnnkte hosit/.t Herr von Si-i:<».mi-.i:< k. 



48 HI. Cidaridae. [120] 

Aus so jungen Schichten ist die Art bisher in Frankreich 
und England anscheinend nicht beobachtet worden. 

Cotteau *) nennt sie aus der Kreide mit Holaster planus 
(Scaphiten-Pläner, Zone des Heteroceras Reussi), aus der Kreide 
mit Micraster cor testudinarium (Zone des Inoceramus Cuvieri), und 
aus der Kreide mit Micraster cor anguinum (Emscher, Zone des 
Ammonites Margae und Inoceramus digitatus). 

Aus der Kreide Englands wird sie durch Charles Barrois 2 ) 
aus 3 Zonen aufgeführt, nämlich aus der Zone des Micraster brevi- 
porus (Scaphiten-Pläner), aus der Zone des Micraster cor testu- 
dinarium, und aus den Schichten des Inoceramus digitatus; dieser 
Autor bezeichnet jedoch die in letzteren beobachtete Form als 
Cidaris clavigera var. 

In der deutschen Litteratur wurden durch Geinitz 3 ) und 
Reuss 4 ) Stacheln , welche im Pläner Sachsens und Böhmens ge- 
sammelt waren, als Cidaris clavigera bezeichnet. Ihre Bestimmung 
wurde später durch Geinitz 5 ) und durch Novak 6 ) berichtigt. Sie 
wurden von diesen als Cidaris Sorigneti Des. 7 ) erkannt. Ihre Lager- 
stätte ist übereinstimmend wie in Frankreich und Belgien an der 
oberen Gränze des Cenoman, Zone des Actinocamax plenus. • 

Aus turonem Pläner, und zwar aus der Galeriten-Facies der 
Zone des Inoceramus Brongniarti und Ammonites Woolgari am 
»Fleischer- Kamp« westlich von Salzgitter (Hannover) wurde 
Cidaris clavigera auf Grund einer Bestimmung von Cotteau 
durch Urban Schlönbach 8 ) aufgeführt. 



x ) Cotteau, Echin. foss. de l'Yonne, tome II, pag. 437. 

2 ) Charles Barrois , Rech, sur le terrain cretace superiour de l'Angleterre 
et de l'Irlande. Lille 1876, pag. 17, 18, 23, 133 etc. 

3 ) II. B. Geinitz, Characterist. 1842, pag. 90. — II. B. Geinitz, Quadorsand- 
stcingeb. in Deutschland, 1849 — 1850, pag. 218. 

4 ) Reuss, Versteinerungen d. böhni. Kreideformation 184G, Bd. II, pag. 57, 
tab. 20, fig. 17 — 19. 

5 ) II. B, Geinitz, das Elbthalgeb. in Sachsen, Bd. I, 1871-1875, pag. SG, tab. 15. 
r ') Ottoma k Novak, Studien an Echinodermen der bölnn. Kreidoformation I. 

Prag 1887, pag. 10. 

") Desor, Synopsis des Echinides fossiles, pag. 446, tab. 6, fig. 16. 

H ) Urban Schlönbach, Ueber die norddeutschen Galcriton- Schichten und 
ihre Brachiopoden Fauna. Sitzungsber. d. K. K. Akad. d. Wissensch. zu Wien. 
1. AU!.., 1868. 



[121] IIT. Cidaridae. 49 

Wenn A. von Strombeck : ) aus eben diesen Schichten an- 
statt der Cidaris clavigera die Cidaris Sorigneti Des. nennt, und 
Desor 2 ) selbst Cidaris Sorigneti aus -»Planer mögen (couches ä 
Scaphites) de Fleischer-camp pri's Brunswick« nennt, so hat schon 
Urban SCHLÖNBAOH 1. c. zur ersten Angabe erläuternd und be- 
richtigend bemerkt, dass von Strombeck's Verzeiehniss der in 
den Galeriten- Schichten vorkommenden characteristischen Petre- 
facten sich vorzugsweise auf Erfunde (des Herrn A. Schlönbach) 
vom Fleischerkamp bei Salzgitter gründe, und statt der daselbst 
angeführten 

Ananchytes ovatus, 

Holaster sp., 

Micraster coranguinum, 

Galerites albogalerus uud subrotundus, 

Cidaris Sorigneti, 

zu lesen sei: 

Echinocorys gibba, 
Holaster planus, 
Micraster breviporus, 
Echinoconus subconicus, 
Cidaris clavigera. 

Ich kann weiter hinzufügen, dass alle diese Angaben sich 
lediglich auf das Vorkommen von Stacheln und zwar von uuvoll- 
ständig erhaltenen beziehen. Es liegen mir eine Anzahl dieser von 
Desor selbst als Cidaris Sorigneti bestimmten Stacheln vor. Die 
besser erhaltenen Stücke zeigen eine Kugel oder Keule, von einem 
dicken verlängerten Stiele (keiner ist ganz erhalten) getragen. 
Kugel und Stiel mit Rippen bedeckt, welche häufig (wenn nicht 
abgerieben) gekörnt oder gezähnt erscheinen. 



') A. von Stbohbeok, Gliederung des Planers im nordwestl. Deutschland 

nächst dem Harze. Zeitschr. d. Deutsch, geol. Ges. 1857, pag. 416. 
*) Desor, 1. c. Suppl. pag. 446. 
Heac Polge. Heft '■>. 4 



50 in. Cidaridae. [122] 

Aus denselben Schichten bei Graes unweit x\haus in West- 
phalen liegen ähnliche abgerollte Stachelfragmente vor, welche, von 
noch weniger günstiger Erhaltung, nicht sowohl auf Cidaris 
Sorigneti als auf Cidaris clavigera hinweisen. 

Cidaris Sorigneti 1 ), von dem gute Exemplare aus Sachsen, 
Böhmen und Frankreich vorliegen, hat noch nicht mit Sicherheit 
im nordwestlichen Deutschland nachgewiesen werden können. 

Das Vorkommen von Cidaris clavigera in den Galeriten- 
Schichten von Salzgitter und Graes kann, obwohl daselbst noch 
keine Gehäuse, nur Stacheln beobachtet wurden, übereinstimmend 
mit dem Vorkommen in Frankreich und England, als begründet 
betrachtet werden 2 ). 

Seit längerer Zeit sind auch Stacheln ausUntersenon, Schichten 
des Inoceramus lobatus, im nördlichen Deutschland bekannt, welche 
in der Litteratur wiederholt als Cidaris clavigera aufgeführt sind, 
z. B. durch Adolph Römer 3 ) von Gehrden und Goslar, durch 
H. B. Geinitz 4 ) vom Sudmerberg bei Goslar und Ilseburg, durch 
H. Credner 5 ) von Linden, Gehrden, Adenstedt, durch von Unger 6 ) 
und durch A. von Groddeck 7 ) aus dem Sudmerberg-Conglomerat, 



x ) Durch Dewalque ist bei Tournay in Schichten, welche die Stacheln von 
Cidaris Sorigneti geliefert haben, ein unvollständiges kleines Gehäuse aufgefunden 
worden, welches von Cotteau als Cidaris Sorigneti gedeutet wird. Vergl. Bull. 
Soc. Geol. de France, 3. sex., tome II, 1874. pag. 112 (tab. 19, fig. 1, 2.) 

2 ) Anscheinend stimmt hiermit die Angabe von Adolph Römer überein, 
wenn er Cidaris clavigera aus dem Pläner von Quedlinburg und Sarstedt nennt. 
Allein diese Angabe wird durch seine, obwohl kurze Characterisirung des Ge- 
häuses der Art hinfällig, indem diese unzweifelhaft darthut, dass es nichts mit 
der wirklichen Cidaris clavigera gemein hat. 

3) Adolph Römer, Verstein. norddeutsch. Kreidegeb., 1841, pag. 28. 

4 ) H. B. Geinitz, das Quadersandsteingebirge in Deutschland, 1849 — 1850, 
pag. 220. 

5 ) Hkink. Crkdnkr, Geognostische Karte dor Umgegend von Hannover. Mit 
Erläuterungen. Hannover 18G5, pag. 32. 

°) Beitrag zu einer geognostischen Beschreibung der Gegend um Goslar von 
Herrn Bergrath v. Unger, im Berieht des naturwissenschaftl. Vereins des Harzes 
für die Jahre 1844/45, pag. 12 — 27. 

7 ) Albbecht von Gboddbok, Ahriss der Geognosie des Harzes, mit beson- 
derer Berücksichtigung des nordwestlichen Theiles. Clausthal 1871, pag. 143. 









[123] III. Cidaridae. 51 

durch BRAUNS aus der Umgebung von Usede *) und vom Salz- 
berge bei Quedlinburg 2 ). 

Soweit mir diese Vorkommnisse bekannt geworden sind, ins- 
besondere von Bülten und Adenstedt (bei Ilsede) und vom Sud- 
merberg bei Goslar, so können dieselben nicht sowohl mit Cidaris 
clavigera als vielmehr unter den bekannten Formen nur mit Ci- 
daris Hardouini verglichen werden. Unten (S. 52) sind dieselben 
unter der Bezeichnung 

Cidaris Gosae 

näher besprochen und ihre Verschiedenheit von Cidaris Hardouini 
aus der jüngsten Kreide von Ciply und Maestricht dargelegt 
worden. 

Wenn auch zufolge der obigen Besprechung des Gehäuses 
von Bülten keine als wesentlich erscheinende Verschiedenheiten 
von der typischen Cidaris clavigera sich erkennen Hessen, so wird 
man es doch der Zukunft überlassen müssen, ob sich nicht dennoch 
nähere Beziehungen zu den Stacheln der Cidaris Gosae ergeben. 

Es ist hier noch einer verwandten Form aus unter -senoner 
Kreide zu gedenken. 

Wiederholt, bis in die neueste Zeit, ist Tißocidaris clavigera 
auch aus der Kreide Schwedens angeführt worden. 

Ich habe eine Anzahl Stacheln daselbst in den uutersenonen 
Trümmerkalken am Baisberge gesammelt. 



') D. Bp.alns . die obere Kreide von Ilsede bei Peine. Verhandl. d. natur- 
hist. Vereins für Rheinland u. Westphalen, 1874, pag. 64. Wenn der Verfasser 
hier (pag. 60) äussert, dass Cidaris claviyera und CMaris seeptrifera wohl zu ver- 
einen seien, so muss ein solcher Schluss stutzig machen, da er nur auf unrich- 
tiger Bestimmung fussen kann, indem die beiden Arten doch sein- verschieden sind. 
^ D. Bbadhs, die senonen Mergel des Salzberges bei Quedlinburg. Zeitschr. 
für die gesammten Naturwissenschaften. Bd. 46. Halle 1876, pag. 406. 

Verfasser citirt als Abbildung Masteix, Geology of Sussex, ausser tab. 17. 

1, 14, im Anschlüsse an H. B. Geisitz, Quadersandsteingeb. pag. 218, auch 

Mahtkll, tab. 16, fig. 17, IS. Mantki.i. selbsl bemerkt aber zu diesen Figuren: 

8iHceoui ttpeeimens of a zoophyte of a pyriform shape«. » . . slightly furrowed 

bngüudmaUy, and composed of ßint, coated wi&h " calcareous erust; when viewed 

t/troug/i (i A//>. /Ar/V eurfaci exhibitt a apongeous atruetun . 

4* 



52 HI. Cidaridae. []24] 

Schon Hisinger !) hat dergleichen Stacheln abgebildet und 
nennt ausser dem Baisberge auch Ignaberga und Ifö als Fund- 
punkte. 

Der Haupttheil des Stachels ist von der Gestalt einer Keule 
oder Birne; bisweilen auch nach oben hin ausgezogen und zuge- 
spitzt 2 ). 

Die Eigentümlichkeit dieser Stacheln ist nur bei frischer 
Erhaltung wahrnehmbar. Die kräftigen, hohen Rippen, welche 
sich meist in abwechselnder Länge herabziehen, erweisen sich 
nicht nur gekörnt, gezahnt — wie sie bei weniger günstiger Er- 
haltung erscheinen, sondern senden blattartige, auch nach rechts 
und links ausgedehnte Fortsätze aus, welche sich schuppenartig 
über einander legen, so dass bei vollkommenster Ausbildung die 
unterliegenden Rippen verhüllt sind, und dieser Haupttheil des 
Stachels an das Aeussere eines Tannenzapfens erinnert. 

An keinem Stücke der zahlreichen durchmusterten Typen 
aus der Kreide Englands etc. habe ich etwas Aehnliches wahrge- 
nommen; man könnte demnach diese schwedischen Stacheln als 

Tylocidaris squamifera 
bezeichnen. 

Tylocidaris Gosae Schlüter. 

Gehäuse noch nicht mit Sicherheit gekannt. Vielleicht ge- 
hören hierher die Gehäuse von Blüten, welche vorläufig und frag- 
lich zu Tylocidaris clavigera gestellt sind, wobei auf deren kleine 
Verschiedenheiten bereits hingewiesen ist 3 ). 



1 ) Hisingeh, Leth. suec. pag. 94, tab. 26, fig. 5 b. 

2 ) Aehnlich wie bei Cidaris Ramondi Leym. Cotteau in Paleont. frane. terr. 
cret. tomc VIT, tab. 107(5, fig. 13, also ähnlich einer Form, welche sich ausnahms- 
weise auch bei Cidaris clavigera finden soll. Vcrgl. Wright, Bril. foss. Echin. 
Cret. Form. tab. V, iig. 15. 

* 3 ) Siehe oben pag. 47. — Bestätigt sich die Verschiedenheit, so dürfto auch 
das bereits oben (pag. 3-1) erwähnte Gehäuse aus der scnonen Kreide von Ven- 
dome, welches Desob (Synöps. pag. 12) zu Cidaris Heberti, Cotteau (Pal. frane. 
I.e. pag. 2i)(), tab. 1071, fig. 1) zu Cidaris clavigera stellt, hierhergehören, indem 
er hervorhebt, dass es sich von den Typen durch on^o Scrobicula und breitere 
Miliärzone unterscheide. 



[125] HI. Cidaridae. 53 

Stacheln, von einfacher Keulenform, klein. Die Länge der 
vorliegenden Exemplare variirt zwischen 10 und 14"""; die Extreme 
der Dicke der Keule zwischen 3 uud 6 l,,m ; das untere Ende 1,5 
Ins "2,5 """ dick. Einige Stücke sind etwas mehr gedrungen, andere 
etwas schlanker. Stachelhals kurz, nicht deutlich gestreift. Stachel- 
knopf' und Ring kaum angedeutet. 

Der Haupttheil des Stachels ist mit sehr kräftigen Rippen 
besetzt, welche nach obeu hin sich durch Einsetzen einiger Rippen 
zu vermehren pflegen. Der Zwischenraum zwischen den Rippen 
ist bisweilen noch geringer, als die Rippen breit, resp. dick sind. 
Die Rippen selbst sind gekörnt. Am Scheitel und an der Basis 
verlieren sich öfter die Rippen und bleiben nur die Körner übrig. 
Die Körnelung der Rippen kommt nicht an allen Exemplaren 
gleichmässig zum Ausdruck. An abgerollten Stücken kann sie 
völlig verschwinden. Bisweilen sind die Rippen höher als breit, 
resp. dick, und durch eiuen etwas breiteren Zwischenraum ge- 
trennt. Die Kerbung der Aussenkante zieht sich dann auf die 
Seiten der Rippen hinab, wodurch diese wie grob crenelirt er- 
scheinen. 

Bemerk. Die Stacheln können nur mit denjenigen von 
Cidaris Hardouini Des. x ) aus den jüngsten Kreideschichten von 
Ciply und Maestricht verglichen werden. Vom ersteren Fnnd- 
pnnkte liegen eine Anzahl Exemplare zum Vergleiche vor. Die 
Kippen bei Cidaris Hardouini treten so sehr zurück, dass Desor 
nur von einer Granulation der Stacheln spricht; Cotteau 2 ) gibt 
;di. dass Granulen sich in Längsreihen ordnen, gegen die Basis 
hin aber zerstreut stehen. 

Im Allgemeinen sind die Stacheln von Cidaris Hardouini 
kleiner, und pflegt die Keule der Stacheln kürzer zu sein. 

Die Stacheln sind bisher gewöhnlich als Cidarü clavigera an- 
gegeben. Vergleiche die Litteraturnotizen oben bei Besprechung 
der ('iiliiri.< clavigera, S. 50. 



') Desor, Synops. des Echin. foss. pag. 35, tab. VI. 

*) Cottkal-, Palcont. franr;. teiT. <:n't. tome VII, pag. 332, tab. H »77. 



54 III. Cidaridae. [126] 

Vorkommen. Es liegen zwei Dutzend Stacheln vor aus der 
»Unteren Quadraten -Kreide«, aus den Schichten mit Inoceramus 
lobatus, Exogyra laci?iiata etc. der Gegend zwischen Adenstedt 
und Gross-Bülten, von Adenstedt bei Peine, und vom Sudmerberge 
bei Goslar, dessen Fuss der Gose-Fluss bespült, und vom Gehrdener- 
Berge südlich Hannover, und vielleicht von Speidorf. 



Tylocidaris vexilifera Schlüter. 

Taf. 17, Fig. 3, 4. 
Gehäuse unbekannt. 

Stacheln. Haupttheil von feigen- oder apfelförmiger Gestalt: 
dick, niedrig, so dass die Höhe mir selten den Durchmesser über- 
trifft, in einzelnen Exemplaren der Durchmesser grösser als die 
Höhe ist; an der Basis gewöhnlich plötzlich verengt, mit abge- 
rundeter Kante ; nach dem Scheitel hin sich verjüngend, aber nie- 
mals zuschärfend. Der zarte Stiel, obwohl immer kürzer wie 
der Haupttheil, kommt wenigstens dessen halbem Durchmesser 
gleich. 

Die untere Partie ist an keinem Exemplare recht gut er- 
halten, aber jedenfalls ist der Stachelkopf nicht besonders verdickt, 
und der Ring nicht besonders hervortretend, die Gelenkfläche aber 
eng und nicht gekerbt. 

Der Scheitel trägt an den besterhaltenen Stücken flügelartige 
Ausbreitungen, wahrscheinlich der Regel nach drei, mit der Nei- 
gung, jede ein- (oder mehr-) mal zu theilen. 

Bisweilen zeigt sich hierneben der Scheitel auch von einer 
weiten, tiefen Oeflhung durchbohrt, womit an einigen Stacheln fast 
jede Spur der Flügel verwischt ist. 

Die Oberfläche des Haupttheils pflegt kleine, runde Granulen 
zu tragen, welche nicht gedrängt und meist unregelmässig stehen, 
sich jedoch nach dem Scheitel hin bisweilen in der Richtung der 
Flügel zu Reihen ordnen und zugleich etwas stärker werden. 
Auf dem Keulen -Stiele werden die Körnchen zarter, und stehen 
mehr genähert. Bisweilen ist die Oberfläche fast glatt. — Der 
Stachelhals unentwickelt und lässt keine Streifung erkennen. 



[127] III. Cidaridae. 55 

Bemerk. Eiue ähnliche plötzliche Verengung der Basis 
zeigen die Stacheln von Cidaris Ramondi Leym. l ) aus dem 
»Senonien« des südwestlichen Frankreich; aber die Stacheln sind 
mehr oder weniger verlängert, ihr Scheitel ist zugeschärft und die 
Oberfläche mit kräftigeren und gedrängt stehenden Granulen be- 
deckt. 

Eine Verwechselung mit anderen Formen, wie Tylocidaris 
oelifera 2 ) und Tylocidaris Soriyneti s ), welche kürzer gestielt, diese 
oben zugeschärft, jene oben gerundet, und kräftiger granulirt sind, 
ist, auch bei nicht erhaltenen Flügeln am Scheitel, nicht zu be- 
fürchten. — Die Stacheln von Tylocidaris clavigera^) zeigen eine 
abweichende Gestalt, und führen gekörnte oder gedornte Rippen. 

Es ist auffallend, dass Abildgaard 5 ) , der bereits sechs 
keulenförmige Stacheln von Stevensklint abbildete, keiner ge- 
flügelten Form gedenkt. Die Stacheln, die Boll 6 ) als Abdrücke 
im Feuerstein fand und Cidaris pomifera nannte, sind vielleicht 
als kleine, ungeflügelte Stacheln unserer Art aufzufassen. 

Die Vermuthung, es möchten diejenigen Stacheln, welche 
CoTTEAU 7 ) neben Cidaris Hardouini und Cidaris peromata als 
Cidaris alata aus der dänischen Kreide aufführte, mit den vor- 
liegenden zusammenfallen, ist bestätigt worden, nachdem Cotteau 
die Gefälligkeit hatte, ein paar Stacheln seiner Cidaris alata zum 
Vergleiche mitzutheilen. 



') Leymekiü, Nouv. type pyreneen. Mem. Soc. Geol. de France, 2 e ser., 
tome I V, pag. 192, tab. 9, fig. 11, 12. — Paleontol. franc. terr. cret. tomo VII, 
tab. 1076. 

2 ) Paleontol. franc. terr. cret. tome VII, tab. 1054, pag. 241. 

3 ) ibid. tab. 1051, pag. 237. 
*) ibid. tab. 1069, tab. 1070. 

5 ) Söebbn Abildgaakd's Beschreibung von Stevensklint (auf der Insel Seeland) 
und dessen natürlichen Merkwürdigkeiten, mit mineralogischen und chemischen 
Betrachtungen erläutert. Aus dem Dänischen übersetzt. Kopenhagen u. Leipzig 
1704, tab. III, fig. 4, pag. 27. Mit Kupfern. 

fi ) E. Boll, Geognosie der deutschen Ostseeländer zwischen Eider und Oder. 
Unter Mitwirkung von G. A. Bbüokkeb. Neubrandenburg 1846, pag. 145; 
tab. II, fig. 3. 

*) Congres internat. d'anthropologie et d'archeologie prehistoriques, session 
de Stockholm, par G. Cotteau. Auxerre 1874, pag. 65. 



56 HI. Cidaridae. [128] 

Diese ältere Bezeichnung von Cotteau, welche übrigens weder 
von einer Beschreibung, noch von einer Abbildung begleitet war, 
hat hier nicht festgehalten werden können, da schon von Agassiz 1 ) 
dem Aelteren eine Art aus der Trias von St. Cassian als Cidai'is 
alata bezeichnet wurde, später Boll einen langen prismatischen 
Stachel aus der Kreide ebenfalls Cidaris alata nannte. 

Vorkommen. Bisher nur aus der baltischen Schreibkreide 
(Schichten mit Belemnitella mucronatd) bekannt. 

Es liegt eine Anzahl Exemplare von Stevensklint auf der 
Insel Seeland 2 ), sowie einige Abdrücke im Feuerstein, wahrschein- 
lich aus dem norddeutschen Diluvium vor. 



x ) L. Agassiz, Descript. des Echinoderm. foss. de la Suisse, part. II, 1S40, 
pag. 74, tab. 21a, fig. 5. 

2 ) Vergl. Puggaaed, Geologie der Insel Moeii. Leipzig 1852, pag. 7. 



[129] HL Cidaridae. 57 



Gatt. Dorocidaris Alex. Agassiz. 
Dorocidaris vesiculosa Goldfuss. 

Taf. 9, Fig. 9; ? 10— 14. 

Taf. 10, Fig. 1, 2. 

Taf. 15, Fig. 9. 

Cidaris vesiculosa Goldfuss, Petrefacta Germaniae, I, 1826, pag. 120. 

I. Gehäuse. 

Goldfuss kannte nur vereinzelte Täfelchen, und auch bis 
heute scheint noch kein vollständiges, ausgewachsenes Gehäuse in 
den Kreideschichten Deutschlands aufgefunden zu sein 1 ). 

Der erste Umstand hat die sichere Deutung sehr erschwert 
und sie wird dadurch noch schwieriger, dass Dorocidaris vesiculosa 
nicht die einzige Art des ersten Fundpunktes, der Tourtia von 
Essen an der Ruhr 2 ) ist. 

Die grössere Mehrzahl 3 ) der von Essen zahlreich vorliegenden 
Coronal-Platten und mehrere Gehäuse-Fragmente, welche minder 



') Das von Gejhttz, Characteristik III, 1342, pag. 89, tab. 22, fig. 1, abge- 
bildete, angeblich aus dem Scaphiten- Pläner von Strehlen stammende Exemplar, 
auch von Cotteal, Wright etc. zu Cklaris vesiculosa citirt, ist später von Gbinitz 
selbst (Eibthalgebirge I, pag. 65) als Cidaris coronata Goldf. aus dem weissen 
Jura angesprochen worden. 

Das von Adolph Römer, Verstein. norddeutsch. Kreidegeb. 1841, pag. 28, 
genannte Gehäuse ist nach gefälliger Mittheilung des Bruders, des Herrn Senator 
II'kvann Römer, vom 26. December 1889, leider verloren gegangen, und fügt 
derselbe bei, dass das Exemplar von ihm selbst damals bei Reihen (zwischen 
Bildesheim und Hannover) aufgefunden sei. Demnach stammte das <!i-h;"i.u.-r. 
Dicht, wie nach der Angabe von Adolph Römbb scheinen könnte, von Essen selbst. 

*) Nicht Roer, nicht Roer wie Cottbao schreibt. 

*) Von einigen wenigen, vereinzelten, seltenen anderen Platten wird noch 
weiter unten die Rede sein. 



58 HL Cidaridae. [130] 

oder mehr vollständige Interambulacralfelder darstellen, denen noch 
die anstossenden Ambnlacralplatten anhaften, gehören zwei ver- 
schiedenen Formen an. 

Bei der einen fällt die Oberfläche der Coronalplatten von 
dem Scrobicularringe rasch ab gegen die vertieft liegenden Nähte, 
wobei diese selbst sehr deutlich sichtbar sind. Die Miliärzone ist 
nicht breit, erheblich schmaler als der Durchmesser der anstossen- 
den grössten Warzenhöfe. 

Bei der zweiten ist die Miliärzone sehr breit, breiter als die 
anstossenden grossen Warzenhöfe, der Abfall der Asseln zu den 
Nähten nicht steil, daher die Miliärzone sanft concav und nicht 
winklig eingesenkt, zugleich sind die Nähte undeutlich. 

Von der ersten liegen Interambulacralfelder von 14 — 22 mra 
Breite vor ; ausserdem vereinzelte Platten bis zu 1 5 mm Breite, 
welche auf Interambulacralfelder von mindestens 30 mm Breite hin- 
weisen, was etwa dem Durchmesser eines Gehäuses von 65 mm 
entspricht. 

Von der zweiten haben die schmälsten vorliegenden Inter- 
ambulacralfelder eine Breite von 15 ram bei einer Höhe des Ge- 
häuses von 25 mm und 4 oder 5 Coronalplatten in einer Colonne, 
wobei die fünfte nur eine verkümmerte Warze und eben solchen 
Warzenhof zeigt, die grösseren eine Breite von 23 mra und eine 
Höhe von ca. 0,28 mm . Ausserdem erreichen vereinzelt vorliegende 
Platten eine Breite bis zu 1 8 mm , was also ca. 36 mm breite Inter- 
ambulacralfelder ergibt, oder einen Durchmesser des Gehäuses von 
etwa 70 ,nm . 

Beider Schalen nicht dick, ihre Innenseite keine Ein- und 
Vorsprünge zeigend wie das Gehäuse von Cidaris velifeva. 

Beide führen im allgemeinen am Umfange des Gehäuses 
6 Granulen- Reihen auf den Ambulacralfeldern , welche sich nach 
dein Peristom hin zu vier Reihen, nach dem Periproct hin zu 
2 Reihen vermindern. Die grössten Gehäuse von No. 2 führen 
acht 1 ) Reihen, in einem Falle auf kurze Erstreckung sogar 



') Das kleine Gehäuse, mit nur 15 mm breiten Interambulacralfeldern, besitzt 
im Allgemeinen nur 4 Reihen, nur an einer ganz, kurzen Stelle über dem Umfange 
der Schale 6 Reihen. 



[131] HI. Cidaridae. 59 

10 Reihen Granulen. Die Granulen einer Querreihe variiren anter 

sich kaum in der Grösse; sie sind etwas kleiner als die Miliär- 
granulen. Zwischen je vier zusammenstossenden Granulen von 
2 Horizontalreihen liegt ein mikroskopisches Körnchen. 

Die Miliärgrannlen nehmen an Grösse gegen den Plattenrand 
nicht, (oder kaum merklich) ab; sie haben das Bestreben sich in 
Reihen zu ordnen, was freilich nur bei No. 2 auf den grösseren 
cnranulirten Flächen deutlicher hervortritt. 

Die Stachelwarzen sind durchbohrt , nicht crenelirt , die 
Warzenhöfe kreisförmig und bei No. 2 auf der oberen Hälfte der 
Schale weit getrennt. 

Anscheinend bilden unter den vorliegenden vereinzelten Platten 
die zu No. 2 gehörigen Platten die Mehrzahl, die zu No. 1 ge- 
hörigen die Minderzahl. 

Legt man gleich grosse Gehäuse neben einander, so fällt der 
Unterschied sehr in die Augen (vergl. tab. 9, fig. 8 und 9). 

Bei ganz kleinen Gehäusen scheint der Unterschied noch 
nicht so scharf ausgeprägt zu sein. Leider liegt nur ein einziges 
ganz jugendliches Gehäuse aus der Tourtia von Essen vor *), 
welches im Besitze des Paläontologischen Museums der Universität 
Berlin sich befindet. 

Seine Maasse sind folgende: 

Höhe des Gehäuses 9 mm 

Durchmesser des Gehäuses . . . 
Durchmesser der Mundfelder 
Durchmesser der Scheitellücke . . 
Breite der Interambulacralfelder 
Breite der Ambulacralfelder . 
Zahl der Interainbulacralasseln . 



1 6,5 mm 

Q mm 
Q nun 

Q nun 

2,5 mm 
3—4 



Zahl der ambulacralen Granulenreihen 4 

Ausser der geringeren Zahl der Coronalplatten fällt auf, dass 
auf der Oberseite des Gehäuses mehrere Warzenkegel an der 
<hm Scheitel zugekehrten Seite eine leichtere Crenelirung zeigen, 

>) Vergl. Taf. 9, Fig. 10—14. 



60 in. Cidaridae. [132] 

was ich an keinem anderen Stücke beobachtet habe. Die Miliär- 
zone, schmaler als die angränzenden grossen Warzenhöfe; nicht 
sanft concav, sondern winklig eingesenkt. Diese letzten Umstände 
deuten auf die erste Form, um aber sicherer in dieser Auffassung 
zu sein, müsste man auch von der zweiten Form solch ein jugend- 
liches Gehäuse vergleichen können. 

Was die von Goldfuss abgebildeten Asseln von Dorocidaris 
vesiculosa anbetrifft, so sind dieselben entweder vom Künstler nicht 
völlig naturgetreu ausgeführt, oder die Originale sind nicht im 
Bonner Museum aufbewahrt. 

Goldfuss gibt 6 Granulen-Reihen auf den Ambulacralfeldern 
an; eins seiner mir vorliegenden Exemplare zeigt 8 Reihen. 

Da GoldfüSS in seiner Beschreibung die Breite der granu- 
lirten Flächen auf den Grossplatten betont, so ist unter seiner 
Cidaris vesiculosa die zweite Form zu verstehen, wozu auch die von 
Goldfuss etikettirten grossen Coronalplatten gehören. 

Infolge des Verhältnisses der Interambulacralfelder wird die 
erste Form ein höheres, die zweite ein breiteres Gehäuse besessen 
haben, und für dieses die Bezeichnung 

Dorocidaris vesiculosa 

festzuhalten sein. Ihr gehört die Mehrzahl der aus der Tourtia 
von Essen vorliegenden Asseln und Stacheln an. 

Von deutschen Vorkommnissen schliessen sich an die so 
characterisirten Gehäuse an die Stücke aus dem cenomanen Pläner 
von Plauen in Sachsen, welche im Dresdener Museum aufbewahrt 
werden und von H. B. Geinitz in seinem letzten Werke: »das 
Elbthalgebirge in Sachsen«, Bd. I, tab. 14, fig. 2, abgebildet sind, 
doch ist (die Genauigkeit der Zeichnung vorausgesetzt) das Inter- 
ambulacralfeld im Verhältuiss zu seiner Höhe etwas schmaler, 
ebenso ist die Miliärzone etwas schmaler, und sind die Nähte 
deutlicher als bei den Stücken von Essen. 

Aus der Kreide Frankreichs sind in der Paläontologie francaise 
drei abweichende Gehäuse unter der Bezeichnung Cidaris vesiculosa 
durch Cotteau abgebildet worden. 

Fig. 3 — (! auf Tafel 1051 ist ein Steinkern von Tylocidaris 
velifera, wie bei Besprechung dieser Art näher dargelegt worden ist. 



[133] in. Cidaridae. Q\ 

Auf Tafel 1050, ebenso in dem Werke über die Echiniden 
des Sarthe-Departements von Cotteau und Triger, tab. 25, sind 
Gehäuse ') dargestellt, von denen es heisst: »ligne suturale des 
plaque* trks-prononcee« (pag. 134). Hierdurch und mit der ver- 
hältnissmässig schmalen Miliärzone schliessen sich diese Gehäuse 
an die erste Form von Essen an. 

Die Fig. 1 auf Tafel 1051 der Paleontologie francaise mit 
8 Reihen deutlicher Granulen am Umfange des Gehäuses anstatt 
6 Reihen, schliesst sich dagegen durch die Breite der Miliärzone 
an die Typen der Cidaris oesiculosa von Essen an, obwohl in der 
Zeichnung die Nähte der Täfelchen deutlicher erscheinen als an 
vorliegenden Originalen. Wenn Cotteau dieselbe als 

»variete de grande taille«. 

im Gegensatze zu der besprochenen ersten Form bezeichnet, so 
kann man dem nicht beipflichten, da von beiden dargelegt wurde, 
dass sie in den verschiedenen vorliegenden Alterszuständen und 
Grössen ihren Character bewahren. Da ohne Zweifel von den 
gleich zu besprechenden und schon benannten Stacheln eine Art 
zu jener ersten Form gehören wird und bestimmt zu hoffen ist, 
dass ein glücklicher Fund die noch ausstehende Belehrung bringen 
wird, so kann man bis dahin jene Gehäuse bezeichnen als: 

Dorocidaris Essenensis 2 ) Schlüter. 

Taf. 9, Fig. 8. 
Taf. 15, Fig. 8. 
Cidaris vesiculosa bei Cotteau zum Theil, Paleont. franc. , tab. 1050, fig. 1 — 4. 
» Cotteau et Tiugek , Echinid. Döpart. de la Sarthe, tab. 25, 

fig. 1 - 4. 



'y tJeber das Gehäuse in Etudes sur les Echin. foss du depart. de l'Yonne, 
(i. Cotteau, »tome I, 1876«, tab. G7, fig. 1, 2, siehe weiter unter Besprechung 
Stacheln von Cidaris vesiculosa. 

Ute Mch eben später ergeben, dass die Stacheln von Oidaris coronoghbus 

zu dieser Art gehören, so würde diese Bezeichung an die Stelle von Cidarw 

i. Es wären alsdann die durch häufigeres Voikommen 

zeichneten 3 Typen von Cidaris in Her Tourtia von Essen nach ihren Ge 

;, und den zugehörigen Stacheln bekannt, nämlich: Cidaris vesKufosa, Oidaris 

. ' idaris '•- lif' ra. 



62 ni. Cidaridae. [134] 

Aus der englischen Kreide wurde Cidaris vesiculosa erst durch 
Wright x ) bekannt. Das Gehäuse, welches derselbe aus dem 
Grey Chalk von Dover abbildet und beschreibt, schliesst sich mit 
seiner breiten Miliärzone an die Typen von Essen. Wenn er 
jedoch die Granulen derselben flach nennt, so trifft das mit den 
Stücken von Essen nicht zu. Der Grund hierin kann wohl kaum 
in der Abnutzung liegen , da Cotteaü 2 ) das Gleiche von fran- 
zösischen Gehäusen angibt. 

II. Stacheln. 
Während, wie bemerkt, vollständige Gehäuse von Cidaris 
vesicidosa in Deutschland noch nicht aufgefunden sind, liegen 
Stacheln in grosser Anzahl, allein aus der Tourtia von Essen 
gegen 3000 Stück, vor. 

Aus diesen ergibt sich zunächst, dass die von GoldfüSS unter 
Fig. 2h, i, k abgebildeten Stacheln anderen Arten angehören, 
nämlich : 

2 h Wahrscheinlich der Phymosoma Goldfussi, 
2i Dorocidaris coronoglobus, 
2 k Tylocidaris velifera. 

Ein Stachel, welcher der Fig. 2f entspräche, ist unter dem 
vorliegenden Material nicht vorhanden; ein solcher findet sich 
auch nicht im Bonner Museum, wahrscheinlich ist die Figur nach 
einem defecten , nicht von Essen , sondern von Regensburg 
stammenden Exemplare entworfen 3 ). 

Zählt man Fig. 2d, e, g zu Dorocidaris vesiculosa, so ergibt 
sich mit dem vorliegenden Material die allgemeine Gestalt 
der Stacheln als cylindrisch, oben abgestutzt, und zwar 



') Wjught, 1. c. tab. III, fig. ], pag. 41 (ohne die Synonyma). 

2 ) Cotteaü, Pal. franc. 1. c. pag. 224. 

3 ) Die Figur ist copirt von Dksor, Synops. Eehin. foss. tab. 5, fig. 2-1; 
ebenso der Stachel Fig. 2 c bei Desor fig. 25, wo jedoch die untere Partie zu 
bauchig ist (wie es weder Goldfuss zeichnet, noch irgend eines der zahlreichen 
vorliegenden Stücke zeigt). Aus der Synopsis (nicht aus der Originaldarstellung 
von Goldfdss!) sind dann beide Bilder mit all den kleinen Differenzen in die 
Paleontol, Franc, terr. cret. tomeVH, tab. 1050, Gig. 10, 11 übergegangen. 



[135] NI. Cidaridae. 63 

entweder etwas verengt 1 ) oder mehr oder weniger krönen artig 
erweitert (circa 300 Exemplare) 2 ). Stacheln mit verjüngter Spitze 
haben sich unter mehreren Tausend Exemplaren nur einige wenige 
gezeigt. Collerette kurz, Knopf wenig entwickelt 3 ). Längsrippen 

l>:ihl feiner, bald gröber, bald mehr, bald weniger zahlreich, daher 
der Zwischenraum bald schmaler, bald breiter als diese. 

Bei weitaus der Mehrzahl dieser vorliegenden Stacheln von 
Besen sind die Rippen glatt, nur ausnahmsweise gekörnt oder 
gedornt. Von letzterer wird noch weiter unten die Rede sein. 

Cotteaü 4 ) bildet als 

( '{Juris unifonnis Sorig. 5 ) 

Stacheln aus dem Cenoman ab, welche er einzig mit Cidaris subvesi- 
culosa vergleicht, die aber vielmehr mit den krönen artig er- 
weiterten Stacheln von Cidaris vesiculosa übereinstimmen. Er gibt 
vnn der Gelenkfacette an: 

» Ugerement creneUe« . 

H;is ist freilich ein Umstand, der sich an den vorliegenden 
Stücken wegen der schlechten Erhaltung des Unterendes im all- 
gemeinen nicht feststellen lässt. Es zeigen jedoch vier Stacheln 
Spuren einer Crenelirung. 

Einzelne Stacheln nähern sich so der erstbezeichneten Form 
von Cü Iuris vesiculosa, dass man sie ohne Wahrnehmung der ge- 
kerbten Facette (vorausgesetzt, dass sie allen diesen Stücken zu- 
kommt) nicht wohl auseinanderhalten kann. Hieraus folgt jedoch 
Dicht, dass mm beide Formen von Stacheln, als durch Ueber- 
gänge verbunden, einer Art angehören. Kommen doch auch 



') VergL Goldposb, Petr. Germ. tab. 11, fig. 2d, 2g; Qdehstbdt, Echröiden, 
Taf. CT. Fig. 136. 

rgL Goldfoss, Petr. Germ. I. c. fig. 2e; Brosk, Lethaea geognostica, 
■. 12b [grössere Exemplare nicht bekannt!); Qübhstbdt, Petrefacten- 
kond : - ti_'. 49. 

*) Das Unterende der vorliegenden Exemplare ist meisl angewittert! ( 

*) PaJeont. fraoe. I. «•. pag.239, tab. L054, fig. 8— 13 und Cocteau, Etadea 

Mir lea Echinidee foss. du departemenl de l'Yonne, b II, pag.217, tab 67, 

■5 

ose. de PEure, L850, pag. 18.) 



64 HI. Cidaridae. [136] 

z. B. bei Dorocidaris coronoglobus einzelne, aber zweifellos zuge- 
hörige Stacheln vor, welche man als einfach cylindrisch bezeichnen 
wird, da die keulenförmige Anschwellung des Oberrandes unge- 
fähr gleich Null ist. 

Sonach mag man — bis bessere, glückliche Funde endgültig 
entscheiden — die gedachten Formen (Goldf., Taf. 40, Fig. 2 e) als 

Cidaris cf. uniformis Sorig. 

bezeichnen. 

Es darf aber hierbei nicht ausser Acht gelassen werden, dass 
die Zusammengehörigkeit mit Cidaris vesiculosa höchst wahrschein- 
lich ist. Auch unter den lebenden Cidariden kennt man Gehäuse, 
bei denen ein Theil der Stacheln oben kronenartig erweitert, ein 
Theil der Stacheln oben zugespitzt ist *) etc. 

Eine geringe Anzahl Stacheln von spindelförmiger Ge- 
stalt, mit meist weniger gedrängt stehenden, aber stärker vor- 
springenden Rippen, welche meist gedornt sind, liegt ebenfalls 
von Essen vor. Sie scheinen sich nicht zu unterscheiden von den 
Stacheln, welche Agassiz 2 ) 1846 (non! Klipstein, non! Römer) als 

Cidaris spinulosa Agass. 

aus dem Cenoman von Le Mans beschrieb, die später 1862 
Cotteau 3 ) abbildete und mit Cidaris vesiculosa vereinte ; es sind 
dies dieselben und einzigen Vorkommnisse aus dem Cenoman von 
Le Mans, welche Cotteau 1859 in der Beschreibung der Echi- 
niden des Sarthe-Departements 4 ) unter gleichem Namen, nämlich 
als Cidaris vesiculosa, zur Darstellung gebracht hatte 5 ). Bis jetzt 



*) Vergl. Dödeklein, Japanische Seeigel. 

2 ) Agassiz et Desok, Catal. rais. des Echinid. Ann. des sciences nat. 3. ser., 
tomeVI, 1846, pag. 330. 

3 ) Paleontol. franc. terr. cret. tomeVII, pag. 223, tab. 1050, fig. 13 — 10. 

4 ) Cotteau, Echinides du departement de la Sarthe, pag. 133, tab. 25, fig. 4. 

5 ) Sehr nahe stehen auch die Stacheln, welche Wright, Brit. foss. Echinid. 
Cret. tab. I, fig. 2, 3, aus dem oberen Gault von Eolkstone als 

( u/aris Oaultiana Forb. 
abbildet. 

Anscheinend gehört auch der bauchige Stachel hierher, den Quenstedt 
(Echinid. pag. 166, tab. G7, fig. 27) von Essen abbildet; violleicht auch die Mehr- 



[137] III. Cidaridae. 65 

ist der Beweis nicht erbracht, dass diese Formen zu der in Rede. 
stehenden Form gehören. Bis dies geschehen, wird man also die 
Bezeichnung 

Cidaris spinulosa Agass. 

aufrecht erhalten müssen. 

In dem Werke Echinides fossiles du departement de V Tonne 1 ) 
bildet CoTTEAD ein mit Stacheln versehenes Gehäuse als Cidaris 
oesiculosa ab, und setzt die gleichen Stacheln, welche er in der 
Paläontologie francaise, 1. c. tab. 1054, II, fig. 9, 10, 11 als 

Cidaris hirudo Sorig. 

bezeichnet hatte, nun ebenfalls zu Cidaris vesicidosa. Stacheln von 
solcher Beschaffenheit sind niemals bei Essen beobachtet worden, 
und ich vermag sie nicht als Cidaris vesiculosa anzuerkennen 2 ). 

Sonach habe ich mich nicht überzeugen können, dass typische 
Stacheln von Dorocidaris vesicidosa in Frankreich gefunden 
seien 3 ). 



zahl der Stücke, welche Geinitz im »Elbthalgebirge« von Plauen abbildet 
(I. pag. 65, tab. 14). Ein typischer Stachel findet sich unter den abgebildeten 
nicht. Auch Quenstedt (Echinid. pag. 169) hegte schon Bedenken gegen die 
Zugehörigkeit der sächsischen Vorkommnisse: »wenn die sächsischen zur gleichen 
Species gehören«, und bezeichnet die beiden von Plauen abgebildeten Stacheln 
als Cidaris cfr. vesiculosa. 

l ) pag. 212, tab. 67, fig. 2. 

3 ) Ebenso wenig wie das von An. Römer, Verstein. d. Kreideform. pag. 28 
tab. 6, fig. 9 als 

Gideon» vesieulosa 
al>gebildete Fragment, welches Cotteau, Pal. franc. 1. c. pag. 223 oben falls unter 
die Synonyma von Cidaris vesieulosa bringt. 

3) Audi Qobhstedt, Echinid. pag. 169, scheint zu dem gleichen Resultate 
gelangt zu sein. Wenn aber Cotteau noch Echin. depart. de la Sarthe, pag. 135, 

rkte: 

rentable Öidarü vesieulosa n'a pas encore iU rencontri en Angleterre«, 
so wird man nach dem oben Erwähnten, diesor Auffassung gegenwartig nicht 
mehr beipflichten können. 

N<mj«. Polge. lieft ',. 5 



66 HI. Cidaridae. [138] 

Dorocidaris coronoglobus Qüenstedt. 

Taf. 10, Fig. 12 — 14. 
Ciclaris coronoglobus Qüenstedt, Echiniden, 1875, pag. 178, tab. 68, fig. 14 — 16. 

Gehäuse unbekannt 1 ). 

Die Stacheln sind characterisirt durch den langen feinge- 
streiften Hals, der durch einen vorspringenden schiefen Wulst 
von dem Haupttheil des Stachels geschieden ist. Dieser schwillt 
nach oben hin mehr oder minder stark (bisweilen kaum wahr- 
nehmbar, bisweilen keulenförmig) an; sein Gipfel ist abgestutzt. 
Dieser Haupttheil ist mit feinen, striemenartigen Längslinien be- 
setzt, welche oben weiter auseinanderstehen als unten, hier aber 
oftmals die Neigung zeigen, sich knotig zu gestalten, und bis- 
weilen Zwischenrippen zwischen sich aufnehmen, welche nach 
oben hin verschwinden. Der Zwischenraum zwischen den Rippen 
ist wenig eingesenkt, ziemlich plan und erweiset sich unter der 
Lupe rauh, während die Rippen selbst glatt sind. 

Das untere Ende der Stacheln ist an allen vorliegenden 
Exemplaren mehr oder minder angewittert. Qüenstedt gibt an, 
»der Gelenkring ist fein gekerbt, und ein Loch in der Gelenk- 
grube deutet auf durchbohrte Warzen«. Unter 150 vorliegenden 
Stacheln lassen nur noch 8 Spuren einer Kerbung erkeunen. 
Könnte man generell von der Beschaffenheit der Gelenkfacette der 
Stacheln auf diejenige der Stachel warzen schliessen, so würden die 
zu den Stacheln gehörigen Asseln noch unbekannt sein, da unter den 
mit vorkommenden sehr zahlreichen Coronalplatten nur zwei mit 
durchbohrten und gekerbten Warzen von mir beobachtet wurden. 

Maasse. Die kürzesten Stacheln haben eine Länge von 
15""". Die längsten Stücke messen 27""". Die Dicke des Oberendes 
der Stacheln ist unabhängig von der Länge. Die dünnsten Stacheln 
sind kaum 2""" im Durchmesser, die stärksten Keulen 5" 1 '", wobei 
dann der Hals 3""". 



') Vielleicht gehören die als Dorocidaris Essenerisis hezeiehnoten Gehäuse 
hierher. 



[139] JH. Cidaridae. 67 

Bemerk. GoldfüSS (pag. 1*20, tab. 11, fig. 2i) kannte be- 
reits «'inen solchen Stachel und vereinte ihn mit seiner Cidaris 
oesiculosa, mit dem er dasselbe Lager theilt. Die angegebenen 
Merkmale lassen die Art, selbst wenn man nur ein Bruchstück 
des Ober- oder Untertheiles vor sich hat, leicht von jener unter- 
scheiden. 

Vorkommen. Die Art ist bis jetzt nur aus der Tourtia 
von Essen bekannt. 

Dorocidaris cf. perornata Forbes. 

Oidarü perornata Pobbbs in Dixon's Geology of Sussex, pag. 339, tab. 25, fig. 8. 
» Wright, Brit. foss. Echinod. Cretac. Format, pag. G'2, tab. 7, 

fig. 3, 4; tab. 7 a, fig. 2. 

Aus dem Uuter-turonen Pläner vom Fleiscber-Camp bei Salz- 
gitter liegen einige Bruchstücke dünner, schlanker Cidariden- 
Stacheln vor, welche durch die entfernt stehenden, in Längsreihen 
geordneten Granuleu, die sich auf undeutlichen Rippen oder Kanten 
erheben, zunächst an Cidaris perornata erinnern. Ihre Oberfläche 
i-t in derselben Weise von feinen Längslinien bedeckt wie vor- 
liegende Stacheln der letzo;enannten Art aus der englischen Kreide. 

Es soll mit dieser Angabe nur die Aufmerksamkeit auf das 
Vorkommen derartiger Stacheln gelenkt werden. 

Durch Quenstedt waren bereits gewisse Stacheln aus der 
Kreide Rügen's zu Cidaris perornata gezogen worden. Dieselben 
LT- -hören zu Cidaris spinosa Boll. 

Auf die Verwandschaft und Verschiedenheit der 
Cidaris Ratisbonnensis Gümb. 
genannten Stacheln aus den »Pulverthurmschichten der Krager- 
höhstuffe« (Seaphiten-Pläner) ist durch GüMBEL 1 ) selbst schon hin- 
gewiesen worden. 

Dorocidaris subvesiculosa dOrbigny 1850. 
Neben Cidaris oesiculosa ist Cidaris -subcesiculosa die aus der 
oberen Kreide Deutschlands am meisten genannte Art der Gattung 



') C. \V. GOmbbl, GreogHOBt. Beschreibung des Königreichs Bayern, tum. II. 
Gotha 1868, | _. 77<i, mit Holzschnitt. 

5* 



68 III. Cidaridae. [140] 

und verdient deshalb eine besondere Besprechung, obwohl mir kein 
zweifelloses deutsches Exemplar vorliegt. — Die von GoldfüSS j ) 
1 826 für eine Art aus der Tourtia von Essen aufgestellte Bezeichnung 
Cidaris vesiculosa war lange Zeit auch für mehr oder minder ähn- 
liche Formen aus dem Turon und Senon angewandt 2 J, bis d'Or- 
bigny 3 ) 1850 die jüngeren Formen Cidaris subvesiculosa nannte 
und Desor 4 ) 1858 die durchaus ungenügende Characteristik 
d'Orbigny's 5 ) in etwas erweiterte und durch Abbildung 6 ) der 
Stacheln ergänzte. Ihnen folgten die eingehenderen, von zahl- 
reicheren Abbildungen begleiteten Besprechungen der Art von 
Cotteau im Jahre 1860 7 ) und besonders 1862 8 ). 



J ) Goldfuss, Petrefacta Germaniae, I, pag. 120, tab. 11, fig. 2a — h. Goldfuss 
kannte nur vereinzelte Asseln, und die von ihm zugezählten Stacheln gehören, 
wie oben (pag. 62) dargelegt, wenigstens vier scharf geschiedenen Arten an. 

2 ) Z.B. von Bronn, Hagenow, Foebes, Quenstedt, Adolph Römer (noch 
1SG5, »die neuesten Fortschritte der Mineralogie und Geognosie«, pag. 43) u. A. 

3 ) d'Orbigny, Prodrome de Paleontologie stratig. tome II, pag. 274. 

4 ) Desor, Synopsis des Echinides fossiles, pag. 13, tab. V, fig. 27. 

5 ) Espece voisine du vesiculosa, mais s'en distinguant par deux au Heu de 
trois rangees de tubercules sur la ligne ambulacraire. 

6 ) Desor citirt ausserdem eine alte Abbildung von Parkinson, Organic Remains, 
tome III, 1811, tab. IV, fig. 3. welche ein unvollständiges Gehäuse mit 3 Inter- 
ambulacralplatten in einer vertikalen Reihe und ein paar Stachel fragmente 
zeigt. 

7 ) Cotteau et Triger, Echinides du departement de la Sarthe, pag. 250, 
tab. 41, fig. 1 — 9. 

8 ) Palaeont. franc. 1. c. pag. 257—265, tab. 1859, 1060 u. 1061 und nochmals 
1876 u. 1878 in den Echinides du departement de l'Yonne, pag. 307 u. 428, tab. 71, 
fig. 1 u. 2; tab. 77, fig. 1. Auch Wright, Brit. foss. Echißod. from the Crcta- 
ceous formations 1863, pag. 57, tab. VII 1, zieht Cidaris subvesiculosa in den Kreis 
der Besprechung, allein schon Cotteau (in seinem Werke über die Echiniden 
des Yonne-Departement, tome II, pag. 312) bemerkt hierzu: » . . mau Je savant 
professeur a commis mir erreur que nous »e pouvons nous expliquer. Tont en 
reproduisant In synonyrnie ijue nous avons donnee de cette espece, il de'crit et 
figure, sous ce meme nom de subvesiculosa, une espece toute diffc- 
r ante, et, ijiii n'est autre ijiie le veritable Cidaris vretosa Mant., parfaitcinent rc- 
connaissabU ä sa face superieure, presgue enti&rement depourvue de gros tubercules.« 
Und zu don Stacheln bemerkt (Wtkau weiter: »Lesradiolesßgu/r&parM.WKlQHi! 
pl. VIII, fig. 2 et 3j appartiennent bien au Cidaris subvesiculosa«, während er 
pag. 440 dieselben Stacheln zu cidaris MerceyiCott. zieht. Vergl. über dieselben 
die Bemerkungen bei Besprechung der Stereocidaris Merceyi. 



[141] III. Cidaridae. 69 

Unter dem Einflüsse der beiden letztgenannten Autoren wird 
Cidaris vesictdosa alsbald auch aus deutschen Kreideabbildungen 
genannt. Herr von Strombeck j ) , sich auf die Synopsis des 
Echinides fossiles stützend, bezieht Interambulacraltafeln und 
Stacheln aus dem mittleren und oberen turonen Pläner nächst 
dem Harze, aus der Quadraten- Kreide von Lüneburg und aus 
der Mucronaten- Kreide der Insel Rügen auf Cidaris vesiculosa, 
versieht aber vorsichtig diese sämmtlichen Vorkommnisse mit einem 
Fragezeichen. 

Mit Bestimmtheit nennt Urban Schlönbach 2 ) Cidaris sub- 
vesiculosa als »nicht selten« aus den Galeriten-Schichten des mitt- 
leren Pläners vom Fleischer -Camp, westlich von Salzgitter und 
Bpricht später 3 ) von einem kleineren und einem grösseren Gehäuse 
ans dem Grünsande der Timmergge. 

Ausser aus Norddeutschland wird die Art auch aus Kreide- 
schichten ßayern's 4 ), Böhmen's 5 ) und Sachsen's 6 ) genannt. Da 



') Ueber die Kreide am Zeltberge bei Lüneburg. Zeitschr. d. Deutsch, geol. 
Ges. 1863, pag. 132 — 134. 

2) »Nach Bestimmungen von Herrn G. Cotteau.« U. Schlönbach: Ueber die 
norddeutschen Galeriten-Schichten. Sitzungsberichte d. k. k. Akad. d. Wissensch. 

I. Abth. Jan. Heft 1868, Sep. pag. 5. 

3 ) U. Schlönbach, Beitrag zur Altersbestimmung des Grünsandes von Rothen- 
felde bei Osnabrück. Neues Jahrb. für Mineral, etc. 1869, Sep. pag. 10. 

4 ) C. W. Gümbel, Beiträge zur Kenntniss der Procän- oder Kreide-Format ion 
im nordwestlichen Böhmen. Abhandl. d. k. bayer. Akad. 1868, pag. 56 (554). 
»Bei Regensburg ziemlich häufig«. Uebereinstimmend bei Priesen. 

5 ) Cotteau (Paleont. franc. 1. c.) bezieht Cidaris papi/lata Reuss (Böhm. Kr. 
tab. 20, fig. 22) auf Cidaris mbvesieulosa. Nach Novak (Stadien an Echinodermen 
der böhm. Kreideform. I. Prag 1887, pag. 15) ist diese Bestimmung irrig, der 
von Rbuss abgebildete Stachel vielmehr auf Cidaris Reussi Gein. zu boziohen. — 
N<>v.\'k setzt aber hinzu: »Cidaris sühn simlosa kommt thatsächlieh, und zwar in 
den Tcplitzer und Iser- Schichten vor«. Ant. Fbic (Studien im Gebiete d. böhm. 
Krrideformation. Archiv der naturwiss. Landesuntersuchung von Böhmen. III. die 

bichten. Frag 1883, pag. 129) gibt das Vorkomme]] von Stacheln an bei 
u&ck und Chotzen, und neuerlich (IV. die Teplitzer Schichten, Prag L889, 
'8) auch vom Ganghofe bei Bilin. II. B. Geiritz, Eibthalgebirge in Sachsen, 

II. 1875, bildet ein Gehäuse als Cidaris subvesiculosa von Hundorf in Böhmen ab. 

II. B. Gaurrrz, 1. c. gibt das Vorkommen von Stacheln (tab. 2, og 
|ihiten-I'läner von Strchlen, südlich Dresden an. 



70 HI. Cidaridae. [142] 

mir, wie schon bemerkt, keine zweifellosen Gehäuse von Cidaris 
subvesiculosa aus der deutschen Kreide vorliegen, dürften einige 
Bemerkungen zu den vorstehenden Angaben gestattet sein. 

Zum Vergleiche dienen einige Gehäuse der französischen 
Kreide von 16 bis 42 mm Durchmesser, welche ich Herrn Arnaud 
und Herrn Cotteau verdanke. 

1. Die einzige Abbildung, welche wir besitzen, gibt 
H. B. Geinitz !) 1. c. nach einem Exemplare aus dem Scaphiten- 
Pläner von Hundorf in Böhmen, welches in der Sammlung der 
Bergakademie zu Freiberg aufbewahrt wird. 

Da die Abbildung des Gehäuses nebst einigen aufliegenden 
Stacheln, nur die Unterseite darstellt, so ist um so mehr zu 
bedauern, dass der Text das Gehäuse nicht näher beschreibt, 
sondern nur allgemein angibt: »das Auszeichnende für Cidaris 
subvesiculosa sind die breiten [?] Tafeln der Zwischenfühlerfelder, 
von welchen 6 — 7 in einer Längsreihe liegen, und die Stacheln«. 

Zufolge der vergrösserten Abbildung eines Theiles von einem 
Ambulacralfelde (lb) besitzt das Gehäuse 8 Granulen in einer 
ambulacralen Querreihe, von denen die inneren Reihen sich 
verdoppeln. Der Text bemerkt: »d'Orbigny hob hervor, dass 
bei Cidaris subvesiculosa nur 2 Reihen Tuberkeln auf eine jede 
Hälfte der Fühlerfelder zu liegen kommen, während nach Cotteau 
auch bei ihr 3 Reihen die vorherrschende Zahl bilden.« 

Diese Angabe stimmt nicht zu der Abbildung. Das Exem- 
plar von Hundorf hat eine Breite von 44 mm , die mir vorliegenden 
französischen Exemplare haben einen Durchmesser von 16 — 42 mm . 
Alle diese Gehäuse zeigen nur 4 Granulen in einer Querreihe. 
Hiermit stimmen die gleichgrossen Exemplare, welche in der 
Paleont. franc. abgebildet sind. Nur ein daselbst abgebildetes, 
noch grösseres Gehäuse 2 ) (von 60 mm Durchmesser) zeigt 6 Reihen 
Granulen. 



') Dio Abbildung ist von Ant. Fmc copirt worden. 

2 ) Cottkau unterscheidet von diesem grossen Gehäuse der Cidaris subvesicu- 
losa mit 9 (einigemale 10) Stachelwarzen in einer Reihe zwei verwandte Gehäuse 
von ähnlichem oder weiterem Umfange als 



[143] 111. CHdaridae. 71 

Während von Desor und Cotteau die Stacheln der Cidarü sub- 
vesiculosa in Uebereinstimmung mit den beigegebenen Abbildungen 
als lang, cylindrisch und zum Theil schlank geschildert werden, 
Beigen die dem Gehäuse von Ilundorf noch anliegenden Primär- 
Stacheln eine ausgesprochen spindelförmige Gestalt. 

Das Verhalten der ambulacralen Granulen- Reihen und der 

Primärstacheln lassen den Beweis nicht als erbracht erscheinen, 
dass das böhmische Gehäuse sich an die französischen Typen der 
Cidaris subvesiculosa anschliesse. 

"2. Was das Vorkommen der Cidaris subvesiculosa im mittleren 
und oberen Pläner der subhereynischen Hügel betrifft, so liegen 



Cidaris perlata Sorig. (70 mm ) und 
Cidaris Vendocinensis Ag. (68 mm ), 
jene mit 9 interanibulacralen Staehelwarzen in einer vertikalen Reihe und 8 
'zuweilen 10) Granulen-Reihen auf dem Ambulacrum. 

Diese besitzt ebenfalls 9 interambulacrale Stachelwarzen in einer vertikalen 
Reihe, aber nur 4 Reihen von Granulen auf dem Ambulacrum. 

Vielleicht wird eine andere Gruppirung dieser Formen erfolgen, sobald man 
von allen dreien die Entwicklungsreihen überblicken kann. Cotteau selbst äusserte 
bereits Bedenken gegen die jetzige. »Ces deux Cidaris, remarquables tun et Fautre 
par la grosseur de leur test, leurs tubercules interambulacraires nombreux et large- 
developpes, offrent assuretnent beaueoup de ressemblance avec les individus de 
grande taille de Cidaris subvesiculosa, et peut-etre, comme nous le divisiom 
deja dans nos Echinides de la Sarthe, arrivera-t-on un jour a les reunir.« 

Vielleicht schliessen sich alsdann diejenigen als Cidaris subvesiculosa be- 
Eeichneten Gehäuse, welche nur 4 Granulenreihen besitzen. Daher an Cidaris 
Vendocinensis, diejenigen mit 6 näher an Cidaris perlata an. Bei dieser Gruppi- 
rung werden auch die Formen mit runden Warzenhöfen sich vielleicht den gleich- 
en Gehäusen mit ovalen Warzenhöfen gegenüberstellen, wie die mit schmalerer 
denen mit breiterer Miliärzone. 

Rücksichtlich jener ist daran zu erinnern, dass Dödbblbib (die Japanischen 
Seeigel I, 18^7, pag. 29) bemerkt: »In den frühesten Stadien sind bei allen Cidar;den 
die Warzenhüfc kreisrund. . . . Die Warzenhöfe sind auch an den aeuentstandenen 
n älterer Exemplare stets kreisrund. Sie nehmen entweder nur geringen 
Antheil am Flächenwachsthum der Platten, dann bleiben sie kreisrund und wer- 
den durch kleinere Wärzchen weit von einander getrennt; oder sie nehmen 
-tens am Höhenwachsthum der Platten lebhaften antheil, dann sind die 
runden Höfe nur durch schmale Brücken getrennt; je nach ihrer Betheilignog 
päteren Breitenwachsthum der Platten, werden sie auch mehr oder weniger 
stark oval. 






72 



III. Cidaridae. 



[144] 



mir eine Anzahl Exemplare vor, auf welche sich diese Angabe 
stützt. 

Alle zeichnen sich durch eine geringere Zahl von Interam- 
bulacralplatten in einer Reihe aus. Ein Theil der Stücke musste 
zu Cidaris Reussi Gein. 2 ) gewiesen werden; ein Theil derselben 
hat Cidaris subhercynica Schlüt. (siehe oben) beigefügt werden 
müssen; während ein übriger Theil unbestimmt bleiben musste. 

Somit habe ich keinen Beweis erlangen können, dass Doro- 
cidaris subvesiculosa sich im subhercynischen Pläner finde. 

3. Von den beiden Gehäusen der Cidaris subvesiculosa aus 
dem turonen Grünsande der Timmer-Egge bei Rothenfelde, deren 
Ueban Schlönbach gedenkt, habe ich das kleinere prüfen können. 

Ich stelle die Maasse desselben hier unter I zusammen, und 
daneben II bis V die Maasse einiger vorliegenden französischen 
Gehäuse der Cidaris subvesiculosa. 





I. 


IL 


III. 


IV. 


V. 


Durchmesser des Ge- 


mm 


mm 


mm 


mm 


mm 


häuses .... 


15,5 


21—23 


27—30 


32—34 


42 


Höhe des Gehäuses . 


9 


15 


18 


22 


27 


Durchmesser des Pe- 












ristoms .... 


8 


8 


11 


— 


c. 16 


Durchmesser der 












Scheitellücke . 


c. 9 


c. 10 


c. 15 


c. 15 


15 


Breite des Interam- 












bulacralfeldes . . 


c. 7 


c. 10 


14 


16 


c. 21 


Breite des Ambula- 












cralfeldes . . . 


c. 2 


c. 2—5,5 


3 


c. 3,5 


4 


Höhe eines primären 












Warzenhofes . . 


3 


4—4,5 


c. 5 


5,5 


6 


Breite eines primären 












Warzenhofes . . 


3 


4—4,5 


c. 5 


5,5 


7 



') Eins derselben ist tab. 14, fig. 8 — 10 abgebildet. — Von dritter Seite war 
dasselbe wegen der langon anliegenden Stacheln als ( 'irfaris perornata Forb. an- 
gesprochen worden. 



[145] in. Cidaridae. 73 

I. IL III. IV. V. 

Zahl der ambulacra- 

lenGrauulenreihen 4 4 4 4 4 

Zahl der Coronalplat- 
ten in einer Reibe 4—5 5—6 5 — 6 5 — 6 7 — 8 

Zahl der arnbulacra- 
len Platten längs 
einer Coronalplatte c. 12 13 c. 17 — ? 14 — 15 

Zu der Zahl der Coronalplatten ist zu bemerken, dass bei dem 
Gehäuse der Timmer-Egge die fünfte Assel ein am Rande des 
Peristoms liegendes verkümmertes Plättchen bildet, und dass, da 
auch die der Scheitellücke zunächst gelegenen Coronalplatten un- 
entwickelt, oder atroph zu sein pflegen, sich in jeder Reihe 
nur 3, (einmal 4) von Warzenhöfen umgebene, entwickelte Stachel- 
warzen finden, während die französischen Gehäuse von circa 
21 — 34 mm Durchmesser wenigstens eine vollkommene Grossplatte 
mehr besitzen. 

Diese geringere Zahl der interambulacralen Grossplatten, im 
Verein mit der erheblichen Weite des Peristoms machen es un- 
wahrscheinlich, dass in dem Gehäuse eine jugendliche Cidaris sub- 
vesiculosa vorliege, vielmehr wahrscheinlich, dass es einer anderen, aus 
gleichem Horizonte bekannten Art angehöre. Da bei den jugend- 
licheu Gehäusen die durchgreifenden Merkmale noch nicht zur Ent- 
wi< kluug gelangt sind, kann bei der noch mangelnden Kenntniss 
des Entwicklungsganges dieser Arten überhaupt noch nicht die 
Species bezeichnet werden, der sie zuzuweisen wäre. 

Vielleicht würde das zweite, grössere, an derselben Localität 
gefundene Gehäuse, von welchem U. Schlönbach meldet, dass es 
sich im Besitze des Herrn Salinen-Inspector Sciiwanecke befinde, 
die dringend erwünschte Belehrung gewähren, wenn dasselbe zu- 
gänglich wäre 1 ). 



') Mehrfach*- briefliche Anfragen haben schliesslich ergeben, dass nach dem 
vor ca. 18 Jahren erfolgten Ableben des Herrn Sobwarbokb, ein Theil der von 
iramelten Petrefacten zerstreut, ein Theil in das Museum nach 
rer gelangt, dieses aber zur Zeit nicht zugänglich sei. 



74 III. Cidaridae. [146] 

Ein paar kleine Bruchstücke von Stacheln aus dem Grün- 
sande der Timmer-Egge scheinen auf Cidaris sceptrifera und Cidaris 
punctillum hinzudeuten. — 

Somit kann an dieser Stelle das Vorkommen der vielge- 
nannten Cidaris sitbvesiculosa in der deutschen Kreide noch nicht 
bestätigt werden. 



Dorocidaris cf. hirudo Sorignet 1 850 *). 

Cidaris hirudo Soriq. Cotteau, Paleont. franQ. terr. cret. tome VII, pag. 244, 

tab. 1054 2 , fig. 6 — 16. 

Bei der letzten Besprechung 2 ) von Cidaris hirudo bemerkt 
Cotteau : 

»Sous le nom de Cidaris pseudo hirudo 3 ), nous avons 

separe de cette espe.ce des radioles subfusiformes recueillis dans 

la craie blanche de Meudon [mit Belemnitella mucronata]; 

ils ne dijferent de Pespece qui nous occupe que par leur tige 

plus sensiblement renflee au ruilieu et couverte de cötes plus 

epaisses et encore moins granuleuses« 

und nennt alsdann Cidaris hirudo aus der Craie ä Belemnitella 

quadrata von Paron, und Craie ä micraster cor anguinum von Sens 4 ). 

Die vorliegenden norddeutschen Stacheln sind theils mehr 

cylindrisch, theils mehr spindelförmig; ihre schwachen Rippen 

lassen keine Granulation bemerken. Ich vermag sie nicht von den 

Varietäten zu trennen, welche Cotteau selbst zu Cidaris hirudo 

zählt 5 ), und sie bieten bei ihrer nicht vollkommenen Erhaltung 



1 ) Sorignet, Ours. foss. de l'Eure, pag 17. 

2 ) Cotteau, Etud. sur los Echinid. foss. du depart. de l'Yonnc, toire II, 
1878, pag. 442. 

3 ) Cotteau, Paleont. franQ. 1. e. pag. 314, tab. 1066, fig. 10—15. 

') In der Paleontol. franQ. 1. c. pag. 246 wird < idaris hirudo auch aus ceno- 
manen Schichten aufgeführt. 

f) ) »Li* radioles de cette esphce pr&entent plusieurs variet4s: leur forme est 
plus im moins allongie, />/u.\ ou moins renflee au milieii; /cur surfave tan tot est 
garnie de cdtes flnes, serrees, presgue lisses] tantot ces cötes s'espacent, etparaissent 
plus saillantea et plus grawuleuses<« Cotteau, Paleont. franc. 1. c. pag. 245. 



[ 1 -1 7 | HI. Cidaridao. 75 

keine Bandhabe, das Verhältniss zu Cidaris pseudokirudo zu er- 
örtern, zu der sie, falls die Art sicher begründet, gehören könnten. 

Sonach lassen sich die Stacheln zur Zeit nur als 
Dorocidaris of. hirudo Sorig. 
bezeichnen. 

Was das Gehäuse betrifft, so war schon durch Forbes 1 ) ein 
von Stacheln bedecktes Gehäuse mit der Bezeichnung 

Cidaris sceptrifera var. spinis truncatis 

abgebildet worden, welches alsdann von Wright 2 ) unter Begleitung 
verschiedener neuer Abbildungen 3 ) auf Cidaris hirudo Sorig. bezogen 
wurde, der er auch Cidaris sulcata Forb. 4 ) als synonym bei- 
fügte. 

Die Ainbulacralfelder führen am Aequator 6 Reihen von 
Granulen, deren Zahl sich gegen Mund und After hin vermindert. 
In jeder Querreihe nimmt die Grösse der Granulen gegen die 
Längsnaht des Feldes hin ab. — Die Ainbulacralfelder führen 5 
oder fi Platten in jeder vertikalen Reihe. Areolen massig gross 
und eingesenkt, Rand vorragend und besetzt von einem Kreise 
mamelonirter Granulen; Stachelwarzen massig gross, durchbohrt, 
nicht crenelirt. Miliärzone massig breit, in der Mitte eingesenkt, 
bedeckt mit gleich grossen, ziemlich gedrängt stehenden Tu- 
berkeln. 

Einige, mit unseren Stacheln an gleicher Fundstelle aufge- 
lesene, theils vereinzelte, theils mehrere noch im Zusammenhange 
befindliche Platten, schliessen sich ohne Schwierigkeit an. Zu 
grösserer Sicherheit der Bestimmung würde dienen, wenn höher 
im Gehäuse gelegene Asseln zeigten, dass die Scrobicularringe 
weiter auseinander treten, so dass Miliärgranulen sich reichlich 
zwischenschieben könnten. 



') Fobbu in Dixon, Geology of Sussox, pag. 338, tab. 25, fig. 32, 33. 

höht, l'.ritish fossil Echinodermata from the Cretac. Format, pag. 64, 

taK. IX u. X 

J Welche anscheinend nicht alle zu der Art gehören. 

' Pobbu in Ifouaia Catalog. of Brit. Foas. 2. edit., pag. 75. 

Woodwabd, Meni. of Geol. Survey. Decade V, Tafelerkl. tat). V. 



76 



III. Cidaridae. 



[148] 



Vorkommen. Die Stacheln und Asseln fanden sich in den 
untersenonen Schichten von Adenstedt und Bülten bei Peine in 
Hannover. 

Originale im Museum zu Bonn. 



Dorocidaris cf. pseudopistilluin Cotteau. 

Gidaris stemmacantha Ad. Römer 1841. 
» pistillum Quenstkdt 1852. 
» pseudopistilluin Cotteau 1860. 

Aus jüngeren Kreidebildungen Norddeutschlands, sowohl aus 
der obersenonen Kreide der Insel Rügen, wie aus den unter- 
senonen Schichten von Gehrden (südlich von Hannover) etc. sind 
seit langer Zeit Cidariden-Stacheln mit kronenförmig erweitertem 
oberem Ende bekannt. 

Adolph Römer *) fasste beide zusammen : 

»Stacheln walzenförmig oder vielseitig, am Scheitel zu 
einem Trichter mit gezähntem Rande erweitert und aussen 
mit 10 bis 12 sehr dünnen, spitzknotigen oder gezähnten 
Längslinien, welche flache, viel breitere Zwischenräume 
haben« 
und nannte sie 

Cidaris stemmacantha Agass. 2 ), 
eine Art aus dem Tertiär von Chaux- de -Fonds, auf deren Ver- 
schiedenheit von den Rügener Stacheln schon Quenstedt 3 ) hin- 
wies und für sie deshalb den neuen Namen 

Cidaris pistillum Quenst. 
aufstellte. 



x ) Adolph Römeb, Verstein. norddeutsch. Kreidegebirge 1841, pag. 29, tab. VI, 
fig. 6. 

2 ) Agassiz, Catal. Ectyp. foss. mus. neoc. 1840, pag. 10. — Agassiz, Descript. 
des Kehin. foss. de la Suisse, TT, 1840, pag. 73, pl. 21a, fig. 4. — de Loriol, 
Echin. Tort, de la Suisse (Mem. Sno. pale.ont. Suisse) 1875, pag. 15 stellt Cidaris 
stemmacantha Ag. unter die Synonyma von CHdaris avenionensis Desmoulins 1837 
(Tableau <I<sh Echinides pag. 336). 

3 ) Quensti.iu, Handbuch d. Petrefactenkund.e 1852, pag. 578, tab. li), fig. 20. 



[149] IN. Cidaridae. 77 

Qdbnstedt x ) kannte auch bei der zweiten Besprechung das 
Vorkommen von Gehrden nicht. Auch die Charakteristik von 
A.D. RÖMER scheint nur auf den Stacheln von Rügen zu fassen, 
denn sie passt nicht auf die Stacheln des Untersenon von 
Gehrden etc., welche weder »vielseitig« sind, noch »zwischen den 
gezähnten Längslinien viel breitere Zwischenräume« führen. 

Einen Theil dieser Formen von Rügen mit eckigen Stacheln 
sonderte Desor unter der Bezeichnung 

( 'idaris Hagenowi Desor 2 ) 
ab, behielt aber die Bezeichnung Cidaris pistillum Quenst. für 
cylindrische Stacheln von Rügen und auch von Gehrden bei 3 ). 

Darauf wurden durch Cotteau 4 ) gewisse Stacheln ans der 
französischen Kreide, und zwar aus den Schichten mit Ostrea 
auricttlaris von Saint -Paterne und Villedieu ebenfalls als Cidaris 
pistillum Quenst. angesprochen, aber später, nachdem er durch 
Mn iielix eine Anzahl Original -Exemplare der Cidaris pistillum 
Quenst. aus dem Obersenou der Insel Rügen zum Vergleiche er- 
halt' n hatte, für verschieden 5 ) erkannt, und nun die französischen 
Stacheln 



') Qdbnstedt, Petrefactenkunde Deutschlands, tom. III, Echiniden, 1875, 
pag. 184, tab. 68, fig. 31 — 33. 

*) Dksor, Synops. Echin. foss. 1858, pag. 32, tab. V, fig. 16. »Radiole <■;/- 
Undriqve, garni de granules en se'ries plus ou moins regulieres. Sommet 6taU en 
{■■IHK de corolle, quelque fois avec un bouton au milieu«. 

•*) 1. c. pag. 32. »Radiole prismatique avec des granules ou dentelures sur les 

Sommet etale en forme de jjanac/ie anguleux«. 

4 ) Cotteaü et Triqbb, Echinid. du departem. de la Sartlie, 1860, pag. 255, 

tab. 11. ti#. 10 — 12: »Radiole grele, allonge, cylindrique, orni d'epines aceries, 

. disposees en series longitudinales tres regulieres. Au summet du radiole, 

ont remplacees pur des eotes saillantes qui s'e'talent en forme de '■neu//,' 

in, bouton plus ou moins proeminent au centre. Collerette assez longue, 

,i;,tu„t, . finement et longitudinalement striee. Bouton developp4; anneau saillant, 

marqui de siüons apparents, faeeite articulain nun ere'nele* . 

1 in ad, 1. c. pag. 383 characterisirt ( Marü pistillum Quenst. von Rüg 
tige, 'in Heu d'etre garnie d'epines longues, acere'es et inegales, est pourvue 
</. pustules arrondis, homogenes qui se prolongent. sur les bords dt la coroüe ter- 
minale, en series longitudinales tres regulierest. Ausführlicher in Paleont. franc. 

La pag. 302. Daselbst auch Abbildung tab. 1060, fig. 3 -9 und Qua« 

tab. 68, ßg. 31—33. 



78 HI. Cidaridae. [150] 

Cidaris pseudopistillum Cotteau 1 ) 

genannt und auf Grund eines umfangreicheren Materials zugleich 

die Beschreibung berichtigt und erweitert 2 ) : 

»Stacheln schlank, cylindrisch, mehr oder weniger ver- 
längert, besetzt mit sehr kräftigen, zugeschärften, un- 
gleichen, oft comprimirten Dornen, welche in mehr oder 
weniger regelmässigen Reihen geordnet sind. Am Scheitel 
der Stacheln sind diese Dornen ersetzt durch vorspringende 
Rippen, welche sich ausbreiten in Form einer Blumen- 
krone. Bisweilen ist das Centrum glatt, bisweilen stellt 
es einen vorragenden Knopf dar. Meistens sind die 
Dornen auf der ganzen Oberfläche des Stieles vertheilt, 
zuweilen jedoch zeigen sie sich nur auf der einen Seite 
des Stieles; die entgegengesetzte Seite ist nur bedeckt 
von Granulen-artigen ungleichen Rauhigkeiten, gewöhnlich 
geordnet in linearen Reihen. Hals ziemlich lang, fein 
gestreift. Knopf entwickelt, Ring vorspringend. Gelenk- 
facette nicht crenelirt. 

Die Stacheln bilden zahlreiche Varietäten in ihrer 
Gestalt, in der Form und der Stellung ihrer Dornen, ohne 
Zweifel je nach der Stelle, welche sie auf dem Gehäuse 
einnehmen. Die weniger langen Exemplare scheinen mit 
stärkeren Dornen besetzt und zeigeu an ihrem Scheitel 
eine grössere Krone. Bei einigen Exemplaren ist die 
Krone nur rudimentär; oft sogar scheint sie gänzlich ver- 
schwunden.« 

Die von Adolph Römer aus der untersenonen Kreide der 
subhercynischen Hügel als Cidaris stemmacantha bezeichneten 
Stacheln haben auf den ersten Anblick grosse Aehnlichkeit mit 
den zahlreichen von Cotteau aus der französischen Kreide 1. c. 
abgebildeten Stacheln von 

Cidaris pseudopistillum : 



1 ) Cotteau, 1. c. Supplement 18(il), pag. 383. 

2 ) Paloont. frany. terr. cröt. tome VII, pag. 293, tab. 1073, fig. 1 



l 



[151] PI. Cidaridae. 79 

theils kurze 1 ), theils lauge Stacheln, mehr oder minder sehlauk, in 
einer Krone endend, reich mit Dornen besetzt, bis zum massig 
langen Halse, der einem wenig entwickelten Knopfe folgt. 

In diesen Umständen stimmen beide Stacheln überein. Die 
subhercynischeu Stacheln aber weichen meist dadurch ab, dass sie 
über dorn Halse mehr oder minder anschwellen, daher ihre Gestalt 
(von der Krone abgesehen) im allgemeinen mehr etwas spindel- 
förmig als eylindrisch erscheint; dass kein Exemplar so lange 
(und dicke) Dornen trägt, wie sie bei den französischen gefunden 
werden, dass die Dornen immer in Längsreihen geordnet sind, 
dass sie immer gedrängt stehen, während die französischen nur 
hin und wieder Längsreihen führen, manchmal dagegen ohne 
Regel an dem einen Stücke nahe, an dem andern sehr entfernt 
stehende Dornen führen, (wie auch vorliegende Exemplare darthun, 
die ich Herrn Cotteau selbst verdanke) 

Die Dornen der deutschen Stücke sind ebenfalls von ver- 
schiedener Grösse; im allgemeinen plump, kurz aber spitz, und 
auch die in derselben Reihe folgenden öfters von ungleicher Grösse, 
da ausserdem ihre Spitzen bisweilen nach verschiedeneu Seiten ge- 
richtet sind, gewähren sie manchmal den Anblick von ungeord- 
neter Stellung. Durch die halbspindelförmige Gestalt und den 
Anblick der Bedornung erinnern die Stacheln (die der Krone ent- 
behren 2 ) sehr an 

( 'idaris Ldgeniemis Cott. 3 ) 
in- dem Turon, Zone des Inoceramus problematicus {Jnoceramus 
mytiloidea), deren Ende sich zwar sternförmig gestaltet, aber nicht 



') Diese kurzen Stacheln stehen sehr nahe der 
Cidaris Raulini Cott. 
nid. des Pyrcnces, 1863, pag. 78) und 

Cotteau, Echinides nouveaux ou />eu connus 
■ ■■ et magazin de Zoologie. Juin-Aout 1863], pag. SD, tat). 12, fig. 11 — 16, 
welche in den Nammuliten-Schichten von Cazerdit, südlich Dax (Landes) häufig. 
*) Es liegen meist nur untere oder obere Hälften vor, abgesehen von den 
kurzf:i) Exemplaren. 

;n.\i et Tkioeb, Kchinid. du depart. de la Sarthe, pag. 220 u. 374, 
36, hg. 1 — 3, tab. 39, fig. 7 — 9.— Cottbao, Paleontol. franc. I.e. pag. 247, 
tat.. 1055, fig. 3—11. 



80 m. Cidaridae. [152] 

kronenförmig erweitert, und deren Dornen im allgemeinen regellos 
stehen. 

Ein Gehäuse von Cidaris pseudopistillum ist erst neuerlich 
durch Aenaud im Senon von Meschers (Charente inferieure) mit 
ansitzendem Stachel aufgefunden und durch Cotteau 1 ) abgebildet 
und beschrieben worden. 

Einige vereinzelte 2 ) Interambulacralplatten , welche mit den 
deutschen Stacheln gefunden sind, schliessen sich durch den Um- 
stand, dass auf der breiten Miliärzone die Granulen sich in Reihen 
ordnen, welche durch kleine Furchen getrennt werden, ziemlich 
gut an das Vorkommen von Meschers an. Da diese Erscheinung 
auch andere Arten der oberen Kreide zeigen, wird die Deutung 
erst dann mehr Sicherheit gewinnen, wenn man wenigstens auch 
die zugehörigen Ambulacralfelder kennt. 

Bis weiteres Material, besonders an den leichter zu erlangenden 
Stacheln, die Zugehörigkeit zu Cidaris pseudopistillum mehr er- 
weiset, oder die Verschiedenheit 3 ) bestimmter darthut, wird man 
die deutschen Vorkommnisse nur bezeichnen können als 
Cidaris cf. pseudopistillum Cott. 

Vorkommen. 

Es liegen Stacheln aus dem Unter- Senon: 

I. aus dem subhercynischen Hügellande, von Gehrden, aus 

der Gegend zwischen Bülten und Adenstedt, vom Sud- 

merberg bei Goslar, von Heneckens- Mühle bei Ocker 

am Sudmerberg, 
II. aus Westfalen, vom Hofe Althof in der Bauerschaft 

Flamsche bei Coesfeld 4 ), 

Asseln von Bülten vor. 
Originale im Museum zu Bonn. 



') Cotteau, Kcbinides jurassiqucs, erctaces, Eocenes du sud-ouest de la France. 
(Akademie de Belles-Lettres, Sciences et Arts de la Rochelle). La Rochelle 1883, 
pag. 12, tab. II, fig. 11 — 13. 

2 ) Andere Platten deuten auf andere Species. 

3 ) Bestätigt sich dieselbe, so könnte man jene nach dem ersten Fundpunkte als 

l 'irlaris Gt'linleneiixix 
bezeichnen. 

4 ) Diese westfälischen Stacheln aus der Zone dos Scwphites hinodo&us sind 
schlanker, mehr cylindrisch und zierlicher gebaut als die subhercynischen. 



[153] ITT. Cidaridae. 81 

Dorocidaris Herthae Schlüter. 

Taf. 16, Fig. 1—4. 
M aasse. 

Höhe des Gehäuses 27—28 """ 

Durchmesser des Gehäuses 47 » 

Durchmesser des Peristoms . . . . e. 17 » 

Durchmesser des Scheitelschildes .... — 

Gr. Br. d. Interambulacralfeldes .... 23 » 

Durchmessser eiues grössteu Warzenhofes 8 » 

Gr. Br. d. Ambulacralfeldes 5 » 

Gr. Br. d. Poreugänge 3 » 

Gr. Br. d. Interporiferenzoue 1 » 

Gehäuse von mittlerer Grösse, von kreisförmigem Querschnitt, 
ziemlich hoch, gebläht, unten abgeplattet, oben anscheinend leicht 
convex. 

Scheitellücke grösser als Mundlücke, diese etwa gleich J /3 des 
Gehäuse -Durchmessers, die Weite der ersteren wegen Schalen- 
defectes nicht genauer bestimmbar. 

Ambulacralfelder etwas eingesenkt, wellig; Mittelnaht 
nicht vertieft. Porengänge deprimirt, Poren rundlich, genähert, die 
innere Pore grösser als die äussere; Porenpaare schräg gestellt, cin- 
ander sehr genähert, durch eine niedrige Leiste getrennt. Enter- 
poriferenzone plan, dicht gepflastert mit Granulen 1 ). Jede äussere, 
'l'H Porengängen zunächst gelegene Vertikalreihe wird von etwas 
grösseren, mamelonirten Granulen gebildet, deren Ausdehnung 
der Höhe der Plättchen entspricht. Die zwischen diesen beiden 
Reihen gelegenen Granulen sind kleiner, zahlreich; 5 bis 6 auf 
jedem Plättchen, zuweilen noch ein Körnchen zwischen ihnen. Im 
allgemeinen sind sie unregelmässig gestellt, bisweilen aber macht 
sich eine Gruppirung bemerkbar. Es zeigen sieh dann drei Paare 
kleiner Granulen auf jedem Ambulacralplättchen -). 

'/ Durrli diese beiden Umstände an die [nterporiferenzone von Oidaris veüfera 
erinnernd. 

•, aehnlicfa wie bei Oidarü Daruperuü, bei der jedoch die Mediannaht des 
Ambnlacralfeldes >iugesenkt ist. 

• . Heft 5. 6 



82 III. Cidaridae. [154] 

Die Iuterambulacralfelder besitzen in jeder Colonne fünf 
Platten mit kräftigen, durchbohrten, nicht crenelirten Stachelwarzen, 
welche von einem vertieften Warzenhofe umgeben sind. Ueber 
diesen Asseln, dem Scheitelschilde zunächst (wenigstens bisweilen x ), 
noch eine Blindassel mit verkümmerter Warze im Warzenhofe, 
also im Ganzen sechs Platten. 

Die grossen Warzenhöfe nehmen mitsammt den Stachel warzen 
langsam und gleichmässig an Ausdehnung zu. Sie sind kreisrund 
bis leicht elliptisch; völlig getrennt, in der Nähe des Peristoms 
nur durch den Scrobicularring, höher auch durch sich zwischen- 
schiebende Miliärpranulen. Scrobicularrino- aus deutlich maine- 
lonirten, flachen, geneigt stehenden Sekundärwärzchen gebildet. 
Miliar- und Seitenzone massig breit, bedeckt von gedrängt stehenden 
Granulen, welche hin und wieder ein Körnchen zwischen sich 
nehmen. Eine Neigung der Granulen, sich in Reihen zu ordnen, 
tritt nicht deutlich hervor. 

Die Platten erscheinen etwas gewölbt, indem sie sich leicht, 
besonders gegen die vertikale Mediannaht einsenken. 

In der Mundlücke Hessen sich die Auricula biossiegen. Sie 
werden aus unverbundenen, stark rückgelehnten Pfeilern gebildet, 
welche so breit wie hoch, oder etwas höher eine quadratische oder 
oblonge Form haben. 

Scheitelschild unbekannt. Stacheln unbekannt. 

Bemerk. Im Gesammthabitus erinnert Cidaris Herihae wohl 
zunächst au gewisse, in der Kreide von Royan nicht seltene Ci- 
dariden-Gehäuse, welche mit dem Namen Cidaris sceptrifera Mant. 2 ) 
bezeichnet worden sind. 

Diese sind im Verhältniss zur Höhe niedriger; sie pflegen 
eine Interambulacraltafel woniger in der Colonne zu besitzen. 
Die Warzenhöfe verhältnissmässig grösser, und zugleich Miliär- 
und Seitenzone schmaler; die grossen Platten nicht oder kaum 



') Da der obere Rand der Corona grösstenteils abgebrochen ist, so lässt 
sii-li nur noch an zwei Stellen eine Biindaesel direkt beobachten. 

'-') Vergl. über diese Benennung nlien die Bemerkungen liei ('iilttri* scrjtlrifera, 
pag. 110. 



[155] TTT. Gidaridae. 83 

wahrnehmbar gegen die Nähte eingesenkt. Ebenso die Ambula- 
cralfelder nicht oder doch kaum deprimirt, nur die Porengänge 
vertieft liegend. Auf der Interporiferenzone liegen jederseits 2 
deutlich ausgeprägte Reihen von Granulen. Die beiden, ausserdem 
Doch vorhandenen inneren Reihen sind nur bisweilen deutlich 
regelmässig l ), andere sind unregelmässig, indem eine Granul in 
zwei zerfällt, oder eine etwas kleinere neben sich nimmt. 

Auch die grossen, von den französischen Typen Cotteau's 
si'hr abweichenden, von Wriüht unter demselben Namen 2 ) ab- 
gebildeten Gehäuse zeigen keine näheren Beziehungen. 

( 'idaris subvesiculosa d'Orb. unterscheidet sich bei gleicher 
Grösse 8 ) der Gehäuse durch zahlreichere, und daher kleinere 
Coronal-Platten in je einer Colonne und ebenfalls durch abweichende 
Granulation der Ambulacralfelder. 

Cidaris serrata Des. 4 ) aus Schichten gleichen Alters von 

Mi ml. m bei Paris, welche von Desor mit Cidaris sceptrifera, von 

COTTEAC mit Cidaris subvesiculosa verglichen wurde, ist zierlicher 

nit, besitzt ein erheblich höheres Gehäuse, und engere 

Warzenhöfe: 

Cidaris Herthae Oidaris serrata 5 ) 

Höhe des Gehäuses 27 25 """ 

Breite des Interambulacralfeldes ... 23 17 » 

Durchmesser eines grössten Warzenhofes 8 5 » 

Zahl der Asselu iu einer Colonne . . 5 — 6 5—6 

Was die Granulen der fast geraden, wenig gewellten Am- 
bulacral-Felder von Cidaris xerrata betrifft, so liegt eine Vertikal- 



l ) In diesem Falle trägt ein Ambulacralplättchen 3, eine Querreihe bildende 
Granulen, welche gegen die Mittelnaht hin langsam an Grösse abnehmen. 
*) Siehe hierüber oben. 
*) Es liegt ein solches Exemplar aus der französischen Kreide, welches ich 

Fälligkeit des Herrn Cottkaü verdanke, vor. 
; Dbbob, Syn des Echinides fossiles, pag. 450. — Cotteaü, Paleontol. franc. 
t.rr. < r.'t. tome VII, pag. 306, tab. 1074, iig. 1 — 11.— NB. die Species-Bezeich- 
dorcfa ';ine andere ersetzt werden, da ans den Nummuliien-Schichten 
Biaritz bereits eine Oidaris serrata d'Arch. beschrieben ist. Vergl. A«.\ rz 
raison u-'- des Ivliinides, 1. c. p 
M vorliegenden Exemplars von Mendon. 

6* 



84 HI. Cidaridae. [156] 

reihe grösserer, mamelonirter Granulen jederseits. Diesen folgen 
nach dem Inneren des Feldes kleinere regellos gestellte Granulen, 
2 — 4 auf einem Plättchen, so dass in der Granulation der Am- 
bulacralfelder eine Aehnlichkeit mit Cidaris Herthae sich darthut. 

Cotteau kennt Cidaris serrata nur von Meudon. Desor aber 
nennt sie ausserdem auch von Rügen. Mir selbst ist kein Ge- 
häuse von Rügen bekannt, welches als Cidaris serrata angesprochen 
werden könnte. Dagegen liegen ein paar unvollständige Stacheln 
von Rügen vor, welche sich unschwer auf Cidaris serrata beziehen 
lassen. 

Vorkommen. Dorocidaris Herthae fand sich in der Schreib- 
kreide der Insel Rügen, welche durch Belemnitella mucronata 
characterisirt ist. 

Das abgebildete, fast vollständige Gehäuse befindet sich im 
Museum der Universität zu Breslau 1 ). 



Dorocidaris pistillum, Quenstedt 1852. 

Cidaris stemmacantha (non Agass.) Adolph Kömer 1S41, Verstein. d. norddeutsch. 
Kreidegebirges, pag. 29, z. Th., tab. VI, fig. 6. 
» » Boll, Geognosie d. deutsch. Ostsee-Länder 1846, pag. 146, 

tab. II, fig. 5. 
» pistillum Quenstedt, Handbuch der Petrefactenkunde 1852, fig. 577, 

tab. 49, fig. 20. 
» » Desor, Synops. Echinid. foss. 1855, pag. 32, tab. V, fig. 17 — 19. 

» » Cotteau, Paleont. frane. terr. cret. tomeVII, 1862, pag. 302, 

tab. 1066, fig. 3 — 9. 
» » Quenstedt, Petrefactenkunde Deutschlands, Echiuiden 1875, 

pag. 184, tab. 68, fig. 31. 



*) Tm Museum der Universität zu Göttingen wird ein etwas verdrückter 
Feuersteinkorn einer Cidaris von 60 """ Durchmesser, der von der Insel Rügen 
stammen soll, aufbewahrt. Es ist ein Rollstück, an dem noch einige Spuren der 
Schale haften. Auch liier 6 Interambulacralasseln in einer Colonne; aber die 
Warzenhöfe enger als bei Cidaris Herthae; dagegen Miliar- und Soitenzone viel 
breiter. Anscheinend besitzen diese Platten rundliche Eindrücke. In diesem 
Falle würde die Gattung Temnocidaris vorliegen. Die Schalen -Verhältnisse ent- 
Bprechen etwa denjenigen von '/'. Baylei Cott. Pal. Franc. I. o. pag. 359, tab. 10S7. 
Vielleicht ist es ein Geschiebe aus jüngsten baltischen Kreide -Schichten, der- 
gleichen auf Rügen anstellend nicht gekannt sind. 



[157] HL Cidaridae. 85 

Gehäuse unbekannt. 

Stacheln verlängert, subcyl indrisch, bisweilen comprimirt, 
besetzt von kleinen, spitzen, gleichen Granulen, welche, entfernt 
stehend, bisweilen zerstreut, bisweilen in ziemlich regelmässige 
Längsreihen geordnet sind. Gegen den Scheitel hin verbreitern 
>ieh die Stacheln beträchtlich, und bilden eine oft sehr breite Krone 
mit gezähneltem Rande, granulirtem Inneren, und in der Mitte 
einen mehr oder weniger vorspringenden Knopf zeigend. Der 
Zwischenraum zwischen den Granulen erscheint glatt, aber er ist 
bedeckt von sehr feinen Längsreifen, welche nur unter einer 
starken Lupe sichtbar sind. Collerette lang, bestimmt. Knopf 
ziemlich entwickelt, versehen mit stärkeren Striemen als das Col- 
lerette, Artikular -Facette nicht crenelirt. 

Diese Beschreibung Cotteau's stützt sich auf Stacheln von 
der Insel Rügen, welche sich in der Sammlung des Herrn Miciielin 
befinden. Die geringen, mir vorliegenden Fragmente gestatten 
keine weitere Erläuterung. Leider gestatten sie auch kein be- 
stimmtes Urtheil über das Verhältniss dieser runden Stacheln zu 
< 'idarü spinosus Boll und der eben erwähnten comprimirten Stücke 
zu Rhabdoddarü cf. cometes Boll. sp. 

Vorkommen. Die Stacheln sind nur bekannt aus der Schreib- 
kreide mit BelemniteUa mucronata der Insel Rügen. 



86 HI. Cidaridae. [158] 



Gatt. Stereocidaris Pomel 1883. 
Stereocidaris cf. Carteri Forbes. 

Taf. 10, Fig. 3 — 6. 

Cidaris Carteri Forbes, Memoirs of the Geol. Survey. Decade V, 1854, tab. V. 
» » Wkight, Brit. foss. Echinodermata. Vol. I. Echinoidea (Palaeon- 

togr. Soc). London 1864, pag. 39, tab. I, fig. 1. 

Maasse: 

Höhe des Gehäuses mit dem nicht hervor- 
ragenden Scheitelschilde 23 mm 

Durchmesser des Gehäuses 31 » 

Durchmesser des Peristoms 1 1 1 / 2 mm 

Durchmesser des Scheitelschildes . . . 1 7 ram 

Grösste Breite eines Interambulacralfeldes 15 » 

Grösste Breite eines Ambulacralfeldes . 4 » 

Grösste Breite eines Porenganges ... 1 » 

Gehäuse von mittlerer Grösse, gebläht, subconisch. Ambula- 
cralfelder fast geradlinig, nur am Umfange leicht gebogen. 
Porengänge in tiefer Furche gelegen, Ambulaci'al- Poren klein, 
rundlich, schräg gestellt und genähert; man zählt circa 18 Poren 
neben einer grossen Interambulacralplatte. Die Mediannaht der 
Ambulacralfelder tief gefurcht. Die feine Granulation der Am- 
bulacralfelder hat sich nicht vollkommen, aber doch mit einiger 
Deutlichkeit von dem anhaftenden Gestein blosslegeu lassen. Hier- 
nach liegen zunächst auf jedem Felde jederseits 2 Reihen Granulen, 
von denen jede äussere, den Porengängen zunächst gelegene 
mamelonirt ist, während es zweifelhaft beibt, ob auch die 
begleitende innere lieilie vod mamelonirten Granulen gebildet 



[159] HI. Cidaridae. 87 

wird. Am Umfange des Gehäuses treten in dem, von diesen vier 
Reihen seitlich begrenzten mittleren Räume etwas kleinere Granulen, 
anscheinend 2 (weniger regelmässige) Reihen auf, so dass hier im 
ganzen 6 Reihen vorhanden sind. Auch glaubt man noch kleinere 
mikroskopische Granulen zwischen den grösseren Granulen zerstreu! 
wahrzunehmen. 

l>ie Interainbulacralfelder bestehen aus 4 oder 5 Asseln 
in jeder Reihe. Sie nehmen vom Peristom an an Grösse zu bis 
aber den Umfang; die höher gelegenen Platten sind länger als 
breit : wenigstens eiue der Endplatten jedes Feldes pflegt auch ver- 
kürzt zu sein. 

Die Warzenhöfe kreisförmig von mittlerer Grösse, ziemlieh 
tief eingesenkt, und entfernt; mit vortretendem Rande, der entfernt 
stehende, mamelonirte Secundär -Warzen trägt. Die Stachelwarzen 
massig gross, durchbohrt nicht gekerbt; die kleineren in der Nähe 
des Peristoms vielleicht undurchbohrt. Auf den oberen Platten sind 
die Warzenhöfe verkümmert, und haben, wenn noch vorhantlen, 
eine verlängerte Form. Eben daselbst erscheinen die Stachelwarzen 
als niedrige, undurchbohrte Knöpfchen, oder fehlen ganz. Die 
zickzackförmige Mediannaht ist, besonders am Umfange des Ge- 
häuses, sehr sichtbar eingesenkt. Am Umfange und der Oberseite 
des Gehäuses zeigen die Quernähte der Platten rundliche Impres- 
sionen, wie sie von Cotteau früher schon an einzelnen Gehäusen 
der »Cidaris cretacea« etc. bemerkt waren. 

Der Apicalschild ist gross und plan; er nimmt fast den ganzen 
Scheitel des Gehäuses ein. Die Ovarialplatten gross, ungefähr 
so lang wie breit, aber nach auswärts, den Coronalplatten zu, 
etwas verschmälert. Ovarial-Oefrnung excentrisch, nach auswärts 
gelegen. Ocellarplatten klein, dreiseitig gerundet, in der Be- 
rührung mit den Ambulacralfeldern etwas ausgeschnitten; einge- 
senkt in die äusseren Winkel von je zwei Ovarialplatten. Am 
oberen Rande des Ausschnittes ist der »Augenpunkt, gelegen. 

Die Oberfläche der grossen Coronalplatten, sowie der Platten 
des Scheitelschildes sind mit einer ziemlich gleichartigen, nicht 
dichten Granulation bedeckt. 

Bemerk. Bisher war nur ein einziges Exemplar bekannt, 



88 III. Cidaridae. [160] 

welches von Herrn James Carter im Grey Chalk von Cambridge 
gesammelt und Herrn Forbes und Wright mitgetheilt worden ist. 

Das englische Gehäuse ist 1 /s kleiner als das vorliegende; 
ausserdem sind nach der Abbildung die Ovarialtafeln etwas breiter 
als lang und nach aussen spitzbogig, und nach der Beschrei- 
bung die Oberfläche der Interambulacralplatten mit dichter Gra- 
nulation, die Ovarialplatten dagegen mit spärlichen Granulen be- 
deckt. Wenn sodann von dem englischen Originale keine Sutural- 
Impressionen angegeben werden, so sind dieselben möglicher Weise 
übersehen worden. Auch tritt bei dem englischen Gehäuse der 
Scheitelschild etwas mehr hervor. 

Dass die angegebenen Abweichungen auf einen Artenuuter- 
schied hinweisen, möchte kaum wahrscheinlich sein. Es schien 
aber räthlich, bis vermehrtes Material die Frage entschieden hat, 
das deutsche Exemplar mit einem cf. Carteri zu versehen. 

. Durch ähnliche hohe, subconische Gestalt, ist die grosse, 
jüngeren Schichten angehörige Cidaris Merceyi Cott. verwandt, 
ebenso durch das Verkümmern der Stachelwarzen auf den oberen 
Interambulacralplatten. In letzterem Verhalten zeigt auch »Cidaris 
cretosa Mantell« bei Cotteau Beziehungen. 

Vorkommen. In England und Deutschland wurde Stereo- 
cidaris Carteri im Cenoman gefunden. 

In Deutschland bei Rethen (Hannover), wo insbesondere die 
oberen Schichten aufgedeckt zu sein scheinen. 

Original im Museum der Universität Göttingen. 
Stereocidaris Haimoverana Schlüter. 

Taf. 11, Fig. 5 — 9. 
M a a s s e : 

Höhe des Gehäuses mit dem gewölbten 

Schilde 20 

Höhe des Gehäuses ohne Schild ... 17 » 

Durchmesser des Gehäuses 30 » 

Durchmesser des Peristoms .... 10—11 » 



in in 



[llU] HI. Cidaridae. 89 



mm 



Durchmesser des Scheitelschildes ... 15 
Grösste Breite der Interambulacralfelder 15 » 
Durchmesser eines grossen Warzen- 
hofes 5,5 — 6 » 

Grösste Breite der Ambulacralfelder. c. S'/o""" 
Grösste Breite der Porcugänge . . c. ; * 4 """ 

Gehäuse von mittlerer Grösse, kreisförmig bis gerundet-funf- 
Beitig, wobei die Ambulacralfelder mit den Kanten zusammenfallen; 
massig gebläht, unten etwas abgeflacht, obere Partie mit dem ge- 
wölbten Scheitelsehilde dagegen mehr aufgetrieben. 

Amb ulaeralfeld an der Unterseite fast geradlinig, mehr 
aufwärts gewellt; als Ganzes nicht vertieft, sondern mit den Inter- 
ambulacralfeldern in derselben Ebene; im Einzelnen ist die Median- 
naht des Feldes eingesenkt, Porengänge massig vertieft, diese ge- 
bildet aus gerundeten Poren; der Zwischenraum zwischen denselben 
geringer als ihr Durchmesser. Die Porenpaare, um den Durch- 
messer eines Porus oder mehr von einander entfernt, schräg gestellt, 
und durch eine niedrige Leiste getrennt. 18 bis 24 Poren stossen 
in eine grosse Iuterambulacralplatte. Die Interporiferenzone trägt 
i' derseits eine Reihe grösserer mamelonirter Wärzchen. Zwischen 
diesen beiden äusseren Reihen ist der Zwischenraum mit kleineren 
Granulen Ix-deckt, welche, dicht und unregelmässig gestellt, bis- 
weilen die Neigung verratheu, sich auf jedem Plättchen in 3 Ver- 
tikalreihen zu ordnen, wobei ihre Zahl durchschnittlich (! bis 8 
beträgt. 

Die In ter am bulacral platten besitzen in jeder Vertikal- 
reihe 4 — 5 Coronalplatten. Die an die Muudlücke anstossenden 
Platten sind bisweilen sehr klein (niedrig); die den Scheitelschild 
berührenden obersten Platten jeder Colonne besitzen nur eine ver- 
kümmerte Stachelwarze und desgleichen Warzenhof. Auf den 
übrigen Platten sind die nicht grossen, durchbohrten 1 ), aber un- 
gekerbten Warzen von einem verhältnissmässig grossen, nicht stark 
vertieften Hofe umgeben. Der Scrobicularring, aus flachen, mame- 



if der Unterseite des Gehäuses scheinen die Hauptwarzen nicht, oder 
doch nicht doutlich durchbohrt zu sein. 



90 HI. Cidaridae. [162] 

lonirten Wärzchen gebildet, liegt schräg nach innen geneigt und 
fällt nicht stark ins Auge. Die sich anschliessenden Miliärwärzchen 
stehen gedrängt, nicht in Reihen geordnet, und nehmen, mit Aus- 
nahme der obersten Platten, nur einen geringen Raum auf jeder 
Assel ein, demnach ist auch die mediane Miliärzone schmal. Ihre 
Mediannaht dagegen markirt sich in Folsce der Einsenkuno-. 

Die Quernähte zeigen minder oder mehr deutlich eine fast 
narbenartige Eindrückung, welche der Mediannaht entfernter, den 
Porengängen genähert liegt. 

Das kreisförmige, leicht fünfseitige Mundfeld zeigt ein Drittel 
des Schalendurchmessers, während das Apicalfeld dem halben 
Schalendurchmesser gleichkommt. Genitalplatten, fast so breit wie 
hoch, etwas kleiner als das Afterfeld, bilden einen geschlossenen 
Kreis, die viel kleineren, fast herzförmig gestalteten Ocellarplatteu 
in den "Winkel zwischen sich nehmend. Ovarialöffnung excentrisch, 
nach aussen gelegen. 

Das Afterfeld besitzt noch einen äusseren Ring von 10 After- 
platten, deren Winkelplatten sich nur durch eine etwas mehrere 
Grösse auszeichnen. Die Gruppirung dieser Platten ist so, dass 
an die Vorderporenplatten (welche weder in Grösse noch in Form 
von den übrigen Genitalplatten verschieden ist) sich nur 2 Anal- 
platten anlehnen, an die eine gegenüberliegende dagegen 4, an 
die übrigen 3 Genitalplatten dagegen 3 Analplatten anstossen. 

Die Platten des Scheitelschildes in gleicher W r eise granulirt, 
wie die anstossenden Coronalplatten. 

Stacheln unbekannt. 

Bemerk. Mit der beschriebenen Art zunächst verwandt ist 
Stereocidaris Darupensw Schlüt. 

Dieselbe unterscheidet sich durch das wulstartige Vorragen 
der Interanibulacralfelder , während bei Cidarits Hannooevana die 
Ambulacralfelder auf den Kanten liegen. Bei letzterer sind die 
Ambulacralfelder nieht eingesenkt, bei Cidaris Dampensis liegen 
sie am Umfange vertieft. Bei letzterer Art ragen die Scrobicular- 
ringe vor, bei Cidaris Hannoverana nicht n. s. \v. 



[163] HI. Cidaridae. 91 

Vorkommen. Pas prächtig erhaltene Gehäuse ist angeblich 
in cenomanem Planer bei Rethen in Hannover gefunden worden. 
E2e bleibt weiterer Beobachtung vorbehalten, festzustellen, ob diese 
Angabe richtig ist, oder ob es aus jüngeren Schichten stammt '). 



Stereocidaris snbhercynica Schlüter. 

Taf. 12, Fig. 6 — 9. 

Es liegt ein grosses, ziemlich vollständig erhaltenes Gehäuse 

vor. Die Maasse können wegen der erlittenen Verdrückung nur 

theilweise und auch diese zum Theil nur annähernd angegeben 

werden. 

Durchmesser etwa 60 — 65 mm 

Höhe etwa 30 » (oder mehr) 

Mund- wie Scheitellücke .... ? » 
Grösste Breite eines Iuterambulacral- 

feldes 30 » 

Grösste Breite eines Ambulacralfeldes 

stark 5 » 

Grösste Breite eines Porenganges stark 1 » 

Grösste Breite der Interporiferenzone 

stark 3 » 

Höhe einer grossen Interambulacral- 

platte 14 — 15 » 

Breite eiuer grossen Interanibulacral- 

platte 16 — 17 » 

Durchmesser des Warzenhofes der- 
selben c. 10 » 

A nil.iilacralfelder nicht stark gewellt, am Umfange einge- 
lenkt; Porengänge selbst wenig vertieft, gebildet von randlichen, 
herten, nicht gejochten Poren, die ein/einen Paare schräg ge- 



tisher sind Formen aas derselben Cidariden - Gruppe Stereocidaris), bei 
denen die Zahl der Granulenreihen auf dem Innern der Ambnlacralfelder grösser 
in den seitlichen, den Porengäng<-n jederseits zunächst gelegenen Vertikal- 
• noch nicht in so tiefen Schichten beobachtet worden: sie zeigten sich bis- 
sen Turonen Planer (Cidaris Merceyi). 



92 



III. Cidaridae. 



[164] 



stellt, durch eine niedrige Leiste von einander getrennt. Am 
Umfange des Gehäuses trägt jedes Ambulacraltäfelchen 3 Granulen, 
von denen die äussere ein wenig grösser und mamelonirt, die 
innere bisweilen doppelt ist. Hinzutreten gern noch 2 oder 3 
Körnchen, parallel der etwas eingesenkten horizontalen Naht. So 
erscheint das Mittelfeld dicht mit Wärzchen gepflastert, von denen 
die grösseren 6 Längsreihen bildeten. Die Zahl verändert sich, wie 
immer, nach den Polen hin. 

Ob die vertikale Mittelnaht eingesenkt sei, ist bei der Ver- 
drückung des Gehäuses nicht mit Sicherheit zu entscheiden. 

An der Peripherie stossen an eine Interambulacralplatte circa 
20 Ambulacralplättchen. 

Da bei der Verdrückung des Gehäuses und der Festigkeit 
des anhaftenden Gesteins die Apical-Seite nicht freigelegt werden 
konnte, so lässt sich auch die Zahl der Coronalplatten, welche 
] n den Int er am bulacralfe leiern eine Vertikalreihe bilden, nicht 
allgemein festsetzen. In drei Vertikalreihen zählt man je sechs 
Platten, von denen die beiden oberen keinen Warzenhof und nur 
eine verkümmerte Stachelwarze tragen, oder selbst mit einer solchen 
nicht versehen sind. Von den tiefer gelegenen Platten sind in 
sechs Vertikalreihen je 4 Platten mit einem ausgedehnten, stark 
vertieften, kreisrunden Warzenhofe versehen. In den 4 übrigen 
Vertikalreihen können die Warzenhöfe nicht gezählt werden, wei 
ein Theil dieser Platten zerstört ist. 

Die Stachelwarzen selbst sind von mittlerer Grösse, durchbohrt, 
aber nicht gekerbt, und von einein massig entwickelten Warzen- 
kegel getragen. 

Der etwas schräg nach innen geneigte Scrobicularring tritt 
wenig deutlich hervor. Die nach auswärts sich anschliessenden 
Miliärwärzchen lassen minder oder mehr das Bestreben erkennen, 
sich in horizontalen Reihen zu ordnen, womit hin und wieder eine 
undeutliche, strichförmige Furchimg der Platten -Oberfläche ver- 
bunden ist. Diese Wärzchen stehen überhaupt nicht dicht ge- 
drängt, auf den höheren Platten entfernt und zerstreut. Zwischen 
denselben bisweilen feine Körnchen. 



[165] HL Cidaridae. 93 

Die Warzenhöfe sind sowohl von einander 1 ), wie von den 
Porengängen durch ziemlich weite, durch diese Wärzchen be- 
deckte Zwischenräume getrennt. Breit ist auch die vertikale 
Miliärzone. 

Die grossen Interambulacralplatten sind gewölbt und fallen 
gegen die Nähte, besonders gegen die vertikale Mittelnaht ab. 

Man bemerkt keine Sutural- Eindrücke. 

Stacheln. Auf dem Gehäuse liegt noch ein dem oberen 
Theile eines Stachels augehöriges Fragment von 25 """ Länge, und 
unten von 3 mm Durchmesser. Es verjüngt sich gleichmässig bis 
zur Spitze und lässt bei kreisförmig-polygonalem Umriss, auf 
• inen pfriemförmigen Stachel schliessen. Die Kanten des Stachels 
(etwa 14) sind fein gekörnt oder gezähnt. 

Es liegt noch ein zweites Exemplar vor. Dasselbe ist etwas 
kleiner, c. 45 mm Durchmesser, und noch mehr verdrückt als das 
erstere, gleichwohl erkennt man, dass alle Verhältnisse dieselben 
sind, insbesondere 4 durchbohrte, mit weiten Höfchen umgebene 
Stachelwarzen, in jeder Colonne; die höheren Platten mit ver- 
kümmerten oder fehlenden Warzen; Platten gewölbt, daher Nähte 
v.rticft liegend, insbesondere die Vertikalnaht in der Miliärzoue. — 
Auch die Zahl, Eildung und Gruppirung der Grauulen auf den 
Auibulacralfeldern ist die gleiche. 

Ausserdem Herren einige Bruchstücke mit weniger gut er- 
haltt ner ( Oberfläche vor, deren Zugehörigkeit nur als eine sehr 
wahrscheinliche, aber nicht als eine völlig sichere zu bezeichnen ist. 

Bemerk. Die vorliegenden Gehäuse schliessen sich zunächst 
.111 die englischen Typen von CidarU seeptrifera Mantel! und an 
ein Gehäuse aus der Kreide von Royan (Charente inferieure), 
welches Cottead unter der Bezeichnung Cidaris cretosa Mant. 
beschrieb und abbildete. 

Beide fremdländischen Vorkommnisse besitzen eine geringere 
Zahl von Ambulacral platten in einer vertikalen Reihe [vier-), oder 

1 Abgesehen von den tiefst gelegenen. 

.11 m . Pal frani . I. c. pag. •_'77 < Tuber culei interambulacraires au 
nombrt <!• quatrt pm- serie«.. 



94 HI. Cidaridae. [166] 

vier bis fünf 1 )]; auch sind anscheinend ihre Warzenhöfe enger 
als bei Stereocidaris subhercynica. Ferner werden die Miliär- 
granulen jener als fein und dicht bezeichnet. Letzteres Epitheton 
insbesondere ist für die deutschen Stücke nicht anwendbar. Dieses 
lässt auch keine Sutural-Eindrücke erkennen. 

Die Ambulacralfelder sind bei den fremden Gehäusen stärker 
vertieft und mit einfachen Reihen von Granulen (6 — 8) besetzt, 
wobei sich nur hin und wieder ein mikroskopisches Körnchen 
zwischenschiebt. 

Eine weitere Verschiedenheit bieten die Stacheln dar, deren 
typische Gestalt und Ornamentik von Cidaris sceptrifera allgemein 
bekannt ist, während Cotteau über die Stacheln seiner Cidaris 
cretosa nichts beibringt. 

Vorko mm en. Die Art gehört dem Pläner der subhercynischen 
Hügel an. 

Das grosse, zuerst besprochene und abgebildete Gehäuse fand 
sich im Brongniarti-¥\ä\\er am Gitterberge bei Salzgitter (Han- 
nover); das zweite Exemplar im Pläner bei Thale am nördlichen 
Harzrande. Das genauere Lager desselben kann nicht angegeben 
werden. 

Ein drittes, weniger vollkommenes, wahrscheinlich hierher- 
gehöriges Stück fand sich im Scaphiten- Pläner an der Bucke- 
mühle bei Suderode am Harzrande; und ein viertes Gehäuse sowie 
einen Stachel sammelte ich bei Lano;elsheim ebendort. 



Stereocidaris Reussi Geinitz 1849. 

Taf. 14, Fig. 8— 10. 
Taf. 12, Fig. 1 — 5. 

Cidar in Rrussü H. B. Geinitz, das Quadersandstein- oder Kreidegebirge in Deutsch- 
land. Fieiberg 1849, 1850, pag. 220. 

Die Art wurde auf einen dünnen , langen Stachel aus dem 
Scaphiten- Planer von Strehlen, der anfangs als Cidaris papill ata 



') Weicht, Brit. foss. Echinid. Cret. form. pag. 55 »four or ßve large plates 

in a i-o/iriiui". 



[KVT] HI. Cidaridae. 95 

Mantel! bezeichnet war '). begründet und ist erst ein Vierteljahr- 
hundert später nebst einem im gleichen Lager gefundenen Sehal- 
Btflcke abgebildet worden 2 ). 

Mir liegt ein Gesteinsstück vor, welchem fünf Stacheln und 
ein ganzes Interambulacralfeld mitsammt den seitlich anhaftenden 
Ainhulaercn aufliegen. 

Die Stacheln sind dünn und lang, unten mit dicken Knopf 
und scharfem Ringe, zur Spitze hin sich gleichmässig verjüngend. 
Alle Exemplare sind unvollständig ; das grösste der Stücke, 
dem Knopf und Hals fehlt, hat noch eine Länge von 60 mm , 
während seine grösste Dicke nur 2 — 3 mm beträgt. Die Stacheln 
sind unten prismatisch, mit flachen Seiten, oben gerundet; die 
Kanten mit kleinen Zähnchen oder Körnern besetzt. Man zählt 
au den vorliegenden Stacheln 8 Kanten. (Geinitz gibt die Zahl 
auf 8 bis 12 an.) 

Gehäuse. Das neben den Stacheln liegende Schalstück 
weist auf ein Gehäuse hin von mittlerer Grösse, kreisförmigem 
Umriss, oben massig gebläht, unten etwas abgeflacht, 19"' m hoch. 
Poren-Gänge schmal, wenig eingesenkt, oben leicht gebogen, unten 
fast gerade, gebildet von etwas schräg gestellten Poren -Paaren 
und rundlichen Poren. 

Ambulacralfelder in gleicher Weise kaum gebogen, am Scheitel 
Bchmal, gegen den Umfang des Gehäuses hin sich verbreiternd, 
etwas schräg gegen ihre vertikale Mittelnaht geneigt; verziert mit 
Granulen, denn am Umfange des Gehäuses sechs in einer Quer- 
reihe stehen; nach dem Scheitel zu vermindert sich die Zahl der- 
selben. Die den Ambulacralporen zunächst gelegene Vertikal- 
reihe wird aus etwas stärkeren, leicht mamelonirten Granulen ge- 
bildet. Hin und wieder, aber nicht häufig, schiebt sich noch ein 
Körnchen unregelmässig zwischen. 

Die Interambulacralfelder besitzen in jeder Vertikalreihe vier 



') H. B. Geimtz, Charakteristik der Schichten und Petrefacten des Bäcl 
böhmischen Kreidegebirges. Hüft III. Leipzig 1842, pag. 90, 

- II. B. »minii/.. das Eibthalgebirge in Sachsen. Cassel 1871—1875, tom. II. 

; -".. |o-, t. ml.. ■>, n-r. '>. c. 



96 ni. Cidaridae. [168] 

bis 5 Asseln. Dieselben erscheinen (mit Ausnahme der zunächst 
am Scheitel gelegenen) leicht gewölbt, indem sie sich von dem 
Rande des Warzenhöfchens gegen die Nähte, insbesondere gegen 
die vertikale Mittelnaht einsenken. 

Die Warzenhöfe sind verhältnissmässig nicht gross, von kreis- 
förmigem Umriss, massig tief eingesenkt, umgeben von einem 
wenig vortretenden Kranze nicht grosser, gesperrt stehender, marae- 
lonirter Granulen. Stachel- Warzen nicht gross, durchbohrt, nicht 
crenelirt. Die dem Scheitel zunächst gelegenen Asseln fähren 
keinen Warzenhof und nur verkümmerte Warzen. Diese Asseln 
sind gern höher wie breit. Miliärzone massig breit, diese wie 
die Zwischenräume zwischen den oben weiter entfernten Höfen 
sind von gleichmässigen Granulen besetzt. 

Die Nähte der Asseln erscheinen in Folge der angegebeneu 
Einsenkung überall deutlich. 

Sonach stimmt das vorliegende Stück mit dem Bilde überein, 
welches Geinitz (Elbthalgebirge 1. c.) von Cidaris Reussi gegeben. 

Der obere deutsche Pläner birgt noch eine zweite nahe 
stehende Art. 

Das Gehäuse zeigt ähnliche Dimensionen und Verhältnisse 
wie Cidaris Reussi. 

Die Porengänge ebenso wenig gebogen, aber anscheinend 
noch weniger eingesenkt, fast plan; die Ambulacralfelder zeigen die 
gleiche Zahl von Granulen: sechs in jeder Querreihe am Umfange 
des Gehäuses, wobei ihre Zahl nach dem Scheitel zu auf vier, 
resp. zwei sich vermindert. Hier und dort schieben sich einige 
kleinere Granulen dazwischen. Die Interambulacralfelder führen 
ebenfalls vier bis fünf Asseln in jeder vertikalen Reihe. Die 
Asseln erscheinen weniger gewölbt und weniger gegen die Nähte 
eingesenkt, und die Warzenhöfe noch enger, in Folge dessen der 
von Granulen bedeckte Raum grösser ] ), wie bei Cidaris Reussi. 
Hinzu tritt ein anderer Habitus der Stacheln. 



') Die Oberfläche der Schale ist Dicht überall vollkommen erhalten, so dass 
man kein sicheres Urtheil über die Grruppirung dieser Granulen erlangt, aber 
es hat den Anschein, als ob sie sich in unre^el massige Querreihen ordneten, etwa 



[Itf9] in. Cidaridae. 97 

Bei einem der vorliegenden Exemplare stecken noch vier 
Stacheln im Nebengestein, dieselben zeigen keine polygonale 
Gestalt, sondern einen kreisförmigen, bis ovalen Umriss, und sind 
stärker. Ein herauspräparirter Stachel erweist sich mit minder 
oder mehr gedrängt stehenden Kippen bedeckt, deren Rand leicht 
gekörnelt erscheint. 

Das Verhalten des Gehäuses stimmt mit einer Cidaris, die 
von SORIGNET l ) als 

Cidaris puuctillum. 

Tab. 13, Fig. 9—10. 
beschrieben, und durch Cotteau mit Cidaris serrifera Forbes 
vereint wurde. Die Stacheln von Cidaris punctillum sind in 
Frankreich nicht gefunden. 

Das Verhalten der deutscheu Stücke scheint es räthlich zu 
machen, beide Formen vorläufig auseinander zu halten, bis ein 
umtäugreieheres Material über die mögliche Zusammengehörigkeit 
entscheidet. 

Geinitz zieht von fremden Vorkommnissen nur eiuen Stachel 
ans dem Cenomau von Kostitz, den Reuss 2 ) Cidaris papülata 
Mantell (non YoüNG und Bird) nannte, und den Cotteaü 3 ) zu 
( 'idaris subvesiculosa gestellt hatte, zu Cidaris Reussi. 

Vorsichtig bemerkt Novak 4 ), dass der Zusammenhang des aus 
dem »Unteren Planer« (Cenomau) stammenden Stachels ganz 
zweifelhaft sei! 



wie bei Cidaris Merceyi Diese Art hat dieselben engen Warzenhöfe, die wenig 

gebogenen, fast planen Ambulacralfelder etc., so dass erstere neben letzterer sich 

wie ein unentwickeltes, jugendliches Gehäuse ausnimmt. Von mittlerer Grösse 

•i Gehäuse, welches Cotteao, Echinides foss. du Depart. de l'Yonne, 7ol.II, 

tab. 77. Bg. 11. als Cidaris Merceyi bezeichnet. 

ignet, Oursins foss. de l'Eure, 1S.V). Mir isl dieses selten gewordene 
Werk nicht zugänglich; ich kenne nur die Darstellung des Typus von Cidaris 
punctillum bei Cotteau, Pal. Franc, terr. cret. tome VII, tab. 1<>71, li^. 13. 

. Verstein. d. böhm. Kreideform. II, 1846, pag. 57, tab. 20 Gg. 22. 
• ihm. PaL franc. terr. cret. tom. VII, pag. 257. 

. N'.nu.. Stadien an Echinodermen der böhmischen Kreideformation. 
i. Prag 1887, pag 1". 

7 



98 HL Cidaridae. [170] 

Beziehungen zu verwandten Formen aus dem Turon werden 
von Geinitz nicht dargelegt, nur bemerkt er: »mehrere in 
neueren Schriften aus der Kreide Englands unter anderen Namen 
beschriebene Arten scheinen mit Cidaris Reussi identisch zu sein. 

Die zunächst hier in Frage kommende Form ist Cidaris 
seirifera, die Forbes im selben Jahre 1850, in welchem Gei- 
nitz Cidaris Reussi aufgestellt hatte, in dem Werke Dixon's ] ) über 
Sussex aus dem White-Chalk von Lewes abgebildet und beschrie- 
ben hatte. 

Die Art ist in England so selten, dass Wright 2 ) nur zwei 
Exemplare kannte, von denen er das eine selbst bei Lewes ge- 
sammelt hatte 3 ), während das zweite ganze Gehäuse vom gleichen 
Fundpunkte wahrscheinlich dasselbe ist, welches von Forbes 1. c. 
abgebildet war, und von Wright von neuem abgebildet ist. Beide 
Bilder stimmen recht gut miteinander überein; nur ist befremd- 
lich, dass in der Beschreibung Forbes bemerkt: »The sutures are 
not impressed«, während Wright angibt: »The sutures are de- 
pressed and conspicuous«. 

Das Gehäuse schliesst sich nicht an Cidaris Reussi an, lässt 
dagegen keine Verschiedenheiten von denjenigen des oben als 
Cidaris punctillum Sorig. beschriebenen aus dem deutschen Pläner 
erkennen. Gleichwohl ist die Identität beider durch das Verhalten 
der Stacheln zur Zeit noch zweifelhaft. Forbes gab von denselben 
an: » The spines are long^ slender, cylindrical, feto — (seven or so) 
ridged; ridges coarsely serrated, the interspaces granulated.« . 

Wright sagt dasselbe und fügt noch einige nähere Angaben 
hinzu. So nennt er die Rippen zusammengedrückt, also hoch, 
bezeichnet die Thäler zwischen den Hippen als concav und ihre 
Oberfläche als sehr fein granulirt. 



1 ) Dixon, Geology and Fossils of the Tertiary and ■ Cretaeeous Forniations 
of Sussex. London 18.00, pag. 338, tab. 24, tig. 15 — 19. 

2 ) Wright, British fossil Echinodermata Crom the Cretaeeous Forniations, 
vol. T, Echinoidea. London 1 sc. 1 1882, pag. 51, tab. XI, fig. 1,6. 

:i ) Dieses Exemplar befindet sicli wahrscheinlich in der Universitäts- Samm- 
lung in StraBsburg. 



[171] in. Cidaridae. 99 

Der einzige bis jetzt aus dem Nebengestein herauspräparirte 
Stachel vidi Cidaris puncbillvm zeigt gedrängter stehende, anschei- 
nend nicHt hohe Rippen, deren Ränder jedenfalls nicht grob ge- 
zähnt sind. 

Grösser stellt sich die Verschiedenheit der vorliegenden 
deutschen Stacheln der Cidaris Reussi dar. Dieselben zeigen keine 
Rippen und lassen keine Granulation, überhaupt keine Sculptur 
der Seiten erkennen. Wenn letzteres auch auf Rechnung der 
Erhaltunixsart zu setzen sein wird, so gibt doch Geinitz von 
Beinen Stacheln au, dass sie mit sehr feinen Längslinien ver- 
Behen seien. 

Ausserdem zeigen diejenigen Gehäuse aus der oberen engli- 
Bchen Kreide, welche in England als Cidaris hirudo Sorignet (c. f. 
( 'iduris seeptrifera, var. spinis truncatis Forbes in Dixon, Geol. of 
Sn--ex) bezeichnet werden, einige Uebereiustimmung in den Ver- 
hältnissen der Schale, wie nachstehende Zahlen von 4 Gehäusen, 
welche ich der gefälligen Mittheilung des Herrn Gregory in 
Loudon verdanke, darthun. 

M a a s S e einiger Gehäuse von Cidaris hirudo aus der eng- 
lischen Kreide in Millimetern I — IV; Maasse von 
Cidaris Reussi V. 





I. 


IL 


III. 


IV. 


V. 


Durchmesser des Ge- 


mm 


mm 


mm 


mm 


mm 


häuses .... 


18 


c. 26 


— 


35 





Höhe des Gehäuses . 


10 


16 


c. 18 


c. 18? 


1) 19 


Breite des Ambula- 












cralfeldes 


— 


c. 3 


— 


c. 4 


c. 3,5 


Breite der Porengänffe 


— 


— 


— 


c. 1 


— 


Interpori- 












ferenzone 


— 


— 


— 


c. 2 


— 


Breite der Interambu- 












lacralfelder . . 


9 


c. 13 


14,5 


17 


15 



', Verdrückt. 



100 III. Cidaridae. [172] 

I. IL III. IV. V. 

mm mm mm mm mra 

Breite der grössten 
Interarabulacralplatte c. 5 c. 7 8 10 8 

Höhe der grössten 
Interambulacralplatte c. 5 c. 7 7 — 8 c. 10 8 

Höhe ihres Warzen- 
hofes 3 c. 5 5 6 5 

Breite ihres Warzen- 
hofes 3 c. 5 5 6 5 

Durchmesser der 

Mnndlücke . . . c. 8 — — — — 

Durchmesser des 

Scheitelschildes . ? c. 8 — — c. 16 — 

Zahl der Coronalplat- 

ten in einer Reihe x ) 4 5 5 — 5 1 / 2 (4 — )5 5 

Zahl der ambulacralen 

Granulenreihen . . ? 4 ? 4 6 6 6 

Hinzu tritt die gleiche Wölbung der Interambulacralplatten, 
die gleiche Tiefe der Warzenhöfe, die gleiche Einsenkung der 
Miliärzone und Deutlichkeit aller Nähte. 

Abweichend sind die englischen Gehäuse von Cidaris hirudo 
gleicher Grösse dadurch, dass sie in jedem Felde eine Platte mit 
vollkommen entwickeltem Warzenhofe und Warzen mehr, und zu- 
gleich eine obsolete weniger zu besitzen pflegen, dass die höher 
gelegenen Stachelwarzen an der dem Scheitelschilde zugewandten 
Seite eine leichte Kerbung zeigen, dass ihre Miliärgranulen kräf- 
tiger sind und gedrängter stehen wie an den deutschen Gehäusen 
von Cidaris Retcsd, falls bei letzteren nicht die beginnende Ver- 
witterung beeinflussend gewirkt hat, und zidetzt durch die sein- 
in die Augen fallende Verschiedenheit der Stacheln beider Arten. 

Unsere Stacheln von Cidaris Reussi stimmen überein mit 
einem Stachel aus der Kreide mit Micraster cor testudinarium des 



') Eine oder beide obersten Platten in jedem [nterambulacralfelde haben 

verkümmerte Warze und llöfelien, oder dieselben fehlen. 



[173] M- Cidaridae. 101 

Yonne-Departement 3 den Cotteau 1 ) als Cidaris Merceyi bezeich- 
nete. 

Doch fugt Cotteau bei, dass derselbe sehr wenig den Stacheln 
ähnlich sei. welche von Wright und Bucaille der Cidaris Mer- 

zugeschrieben seien. Während das Werk von BüCAILLE 2 ) 
mir nicht vorliegt, möchte darauf hinzuweisen sein, dass Wright •"') 
keine Stacheln von Cidaris Merceyi beschreibt, über dieselben nur 
angibt: »The spines have not becti found in relation vif// the test.« 

Diejenigen Stacheln aber, welche er in der Tafelerklärung 
nur irrig zu Cidaris Merceyi stellt, sind in der Beschreibung (p. 59) 
der Cidaris subvesiculosa d'Orb. zugewiesen, was von Cotteau 
übersehen wurde. 

Zufolge der Abbildungen scheint auch Cidaris dissimilis Forbcs 
aus dein Grey-Chalk Englands ähnlich, aber die Stachelwarzen sind 
crenelirt und es characterisirt sich die Art ausserdem auffällig 
durch eine so grobe Granulation der Interambulacralfelder, wie 
mir von keiner anderen Art der oberen Kreide bekannt. Auf den 
Auibulacralfeldern wird jede den Porengängen zunächst gelegene 
Reihe von mamelonirten Granulen gebildet, welche an Grösse 
den Granulen der Interambulacralfelder gleichkommen. Die Gra- 
nulen der beiden inneren vertikalen Reihen sind viel kleiner und 
stehen zu den ersteren alternireud. Die Stacheln sind allerdings 
fein längsgestreift und mit ziemlich nahe stehenden Kippen, deren 
Ränder gekörnelt, versehen. 

Vorkommen. Das beschriebene Exemplar von Stereocia \aris 
• nullit aus dem oberen Scaphiten — oder unteren Cuvieri- 
Pläni i des llackelnberges bei Steiniah (Hannover). 

Von einem zweiten Exemplar habe ich nachträglich durch 
<li<- Gefälligkeit des Herrn Prof. Kloos in Braunschweig Kennt- 
nis« erhalten. Dasselbe stammt angeblich aus dein Turon von 
Wolfenbüttel und ist Taf. 12, Fig. 1—5 abgebildet. 



') Com A r. Ktudes sur les Echinides fossiles du departemenl de l'Yonne, 

Paris 1857—1878, pag. 440, tab. 77, fig. 11, 13. 
*) Bocaillb, Echinides foss. du departement de la Seine Infer. 1873, pag. 53. 
3 , 1. c. pag. 61. 



102 HI. Cidaridae. [174] 

Originale von mir im Museum zu Bonn niedergelegt. 

Von Cidaris punctillum Sorig. besitzt das Museum der Uni- 
versität zu Berlin zwei Exemplare aus dem Oberen Pläner des 
Galgenberges bei Quedlinburg. 



Stereocidaris Silesiaca Schlüter. 

Taf. 11, Fig. 1—4. 

Gehäuse ziemlich gross, kreisförmig, massig gebläht; ob- 
wohl etwas verdrückt, scheinen Ober- und Unterseite ziemlich 
gleichmässig abgeplattet zu sein. 

Ambulacr alfelder gebogen, wenig deprimirt, mit einge- 
senkter Längsnaht 1 ) und vertieft liegenden Porengängen, diese 
gebildet aus rundlichen, kleinen, genäherten Poren. Die Inter- 
poriferenzone trägt jederseits zwei Reihen von verhältnissmässig 
kräftigen Granulen, welche ziemlich gleich gross, nicht oder nur 
undeutlich mamelonirt sind und dicht gedrängt stehen. Gegen 
den Umfang des Gehäuses schieben sich noch zwei mittlere 
Reihen ein, welche von etwas kleineren Granulen gebildet werden. 
Zwischen je vier der seitlichen Granulen schiebt sich ein mikro- 
scopisch kleines Körnchen ein. Der Boden der eingesenkten mitt- 
leren Partie des Feldes ist anscheinend glatt. Wegen der schwie- 
rigen Präparation ist dies nicht völlig sicher. 

Die Inte rambulacralfelder besitzen in jeder Colonne 
5 oder 6 Asseln. Sechs in sieben Reihen, fünf in drei Reihen. 
Bei zwei der letzteren ist schon am oberen Ende ein sechstes 
Täfelchen in der Bildung begriffen. Die Asseln sind minder oder 
mehr gewölbt, ihre Nähte deutlich, die winklige Mittelnaht stark 
eingesenkt. Die Warzenhöfe eingesenkt, ziemlich gross, nur auf 
den obersten Täfelchen verkümmert, oder fehlend; auf der Unter- 
seite leicht oval, am Umfange und oben kreisförmig; ihr Umfang 
leicht wellig, völlig eingel'asst von inamelonirten Granulen. Ihre 

') Wie /.. B. auch bei »Cidaris cretosa« beiCorrEAu: »Ambulacr es . . . forte- 
iiniii deprimes a la suture mediane des plagues«, aber (> — R Reihen Granulen, da- 
gegen nur l [nterambulacraltuberkeln in einer Reihe and ihre Granulation wird 
als fein and gedräng! angegeben, 



[175] in. Cidaridae. 103 

Grösse nimmt vom Mundrande an langsam zu. Der Warzenkegel 
ist stark entwickelt, so dass er im Profile vortritt; der Warzen- 
knopf von mittlerer Grösse, durchbohrt; auf der obersten Platte 
meist verkümmert. Der Intermediär-Raum zwischen den Warzen- 
höfen bedeckt von groben, nicht dicht gedrängt stehenden Gra- 
nulen, welche hier und dort ein mikroscopisches Körnchen zwi- 
schen sich nehmen. — Auf der Oberseite des Gehäuses zeigen 
die horizontalen Nähte der Asseln wenig deutlich Impressionen, 
wir sie auch bei einigen anderen Arten, als »Cidaris cretosa«, 
Cidaris Carteri, bekannt sind. 

Die Gitterstructur der Platten ist so deutlich, dass man sie 
fchou bei geringer Yergrösserung wahrnimmt. 

Stacheln unbekannt. 

Maasse: 

Höhe des Gehäuses (welches durch Druck 

etwas gelitten hat) 21 mm 

Durchmesser des Gehäuses 45 » 

Durchmesser des Peristoms 16 » 

Durchmesser des Scheitelschildes . . . c. 16 » 
Grösste Breite eines Interambulacralfeldes 24 » 
Grösste Breite eines Ambulacralfeldes 5^2 — °' » 
Grösste Breite eines Porenganges . . . 1 1 /2 » 
Grösste Breite der Interporiferenzone . . c. 3 » 

Bemerk. Das Gehäuse erinnert im Gesammthabitus und in 
der eingesenkten Mediannaht zunächst an »Cidaris cretosa Mantel I« 
bei Cotteau 1 ) und an Cidaris seeptrifera Mantell 2 ); es wird aber 
durch die geringe Zahl der ambulacralen Granulen-Reihen , durch 
die grössere Zahl von Stachelwarzen in einer Vertikal-Reihe und 
die gröberen Miliärgranulen, sowie besonders durch den Umstand 
fern gerückt, dass es von jenen beiden heisst: 

»Appareil apical beaueovp plus grand que le pirütome«, 

rgl. die Abbildung in Palcont. franc. terr. cr&. VII, tab. 10G7, paß. 276. 
*) Wbioht, ßrit. foss. Erhin. tab. 5 — 7. 



104 HI. Cidaridae. [176] 

während bei vorliegendem Stücke Mund- und Scheitellücke gleich 
gross sind. In dieser Beziehung steht Cidaris subvesiculosa 
d'Orb. 1): 

»Appareil apical un peu plus grand que le peristome« 2 ) 

näher, aber die Zahl der interambulacralen Asseln in je einer 
vertikalen Reihe ist grösser (7 — 10); diese Asseln sind am Um- 
fange der grösseren Gehäuse erheblich breiter als hoch; auch sind 
die Asseln von feinen, gedrängt stehenden, sich in regelmässige 
horizontale Reihen ordnenden Granulen bedeckt; zwischen den- 
selben sind kleine hoi'izontale Furchen, welche mit den Nähten 
der Ambulacralfelder correspondiren. 

Rücksichtlich der Art der Granulation der Interambulacral- 
felder, welche auffällig grob ist, steht Cidaris dissimilis Forbes 3 ) 
aus dem Grey-Chalk von Dover, nahe; aber abgesehen davon, 
dass das Gehäuse kleiner, nur 4 — 5 Interambulacralasseln in einer 
Colonne zählt, sind deren Stachelwarzen nicht nur durchbohrt, 
sondern auch crenelirt. Auch stehen auf den Ambulacralfeldern 
in der jederseits befindlichen Reihe stärkere, undeutlich mamelo- 
nirte Granulen; diese stehen getrennt und alterniren mit den er- 
heblich kleineren Granulen der beiden inneren Reihen. 

Der Intermediär-Raum zwischen den Stachelwarzen bei Cidaris 
cretosa sowohl, wie bei Cidaris sceptrifera wurde dagegen von 
Cotteau, Paleontol. franc. 1. c. pag. 278 und 253 bezeichnet als 
»garnie de granules fins, serres etc. « 

Desor 4 ) nennt aus der Craie blanche inferieure von Limery 
und der Craie marneuse von Rouen eine grosse Cidaris Mantelli, 



1 ) Palcont. frane. ibid. tab. 1059 — 1061, pag. 256. 

2 ) Cotteau zieht in seinem Werke über die Echiniden des Yonne - Departe- 
ment oin Gehäuse, von dem es gleichfalls heisst: »Appareil apical un peu plus 
grand que la peristome« zu Cidaris sceptrifera, indess weicht dasselbe auch noch 
anderweitig ab, /.. B. durch die engeren Warzenhöfe. 

:i ) Ursprünglich von Fokbes (in Dixon's Geology of Sussex) zu Cidaris scep- 
trifera gestellt. Vergl. Wright, Brit. foss. Echin. Cret. pag. 46, tab. III. — Ein 
gutes Exemplar mit einigen Stacheln besitzt die Universität Strassburg, welches 
Berr Professor Beneoke die G,üte hatte, mir mitzutheilen. 

*) Desou, Synopsis des Echinides fossiles, pag. 14'J. 



[177] III. Cidaridae. 105 

welche sich ebenfalls durch die Grösse der Granulen auszeichnet. 
Die kurze Charakteristik: 

»Belle et gründe esp&ce voisine du Gidaris subeesicidosa, 
mais ä granules miliaires sensible tue nt plus gros. Quatre 
rangees de granules ambidaeraires,« 

reicht nicht zum genaueren Vergleiche aus. Cotteau ! ) deutet 
sie als eine Varietät von Cidaris vendocinensis. 

Vorkommen. Das einzige bekannte Exemplar wurde im 
turonen Scaphiten- Pläner bei Oppeln in Schlesien gefunden und 
befindet sich im Paläontologischen Museum der Universität zu 
Breslau, von wo ich es der gefälligen Mittheilung des Herrn 
Geheimrath Professor Ferd. Römer verdanke. 



Stereocidaris Merceyi Cotteau sp. 

Taf. 13, Fig. 1 — 8. 

Cidaris Merceyi Cotteau, Pal. franc. terr. cret. tome VII, pag. 281, tab. 106S. 
» Weicht, Brit. foss. Echinod. pag. 60, tab. 8. 

Es liegen zwei Gehäuse vor. Das eine steckt verdrückt in 
einem festen Plänerkalk, so dass nur mühsam ein Interambulacral- 
feld nebst einem Theile des anhaftenden Ambulacralfeldes herans- 
präparirt werden konnte. Das Stück verräth noch trotz der Ver- 
drückung die, die Art characterisireude, hohe, subconische Gestall 
des Gehäuses. 

Dil' Interambulacralplatten gross, gewölbt und gegen die Nähte, 
1>< sonders die Mittelnaht, geneigt, daher die Nähte deutlich. Die 
Warzenhöfe tief, nur von mittlerer Grösse, daher die Warzen 
«reit von f'inander abstehend und der von Granulen bedeckte 
Theil der Platten ausgedehnt. In der einen Reihe folgen sieb drei 
mit aasgebildeten Warzenhöfen und Stachelwarzen versehene Platten 
und ober denselben noch zwei Platten (eine dritte scheint ausge- 
fallen zu Bein) ohne Stachelwarzen und Höfchen, lediglich mit 
Granulen bedeckt. 

', Coii i ai : Paläont. franc. terr. cret. tome VII, pag. 272. 



106 HL Cidaridae. [178] 

In der anderen Reihe finden sich nur zwei grosse Stachel- 
warzen mit Höfchen, eine verkümmerte am Rande des Peristoms 
und sodann oberhalb noch drei Platten, von denen nur die grösste, 
tiefere ein flaches Warzenknöpfchen mit unentwickeltem Höfchen, 
die beiden obersten Platten nur Granulen führen, so dass das Ge- 
häuse von oben gesehen, fast gänzlich ohne Stachelwarzen er- 
scheint. 

In Folge der schwierigen Präparation des Stückes hat dessen 
Oberfläche gelitten, und man sieht deshalb insbesondere den die 
Warzenhöfe umgebenden Ring mamelonirter Wärzchen nicht 
deutlich. Dagegen bemerkt man noch mehrfach, dass die die 
Platten bedeckenden Granulen das Bestreben haben, sich in Rich- 
tung auf die Längsnähte in Reihen zu ordnen, die von kleinen, 
unregelmässigen Furchen begleitet werden. An den Seiten des 
Feldes correspondiren dieselben mit den Suturen der kleinen Am- 
bulacralfelder. 

An den Ambulacralfeldern erkennt man, dass sie sehr wenig 
gebogen sind, sowie auch den wichtigen Umstand, dass zunächst 
den Porengängen jederseits eine Reihe von Granulen sich befindet, 
welche mamelonirt sind, und durch Grösse hervorragen, während 
zwischen diesen beiden Reihen zahlreiche kleinere und weniger 
geordnete Granulen sich finden. 

Das zweite Exemplar ist von einem, der weissen Schreibkreide 
ähnlichen Gesteine umschlossen. Ein grosser Theil der Asseln 
sitzt noch ungestört in seiner natürlichen Verbindung, doch sind 
verschiedene Platten ausgefallen, namentlich in der Nähe des 
ebenfalls ausgefallenen Scheitelschildes. Die Sculptur der Ober- 
fläche ist besser erhalten, als bei dem ersten Stücke, und zeigt 
deshalb auf den Interambulacralplatten die die Art characterisi- 
renden kurzen, minder oder mehr unregehnässigen, mit den Nähten 
der Ambulacralplättchen cprrespondirenden Furchen, zwischen 
denen die Granulen sich in entsprechende Reihen ordnen. Ebenso 
die nicht grossen, aber stark vorspringenden Warzen durchbohrt, 
aber nicht gekerbt; drei, (vielleicht auch vier) in einer Vertikal- 
Reihe; auf den zwei oder drei höher gelegenen Platten Warzen und 
Warzenhöfe verkümmert. Die Beschaffenheit der Ambulacralfelder 



[17JV] III. CSdaridae. 107 

wie angegeben, jedoch auch an diesem Stücke nicht sicher beob- 
achtbar, ob die Mittelpartie derselben von Granulen frei und 
glatt ist. 

Im Inneren steckt noch der Kauapparat, und an der Aussen- 
seite liegen noch einige Primärstacheln, wodurch dieses Exemplar 
von besonderer Wichtigkeit ist. 

Die noch anhaftenden drei Primärstacheln sind unvollständig 
indem allen das obere Ende fehlt. Diese Fragmente sind schlank, 
cylindrisch, erreichen eine Länge von 40 mm und haben einen 
Durchmesser von 2' l l- 2 bis 3 m "\ Gelenkfläche glatt, Stachelknopf 
massig geschwollen« Stachelhals fein — Ring gröber — gestreift. 

Der Haupttheil des Stachels bedeckt von Körnchen, welche 
in nahestehenden Längsreihen geordnet sind. An dem höheren 
Theile des längsten Stachels erscheinen dieselben (auf der vom 
Gestein befreiten Seite) als gekörnte, zarte Rippen, welche zu- 
gleich etwas weiter gestellt sind. Im Uebrigen zeigt die Ober- 
fläche des Stieles feine Längslinien, welche weniger deutlich er- 
scheinen, als diejenigen des Halses. An dem längsten erstge- 
nannten Stachel bemerkt man in dem oberen Theile in dem 
Zwischenräume zwischen den Kippen ausser den zarten Längslinien 
mikroscopisch kleine Körnchen. Anscheinend liegen letztere den 
ersteren auf. 

Nach dieser Darlegung schliessen sich die vorliegenden 
deutschen Stinke gut an die 1. c. beschriebenen französischen und 
englischen Gehäuse an. Das nachträglich von Cotteaü *) aus 
dem Yonne-Departemeut beschriebene Gehäuse ist erheblich kleiner 
und -teilt sich der äusseren Erscheinung mich zwischen diese 
Stücke und die oben. Seite 97, beschriebene Cidarü punctülwm 
Sorig., deren Stacheln, soweit ihre Erhaltung einen Vergleich 
gestattet, kaum von denjenigen der vorliegenden Cidarü Merceyi 

hieden sind. Ueber die Beschaffenheit eines an dem Ge- 

häuse aus dem Yonne-Departement anhängenden Stachels war be- 
reit- S.it.' ]i>l die Rede. 

1 1 1: \ i- . Stades u r lea äehnii - 'I" <l.'|>artement dp l'Yonne, 

vol. II, pag. 437, tab. 77. Bg. 10— 12. 



108 HL Cidaridae. [180] 

Ueber die Beziehungen der Cidaris Merceyi zu Cidaris cretosa 
Mant. und zu Cidaris Carteri hat Cotteau in der Paleontologie 
francaise gesprochen. 

Maasse einiger Gehäuse von Cidaris Merceyi in Millimetern. 
I und II aus England, III aus Frankreich. 

1. II. III. 

mm mm mm 

Durchmesser des Gehäuses — — 60 

Höhe des Gehäuses ... 25 c. 35 *) 45 

Breite der Ambulacralfelder 4,5 4,5 c. 6 

Breite der Porengänge c. 1 c. 1 c. 1 ,5 
Breite der Interporiferen- 

zone o c. 2,5 c. 2,5 3 

Breite der Interambulacral- 

felder 20 25 c. 30 

Breite der grössten Interam- 

bulacralplatte .... 12 15 16 
Höhe der grössten Interam- 

bulacralplatte .... 11 14 15 
Höhe ihres Warzenhofes . 6 c. 6 6 — 6,5 
Breite ihres Warzenhofes . 6 c. 6 6 — 6,5 
Breite der Miliärzone . . c. 4 c. 7 8,5 
Breite der Seitenzone . . c. 1,5 c. 3 c. 4 
Durchmesser der Stachel- 
warze c. 1,7 2 — 

Zahl der Coronalplatten in 

einer Reihe 5 5 — 6 6 — 7 

Zahl der gut entwickelten 

Warzen und Höfchen in 

einer Reihe 3-37 2 3-3V 2 3— 3l/ 2 

Zahl der Ambulacralplättchen 

längs einer grössten In- 

terambulacralplatte . . 16 19 19—20 
Zahl der ambulaeralen Gra- 

nulenreihen 3 2 ) 3 2 ) — 

') Etwas verdrückt. 2 ) Die innerem stellenweise vordoppelt. 



[181] HI. Cidaridae. 109 

l>ics»^ Maasse bezeugen, dass die Zahl der Interambülacral- 
Platten im Alter massig zunimmt, dass der Warzeuhof sich kaum, 
dagegen die Asseln selbst sich erheblich bei weiterem Wachsthum 
vergrössern. Demnach gehört Cidaris Merceyi zu derjenigen Gruppe 
von Cidariden, deren Platten sich durch Juxtaposition vergrössern, 
nicht durch Intusception oder beide. 

Vorkommen. Die Art ist anscheinend überall sehr selten, 
und in Frankreich, England und Deutschland nur in wenigen 
Exemplaren aufgefunden. 

Was die Lagerstätte anbetrifft, so nannte COTTEAü sie zu- 
nächst aus dem Somme- Departement von Faloise bei Breteuil, 
und zwar aus der Etage Senonien, in welche nach deutscher Auf- 
fassung bekanntlich sowohl seuone, wie oberturone Schichten be- 
griffen werden. 

Auch die Angabe bei Wright ist nicht genauer, indem er 
nur den Withe-Chalk als Bett der Art nennt. 

Erst Charles Barrois ! ) nennt sie aus der englischen Kreide 
zusammen mit Micraster cor anguinum. 

Durch Lambert' 2 ) wurde sodann bei Rosoy im Yonne-Depar- 
teinent das erwähnte kleinere Gehäuse in der Oraie ä Micraster 
cor tesludinarium gefunden. 

In Deutschland sammelte ich das erste Exemplar in der Zone 
dee Tnoceramus Cuvieri und ßpiaster breois bei Paderborn. 

Ein zweites Exemplar fand sich bei Lüneburg in einem der 
weissen Schreibkreide ähnlichen Gestein. Dieses Stück befindet 
sieh im Museum der Universität Göttingen •"'). 



lbles Barrois, Terr. cretace sup. de FAngleterrc 1S70, pag. 24. 
rg). Cotteau, Ktudes sur les Eebinides fossil. >s du departemeni de 
l'Yonne, vol. II, pag. 440. 

isserdem befindet sich im Paläontologischen Museum der Universitäl zu 

eine grosse Interarabula-'ralplatte mit Behr kloinem Warzeuhofe, welche 

zu der vorliegenden Art geboren könnte Sic wurde zusammen mit Oidarü 

fnmctilhtm Sorignel im Turon- Pläner des Galgenberges bei Qaedlinborg ge- 

lelt. 



110 



III. Cidaridae. 



[182] 



1828. 



Stereocidaris sceptrifera Mantell 1822. 

Taf. 14, Fig. 6 — 7 (?). Aus dem Ober-Turon -von Salzgitter. 
Taf. 16, Fig. 5—6 (?). Aus dem Ober-Senon von Rügen. 

1811. — — Pakkinson, Organic Remains of a Former World, vol. III, 2. Aufl. 
London 1833, tab. IV, fig. 2 stellt die Unterseite 
eines Gehäuses mit zwei Stacheln dar. 
1811. — — Parkinson, ibid. tab. I, fig. 11 stellt die Oberseite eines Ge- 
häuses dar. 
1822. Cidaris sceptrifera König in Mantell, Geology of Sussex, pag. 194, tab. XVII, 

fig. 12 stellt einen Stachel dar. (Mantell ge- 
denkt hier keiner Abbildung von Parkinson.) 
cretosa Mantell, Organic Remains of the county of Sussex (Read 
June 6th. 1828) Transact. Geolog. Society 
of London, See. ser. vol. III, 1. Abth., 1829, 
pag. 205 *). — Nur Name unter Hinweis auf 
die Figuren bei Parkinson tom. III, tab. IV, 
fig. 3; tab. 1, fig. 11, von denen erstere von 
Cotteau (Pal. franc. 1. c. pag 257) und Wright 
1. c. pag. 57) auf Cidaris subvesiculosa d'Orb. 
bezogen wird. 
sceptrifera Cotteau, Paleontol. franc. 1. c. tab. 1058, Gehäuse mit 
Stacheln aus der englischen Kreide, non! 
tab. 1057 2 ). 
cretosa ? Cotteau ibid. tab. 1067, fig. I — 7. 

sceptrifera Wright, Brit. foss. Echin. Cret. Form. pag. 54, tab. V, 
fig. 16, 17. 



1862. 



18G2. 
1864. 



vorliegenden Material nur an den Stacheln 



Da unter dem 

keine Zweifel haften, sind zuerst die Stacheln, dann das Gehäuse 
zu betrachten. 

Die Stacheln hat schon Parkinson 3 ) abgebildet; der Name 



') Mantell gedenkt in diesem Verzeichnisse nicht der Species - Namen für 
Stacheln, welche in der Geology of Sussex aufgeführt waren: Cidaris clavig&ra 
König, Cidaris sceptrifera König, Cidaris papiüata Mantell, sondern führt sie 
unter Hinweis auf seine tab. 17, lig. 12—14, und Parkinson, Org. Rem. II (lies III), 
tab. 4, lig. 19, 20 nur allgemein als »Spines belonging to four or man' species« 
an, wobei zu bemerken ist, dass fig. 19 bei Parkinson den Be/einiiites rcrus Mill., 
fig. 20 llemicitlaris crenularis, Gehäuse mit, anhängenden Stacheln, darstellt. 

' 2 ) Die auf tab. 1057 abgebildeten ■■•Typen von Royan« sind sehr abweichoud 
von den englischen Typen und neu zu benennen. Man könnte sie etwa nach 
ihrem Fundpunkte als Cidaris Royanensis bezeichnen, 

''•• Parkinson, Organic Remains, tomelll, 1811, tab.IV, lig. 2. Stück eines 
Gehäusos mit ein und einem halben Stachel, 



[ 1 S 3] Hl CSdaridae, 111 

rührt von Mamki.i. p her, welcher ebenfalls einen Stachel abbil- 
dete, bei dem die characteristische spindelförmige Gestalt deut- 
licher hervortritt. Beide Abbildungen werden überholt durch die 
Darstellungen von FORBES 8 ). Diesen folgen noch die Bilder von 
Cottbad *] und Wright*) mit vergrösserten Darstellungen der 

1>1 M-rtläehe. 

Die Stacheln mit kreisförmigem Querschnitt sind lang, von 
spindelförmiger Gestalt, indem das untere Drittel am meisten 
B s hwollen ist. während der Stachel nach oben hin sich etwas 
verdünnt. Die Oberfläche ist mit gedrängt stehenden, gleich- 
artigen Hörnchen besetzt, welche sich in regelmässige Längs- 
reihen ordnen ;. Die Zahl dieser Längsreihen vermindert sich nach 
oben hin. Der Scheitel seihst ist au keinem vorliegenden Stachel 
erhalten 6 ). Der Zwischenraum zwischen den Dornen-Reihen ist 
rauh, chagriuirt, auch au vorliegenden englischen Exemplaren. 
P>--i letzteren ist der Zwischenraum bisweilen teiu längsliniirt ■ \ 
Hals kurz, fein gestreift. King vorspringend, gröber gestreift; 
Knopf von mittlerer Stärke. 

Die vorliegenden Stacheln erreichen in ihrem dickeren, unteren 
Theile «'inen Durchmesser von 7 mm . Mehrere Stücke sind 45 mm 
lang, obwohl die obere Partie abgehrochen. Nach CoTTEAü er- 
reichen die Stacheln eine Länge von 70 m,n . 

Verwandt sind die Stacheln von Cidaris ßlamentosa Agass. 8 ); 



') Mastkll. Geology of Sussex 1822, pag. 194, tab. 17. fig, 12. 

•rbrs in Dixon, Geology of Sassez 1854, pag. 338, tab. 25, fig. 6, 7 
(Stacheln). 

*) Cottbad, Paleontol. Franc, terr. cret. tome Vü, pag. 251, tab. 1058, 

Unvollständiges Gehaase mit Stacheln. — Etud. bot les Kohin. foss. da depart 
de l'Yonne 1872. pag. ib. 77. fig. 6. 

iht, Brit. Fuas. Echinod. Cret. Form. tab. _ 4. 
Dornen gehen bisweilen verloren und lassen nicht einen Ralkspath- 
brueh. sondern eine Narbe zurück, wie die abgebrochenen Dornen an einem 
n zweige. 

ichwohl i.-t erkennbar, dass sich unter den vorliegenden Stacheln keine 
ii Exemplare fanden, wie Cottbad Paleont tVanc. 1. c. tab. 
. fig. 14 und 1"> abb 

Diese Sculptor scheint nach der Hinwegnahme jener kq Tage zu treten, 
und bangt wohl mit der Mikrostmctor der Stacheln zusammen. 
. Catal. rais. les Eehin. 1. C, 1846, 

tab. V. hV 



112 HI. Cidaridae. [184] 

die Aehnlichkeit erhöht sich, wenn von den Dornen der Cidaris 
sceptrifera die scharfen Spitzen verloren gegangen sind. 

Man wird erst dann das Verhältniss der beiden nahestehenden 
Stacheln befriedigend feststellen können, wenn der bis jetzt unbe- 
kannte Fundort von Cidaris ßlamentosa genauer festgestellt sein 
wird. 

Gehäuse. Aus Schichten gleichen Alters ist mir nur ein 
Gehäuse und das Bruchstück eines solchen bekannt geworden, 
welche sich auf Cidaris sceptrifera deuten lassen. 

An ersterem ist die untere Hälfte stark verdrückt, während 
die natürliche Wölbung der Oberseite leidlich erhalten ist. 

Das Gehäuse ist klein, c. 30 mm Durchmesser. Ambulacral- 
felder etwas vertieft, leicht gewellt. Am Umfange des Gehäuses 
auf jedem Ambulacralplättchen 3 Granulen, welche regelmässige 
Quer-Reihen bilden, im Ganzen 6 Vertikalreihen, diejenigen jeder 
äusseren Reihe ein wenig grösser und mamelonirt. Hier und dort 
tritt ein Körnchen hinzu. 

Die grossen Platten der Interambulacralfelder gewölbt, die 
Nähte deutlich, vertieft. In jeder Reihe nur 3 von einem ziem- 
lich stark vertieften Warzenhofe umgebene, gut entwickelte, durch- 
bohrte, nicht gekerbte Stachelwarzen; ausnahmsweise noch ein 
unentwickeltes Wärzchen am Peristom; nach oben hin folgen 
noch 1 oder 2 Platten mit verkümmerten oder ganz fehlenden 
Stachelwarzen und Höfen. 

Die Höfe von einem Kranze wenig vorragender, mamelonirter 
Sekundärwärzchen umn-eben. Miliäroranulen massig o-ross, auf 
den tieferen Platten etwas dichter gestellt, als auf den letzten 
Platten jeder Reihe. — Miliärzone sowohl wie Seitenzone verhält- 
nissmässig schmal. 

Der Scheitelschild ist gross, besonders gegenüber der engen 
Mundlücke. Die Grösse und das ungefähre Verhältniss der das 
Scheitelschild zusammensetzenden Platten ist aus der Abbildung 
ersichtlich. Ihre Oberfläche ist in derselben Weise granulirt wie 
die anstossenden Coronal- Platten. Die Ovarial-Oeffnungen ge- 
hören dem äusseren Drittel der Platten an. Die feine Durch- 
bohrung der ( Jccllar-I'latten liegt am änsseislen Rande derselben. 



[185] III. Cidaridae. 113 

In dem von den Genital-Platten gänzlich umschlossenen Anal- 
felde liegen noch drei Analplatten. Auffällig ist die Grösse der- 
selben, ila sie ti'ir sieh allein fast das halbe Analfeld bedecken. 

Uebereinstimmend mit den englischen Gehäusen von Cidaris 
8ceptrifera ist das Grössen- Verhältniss zwischen Mund- und Seheitel- 
lüeke, sowie im allgemeinen die Zahl der lnterainbulacral-Platten, 
welche bisweilen um eine steigt. Dass die Miliärzone schmaler 
and damit die Warzeuhöfe etwas grösser erscheinen, die Ambu- 
lacral-Felder nur 6 Reihen Granulen, statt 6 — 8, wie die eng- 
lischen Gehäuse fuhren, dürfte auf den jugendlichen Zustand des 
Gehäuses zurückzuführen sein. 

Bemerk. Da unser turoner Planer noch andere Cidariden- 
Gehäuse von ähnlicher Grösse und verwandtem Habitus birgt, so 
werden dieselben noch kurz zu betrachten sein. Es sind Cidaris 
punctillum von c. 27 Inm Durchmesser und Cidaris Reussi von c. 
24 mm Durchmesser. 

Die Zahl der Ambulacral-Granulen ist bei Cidaris punctillum 
die gleiche. 

Bei Cidaris punctillum ist die Vierzahl der entwickelten 
St.K-helwarzen bestimmter ausgeprägt; diese treten bisweilen an 
die Scheitellücke hinan. Die Zahl der Platten mit verkümmerter 
oder fehlender Stachelwarze in jeder Colonne ist = 1 oder = 0. 

Erheblicher ist der Unterschied im Bau der Iuterambulacral- 
platten selbst. Bei Cidaris punctillum sind die Warzenhöfe kleiner. 
weniger tief, und der Scrobicular-Ring noch weniger deutlich, zu- 
gleich die Miliärzone breiter, und die Warzen hole sowohl von 
einander, wie von den Porenzonen durch weitere, von Miliär- 
wärzchen bedeckte Zwischenräume getrennt. Auch sind die Am- 
bulacralplatten weniger gewölbt und somit weniger zu den Nähten 
abfallend. 

Bedeutsam ist das Verhalten der Mundlücke zum Scheitel- 
Bchilde, indem bei Cidaris punctittwm die Scheitellücke mir am ''in 
riagee grösser erscheint als die Mundlücke. 

Demgemä8s kann das fragliche Stück nicht zu Cidaris punc- 
tfflum gehören. 

Folge. HeftS. 8 



114 III. Cidaridae. [186] 

Ueber das noch nicht endgültig festgestellte Verhältniss von 
Cidaris punctillum zu Cidaris Reussi ist oben die Rede gewesen. 

Die Artbezeichnung und Synonymie erfordert noch eine kurze 
Besprechung. 

Was den Namen Cidaris cretosa anbetrifft, so ist darüber 
folgendes zu bemerken. 

Parkinson hatte schon in der ersten Auflage ] ) seines Werkes 
Organic Remains of a Former World, 1811, tom. I., zwei Cida- 
riden abgebildet, unter Figur 9 ein Gehäuse aus Oxfordshire, 
unter Figur 11 ein Gehäuse -»Cidaris papillata conoidea«, aus 
Kent. 

Zu der ersteren, die er als Cidaris papillata bezeichnet, be- 
merkt Gideon Mantell im Jahre 1822 2 ), dass sie im Upper-Chalk 
bei Lewes und Brighton vorkomme und zieht den auf der eigenen 
Tafel 17, Fig. 13 abgebildeten Stachel zu derselben Art, während 
die Figur 11 hier noch unberücksichtigt bleibt. 

Sechs Jahre später 3 ) weiset Gid. Mantell nochmals auf Ab- 
bildungen von Cidariden bei Parkinson hin und bezeichnet nun 
Tafel 4, Figur 3 und Tafel 1, Figur 11 als Cidaris cretosa mit 
der Angabe des Vorkommens bei Lewes und Northfleet 4 ). 

Der Name Cidaris cretosa fällt gleich der Vergessenheit an- 
heim ; selbst Werke wie der Catalogue raisonne von Agassiz und 
Desor, die Synopsis des Echinides fossiles von Desor und der 
Catalogue of British Fossiles sec. Ed. von Morris, kennen den- 
selben nicht. 

Nur Bronn in seinem Index palaeontologicus nennt Cidaris 
cretosa, er citirt dafür den von Mantell, tab. 17, fig. 13 abge- 



x ) Mir liegt die zweite Ausgabe vom Jahre 1833 vor. 

-) Gideon Mantell, The Fossils of the South Downs or, Illustrations of the 
Gcology of Sussex. London 1822, pag. 189. 

3 ) Tabular Arrangement of the Organic. Remains of the County of Sussex. 
Read .hmi (Uli. 1828. Transactions of the Geological Society of London. Second 
series. Volume 111, pag. ^05. 

4 ) Cidaris papillata wird daselbst nicht, mehr aus der Kreide genannt, son- 
dern zu Cidaris cretosa nur beigefügt: »// differs essentialia from Cidaris papillata 
of the oollites«. 



[187] III. Cidaridae. 115 

bildeten Stachel, den Mantell 1822 Cidarü papülata nannte, 
L828 aber mit anderen Stacheln lediglich als »Echinus Spines 
belonging to four or more species« bezeichnete. Bronn führt die 
von Mantell citirte Abbildung bei Parkinson, Tafel I, Fig. 11 
nur mit einem Fragezeichen, die von Mantell in erster Reihe 
citirte Figur Tafel IV, Fig. 3 gar nicht an. Mithin stimmt das 
Chat bei Bronn nicht mit der Angabe des Autors selbst überein 
und ist als falsch zu bezeichnen. 

Uebrigens laufen hier bei Mantell noch einige Irrthümer 
anter. Er citirt von Parkinson, Band II, statt Band III; und 
es Btellt die angezogene Figur 19 keinen Stachel eines Seeigels, 
sondern den Actinocamax cerus Miller, und Figur 20 anscheinend 
eine Hemicidaris dar. 

Erst durch Cotteau wurde im Jahre 1862 die Bezeichnung 
( 'i<lafi* cretosa wieder aufgenommen und hierfür nur die Abbil- 
dung bei Parkinson, tom. III, tab. 1, fig. 11, citirt 1 ), während 
Mantell den Namen in erster Reihe auf die spätere Figur bei 
Parkinson, tab. IV, fig. 3, stützt, welche ein Gehäuse mit Sta- 
cheln darstellt, und erst in zweiter Reihe auch die frühere Figur 
Parkinson, tab. I, Fig. 11 anführt. 

Es ist dies nicht zufällig, denn Cotteau bezieht die beiden 
Abbildungen auf verschiedene Arten. Er 2 ) nennt 8 ) die Fig. 3 auf 
Tab.IV bei Parkinson: Cidarü subvesiculosa d'Orb. 4 ). Da diese 
Figur, weil zuerst genannt den Typus der Cidarü cretosa bei 
Mantell bildet 5 ), so war die Bezeichnung von d'Orbigny unter 



') Ausserdem wird auf eine alte Abbildung von Leske, Jacohi TirF.onor.i 
Klein: Naturalis dispositio Echinodermatum, Lipsiae 1778, tab. 4 1 , fig. 1 hinge- 

D, von der der Autor pag. 133 Belbst angibt, dass er sie copirt habe von 
Walch, Delic. nat. tom. II, 1768, tab. E, fig. 3, pag. 175. 

2 ) Pal. fran-;. 1. c. pag. 2Ö7. 

3) Worin Desob, Synops. Echin. foss. pag. 13 ihm vorangegangen war. 

*) Ebenso den von Mahtell Belbst unter den Namen Gidaris papülata ab- 
leten Stachel. 

5 ) Es ist deshalb ein Irrtham, wonn Cotteau 1. c. pag. 263 schreibt: Bn is:;."> 

Mahtell de'signe, sotts le nom >/> cretosa, »» Oidarü reprisenti por 

'Orgonic Remains, f. III, />/. I, fig. II;. et hu reunü la figurt 3 di I« 

planche IV du meine ouvrage, qui Bert de typi a notn espiet [Cid. subvesiculosa] . 

8* 



i*> 



116 HI. Cidaridae. [188] 

die Synonyme von Cidaris cretosa zu bringen, und es wäre für die 
Park. tab. I, fig. 11 eine neue Bezeichnung zu wählen ge- 
wesen v ). 

Die angezogene Fig. 3, Taf. 4 bei Parkinson war früher, 1846 
durch Agassiz und Desor im Catologue raisonne, pag. 328, als 
Cidaris vesiculosa Gldf. bezeichnet worden. Diesem Vorgange 
folgte Forbes in Morris Catalogue of British fossils , sec. edit. 
1854. 

Die Bezeichnung Cidaris cretosa ist von den neueren englischen 
Paläontologen nicht wieder aufgegriffen worden. Auch bei Wright 
finde ich weder den Namen, noch auch die Figur 11, Tafel I bei 
Parkinson gedeutet. Dagegen nimmt er im Anschlüsse an die 
schweizer und an die französischen Paläontologen die Fig. 3, Taf. IV 
bei Parkinson als Cidaris subvesicidosa d'Orb., und nimmt die ganze 
Synonymie der Art von Cotteau wörtlich mit über. Nichts desto 
weniger fand sich Cotteau zu der Erklärung 2 ) genöthigt, dass die 
beiden von Wright abgebildeten Gehäuse nicht der Cidaris sub- 
vesicidosa angehören, sondern die Cidaris cretosa Maut, darstellen. 

Nur die von Wright abgebildeten Stacheln will Cotteau als 
Cidaris subvesiculosa gelten lassen, wogegen ich meine Bedenken 
schon geäussert habe. 

Cidaris cretosa wird sonst kaum noch genannt, auch nicht von 
Charles Barrois in seinem Werke über die englische Kreide. 

Wenn Urban Schlönbach 3 ) Cidaris cretosa Mantell aus 
dem Galeriten-Pläner am »Fleischercamp« bei Salzgitter nennt, so 
ist zu dieser Angabe zu bemerken, dass das betreffende, mir vor- 
liegende Exemplar ein so geringes und schlecht erhaltenes Frag- 



Befremdlicher Weise schliesst sich Wright 1. c. wörtlich diesem Irrthume an: 
»In 1822 [lies 1828] Mantell described, under the name C. cretosa, a Cidaris 
represented by Parkinson (Oryanic Remains, Vol. III, PL I, fig. II) and united tu 
fig, 3, PL IV, of the same work, which seroed as the type of Cid. subvesiculosa«. 

l ) In dieser Schrift wird die Figur 11 auf Tab. I als die Oberseite, die 
Figur 2, Tab. IV als die Unterseite von Cidaris sceptrifera aufgefasst, wie schon 
bemerkt wurde. 

'-') (Jotit.au, Kcliin. foss. du depart. de l'Yonne, toin. II, pag. 312. 

3 ) U. Schlönbach, Ueber d. norddeutsch. Galeriten-Schichten etc. Sitzungs- 
berichte 'I. k. k. Ak;ul. (I. Wissenschaften. 1. AUL Wien 1868. 



[189] HL Cidaridae. 117 

meut ist, dass es eine befriedigende Sicherheit der Bestimmung 
nicht ermöglicht. 

Vorkommen. Stereocidaris sceptrifera ist in Deutschland 
selten. ADOLPH RÖMER kannte sie noch nicht aus unserem Pläner. 
Die charakteristischen Stacheln habe ich nur im oberen Pläner 
mit Inoceramus < 'ucieri und Epiaster brems bei Paderborn in West- 
phalen beobachtet. Trotz ausgedehnten Steinbruchbetriebes wurden 
daselbst in einer langen Reihe von Jahren nur 6 vereinzelte 
Stacheln und eine Platte mit 4 Stacheln beobachtet. 

Das abgebildete Gehäuse fand sich im Ctmen- Pläner des 
\\ indmühlenberges bei Salzgitter, Hannover, das genanute Frag- 
ment im Cucieri-Pläner bei Paderborn. 

Auch in Böhmen scheint das Vorkommen das gleiche zu 
sein. ReüSS ! ) bildete einen Stachel aus dem Pläner-Mergel von 
Luschitz unter dem Namen Cidaris vesiculosa Goldf. ab. 

Nach den Beobachtungen Charles Barrois 2 ) ist das Vor- 
kommen in England übereinstimmend: in der Zone des Micraster 
cor t€8tudinarium. Ausserdem wird Cidaris sceptrifera von ihm auch 
aus der nächst jüngeren Zone des Micraster cor anguinum ange- 
führt. 

Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass Urban Schlönbach 3 ) 
die Cidaris sceptrifera auch aus einem tieferen Niveau, aus dem 
sogenannten Scaphiten- Pläner (Zone des Heteroceras Reussi) und 
dem gleichalterigen Grünsande von Rothenfelde angeführt hat. 
Die mir aus beiden vorliegenden Fragmente von Stacheln lassen 
keine genaue Bestimmung zu. 

Was das weitere Vorkommen von Stereocidaris sceptrifera 
in der deutschen Kreide betrifft, so habe ich tab. 16, fig. 5 — 7 
den Waehsabguss eines Gehäuses abgebildet, welcher sich im 
Paläontologischen Museum der Universität in Berlin befindet, und 
dessen Original aus dem Obersenon der Insel Rüge! stammen 



') Rkom, Versteh». Böhm. Kreide tab. 20, fig. 15. pag. hl. 

"*) Chari.es Barkois, Terr. rret. &up. de FAngletcrre et de l'lrlande. Lille 
1871. 

Sohlöibaob, Beitrag zur Alter>l><;.stimmung des Grünsandes von Rothen- 
felde. Neues Jahrbuch für Mineralogie etc. 1869. 



118 III. Cidaridae. [190] 

soll !). Dieses Stückes ist bereits oben gedacht worden, und es 
wird noch bei Cid. Darupensis von demselben die Rede sein; hier 
ist von ihm nur zu bemerken, dass 

1) bei der (soweit die bisherigen Erfahrungen reichen) im 
allgemeinen auffallenden Kurzlebigkeit der Cidariden 2 ) ein angeb- 
liches Hinaufreichen der Art aus dem Turon durch den Emscher 
und durch die verschiedenen Zonen des Unter -Senon bis in's 
Ober-Senon Bedenken erregt; 

2) dass unter den zahlreichen Stacheln, welche mir von der 
Insel Rügen vorgelegen haben, kein Stück sich fand, welches als 
Cidaris sceptrifera anzusprechen gewesen wäre; 

3) dass wiederholt Verwechselung der Fundpunkte von Ver- 
steinerungen aus der turonen Kreide der Insel Wollin mit solchen 
aus der senonen Kreide der Insel Rügen stattgefunden haben. 

Unter diesen Umständen wird man das angebliche Vorkommen 
auf der Insel Rügen noch im Auge behalten und besonders stu- 
diren müssen 3 ). — 



Maasse: 



Stereocidaris Darupensis Schlüter. 

Taf. 15, Fig. 1—7. 





I. 


II. 


Höhe des Gehäuses . 


1672 


20 


Durchmesser des Ge- 






häuses .... 


29 


33 


Durchmesser des Pe- 






ristoms .... 


— 


12 


Durchmesser des 






Scheitelschildes 


c. 14-15 


15-16 


Grösste Breite der In- 






terambulacralfelder 


13 


15-16 



III. IV. V. 

— ~ 25 22 



18 20 20 19 

') Wahrscheinlich ist Fig.!), 10, Taf. 1067 bei Cottkau einem zweiten Abgüsse 
desselben Originals entnommen. 

2 ) Vcrgl. die Bemerk, bei Cid. clavigera. 

3 ) Eine vorwandte Form aus der Zone der Bei, mucronata habe ich unten 
als Cida/is Darupensis boschricluMi. 



[191] III. Cidaridae. 119 

I. 11. III. IV. V. 

Durchmesser eines 

grossten Warzenhofes 6 7 7 8 8 8 

Grrösste Breite der Am- 

bulacralfelder . . . 3Y2 4 u. 5 c. 4 c. 4 c. 5 

Grösste Breite der Po- 

rengänge .... — 1 — — — — 

(irösste Breite der In- 

terporiferenzone . . — 2 — — — — 

Gehäuse von mittlerer Grösse, deutlich fünfseitiff gerundet, 
wobei die Mediannaht der Interambulacralfelder mit den Kanten 
zusammenfallt, während die Ambulacralfelder die Seiten halbiren; 
gebläht. Unterseite etwas mehr abgeplattet als die Oberseite. 

Ambulacralfelder wellig; am Umfange eingesenkt, in der 
Nähe der Scheitellücke nicht, oder kaum vertieft. Die Median- 
naht des Feldes etwas eingesenkt, die Porengänge etwas mehr 
vertieft. 

Der äussere Porus scheint weiter zu sein, als der innere, die 
Poren eines Paares liegen enger zusammen, als ihr Durchmesser. 
Auch die Poren -Paare selbst liegen etwa um den halben Poren- 
Durchmesser von einander entfernt. Die Zahl der Ambulacral- 
jilättchen, welche an eine Interambulacraltafel stossen, ist bei 

1 wechselnder Grösse derselben sehr verschieden. An einer 
grossten den Umfang berührenden Platte zählt man 27; an der 
darunter liegenden, ebenfalls den Aequator berührenden Platte 17, 
an der hierunter folgenden, der vorletzten vom Buccalfelde aus, 
nur 8. 

Der Interporiferenraum führt jederseits neben den Poreu- 
gängen eine Vertikalreihe von mamelouirten Granulen, deren jede 
der Höhe eines Ambulacralplättchens entspricht. Die zwischen 
diesen beiden Reihen gelegenen Granulen sind erheblich kleiner. 
Am Umfange <]<•> Gehäuses liilut jedes Plättchen 6 dieser kleineren 
Granulen, welche sich paarweise zu drei schrägen Reihen ordnen, 
so dase jed< - Ambulacralfeld 8 Reihen von Granulen besitzt. Nach 
den Polen hin vermindert sich die Zahl der [leihen, wie immer. 



120 HL Ciclaridae. [192] 

Die Interambulacralfelder führen in jeder Reihe 4 oder 
5 Coronalplatten. Drei oder vier dieser Platten sind mit wohl 
entwickelter, durchbohrter, nicht crenelirter Stachelwarze und stark 
vertieftem Warzenhofe versehen. 

Die oberste Platte, in einigen Fällen die beiden höchsten 
Platten jeder Colonne besitzen nur eine verkümmerte Warze und 
einen verkümmerten Warzenhof, oder beide fehlen gänzlich. Hier- 
durch erscheint die Oberseite des Gehäuses fast nackt. 

Unter den tieferen Platten zeichnen sich drei (in einzelnen 
Fällen nur zwei) in jedem Felde durch Grösse und weite Warzen- 
höfe aus. Die näher am Mundfelde gelegenen Platten nehmen 
rasch an Grösse ab. Der Rand der Warzenhöfe mit dem Scrobi- 
cularringe ragt in auffallender Weise vor, wodurch die Warzen- 
höfe noch mehr vertieft erscheinen, und zugleich das ganze Ge- 
häuse einen eigenartigen Habitus erhält. Von dem aus deut- 
lichen mamelonirten Secundärwarzen gebildeten Scrobicularringe 
an senken sich die Coronalplatten gegen die stark vertieften Nähte. 
Bei der grossen Ausdehnung der Warzenhöfe ist die Miliar- und 
die Seitenzone sehr schmal, so dass eine Anordnung der Granulen 
in Reihen nicht in die Erscheinung tritt. 

Die Innenseite der Coronalasseln ist nicht gebogen, sondern 
plan, wie das als Steinkern sich präsentirende , Taf. 15, Fig. 6, 
abgebildete Exemplar darthut. 

Auf einigen Horizontal -Nähten bemerkt man einen undeut- 
liehen Eindruck. 

Es verdient noch ausdrücklich hervorgehoben zu werden, dass 
bei allen, in verschiedener Grösse vorliegenden Exemplaren die 
Zahl der Interambulacralplatten dieselbe ist, dass aber die Grösse 
der Platten und der Durchmesser der Warzenhöfe mit der Grösse 
der Gehäuse zunimmt; anscheinend wächst auch mit der ver- 
mehrten Ausdehnung der Ambulacralfelder die Zahl der Längs- 
reihen der feinen Granulen. 

Bei einer Breite eines Interambulacralfeldes von 13 '"'" haben 
die grössten Warzenhöfe einen Durchmesser von 6""", von 15 — 18: 
7""", von 19—20: 8""". 



[193] HI. Cidaridae. 121 

Stacheln. Auf einem Gehäuse lieürt noch das 15 mm lancre, 
•J """ dicke obere Ende eines Primärstachels. Derselbe ist polygonal; 
auf den Kanten gekörnte Kippen; die Flächen zwischen denselben 
fein granulirt. 

In denselben Schichten habe ich noch eine Anzahl Stachel- 
Fragmente, zum Theil bis zu 45 ,nm Länge, gesammelt, welche 
sehr wahrscheinlich ebenfalls hierher gehören. Der Querschnitt 
ist kreisförmig oder leicht oval; am dickeren Ende bis 5""" stark, 
sich langsam verjüngend. Die Oberfläche mit geperlten Längs- 
rippen besetzt, welche nicht alle die obere Partie des Stachels 
erreichen, sondern zum Theil früher oder später enden, womit 
jener leicht eine polygonale Gestalt annimmt. 

Der Stachelknopf ist nicht dick, die Gelenkfläche glatt, der 
nicht scharf ausgeprägte Ring mittelfein gekerbt, der kurze Stachel- 
hals fein gestreift. 

Obwohl keine vollständigen Stacheln vorliegen, so hat es doch 
nach den verschiedenen Bruchstücken den Anschein, als ob ihre 
Gestalt eine verlängert spindelförmige gewesen sei. Sie erinnern 
au die Stacheln von Cidaris sceptrifera, deren Oberfläche jedoch 
mit scharfen Dornen besetzt ist, welche Längsreihen bilden. 

Die Sekundärst ach ein, welche zwei Gehäusen in einer 
Mehrzahl von Exemplaren aufliegen, sind klein, 3 bis 4 mm lang, 
von keilförmiger Gestalt, fein längsgestreift. 

Bemerk. Das Verhältnis? zu der, unter den einheimischen 
Formen zunächst verwandten 

Stereocidaris Hannoverana Schlüt. 

isl bei dieser erörtert worden. 

Unter den Cidariden, welche aus angeblich gleichem Niveau 
fuhrt sind, steht >Cidarü cretoaa Mant.« J ) in der Auffassung, 

wie di.xll.c von ( otteaü 2 ) genommen wird, am nächsten, und 

sind somit deren Beziehungen darzulegen. 



Was die Artbezeichnang angeht, so sind meine Bemerkungen oben bei 
Besprechung der Cidarit seeptri/era pag. 115 zu vergleichen. 
*) Paleontol. franc. terr. cret. tom. VII, pag. 276, tab. 1067. 



122 HL Cidaridae. [194] 

Die Art in dieser Auffassung scheint sehr selten zu sein; ich 
finde sie bei Durchsicht der einschlägigen Litteratur nicht wieder 
genannt, insbesondere auch nicht in der für die obere Kreide 
Englands bahnbrechenden Arbeit von Charles Barrois, welche 
uns sonst über das genauere Lager der Art die dringend wün- 
schenswerthe Belehrung gebracht haben würde. 

Einem Briefe Cotteau's entnehme ich, dass auch ihm selbst 
seit der ersten Besprechung der Art, seit 1862, keine weiteren 
Exemplare bekannt geworden sind. 

Es lagen ihm damals 3 Exemplare vor: ein Gehäuse von 
Royan aus der Sammlung der Sorbonne, ein Fragment aus dem 
Somme- Departement und ein Gypsabguss, dessen Original von 
der Insel Rügen stammen soll, in der Sammlung des Herrn 
Michelin. 

Das erste und das letztgenannte ^ Stück sind von Cotteau 
abgebildet worden. 

Der Abguss wird von Herrn von Hagenow, dem Mono- 
graphen der fossilen Reste der weissen Kreide Rügens stammen, 
von welchem dergleichen Abgüsse seltener und gut erhaltener 
Stücke an befreundete Fachgenossen mitgetheilt worden sind. Ein 
solcher Abguss befindet sich auch in Berlin und wurde freund- 
licher Weise von Herrn Geheimrath Beyrich mitgetheilt. Ich 
gebe von demselben eine neue, nicht »restaurirte« Abbildung, 
Taf. 16, Fig. 5—7. 

Von dem an zweiter Stelle genannten Exemplare, welches sich 
in der Sammlung des Herrn Cotteau befindet, habe ich durch 
dessen Liebenswürdigkeit nähere Kenntuiss erhalten. Es ist nur 
ein Interambulacralfeld mit noch ansitzenden Ambulacren, welches 
aus einem, im Innern schwarzen Feuersteine vorragt. Dessen 
obere und untere Partie ist ebenfalls von Feuerstein verdeckt. 

Die Verschiedenheiten der »Cidarü- cretosa« von Stereocidaris 
Darupemis , welche trotz der Verwandtschaft besonders bei den 
grösseren von Cotteau abgebildeten Gehäusen in die Augen 
fallen : 



') Dieses »rostaurirt«, und anscheinend nicht aas dorn Spiogel gezeichnet. 



[195] HI. Cidaridae. 123 

das weniger deutliche Hervortreten des fiinfseitigen Schalen- 
Umrisses, 
die stärkere Wölbung der Interambulacralplatten '), 
die grössere Breite, besonders der Blindasseln *), 
die verhältnissmässig geringere Ausdehnung der Warzenhöfe, 
die langsamere und gleichmässigere Grössenzunahme der- 
selben vom Peristom zum Aequator, 
die grössere Breite der Miliar- (und Seiten-) Zone, 
las weniger markirte Vorspringen des Scrobicularringes 2 ) 
könnte mau möglicher Weise geneigt sein, auf Rechnung der 
mehreren Grösse dieser Gehäuse zu setzen; man wird aber diese 
Möglichkeit nicht ausdehnen wollen auch auf den abweichenden 
Bau der Ambulacralfelder ; diese führen 6 bis 8 Reihen Granulen. 
Sechs Reihen zeigt das oben erwähnte zweite, kleinere, in einem 
Feuerstein steckende Exemplar; 8 Reihen vermag man auch bei 
dem von der Insel Rügen stammenden Abgüsse an einer Stelle 
wahrzunehmen. Sie ordnen sich zu einfachen Querreihen, so dass 
ein Ambulacralplättchen eine Reihe von 4 Granulen besitzt, wo- 
bei die innerste sich zuweilen zu verdoppeln scheint. Die ein- 
zelnen Plättchen markiren sich deutlich durch Vertiefung ihrer 
Quernähte. 

Wenn auch die Scheitelschilde der beiden Arten bis jetzt 
nicht verglichen werden können, so ist doch darauf hinzuweisen, 
dass bei Cidarü cretosa die verhältnissmässig grosse, die Ovarial- 
platten durchbohrende Genitalöffnung dicht am Aussenrandc liegt, 
während sie bei der früher besprochenen Stereocidarin Carteri und 
teidaris Hannoverana, wenn auch ebenfalls excentrisch, doch 
mehr nach innen liegt. 

Die angegebenen Umstände, unter diesen vorzugsweise das 
abweichende Verhalten der Ambulacralfelder, oöthigen, die Cida- 
riden der Ensel Rügen 8 ) und die Westphalens, welche beide den 



') Diese tritt auch schon in den alten, von Cottbao citirten, Figuren bei 

Pabkuson (siebe oben pag. 115) deutlich hervor. 
*) Wenn dies nicht etwa durch die Erhaltungsart bedingt ist 

Vergl. aber die Fundortsangabe die Bemerkungen anter Oidaris aeeptri/era. 



124 ni. Cidaridae. [196] 

Schichten mit Belemnitella mucronata angehören, auseinander zu 
halten. 

Vorkommen. Sechs Gehäuse und eine Anzahl Stacheln 
wurden in der Zone des Ammonites Coesfeldiensis Schlüt., Micraster 
glyphus Schlüt. und der Lejjidospongia rugosa Schlüt. im mittleren 
Westphalen, bei Darup, und ein paar Stacheln auch bei Coesfeld 
beobachtet, und von mir im Museum der Universität Bonn nieder- 
gelegt. 

Vielleicht gehören auch einige Stachel- Fragmente aus den 
Schichten mit Belemnitella mucronata zwischen Berkum und 
Schwiechelt hierher. 



[197] in. Cidaridae. 125 



Gatt. Temnocidaris Cotteau 1863. 
Temuocidaris danica Desor sp. 

Taf. 17, Fig. 1, 2, von Faxe. 
Taf. 17, Fig. 11 — 13. Nach einem Feuerstein -Hohldrucke. 

Odaris danica Desor, Syn. Echin. foss. pag. 15. 
» rimosus Quenstedt, Epochen pag. 52 ? 

Maasse einiger Gehäuse. 

Höhe der Schale ... c. 12 c. 24 c. 41 c. 50 o. 54 

Breite der Schale ... — — — — — 

Breite des Peristoms . . — — — — — 

Breite des Periprocts . . — — — — — 
Breite der Interambula- 

cralfelder 12 15 33 38 45 

Breite der Ambulacral- 



felder 




o 3 


5 




6 




7 


Broito der 


Porengänge 


c 3 / 4 


o-V« 


c, 


•Wi 


i 


C. l3/ 4 


Zahl der 


Co ronal platten 














in einer 


Reihe . . 


5 


6 6 


(c 


»der 


7) 


7 


Höhe eines 


primären War- 














/' nhofes 





c. 4 


5 




9 




c. 11 


Breite d<^ 


selben . . . 


c. 4 


5 




9 




11 


Zahl (Irr 


arabulacralen 














( irranulenreihen . 


4 


4 (-6) 




8 






Breite «Kr 


Bliliärzone incl. 














ibicu 


larring, schräg- 














Aber gemessen 


3 


4 




10 




12 



c. 12 

11 

8 



c. 14 



Gehäuse gross, von kreisförmigem Umfange, fast doppelt so 
breit als hoch, anscheinend im allgemeinen oben und unten leicht 



126 HL Cidaridae. [198] 

und ziemlich gleichmässig gewölbt , einzelne Exemplare unten 
rascher verengt wie oben. 

Porengänge ziemlich breit, vertieft, leicht gewellt und zwar 
oben etwas mehr als unten, gebildet von einander genäherten 
Porenpaaren. Die Poren (nur an einer kleinen Stelle deutlich 
sichtbar) der äusseren Reihe sind elliptisch und nach innen zu 
zugeschärft. 

Der Interporiferenraum trägt am Umfange junger Gehäuse 4, 
bei grösseren Gehäusen 8 Reihen regelmässig geordneter Gra- 
nulen, deren Grösse von aussen nach innen nur um ein geringes 
abnimmt. Gegen das Peristom und Periproct verringert sich die 
Zahl derselben, wie die Regel ist. 

Anscheinend besitzt der Interporiferenraum (längs der Mittel- 
naht) einige Impressionen, wie die Typen der Gattung. Die 
Glacirung sämmtlicher vorliegenden Stücke durch eine leichte 
Kalkspathdecke verhindert eine scharfe Beobachtung dieser Er- 
scheinung. 

Interambulacralplatten finden sich in einer Reihe bei jugend- 
lichen Gehäusen 5, bei mehr erwachsenen 6, bei allen grösseren 7. 

Die Stachelwarzen sind kräftig, durchbohrt, nicht crenelirt, 
umgeben von grossen, stark vertieften Warzenhöfen, welche bei 
jungen Gehäusen kreisförmig sind, diese Gestalt nur an der Ober- 
seite bewahren, während die dem Peristom näher gelegenen Höfe 
eine leicht elliptische Gestalt erlangen. 

Die Stachelwarzen wie ihre Höfe nehmen vom Peristom an 
langsam und gleichmässig an Grösse zu. Auf allen letzten, dem 
Scheitelschilde zunächst gelegenen Coronalplatten sind Stachel- 
warze und Warzenhof minder oder mehr verkümmert. 

Der Scrobicularring , von grösseren mamelonirten Granuleu 
gebildet, erscheint schon bei den kleinsten vorliegenden Gehäusen 
geschlossen. An der Unterseite des Gehäuses bleiben die Scrobi- 
cularringe in jedem Alter in Berührung, während die hochge- 
legenen durch Miliärgranulen getrennt sind. 

Die Miliür/.one vertieft, den zickzackförmigen Verlauf der 
Nähte deutlich erkennen lassend; an jugendlichen Gehäusen massig 
breit, so dass die Entfernung zwischen zwei alternirenden Höfen 



[199] HI. Cidaridae. ]27 

dem Durchmesser der Höfe selbst ziemlich gleichkommt. Später 
schreitet das Wachsthum der Miliärzone rascher voran als das- 
jenige der Warzenhöfe, so dass nunmehr die alternirenden Höfe 
weiter auseinander treten. 

Die Miliärzone ist bedeckt von ziemlich kräftigen und ziem- 
lieh gleichmässigen runden Granulen. 

Durch die erwähnte Glacirung der Oberfläche erscheinen die 
Granulen meist verzerrt, verlängert, und lassen nicht wohl eine 
Gruppirung erkennen. 

An einem der grossen Gehäuse ist eine der grossen, hoch- 
gelegenen Coronalplatten fast ganz von dein seeundären Kalk- 
Bpathüberzuge frei, und hier erkennt man ihre runde Gestalt und 
ihre Anordnung in Querreihen, oder in ausstrahlende Reihen. 
Es hat den Anschein, — aber es kann nicht mit Bestimmtheit 
angegeben werden — dass diese Reihen hin und wieder durch 
Bchwache Furchen getrennt werden. 

Granulen, von der gleichen Beschaffenheit wie auf der Miliär- 
zone, trennen seitlich die Warzenhöfe von den Porengängen, auf- 
wärts Streifen von zunehmender Breite auf den Interambulaoral- 
feldern bildend. 

Wie bei den übrigen Arten des Geschlechts sind die Miliär- 
zone und die Seitenzonen mit zahlreichen, zerstreut stehenden 
rundlichen »Impressionen« versehen. 

I eher Peristom und Scheitelschild kann nichts beigebracht 
w.rden, da keine vollständigen Gehäuse vorliegen, doch verdient 
erwähnt zu werden, dass jede an den Scheitelschild austossende 
[nterambulacralplatte des grössten vorliegenden Gehäuses eine 
breite rundliche Einbuchtung zeigt. 

Bemerk. Die Gattung wurde auf 3 aus der oberen Kreide 
des südwestlichen Frankreich stammenden Gehäusen, einem grösse- 
ren, v>n KK""" Durchmesser bei 50""" Höhe, und zwei kleinen. 

vi) 64 Durchmesser bei 42""" Höhe, von Cotteaü *) errichtel 

und jenes Temnocidaris magnifica, diese Temnoddarü Baylei ge- 
nannt. 

■:•'•<. nt. Fi-an?. I. a. 1863, pag. 355. 



128 in. Cidaridae. [200] 

Beide, welche man für Entwicklungsstufen halten könnte, 
unterscheiden sich von den vorliegenden Gehäusen auf den ersten 
Blick durch die gänzlich abweichende Bildung der Granulen auf 
dem Interporiferenraume der Ambulacralfelder, welche mit in die 
Gattungsdiagnose aufgenommen wurde: 

»Aires ambulacraires . . . garnis de granules fins, abondants 
et disposes sans ordre, ä V exception des rangees externes 
qui s'etendent regulier ement sur le bord des zones poriferes.«. 

Auch wurde von Cotteau eine schon bekannte Art aus der 
oberen baltischen Kreide 

Cidaris Danica Desor *) 

mit zu der Gattung gezogen, besprochen, und ein Fragment der- 
selben abgebildet 2 ). 

Desor charakterisirte die Art kurz so: 

»Assez grande espece, ä scrobicules eirculaires, profonds et 
relativement petits. Cercle scrobiculaire peu accuse, les gra- 
nules ne faisant pas saillie. Largeur considerable de la 
zone miliaire. Quatre rangees de granules dans les ambu- 
lacres. — Danien de Faxe. Museum de Copenhagen . .« 

Da die mir vorliegenden Exemplare, welche ich der zuvor- 
kommenden Gefälligkeit des Herrn Collegen Johnstrup in Copen- 
hagen verdanke, ebenfalls von Faxe stammen, so ist nicht zu 
zweifeln, dass sie ident sind mit den von Desor besprochenen 
Vorkommnissen. Wenn Desor gleichwohl von 4 Reihen Gra- 
nulen spricht, so möchte dies kaum darin begründet sein, dass er 
nur jugendliche Gehäuse vor Augen gehabt, da er sie als assez 
grande bezeichnet, als vielmehr darin, dass er entweder durch 
stärkere Incrustation undeutlicher gewordene Gehäuse vor sich 
gehabt, oder nur zerfallene Gehäuse, wie sie gewöhnlich gefunden 
werden, geprüft hat, welche am Umfange nur 4 Granuleureihon 
(d. i. auf jeder Hälfte eines Ambulacralfeldes) zeigen. 



h Desor, Syn. des Echinid. foss. 1855, pa,g. 15 (ohne Abbildung). 
2 ) Cocteau, Pal. fran?. 1. o. pag. 362, fcab. 1087», Sg. 7, 7- 



[201] Hl. Cidaridae. 129 

Auch das von Cotteatj zur Darstellung gebrachte Fragment 
Boll angeblich von Faxe stammen. Wenn hier keine Verwechse- 
lung der Fundorte vorliegt, so lassen sich die Abweichungen, 
«reiche ein Vergleich ergiebt, vielleicht aus einer geringeren Cor- 
rectheit der Zeichnung erklären. Befremdlich bleibt immerhin, 
dass COTTEAU in der ausführlichen Besprechung des Stückes nicht 
der Incrustation gedenkt. Mir ist keine Echinide von Faxe, ob 
regulär oder irregulär bekannt, die nicht incrustirt wäre. 

Von Desor waren auch vereinzelte Coronalplatten aus den 
der jüngsten Kreide angehörigen »Baculiten-Schichten« von Con- 
tentin zu Cidaris danica gezogen worden; Cotteau hat dieselben 
zu Cidaris Faujasi gestellt, welche in den Maestricht- Schichten 
nicht selten ist, dagegen andere vereinzelte Asseln von Maestricht 
zu Temnocidaris danica gestellt. 

Vorkommen. Cidariden-Reste vom Habitus der Temnocidaris 
danica sind in dem norddeutschen Diluvium mehrfach gesammelt 
worden. So bewahrt das paläontologische Museum der Univer- 
sität in Berlin einen solchen Abdruck in Feuerstein x ) von nicht 
mehr bekanntem Fundpunkt. (Er führt die Etikette Cidaris perlafa.) 

Im Museum zu Tübingen befindet sich ein Feuersteiuabdruck 

\.>n Radegast bei Satow in Mecklenburg, von dein QüENSTEDT in 

seinen Epochen 2 ) einen Holzschnitt gab und 

Cidaris rimatus 
nannte. 

Desselben Stückes gedenkt Quenstedt nochmals in seinen 
Bchiniden 3 ) und setzt jetzt, vielleicht aufmerksam gemacht durch 
die Paleontologie francaise, hinzu, dass auf dem x\bdrucke »neben 
der Nahtleiste zwischen den Rippen [d. i. den Abdrücken der 
feinen Furchen zwischen den Granulen der Miliärzone] kleine er- 
babene Pusteln [also den Abdrücken der rundlichen Empressions«] 
vorhanden sind, welche in der neuen Abbildung wiederum unbe- 
rücksichtigt geblieben sind. 



') Abgebildet tab. 17, fig. 11 — 13. 

*) Qubkstkdt, Epochen der Natur, Tübingen, Laupp. 1861, pag. 52. 

kdt, Petrefactenkunde Deutschlands. 3. Band. Bchiniden. Leipzig, 
. ! -72-1875, pag. 173, tab. 68, ßg. I. 

y 



130 III. Cidaridae. [202] 

Das von Quenstedt abgebildete Fragment gehört der oberen 
Hälfte des Gehäuses *) an. Die erste Abbildung stellt die Stachel- 
warzen nicht nur durchbohrt, sondern auch crenelirt dar, und 
noch in der zweiten Besprechung ist von einer schwachen Ker- 
bung die Rede. Da meine Stücke nur Durchbohrung, keine 
Crenelirung zeigen, könnte dieser Umstand über einer Zuweisung 
von Cidaris cinosus zu Temnocidaris danica Bedenken erregen. 

Cotteau stellte in der Paleontologie francaise ein paar Asseln 
aus dem Maestricht-Tuff zu Temnocidaris danica, und führte in 
der Beschreibung der Echiniden des Hainaut auch ein paar Platten 
aus gleichem Niveau von Ciply auf dieselbe Art zurück. — Ich 
selbst habe bei Maestricht einige Coronalplatten gesammelt, welche, 
von ungünstiger Erhaltung, undeutliche Spuren von subcirculären 
Eindrücken zeigen, aber nicht näher bestimmbar sind. 

Auch in den Schichten des Schneeberges mit Belemnitella 
mucronata, unweit Aachen, haben sich einige Coronalplatten von 
Temnocidaris gezeigt. Dieselben scheinen auch wegen der weniger 
regelmässig gestellten Ambulacralgranulen nicht zu Temnocidaris 
danica, wahrscheinlicher zu Temnocidaris Baylei Cott. zu gehören. 



! ) Das in Berlin befindliche Exemplar gehört dem unteren Theile des Ge- 
häuses an. In demselben Gesteinsstückchen liegt auch der 30 ram lange Abdruck 
eines cylindrischen Stachels von 3™™ Dicke, welcher die in genäherten Längs- 
reihen geordneten Abdrücke kleiner Körnchen oder Zähnchen zeigt. Der Hals 
führt eine feine Längsstreifung. 






[203] III. Cidaridae. 131 



Gatt. Porocidaris Desor 1858. 

Porocidaris sp. nov. 

Es liegt nur ein ! ) geringes Fragment eines Stachels vor, 
gleichwohl ist es wegen seiner Lagerstätte von Interesse und hier 
zu erwähnen. 

Der Stachel ist flach, die eine Seite ein wenig mehr gewölbt 
als die andere. Die beiden scharfen Seiten des Stachels tief säge- 
förmig ausgeschnitten und zwar so, dass die obere Kante der 
Bcharfen Zähne fast rechtwinkelig zur Achse des Stachels steht. 
Auf der mehr gewölbten Seite des Stachels rinden sich ein paar 
niedrige, entfernt stehende Höckerchen. Es scheint, dass auch 
\ HAGENOW 2 ) diese Stacheln bereits gekannt hat, wenn er schreibt: 
Stacheln sehr zart und platt gedrückt, glatt, an den scharfen 
Kanten sägeförmig, scharf gezahnt. Allen Exemplaren fehlt die 
Warze und die Spitze«. 

Die eigenartige Gestalt schliesst den Stachel an jene Formen 
unbekannter Herkunft, die 1778 schon Leske und Klein ? '). 
1793 SCHMIEDEL 4 ), 1811 Parkinson 5 ) abbildeten, welche dann 
vi »n GOLD] D88 6 ) 

( idarü Schmidelii 
genannt und in den braunen Jura von Dischingen versetzl wurde 



Bin zweites ist verloren. 
"*) Jahrb. für Minoral. etc. 1840, pag. 658. 
*) Lbbkb, Klein, Additamenta, tab. 52, lig. 18. 

4 ) SoHwosDBt,, Vorstellung einiger merkwünl. Verstein. pag. 10, tab. 25, 
8—5). 

5 ) Parkinson, Org. Rem. tom. III, tab. 4, fig. 12. 
Goldfuss, Petr. Germ. I, pag. 120, tab. 40, fig. 4. 

9* 



132 III. Cidaridae. [204] 

Bedenken gegen dieses Vorkommen wurde schon von Desor x ) 
erhoben, bestimmter ausgesprochen von Qüenstedt 2 ), und als wahr- 
scheinlicher Fundort das Tertiär von Verona bezeichnet 3 ). 

Die verwandten fossilen Formen, welche auch Desor in der 
»Synopsis desEchinides« neben Cidaris Schmidelii^) abbildet: Cidaris 
Veronensis Mer. 5 ), Cidaris serrata d'Arch. 6 ) gehören ebenso, wie 
Cidaris serraria Bronn 7 ) und Cidaris pseudoserrata Cott. 8 ) (diese 
weit verbreitet: in Frankreich, der Schweiz 9 ), Italien 10 ), Ungarn n ) 
sämmtlich dem Tertiärgebirge an. 

Betreuend die erstgenannte Art: Cidaris Schmidelii, so geht 
Dames 12 ) noch einen Schritt weiter, indem er Cidaris Veronensis 
und Cidaris serrata, welche unzweifelhaft aus dem Tertiär 13 ) 
stammen, nur als Synonyma jener betrachtet. 

Durch Desor wurde 1. c. auf jene Stacheln und einige bei 
Verona gefundene Asseln die Gattung 

Porocidaris 
errichtet. 

Später sind auch einige lebende Formen der Gattung bei- 
gefügt worden, purpurata Thomps., elegans A. Ag., Sharreri A. Ag., 



') Desor, Synop. des Echinid. foss. pag. 47. 

2 ) Qüenstedt, Echiniden. 

3 ) Wie schon von Parkinson und Schmiedel angegeben. Dieser nanute das 
Valle Dominica in der Gegend von Verona als Fundpunkt und bemerkt, dass 
auch Spada, Catalogus lapidum Veronensium (drei Ausgaben, die erste Verona 
1739) pag. 32, No. 27 diese Stacheln bereits gekannt habe. 

4 ) Desor, Synop. Echin. foss. pag. 47, tab. 7, fig. 22. 

5 ) Desor, ibid. tab. I, fig. 7. 

G ) d'Archiac, Mein. Soc. geol. France, 2. ser. , vol. III, pag. 419, tab. X, 
üg. 6. — Desor, 1. c. pag. 47, tab. 7, fig. 23. 

7 ) Bronn, Ital. Tort.- Geb. pag. 132. — Agassiz, Des. Catal. raisonue, I.e. 
pag. 335 (sep. 31). — Desou, Synop. Echin. pag. 48. 

s ) Oottbaü, Echin. foss. des Pyrenees 1863, pag. 75, tab. 2, fig. 17 — 22. 
'j Loriol, Oursins tertiaires de la Suisse, pag. 12, tab. I, fig. 6. 

10 ) Laube, Kc.liinoideen des Viccntin-Tertiärgeb. Wiener Akad. 1868, pag. 10. 

") 1'avav, die fossilen Seeigel des Ofener Mergels 1874, pag. 67, tab. 8. 

I2 ) Dames, die Kchiniden der Vicentinischen und Vcronesischen Tertiärab- 
lagerungen 1H77, pag. 13. 

l8 ) Aucb im Tertiär Aegyptens oachgewiesen. Zittel, Eandb. pag. 496. 



[205] in. Cidaridae. 133 

gracilis Död.; doch besteht die Uebereiustimmung nur in der 
Gestalt der Stacheln, während den Höfchen die strahlenden 
Furchen und den Stachelwarzen die Kerbung fehlen, und die Poren 

nicht gejocht sind, so dass für dieselben wohl ein neuer Name 
aufzustellen ist. 

Am wenigsten bekannt geworden ist < 'idaris serraria Bronn, 
welche auch Meneghini 1 ) nach dein Vorgange DesorV 2 ) zu Poro- 
cidaris stellte und zuerst durch eine Anzahl Abbildungen er- 
läuterte. 

Der vorliegende deutsche Stachel steht diesen am nächsten, 
doch sind seine Zähne gestreckter und schärfer. Genauere Bezie- 
hungen lassen sich erst nach weiteren vollständigeren Erfunden 
feststellen. Dass beide sich als verschiedenen Arten angehörig 
bestimmter erweisen werden, macht der Umstand wahrscheinlich, 
dass Porocidaris serraria der jugendlichen Subapennin- Formation 
angehört. 

Da bisher Arten der Gattung von höherem Alter als Tertiär 
nicht nachgewiesen sind, so verdient noch ein Umstand, der Be- 
denken gegen die Zugehörigkeit zur Gattung Porocidaris erregt, 
erwähnt zu werden. Es sind nämlich einige recente Cidariden 

. japonica Död., Guniaddarw clypeata Död.) bekannt, welche 
in der Nähr des Mundfeldes Stacheln von Porocidaris - ähnlicher 
Gestalt besitzen, während die übrigen Stacheln eine sehr ab- 
weichende Form zeigen. 

andererseits ist das geologische Vorkommen des in Rede 
Btehenden Stachels ein solches, dass es sich unmittelbar an die 

unten Formen aus dem Eocän anschliesst, indem es aus der 
oberen Kreide :; ; stammt. 

Torkommen. Das besprochene Stück fand sieh in einer 
Sammlung kleiner, fossiler Reste aus der obersenonen, durch das 



. Mim. <. ihm. Su<Hi Echinodenni fossili neogenico <li Toscana, in Siena e 
Territorio. Siena 1 865, pag. 68, lab. I, fig. 3— 5; lab. II, fig. 1—2. 
- 1 1 - op. Iv-liin. Im-.-, pag. 48. 

n könnte hiernach, Bobald besseres Material vorliegt, Porocidaris cretacea 
als Bezeichnung wählen, 



134 III. Cidaridae. [206] 

Vorkommen von Belemnitella mucronata bezeichneten Schichten 
der Insel Rügen. 

Original im Museum zu Bonn. 



Porocidaris (?) lingualis Desor. 

Ciclaris lingualis Desor, Synopsis des Echinides fossiles 1856, pag. ?, tab. VI, 
fig. 17. 

Gehäuse unbekannt. 

Stacheln von mittlerer Grösse, verlängert, comprimirt, spatei- 
förmig, die Seitenkanten fast schneidig, Vorder- und Hinterseite 
flach * gewölbt, bedeckt von zarten Längsrippen, welche durch 
glatte, flachconcave Zwischenräume getrennt werden. Nach den 
Seitenkanten hin stehen die Rippen genähert. 

Collerette undeutlich und kurz oder fehlend. Knopf wenig 
entwickelt, nicht comprimirt; Ring minder oder mehr vorspringend, 
grob gestreift. Gelenkfacette nicht deutlich erhalten, anscheinend 
nicht crenelirt. 

Schon Desor hat 1. c. einen Stachel von Rügen abgebildet, 
aber ich finde keine zugehörige Beschreibung. 

Durch Cotteaü sind in der Paleontologie francaise einige 
verwandte Formen aus tieferen Schichten beschrieben worden: 

( 'ijphosoma dimidiatum Cott. l ) 

aus dem Cenoman, Zone des Scaphites aequalis, von Le Maus, und 

Cyphysoma remus Cott. 2 ) 

aus dem Ober-Turon von Royan (Charente-Iuferieure). 

Sie unterscheiden sich durch mehr entwickelten Kopf und 
llals, theils crenelirte Gelenkfacette etc. 

Die Gestalt der Stacheln stimmt insbesondere mit derjenigen 
von Porocidaris überein, wenn man davon absieht, dass bei dvn 
bisher beschriebenen : ') die seitlichen Kanten sägeförmig sind. 



l ) 1. c. pag. 690, tat». 1 170, Bg. 7—9. 
») 1. c. pag. 694, tab. 1170. Bg. 20— 22. 
'■'■) Siehe Poroüdarü sp. pag. 131. 



[207] HL Cidaridae. 135 

Man könnt ähnlich geformte Stacheln bei lebenden Cidariden 
nicht allein als Sekundärstacheln von Ambulacralfeldern und Scro- 
bicularringen , sondern auch als Primärstacheln ans der Nähe des 
Buccalfeldes, während sonst andere Formen von Stacheln auf dem- 
selben Gehäuse vorherrschen, z. B. lange eylindrische Stacheln mit 
gekörnten Kippen bei Stereocidaris japonica J ). 

Dieser Umstand erregt Bedenken gegen die Selbständigkeit 
von ( 'idaris linyualis 2 ) um so mehr, als grosse, zn Stereocidaris 
gehörige Gehäuse, auch am gleichen Fundpunkt beobachtet werden. 

Vorkommen. Cidaris lingual i$ fand sich selten in der ober- 
Benonen Kreide mit BelemniteUa mucronata 3 ) auf der Insel Rügen, 
kommt nach Bosquet 4 ) auch im Maestrichtien Limburgs vor. 

1 las Bonner Museum besitzt einige Stachel -Fragmente aus 
der Limburger Kreide von Kaenraed. Dieselben führen ähnliche 
zarte, entfernte Längsrippen, sind aber schmaler und zeigen vor- 
herrschend einen ovalen Querschnitt, wodurch die Uebereinstim- 
mnng vermindert, wenngleich die Zugehörigkeit nicht gänzlich 
verneint wird. 



') Döderlein, Japanesische Seeigel, I, 1887, pag. 6, tab. III; vergl. auch 
cidaris grandis, ibid. pag. 3. 

2 ) Deren Stacheln freilich 3 mal so gross sind wie die in Vergleich ge- 
stellten lebenden Formen. 

3 ) Einen ähnlichen aber gleichmässig abgeplatteten Stachel mit abgerundeten 
Sitrn kanten, Oberfläche mit feinen, gedrängten Linien bedeckt, sammelte ich in 
der gleichen Zone bei Köpinge in Schweden. 

4 ) Bosquet in Dewalque, Prodrome d'unc descript. geologique de la Belgiqae 
pag. 380. 



136 HL Cidaridae. [208] 



Gatt. Pleurocidaris Pomel 1883. 
Pleurocidaris regalis Goldfuss sp. 

Cidaris regalis Goldfuss, Petref. Germ. I, 1826 — 1833, pag. 166, tab. 39, iig 2. 
Maasse: 

Durchmesser der Schale (berechnet) . . c. 70 ram 

Höhe der Schale 52 

Breite der Ambulacralfelder c. 9 

» » Porengänge fast 3 

» » Interporiferenzone c. 3 

» » Interambulacralfelder .... c. 35 

» der grössten Interambulacralplatte . . 17,5 

Höhe 10 

Höhe eines primären Warzenhofes ? 

Breite 8 

Durchmesser der Stachelwarzen . c. 2 

Zahl der Coronalplatten in 1 Reihe .... 9 
Zahl der Ambulacralplatten längs 1 Coronal- 

platte 15—19 

Das Gehäuse ist gross, circulär, hoch, anscheinend oben etwas 
abgeplattet, mit sehr vertieft gelegenen Ambulacralfeldern und 
wölbig vortretenden Interambulacralplatten. 

Porengänge breit, nicht gebogen, von geradlinigem Ver- 
laufe, gebildet von gerundeten Poren, welche in der äusseren 
Reihe deutlich oval sind. Die Poren eines einzelnen Paares 
stellen verhältnissmässig weil auseinander, während die Porenpaare 
selbst bei der geringen Höhe der Ainbulacralplättchen einander 
genähert stehen. 



[20!)] KI. Cidaridae. 137 

Anscheinend sind die Poren gejocht; aber vielleicht wird 
dieser Anschein nur hervorgerufen durch eine eigentümliche Ver- 
witterung, die das Gehäuse an dieser Stelle angriff. 

Der [nterporiferenraum erscheint bedeckt von zahlreichen, 
(einen, regellos gestellten Körnchen, auf jedem Plättchen an der den 
Poren anliegenden Seite von einer verlängerten Granu! begleitet. 

Am Umfange des Gehäuses liegen 14 — 16 Ambulacralplatten 
längs einer Interambulacralplatte, bei den höher gelegenen höheren 
Platten steigt die Zahl auf etwa 19. 

Interambulacralplatten gewölbt, 9 in jeder Reihe. Sie fallen 
auf durch grosse Breite gegenüber der geringeren Höhe. Z. Th. 
beträgt das Verhältniss 1 : 2. Bei den dem Scheitelschilde näher 
gelegenen Platten ändert sich dasselbe allmählich durch stärkere 
Zunahme der Höhe. 

Die Stachelwarzen massig gross, durchbohrt, nicht crenelirt, 
auf stark vortretenden Warzenkegeln ruhend, umgeben von kreis- 
förmigen bis leicht ovalen, nur um geringes eingesenkten Höfen. 

Der Umfang der Höfe wellig, nicht umgeben von einem 
Kranze grösserer Granulen. Auf den tiefer gelegenen Platten 
berühren sich die Höfe; höher hinauf werden sie der Höhe der 
Platten gegenüber kleiner und treten somit weiter auseinander, 
sm dass Miliärgranulen mehr und mehr zwischen treten können. 

Die Interambulacralplatten sind mehr oder minder stark gegen 
die Nähte geneigt, die Nähte deutlich. 

Die Miliärzone sehr breit, in Folge der Neigung der Platten 
deprimirt, bedeckt von ganz ungewöhnlich feinen 1 ), gleichmässigen, 
gedrängt stehenden Granulen, welche sich in reguläre Querreihen 
ordnen 1 ); die Granula zugleich etwas in die Quere ausgedehnt, 
und die Reihen durch feine Furchen getrennt. Gleiche Granulen 
bilden ein schmales Band an den Seiten der Felder, nächst den 
Porengängen. 

Eigentümlich ist das Verhalten der Zickzacknahi in der 

Mitte der Felder; <>h dieselbe, nicht bedeckt vmi Gr; len, nackt 

«rar, wie bei der reccnten Goniocidaris Desor, und der jurassischen 

'. Gut in der Abbildung bei Goldfuss angedeutet. 



138 HL Cidaridae. [210] 

Polycidaris Quenstedt lässt sich bei der gegenwärtigen Erhaltimgs- 
art nicht feststellen. Man bemerkt bei dem angefressenen Zu- 
stande der Oberfläche an dieser Stelle nur Zuwachsstreifen der 
Platten. Dabei ist die Grenze des granulirten Theiles der Asseln 
eine durch Schärfe sich auszeichnende. 

Die Beschreibung stützt sich auf das schon von GoldfüSS 
abgebildete Gehäuse; es scheint bis jetzt kein zweites gefunden 
zu sein. Auch die Synopsis des Echinides fossiles und die Palä- 
ontologie francaise bringen nichts näheres bei. — Briart und 
Cornet !) nennen die Art auch aus den Poudingue de la craie 
superieure du Hainaut in Belgien, aber Cotteau 2 ) in seiner Ab- 
handlung über die Kreide- Echiniden des Hainaut nennt den 
Namen nicht. 

Das Gehäuse von Pleurocidaris regalis bietet so ausgeprägte 
Eigenthümlichkeiten dar, dass es unter^ den Cidariden der Kreide 
eine Sonderstellung einnimmt, sich erst weiter an Rhabdocidaris 
venulosa Cott. von unbekannter Herkunft und Rhabdocidaris Tou- 
jamiei Cott. aus dem Turon, auf welche Pomel die Gattung 
Pleurocidaris gründete, anschliessend. 

Auch die Leiocidariden, welche durch Dames 3 ) und Laube 4 ) 
aus den älteren Tertiärschichten am Südabfalle der Alpen bekannt 
und durch Döderlein bereits zu Pleurocidaris gezogen worden 
sind, bieten keine näheren Beziehungen. 

Leiocidaris alta Dames führt eine gleiche Zahl von Coronal- 
platten in einer Reihe. 

Leiocidaris merzeana Laube sp. und Leiocidaris pseudojurassica 
Laube sp. zeigen eine feine Granulation der ebenfalls breiten, aber 



') In Dewalque, Prodrome d'uue description geologique de la ßelgique, 1868, 
pag. 179. 

a ) Cotteau, Note sur los Kchinides cretaces de la province du Hainaut. 
Bull. Soc. geol. France 1874. 

A ) W. Dames, die Echiniden der viceutinischen und veronesischen Tertiär- 
ablagerungen. Cassel 1877. Aus der Palaeontograplnea. 

*) G. Lauhe, Beitrag zur Kenntniss des vicentinischen Tertiärgebietes. Wien 
1868. Aus den Denkschriften der K. K. Akademie der Wissenschaften. 









[211] WI. Oidaridae. ]3|) 

Dicht vertieften Am!>iil;ier;ilj>latten : jene auch ein Fehlendes Scro- 
bicularringes etc. 

Aus den gleichen Schichten liegen kräftige Stachelo bis zu 
BS mm Lauge vor, stabformig, mit dem dicken, runden Knopfe, 
langsam sieh verjüngend, mit gekörnten, gedrängt stehenden Rippen. 
Dieselben sind nicht selten: schon Faujas ! ) kannte sie und 
DESOR -) nannte sie 

Cidaris Faujasi 
Baguette cylindrique couverte de granules en series regu- 
liertes. Differe du Cidaris seeptrifera, en ce (pte les granules 
sont moins epineiuv; la collerette est aussi plus lo/igue.« 
Auch sind die Stacheln minder spindelförmig und minder dick. 

Desor ist geneigt, diese Stacheln auf Pleurocidaris regalis 
Goldf. zu beziehen, falls sie nicht zu Temnocidaris danica gehören. 

( otteau 3 ) dagegen zieht dieselben zu einem anderen kleinen 
( rehäuse i ). 

\\ enn man erwägt, dass Pleurocidaris regalis äusserst selten 
ist, die als Cidaris Faujasi bezeichneten Gehäuse meines Wissens 
aber überhaupt noch nicht bei Maestricht beobachtet, die genannten 
Stachele aber daselbst verhältnissmässig nicht selten sind (die 
dicken Knöpfe der Stacheln nicht wohl zu den zierlichen Stachel- 
warzeu passen), dann erscheint es unwahrscheinlich, dass dieselben 
zu Pleurocidaris regalis, oder zu den erwähnten kleinen Ge- 
häusen gehören. 

Ee steht demnach zu vermuthen, dass die Stacheln zu anderen 
grösseren, Doch unbeschriebenen Gehäusen der Maestrichtschicbten 
gehören. Unter diesen fällen die Asseln zweier sich scharf cha- 
racterisirender Arten auf. 

Bei der einen Art sind die Interambulacralplatten ungefähr 
M hoch wie breit, die. anscheinend ausgewachsen, durchschnittlich 

'/ Faujas im: Saikt-Fond, Hist. nat. de la mont. de Saint-Pierre de Maestricht, 

pag. 17-1, ml). 30, ag. 13, 14. 
^ Dksor, Synops. Echinid. foss. pag. 33, tut). 5, fig. 13. 

I in iv, Paleont. franc. I. c. pag. 318, tab. 1077, fig. 1. 

1 M ;< ii könnt.- eher «onoigt sein, in den, Cidarü llnrrfmiiiii Des. ;j> n.i niii. n 

In die zu diesem kleinen Gehäuse gehörigen Stacheln zn vermuthen. 



140 HI. Cidaridae. [212] 

etwa 10 — 14 mm messen. Die grossen und tiefen Warzenhöfe mit 
ihren Scrobicularriugen nehmen meist nahezu die Platten ein, so 
dass die Miliärzone bei den obersten höchsten Platten fast gleich 
Null ist, auch bei den tieferen kaum die Breite des Scrobicular- 
ringes erreicht. Die Nähte der Asseln deutlich und ein wenig 
eingesenkt, besonders in dem Winkel, wo drei Platten zusammen- 
stossen. Stachelwarzen gross, durchbohrt, aber nicht crenelirt; 
Warzenkopf dick. Sekundärwärzchen der Scrobicularringe entfernt 
stehend, gross. — Porengänge eingesenkt. 

Gewöhnlich werden nur vereinzelte Asseln gefunden; das 
Museum für Naturkunde zu Berlin besitzt vier noch zusammen- 
hängende Platten. 

Dasselbe Museum besitzt aus den Maestricht- Schichten ein 
fast vollständiges kleines Gehäuse von circa 15 mm Durchmesser 
und 7 mni Höhe, die grössten Platten nur circa 4 mm gross, welches 
in den einzelnen Verhältnissen bis auf die weniger deutliche 
Durchbohrung der Stachelwarzen *) so sehr mit jenem überein- 
stimmt, dass es für ein jugendliches Gehäuse derselben Art an- 
zusprechen ist. Fünf Stachelwarzen in einer Vertikalreihe. Ambu- 
lacra oben mehr, unten weniger gebogen. Ambulacralfelder mit 
zwei Reihen kräftiger Granulen. Zwischen ihnen eine alternirend 
geordnete Reihe von Körnchen, welche das obere und das untere 
Ende des Feldes nicht erreicht. 

Verwandt ist Gidaris Forchhammcri Desor 2 ) aus dem jüngsten 
Senon (calc. pisolitique), aber deren Warzenhöfe sind enger, die 
Miliärzone dagegen breiter. 

In beiden Punkten steht näher die schon von Cotteaü zu- 
nächst mit Cidaris Forchhammeri verglichene ( 'idarismamillata Cott. 3 ), 
welche von unsicherem Fundpunkte nur in einem Exemplare vor- 



') Das Gehäuse erscheint zum Tlieil von einer dünnen secundären Kalkspath- 
)age glacirt. 

2 ) Wurde zunächst von Desok (Cat. rais. Kchin. 1. c. 1S46, pag. 328) auf 
Stacheln begründet, später durch Cocteau (Palöout. Franc. I. c, pag. 324, tab. 1078 
und 107!)) auch das Gehäuse zur Darstellung gebracht. 15 s ist zu erwähnen, 
d;iss ähnliche Stacheln, meines Wissens, bei Maestricht nicht gefunden sind. 

:t ) Ootteau, 1. c. pag, 330, tab. 1099, fig. 11 II. 



[213] Hl. Cidaridae. 141 

lag. Wenn Cotteaü angibt, dass 4 Granulenreihen auf den 
Ambulacralfeldern vorhanden seien, so kann diese Differenz auf 
die sehr verschiedene Grösse der Gehäuse zurückgeführt werden. 
Es hat alter auch den Ansehein, dass die Sekundärwärzchen 
der Scrobicularringe gedrängter stehen, und die Miliärzone etwas 
mehr entwickelt und stärker eingesenkt (forteinent depriinee) ist. 
Bis diese Bedenken sich geklärt, können die Gehäuse als 

Cidaris cf. mamillata Cotteau 

Tat. 21, Fig. 7, 8. 
bezeichnet werden. 

Aehnliche Verhältnisse zeigt auch Cidaris Royanus Schlüt. 1 ), 
aher die Warzenhöfe sind noch tiefer eingesenkt; der Warzenkopf 
kleiner und der Warzenkegel niedriger; die Sekundärwärzchen der 
Scrobicularringe kleiner; Ainbulacralfelder mit 6 lieihen Gra- 
nulen etc. -). 

Einer zweiten Art gehören sehr grosse Asseln mit sehr 
breiter Miliärzone an. 

Das Museum für Naturkunde zu Berlin besitzt zwei noch 
zii>animenhängende Asseln, welche der oberen Partie eines Inter- 
ämbulacralfeldes angehören. 

Die Dimensionen der oberen I, und der unteren II Platte sind 
in Millimetern: 

Breite der Assel ...... 

Höhe der Assel 

Durchmesser des Warzenhofes 
Durchmesser der Stachelwarze . 
Breite der (halben) Miliärzone . 
Breite der Seitenzone .... 

Die Dimensionen weisen auf ein Gehäuse von mehr als 
i"" '■ Durchmesser. 

Warzenhöfe kreisförmig, gross, tief, von einander entfernt; 
bicularringe vollständig, nicht vortretend, mit grossen aber 

oben, S. llo: Abbild. Paleont. Franc, tab. 1057, fig. 1. 
ich i'iiliirl- minuta Defcor zeig) Beziehungen. 



T. 


Tl. 


25 


30 


22 


20 


13 


13,5 


4 


5 


9 


12 


4 


5 



142 III. Cidaridae. [214] 

nicht dicken Sekundärwarzen. Warzenkegel nicht hoch, Warzen- 
kopf kräftig, durchbohrt, aber nicht crenelirt. 

Miliärzone breit, breiter als die angrenzenden Warzenhöfe, 
auf der zweiten Assel schon fast doppelt so breit wie der Warzen- 
hof, gebildet von ziemlich groben Miliärgranulen, welche sich in 
minder oder mehr regelmässige Reihen ordnen, die zum Theil 
durch linienartige Furchen getrennt sind. 

Auch die schmale Seitenzone führt dieselben Granulen. Am- 
bulacralfelder unbekannt. 

Die Platten zeigen keine »Impressionen«, wodurch die Gattung 
Temnocidaris ausgeschlossen wird, welche in Temnocidaris magni- 
fica Cott. !) oder Temnocidaris Danica Gott. 2 ) auch sehr grosse 
Gehäuse besitzt. 

Die sehr grosse Rhabdocidaris venulosa Cott. besitzt ovale 
Warzenhöfe und eine Miliärzone, welche schmaler ist, als die an- 
liegenden Warzenhöfe, zeigt also ebenfalls keine näheren Be- 
ziehungen. 

Unter den übrigen Formen steht Cidaris Vendocinensis Agass. 3 ) 
(deren grösste Asseln ]7 mm breit und 10 mm hoch sind) am nächsten, 
aber die Miliärzone ist nicht, oder doch nur um ein Geringes 
breiter, als die anliegenden Warzenhöfe; beide können also schon 
aus diesem Grunde nicht als zusammengehörig betrachtet werden. 

So mögen diese Riesen-Cidariden der Maestricht-Schichten als 

Cidaris gigas 

bezeichnet werden, bis entschieden ist, ob etwa die als Cidaris 
Faujasi Des. bezeichneten Stacheln ihr angehören. 

Vorkommen. PI eurocidaris regalis fand sich nach Angabe 
von Goldfuss in der oberen Kreide von Maestricht. 



») Paleont. fran?. 1. c. pag. 357, tab. 1085, 1086. 

2 ) Siehe oben pag. 125, tab. 117. 

3 ) Paleont. fran«,-,., I. c. pag. 2ß9, tab. 10(>4, 1065. 



[215] III. Cidaridae. 143 



Rückblick. 



Verbreitung der Cidaridae in den norddeutschen Kreidebildungen. 

Im Neocom: 

Cidaris hirsuta Marc. 

» muricata Ad. Rom. 
» punctata Ad. Rom. 
» sp. uov. 

Rhabdocidaris triangularis Schlüt. 

» sp. uov. 

Leiocidaris Salviensis Cott. 
» Hilsii Schlüt. 

Im Gault wurde noch keine Art beobachtet. 

Im Cenoman: 

Tylocidarü velifera Brouu. 
» Bowerbanki Forb. 

» asperula Ad. Rom. 

» Strombecki Des. 

Doroddarü vedculosa Goldf. sp. 

coronoglobus Quenst. sp. 
» Essenen-m Schlüt. 

Stereocidarü cf. Carteri Forb. 

» Hannoverana Schlüt. (Cenoman?) 

Im Turon: 

Tylocidarü clavigera Kön. (Stacheln). 

Dororiilni'i-s perornata Forb. 

8ubvesiculo8a <l ( )rb. (0 



144 HI. Cidaridae. [216] 

Stereocidaris subhercynica Schlüt. 
» Reussi Gein. sp. 

» punctillum Sorig. sp. 

» Silesiaca Schlttt. 

» Merceyi Cott. sp. 

» sceptrifera Mant. sp. 

Im Emscher: 

Stereocidaris sceptrifera Mant.? (Stachel). 

Im Unter -Senon (Horizont des Tnoceramus lobatus): 

Tylocidaris cf. clavigera Kön. sp. (Gehäuse). 

» Gosae Schlüt. 

Dorocidaris cf. hirudo Sorig. sp. 

» cf. pseudojnstillum Cott. sp. 

Im Ober-Senon (Coeloptychien- Kreide): 

Cidaris striatula v. d. M. 

» alata Boll. 

» spinosa Boll. 

» (Pseudocidaris f) baltica Schlttt. 
Rhabdocidaris cf. cometes Boll. 
Tylocidaris vexilifera Schlttt. 
Dorocidaris Herthae Schlttt. 

» ?pistillum Quenst. sp. 

Stereocidaris Darupensis Schlttt. 
Temnocidaris cf. Baylei Cott. 
Porocidaris sp. nov. 

» flingualis Des. sp. 

Im Panien: 

Cidaris Faujasi (Stacheln). 
» äff. mamillata Cott. 
Dorocidaris gigas Schlüt. 
Temnocidaris danica Cott. 
Piewrocidari% regalis Goldf. sp. 
Dorocidaris Forchhammeri Desor. 



IV. Salenidae. 

Gatt. Peltastes Agassiz 1838 *). 
Syn. Hyposalenia Desor 1856. 

Peltastes stellulatus Agassiz sp. 

Salema stellulata Agassiz, Monogr. des Salenies 1838, pag. 15, tab. II, fig. 25 — 32. 
» » Echinid. foss. de la Suisse, II, 1840; pag. 90, tab. 23, 

fig. 6—16. 
Ptltushs stellulatus Agassiz et Desor, Catal. rais. des Echin. Ann. sc. nat. 3. ser., 

tom. 6, 1846, pag. 342. 
Byposalenia stellulata Desor, Synops. des Echinides foss. 1856, pag. 147, tab. 20, 

fig. 6 — 8. 
» » Cotteau, Etudes sur les Echin. foss. de l'Yonne, tom. TI, 

1859, pag. 60, tab. 54, fig. 1 — 10, ibid. (1863), 
pag. 137. 
Peltastes stellulatus Cotteau, Paleontol. frauc. terr. cret. tom. VII, pag. 100, 

tab. 1023. 
<> Wright, Brit. foss. Echinod. Cret. Form. 1871, pag. 152, 

tab. 31, fig. 1 — 3; tab. 41, fig. 1. 
» de Loriol, Echinologie Helvetique II; 1873, pag. 68, tab. 11, 

fig. 10 — 31. 

Maasse in Millimetern: 

Höhe der Schale c. 

Durchmesser der Schale . . c. 

Dun-liiiifsser des Scheitelschildes c. 

I >urehmesser des Peristoms . c. 

I)iinliinpsser des Periprocts (oval) % u. 3 /j c. 1-1 7s c. 1 1 /5-l 2 /ö 

Zahl der Interambulacralstachel- 

uarzen in einer Vertikalreihe . 3 — 4 4 c. 4( — 5?) 

Zahl der Ambulacralgranulen in 

einer Vertikalreihe 5—6 8—9 9 — 10 



I. 


II. 


III. 


2 


4 


4,5 


4 


8,5 


9,5 


3,5 


7 


7,5 


2 


4 


c. 4,5 



l ) non! Peltastes Gray, Proc. Zool. Soc. 1869, pag. 171. 

Neue Folge. Heft 5. 10 



146 IV. Salenidae. [218] 

Gehäuse klein (die vorliegenden von 4 bis 9,5 mm Durch- 
messer, und 2 bis 4,5 mm Höhe; Cotteau kennt Exemplare von 
15 mm Durehmesser und 7 mm Höhe), kreisförmig, niedrig; Ober- 
seite ein wenig gewölbt, Unterseite fast plan, mit etwas einge- 
senktem Peristom. 

A mbulacralfelder schmal, gerade. Porengänge tiefer als 
das vortretende Mittelfeld gelegen, gebildet von leicht schräg ge- 
stellten Porenpaaren, welche gewissermaassen auf einem Walle 
liegen, indem die einzelnen Paare durch mehr oder minder deut- 
liche Thäler getrennt werden, resp. auch die Poren umrandet er- 
scheinen 1 ). Die Gänge in der Nähe des Peristoms etwas ver- 
breitert. Die Zahl der Paare ist grösser als die der Sekundär- 
wärzchen. — 

Der Interporiferenraum ist besetzt mit zwei Reihen mame- 
lonirter, verhältnissmässig kräftiger Granulen. Dieselben sind 
etwas verlängert, nehmen von oben nach unten langsam an Grösse 
zu und verkleinern sich dann rasch zum Mundrande hin 2 ) indem 
die dritt- oder vorletzte die grösste ist. Die Granulen jeder Reihe 
stehen oben etwas weiter getrennt wie unten, wo sie sich fast be- 
rühren. Die beiden Reihen stehen sehr nahe, treten aber am 
Rande des Gehäuses etwas auseinander, so dass sich hier kleine 
Körnchen einschieben können, welche sich nach oben hin allmäh- 
lich verlieren. 

Die Zahl der Granulen in jeder Reihe nimmt mit dem Wachs- 
thum des Gehäuses verhältnissmässig rasch zu : bei 4 mm Durch- 
messer des Gehäuses 5 bis 6 in jeder Reihe; bei 8,5 mm Durch- 
messer 8 bis 9 in jeder Reihe; bei 9,5 mm Durchmesser 9 bis 10 
in jeder Reihe. Wright zählt an Gehäusen von 15 mm Durch- 
messer 14 in jeder Reihe, ebenso Cotteau au gleich grossen 
Exemplaren 14 bis 15 Granulen. 

Inte rainbulacralfel der breit, versehen mit 2 Reihen nicht 
durchbohrter, undeutlich crenelirter Stachelwarzen, 3 bis 4 in 



') Dio gleiche Wahrnehmung macht man an französischen Exemplaren von 
Bernouil. 

,J ) Diese Verhältnisse sind schon in dor alten Abbildung bei Agassiz (Echin. 
Suisse, tab. 23, fig. 10) gut zum Ausdrucke gebracht. 



[219] 1V - Salenidae. 147 

jeder Reihe, bei den grösseren vielleicht 4 bis 5. Auch Agassiz 
o;al» die Zahl auf 3 bis 4 au, Cötteau, dem noch grössere Ge- 
häuse vorlagen 5 bis 6, und Wrigiit bei eben so grossen 5. 

Die Warzen siud im allgemeinen kräftig, auf ziemlich hohen 
Kegeln ruhend, aber ungleich an Grösse, indem sie, sehr ausge- 
dehnt am Umfange, gegen das Peristom hin sich rasch verkleinern. 

Auf den Ecken jeder Interambulacralplatte stehen einige 
Grranulen. In dem Mittelraume zwischen den beiden Warzen- 
reihen sind die Granulen zahlreicher, indem sie hier geschlossene 
Scrobicularringe bilden. Tiefer nehmen sie auch ein paar mikro- 
skopische Körnchen zwischen sich. 

Der Scheitelschild flach convex, sehr gross, ein Verhalten, 
welches von Agassiz selbst mit der niedergedrückten Gestalt als 
Hauptmerkmal der Art angesehen wurde x ). 

Bei jugendlichen Gehäusen ist er verhältnissmässig noch 
grösser als bei mehr erwachsenen. 

Die Oberfläche der Platten zeigt oft radiale Striemen, welche 
sieb bisweilen rippenartig verstärken; die Nähte der Platten fein 
oder gröber punktirt. — Madreporenschlitz eng, wenig deutlich. 

Das Periproct der kleinsten Gehäuse quer oval, bei grösseren 
Exemplaren leicht drei- bis fünfeckig gerundet. 

Peristom gross, besonders in der Jugend, aber stets etwas 
kleiner als der Scheitelschild, mit undeutlichen Einschnitten. 

Bemerk. Schon Cotteau 2 ) und de Loriol 3 ) wiesen auf 
die Ärmlichkeit des Gehäuses mit der im gleichen Lager vor- 
kommenden Salenia folium querci Ag. u. Des. 4 ) hin, wovon Salenia 
depressa Gras 5 ), nur in einem Exemplare bekannt, vielleicht nicht 
verschieden ist, und es können namentlich dann Zweifel über die 
Zugehörigkeit entstehen, wenn das Periproct verzerrt ist. 



') »Salenia- . . . depressa, disco ovariali amplissimo.« 
*) 1. c. pag. 134. 

*) de Loi'.iol, Hchinologie Helvötique. 

\ Gm n kü, Yonne, tab.53, fig. 11 — 15; Cottbao, Paleont. fran<;. 1. c. tab. 1030, 
fig. 7-13. 

. PaL franv- 1. c. tab. 1030, fig. 1—6. 

10* 



148 IV. Salenidae [220] 

Agassiz und Desor unterschieden neben Peltastes stellulatus 
noch Peltastes punctata 1 }, welche auch von Marcou, d'Orbigny, 
A. Gras, Desor (Synops. pag. 148) und Pictet angenommen, 
von Cotteau aber mit ersterer vereint wurde. Ebenso stellte 
Cotteau die von ihm selbstbenannte Peltastes Courtaudina 2 ) als 
synonym zu jener. Peltastes stellulata ist bis jetzt die einzige be- 
kannte Art der unteren Kreide in Deutschland. 

Vorkommen. Die Art liegt vor aus dem mittleren Neocom 
von Berklingen und Neindorf, sowie von Gross-Vahlberg. 

In Frankreich wird die Art von zahlreichen Lokalitäten aus 
unterem und mittlerem Neocom; auch in der Schweiz; in Eng- 
land aus dem Lower Greensand von Farringdon und dem Red- 
Chalk von Speeton genannt. 

Peltastes clathratus Agassiz 1843 sp. 

Salenia clathrata Agassiz mss. in Morris, Catalogue of British Fossils 1843. 
» » » Woodward, Mem. of Geol. Survey. App. to DecadeV, 

1856, pag. 6. 
» » » Desor, Synops. des Echinides foss. 1856, pag. 151. 

Peltastes clathratus » Cotteau, Paleont. franc. terr. cret. tom. VII, 1862, 

pag. 119, tab. 1028, fig. 8-18. 
» » » Cotteau et Triger, Echin. du departement de la Sarthe, 

1862, pag. 366, 408, tab. 61. 
» » » von Strombeck, Ueber Peltastes clathratus Cott. in Zeit- 

schrift d. Deutsch, geol. Ges. tom. 15, 1863, pag. 643. 
» » » Cotteau, Etudes sur les Echinides fossiles du depart. 

de l'Yonne, tom. II, 1865, pag. 233, tab. 68, fig. 6—8. 
» » » Wright, Brit. foss. Echinodermata from the Cretaceous 

Format. (Pal. soc.) 1871, pag. 156, tab. 32, fig. 1 — 4. 
» » » de Loriol, Echinol. Helveticjue, II, 1872, pag. 77, 

tab. 12, fig. 1. 
Maasse: 





I. 


IL 


III. 


IV. 


V. VI. 


Höhe der Schale . . 


4 


4,5 


4,5 


7,7 


8 12 


Durchmesser d. Schale 


6,8 


7,5 


8,2 


12,4 


13,5 19 


Durchmesser d. Schei- 












telschildes . . 


c. 5 :{ ) 


6=0 


6 


9 


10,4 4 ) 15 



') Catal. rais. des Echin. Ann. sc. nat. 3. ser. tom. VI, 1846, pag. 342. 
' 2 ) vorgl. Dksoh, Synops. Echin. foss. pag. 148. 
:i ) SchoitoLschild gewölbt. 
*) Schoitelschild flach. 



[221] IV. Salenidao. 149 

Durchmesser d. Peri- 

stoms c. 2,5 3 3 4,5 — — 

Durchmesser des Peri- 

procts c. 1,5 c. 1,5 c. 1,5 2,2-1,5!) 2 2 ) — 

Zahl der interambula- 
cralen Stachel- War- 
zen in einer verti- 
kalen Reihe ... — 4-5 — 4-5 — 5-6-7 

Zahl der ambulacralen 
Granulen in einer 

vertikalen Reihe . — 9 — 12 —14-15 

(15-16) 

Grösse des Gehäuses: klein bis von kaum mittlerer Grösse. 
Die aus der Tourtia von Essen vorliegenden Gehäuse haben einen 
Durchmesser von 6,8 bis 13,5 mm bei einer Höhe von 4 bis 8 mm ; 

Die Exemplare des deutschen Pläners messen 7 bis 13 min 
Durchmesser und 5 bis 9 mm Höhe. Ausserdem liegen aus letz- 
terem noch Gehäuse von 19 bis 20 (resp. 21) mni Durchmesser, 
bei 12 bis 13 mm Höhe vor, deren Zugehörigkeit nicht ganz zweifel- 
los ist. 

Der Gesammthabitus der Gehäuse ist, wie von den vorge- 
nannten Autoren bereits hervorgehoben, ein sehr wechselnder: 
bald mehr, bald weniger hoch, die Oberseite gewöhnlich convex, 
bisweilen subconisch, ausnahmsweise auch abgeflacht; die Unter- 
seite leicht abgeplattet bis flach gewölbt; am Umfange stark ge- 
rundet; sodann durch die wechselnde Sculptur des stets sehr 
grossen Scheitelschildes, sowie auch durch die mannichfache Form 
des Periprocts: rhombisch, unregehnässig rundlich, gerundet drei- 
eckig. 

I>i< Interambulacralfelder führen in jeder Vertikalreihe 4 
bis 5 crenelirte, nicht durchbohrte Stachelwarzcn , wir auch 
Cotteau, Wright und de Loriol angegeben. Dies ist zu- 
treffend für Gehäuse von 4 bis 8 Inm Durchmesser; die grossen 



') Rhombisch. 
*) Rundlich. 



150 IV. Salenidae. [222] 

zweifelhaften Gehäuse von 19 bis 21 mm führen 5 bis 6 oder 7 
Stachelwarzen in einer Reihe. Bei jenen kleineren Gehäusen 
finden sich ein oder zwei, in Folge kräftiger Entwicklung des 
Warzenkegels stark vortretende Stachelwarzen in jeder Reihe; bei 
den grössten Gehäusen (19 bis 21 mm ) tritt dieses Verhalten we- 
niger hervor. Die Sekundärwärzchen und zwischengestreuten 
Körnchen, welche die Hauptwarzen umgeben, bilden keine ge- 
schlossenen Kreise. 

Die schmalen Ambulacr alfelder gerade, oder fast gerade; 
ebenso die nicht vertieften Porengänge; die schräggestellten Poren- 
paare von einem Wulst umgeben. Der Interporiferenraum springt 
vor und ist verziert mit 2 Reihen mamelonirter Sekundärwärz- 
chen, welche von oben nach unten langsam an Grösse zunehmen 
und sich dann bis zum Periproct rasch verkleinern. Bei Ge- 
häusen von 7 mra Durchmesser zählt man 9 in einer Reihe, bei 
12 mm Durchmesser 12 bis 13; bei den grossen Gehäusen (19 — 22 mm ) 
14 bis 16. Cotteau gibt die Zahl (bei 7 — 10 mm Grösse) auf 12 
bis 13 an, Wright auf 14 bis 16. Der Raum zwischen beiden 
Reihen ist mit homogenen, gedrängt stehenden, scharfen Körnchen 
erfüllt; je ein Körnchen schiebt sich auch gern zwischen je 2 
Tuberkeln in den Vertikalreihen. 

Peristom verhältnissmässig eng, nicht, oder kaum einge- 
senkt, versehen mit deutlichen Einschnitten. 

Dass der Scheitelschild bald mehr, bald weniger gewölbt und 
hoch, selten auch flach erscheint, wurde schon erwähnt. Die 
den Schild bildenden Platten sind gewöhnlich flach, richten sich 
nur wulstförmig gegen das Periproct auf; in einzelnen Fällen er- 
scheint aber auch jede einzelne Platte leicht gewölbt. 

Bei den kleinen und mittelgrossen Gehäusen zeigen die Nähte 
der Asseln grosse oder sehr grosse, stark vertiefte Eindrücke. 
Bei einigen Gehäusen sind diese Impressionen sehr schmal und 
lang und zahlreich. 

Agassiz ^ bezeichnete diese Gehäuse als Salenia umbrella 2 ). 



l ) 1. c 

a ) Bei diesen Gehäusen ist die rhombische Form des Periprocts am schärfsten 
ausgeprägt. 



[223] IV. Salenidao. 151 

Cotteau stellt sie nach dem Vorgange WOODWARDS unter die 
Synonyma von Peltastes clathratus\ Wrigiit dagegen ist an- 
scheinend geneigt, sieh an Agassiz anzuschliessen. 

Bisweilen zeigen die einzelnen Apical-Plättchen radiale Strie- 
men, andere nieht. Cotteau will das Fehlen derselben auf Ab- 
nutzung ] ) zurückführen. Nur zwei der vorliegenden Gehäuse 
/eigen Andeutungen dieser Striemen 2 ), eins statt derselben eine 

— freilich äusserst feine — Granulation. 

Bei den wiederholt angeführten grossen Gehäusen sind die 
Sut uralimpressionen des Scheitelschildes nicht gross. Da auch 
A. von Strombeck bei seinem anscheinend umfangreichen Material 

— seine Gehäuse von Lüneburg und Broitzen haben einen Durch- 
messer von 20 — 21 mm — die gleiche Wahrnehmung machte, eine 
grössere Zahl Primärwarzen vorhanden ist, und sich die Poren- 
gänge am Peristom verbreitern, was bei Peltastes ckithratus und 
Sal. umbrella nicht wahrgenommen wurde, so dürften diese grossen 
Gehäuse noch weiterhin im Auge zu behalten sein, um ihre Ent- 
wicklung und Verwandtschaft sicherer zu ermitteln. 

Vorkommen. Wenn man die besprochenen Gehäuse im 
Sinne Agassiz's bezeichnen will, dann kommen Peltastes clathratus 
und Peltastes umbrella sowohl im tiefsten Cenoman, in der Tourtia 
von Essen, wie im jüngeren cenomanen Pläner vor. 

Die angeführten grossen Gehäuse haben sich in der Tourtia 
noch nicht gezeigt; sie fanden sich nur im jüngeren cenomanen 
Pläner, und zwar nach A. von Strombeck insbesondere im 
Rotomagensis-J'Yäner und vielleicht schon im Varians-Wiincr. 

Aus cenomanem Pläner liegen Gehäuse vor aus: Ncu-Wall- 
moden, Salzgitter (Fleischercamp und Osterholz), Langelsheim 
und Lüneburg. 

In England sollen Gehäuse im Upper Greensand von War- 
min8ter nicht selten sein; 



*) »Pimwe et la de'cortication du tent.v. 1. c. pag. 121. 

*) Bei diesen Gehäusen nähert sich der Umriss des Periprocta mehr der 
Kreiaform, als dem Rhombus. 



152 IV. Salenidae. [224] 

in Frankreich fanden sie sich spärlich in den cenomanen 
Scaphiten-Schichten bei Le Havre (Seine-Inferieure) und la Per- 
riere (Orne); 

in der Schweiz wurden sie mit mehreren cenomanen Arten 
bei Sainte-Croix (Vaud) in der »Etage vraconien« beobachtet, 
welche dem oberen Gault zugezählt wird. 

Auch in Algier ist Peltastes clathratus in cenomanen Schichten 
gefunden worden 1 ). 

Peltastes cfr. heliophorus Agassiz sp. 1846. 

Peltastes heliophorus Cotteau, Paleont. franc. terr. cret. tom. VII, pag. 122, tab. 1029, 

fig. 1-7. 

Maasse in Millimetern: 

Höhe der Schale c. 3,5 

Durchmesser der Schale 7 — 8 

Durchmesser des Scheitelschildes . . 5 

Durchmesser des Peristoms .... 3 — 3,5 

Durchmesser des Periprocts . . . . c. 1,5 
Zahl der interambulacralen Warzen in 

einer Reihe 6 — 7 

Zahl der ambulacralen Sekundärwärz- 
chen in einer Reihe c. 12 — 13 

Durch Agassiz und Desor wurde im Catalogue raisonne des 
Echinides 2 ) nach Exemplaren in der Sammlung Deshayes's eine 
Salenia heliophora aus der oberen Kreide von Maestricht und 
Ciply auf Grund der eigenthümlichen Sculptur der Platten des 
Scheitelschildes als besondere Species aufgestellt. Desor 3 ) führte 

') Coquand, Geologie et Paleontologic de la region Sud de la province de 
Constantine. Mem. de la soc. d'Emulation de la Provence. Marseille 18G2, 
pag. 293, und Coquand, Etudes supplementaires sur la Paleontologie Algerienne. 
Bone 1880, pag. 334. 

2 ) Ann. scienc. natur. 3. ser. tom. VI, 1846, pag. 342. »Se distingue par les 
ornements particuliers de son distjue, ijni sont dispose's comme des rayons autour de 
plusieurs centres«. 

3 ) Dicsor, Synopsis des Echinides fossiles pag. 148. »Se distingue par son 
disque tres orne, chayue plaque genitale et ocellaire e'tant le centre d'un Systeme de, 
tines rides qui rayonnent dans toutes les directions«. 



[•225] IV. Salenidac. 153 

die Art in seiner Synopsis von denselben Fundpunkten als Jlypo- 
salenia /wliophora, nach Exemplaren der Sammlung Miciielin's, auf. 

Erst Cotteaü gab in der Paleontologie francaise 1. c. eine ge- 
nauere Beschreibung und Abbildung unter Bezeichnung Peltastes 
helxophorus und nannte nur Maestricht als Fundpunkt, sich wie 
Desor stützend auf das Material der Sammlung Michelin's. 

Mir ist kein Gehäuse von Maestricht oder Ciply bekannt. 
Die Art muss daselbst sehr selten sein, da selbst in der umfang- 
reichen Sammlung des Herrn von Binckhorst, welche in den 
Besitz der Universität zu Berlin übergegangen ist, kein Exemplar 
vorgefunden ist. Dagegen besitzt das letztgenannte Museum ein 
nur 35 mm im Durchmesser grosses Gesteinsstück von hellgrauem 
dichtem Sandstein oder Hornstein, in welchem vier Exemplare 
eines kleinen Peltastes als Abdruck und Steinkern stecken, welche 
sich nahe an das durch Cotteaü abgebildete Gehäuse von 
Maestricht anschliessen. 

Die vorliegenden kleinen Gehäuse stimmen überein mit dem 
Maestrichter in der gleichen Zahl von interambulacralen Stachel- 
warzen, 6 — 7, welche bei Peltastes meist geringer ist; in der raschen 
Verkleinerung dieser Warzen an der Unterseite des Gehäuses, 
ferner darin, dass die Seitenzonen der Interambulacralfelder grös- 
sere und kleinere, zum Theil mamelonirte Granulen, wie die 
Miliärzone führen, was bei den übrigen Arten der Gattung nicht, 
oder doch nicht in gleich reicher und ausgedehnter Weise sich 

CT CT 

findet; ferner darin, dass die am Scheitelschilde schmalen Ambula- 
eralfelder sich am Umfange des Gehäuses stärker erweitern, hier 
Btärkere Sekundärwärzchen führen und sich zwischen den 2 Reihen 
alternirende Körnchen einfügen. Sodann ist die Bildung des 
Scheitelschildes die gleiche. Derselbe ist sehr gross. Die ein- 

CT CT 

zelnen Platten führen zahlreiche, regelmässige, radiale Furchen, 
welche in diejenigen der benachbarten übergehen. Der Zwischen- 
raum zwischen den Furchen bildet zarte, fein granulirte Rippen. 
Bndlich gilt die Uebereinstimmung von der — in der Gattung 
Peltastet einzig dastehenden — tiefen Einsenkung (»fortement <l>'- 
prime'e au müieu«) der Unterseite des Gehäuses, in dessen Mitte das 
Peristom mir verhältnissmässig tiefen Einschnitten (fortes entailles). 



154 IV. Salenidae. [226] 

Die Unterschiede zwischen beiden sind: die vorliegenden 
Gehäuse sind nur halb so gross und niedriger; anscheinend treten 
auf der Unterseite des Gehäuses die Primärwarzen, wenigstens 
zuweilen, weiter auseinander, so dass sich Miliärgranulen zwischen- 
schieben können; ebenso berühren sich anscheinend die grösseren 
Sekundärwärzchen der Ambulacralfelder auf der Unterseite des 
Gehäuses nicht, und ist ihre Zahl kleiner (12 — 13 statt 16 — 19); 
das Periproct erscheint nicht mit gerundeten Ecken, sondern 
schärfer rhombisch, und endlich ist das Peristom verhältnissmässig 
etwas grösser. Der erste und letzte Punkt und die geringe Zahl der 
Sekundärwärzchen lassen sich durch verschiedenes Alter erklären, 
indem namentlich, betreffend den anscheinend bedeutungsvollen 
letzten Umstand, von mehreren Arten, von denen Entwicklungs- 
reihen vorliegen, bekannt ist, dass das Wachsthum des Peristoms 
nicht gleichen Schritt hält mit dem des Gehäuses. So hat ein 9 mm 
im Durchmesser grosses Gehäuse von Salenia Heberti ein Peristom 
von 4 mm Weite, ein Gehäuse von 1 6 nim Durchmesser ein solches 
von ca. 5 mm Weite. 

Betreffs des Näheraneinanderstehens der Warzen dürfte eine 
Prüfung von Maestrichter Originalen erforderlich sein. Bis diese 
erfolgt ist, mögen die Stücke als 

Peltastes cf. heliophorus Ag. sp. 
bezeichnet werden. 

Vorkommen. Das Gesteinsstück 1 ) mit den besprochenen 
4 Exemplaren fand sich im Diluvium bei Berlin und stammt 
muthmaasslich aus der senonen baltischen Kreide. 

An primärer Lagerstätte anscheinend nur aus der oberen 
Kreide von Maestricht bekannt. 



l ) In dem Stücke zeigt sich auch der Abdruck einer grossen Foraminifere, 
vielleicht von Nodosaria sulcata Nilson , welche besonders häufig im Sandstein 
mit Bdemnitella mutronata von Köpingc(!) im südlichen Schweden vorkommt. 



[227] IV. Salenidae. 155 



Gatt. Goniophorus Agassiz 1838. 
Goniophorus lnnulatus Agassiz 1838. 

phorus lnnulatus Agassiz, Monogr. des Salcnies, 1838, pag. 30, Anh. pag. 2, 

tab. V, fig. 17 — 24 >)• 
apiatlatus Agassiz, ibid. fig. 25 — 32. 
» » Dksor, Synops. Echinid. foss. 1858, pag. 146, tab. 20, 

fig. 12, 13. 
» liuuihitus Cotteau, Paleont. fran<^. terr. cret. tom. VII, pag. 126, 

tab. 1029, fig. 8—19. 
» Wkight, Brit. foss. Echinod. Cret. Form. 1871, pag. 166, 

tab. 36, fig. 1, 2. 

Maasse: j jj 

Höhe des Gehäuses ... 6 mni 7 ,nm 
Durchmesser des Gehäuses . 8 9,5 
Durchmesser des Scheitel- 
schildes 5,5 6 

Durchmesser des Peristoms . c. 2,6 c. 3 

Durchmesser des Periprocts . 2 2 

Breite der Ambulacralfelder . c. 1 c. 1,4 

Breite der Interambulacral- 

felder c. 4 c. 5 

Zahl der interambulacralen 
Stachelwarzen in 1 Vertikal- 
reihe 5 5 

Zalil der ambulacralen Sekun- 
därwärzchen in 1 Vertikal- 
reihe — 



') Eine Copie gab Bronn in der Lcthaea geognostica, Kr ei d. pag. 184, 
tab. 29 7 , fig. 6 und später Quk.nstedt in den >Echinidcn« pag. 249, tab. 69, fig. 89, 



156 IV. Salenidae. [228] 

Agassiz's Beschreibung des Goniophorus lunulatus beruht auf 
einem einzigen Exemplare aus der Craie chlorite vom Cap de la 
Heve. Von dem zugleich aufgestellten Goniophorus apiculatus 
von dem ebenfalls nur ein Gehäuse vorlag , erfahren wir erst 
im Catalogue raisonne des Echinides, dass dasselbe ebenfalls aus 
der Craie chlorite der Gegend von Havre stamme mit der Bemer- 
kung, dass es wohl nur eine Varietät der erstgenannten darstelle. 

Später benannte Agassiz ein drittes Gehäuse, welches sich 
in der Sammlung des Herrn Bunbury in London befand und dem 
Upper Greensand von Warminster entstammt: Goniophorus favosus. 
Dieser Manuscriptname fand Aufnahme in der ersten Auflage von 
Morris, Catalogue of British Fossils, wurde aber schon bei der 
zweiten Auflage zugleich mit Goniophorus apiculatus unterdrückt, 
wo auch zugleich die Gattungsnamen Peltastes und Goniophorus 
verschwanden, und Salenia beibehalten wurde. 

Was die Artbezeichnung angeht, so schlössen sich die folgen- 
den Autoren, welche eigene Prüfung vornehmen konnten, diesem 
Vorgange an. 

Obwohl das Gehäuse neben verwandten Formen einen auf- 
fälligen und eigenthümlichen Habitus besitzt, so erhob doch Desor 1 ) 
nicht unbegründete Bedenken gegen die Selbständigkeit der Gattung, 
welche in allen wesentlichen Merkmalen mit Peltastes übereinstimmt. 
Sie unterscheidet sich von den Arten dieser Gattung nur durch die 
excentrische , an den Aussenrand der Platten gerückte Lage der 
Ovarial-Oeffnung, durch die Breitenausdehnung der Ovarialplatten, 
durch die Grösse und sehr nach vorne gerückte Lage des Peri- 
procts, wodurch die angrenzenden Platten verkleinert, insbesondere 
die vordere Ovarialplatte zu einem schmalen Plättchen reducirt 
wird; weiter durch das Fehlen der Suturaleindrücke; durch das 
Vorhandensein kielartiger Leisten , welche quer über die Ovarial- 
platten laufen und jenseits des Periprocts einige grosse Dreiecke 
bilden; sowie dadurch, dass die Ecken des fünfseitigen Scheitel- 
schildes nicht von den Ovarial-, sondern den Ocellar-Platten ein- 
genommen werden. 

') Dbsor, Synops. Kcbin. foss. pag. 146. 



[229] IV. Salenidae. I57 

Die Gattung erhielt ein weiteres, sie mehr begründendes 
Merkmal, als es Cotteau gelang, ausser den Porenpaaren, welche 
die regulären Porengänge bilden, noch je in einer Einsenkuno- o-e- 
legene Porenpaare nachzuweisen in der unteren Partie des 
Gehäuses, eingeschoben in jede Reihe der ambulacralen Sekuudär- 
w&rzchen, wodurch dieselben (welche hier kräftiger sind als 
die höhereu nahestehenden) hier weiter auseinander gerückt 
werden ! ). 

Die deutschen Exemplare stimmen gut mit Gehäusen aus dem 
Upper Greensand von Warminster überein: Das Gehäuse ist 
klein, von kreisförmigem Umfang, hoch, gebläht, fast kugelig, aber 
Ober- und Unterseite etwas abgeflacht und letztere in der Mitte 
ein wenig eingedrückt, Seiten gerundet. 

A mbulacralfelder sehr schmal, leicht wellig: gebogen. 
Porengäuge nicht vertieft, gebildet von grossen, sehr schräg ge- 
sellten Poren, welche von einem Wulst umgeben sind. Der 
Interporiferen-Raum trägt zwei Reihen sehr kleiner, undeutlich 
mamelonirter Sekundärwärzchen, welche so gedrängt stehen, dass 
sie nur hin und wieder noch ein Körnchen zwischen sich nehmen 
können. Dieses ist besonders der Fall in der unteren Partie, wo 
die Wärzchen etwas grösser sind und zugleich weiter auseinander 



l ) Freilich bat Cocteau dieselbe Wahrnehmung an einem anderen kleinen 
dem ersten Anscheine nach ebenfalls nahe stehenden Gehäuse aus dem Cenoman 
(rhotomagien) von Aire 'Halmon, Setif (Algier) gemacht, welches er als Goniu- 
phonu problematicus beschrieb. (Echinides nouveaux 011 peu connus par 
G. Cottbau, Extrait de la revue et magazin de Zoologie 1866, pag. 121, tab. 16, 
fig. 7 — 12.) Allein hier ist nicht nur das Periproct so gross, dass der Afterschild 
ringförmig erscheint, sondern es fehlt auch die elfte überzählige Platte der Sa- 
leaidae im Scheitelschilde. So lange nur ein Gehäuse bekannt war, konnte man 
vielleicht an eine Missbildung denken, nachdem aber von verschiedenen anderen 
Fundpunkten in Algier eine Mehrzahl von Gehäusen herbeigeschafft war, wurde 
für dieselben mit Recht eine neue Gattung errichtet und die Stücke Coptophyma 
problematicum genannt, welche nicht den Salenidae, sondern den Diadematidat 
anzureihen sind. Vgl. Fchinid. loss. de 1 'Algeric par Cottbau, Pbboh et Gauthibr, 
. Masson 187'J, pag. 209, tab. 15, fig. 6— 11. Es ist von Interesse, da 
Coquahd Ktu<h-- Buplementaires sur la paleontologue algerienne, Bone 1880, 
[>ag. .VMj. sowie nach Cotteau, Pbboh et Gauthdsk (1. c pag. 187) QomophortU 
hatulattu Ag. auch im Cenoman Algier 1 s beobachtet ist. 



158 IV. Salenidae. [230] 

treten. Hier beobachtet man bisweilen J ) zwischen je zwei Wärzchen 
ein und derselben Reihe eine rundliche Vertiefung. Sie liegt nicht 
vollkommen in der Mittellinie der Granulen-Reihen, sondern etwas 
nach auswärts gerückt. In der Tiefe dieser Einsenkungen liegen 
die von Cotteau zuerst beobachteten Extra-Porenpaare, welche 
man freilich nur hin und wieder mit genügender Deutlichkeit 
wahrnehmen kann. 

Wright erwähnt dieselben nicht in der Beschreibung seiner 
Gehäuse, zeichnet sie auch nicht in der vergrösserten Darstellung 
seiner Abbildung, gleichwohl fehlen sie den englischen Exemplaren 
nicht, wie mir vorliegende Gehäuse von Warminster darthun. 

Interambulacralfelder sehr breit, mit zwei Reihen Stachel- 
warzen, 5, ausnahmsweise 6 in jeder Reihe. Die in der Nähe des 
Peristoms befindlichen Warzen sind sehr klein; rasch nehmen sie 
an Grösse zu und ist der Warzenkegel ganz ausserordentlich ent- 
wickelt und vorspringend; die Warze, welche er trägt, bleibt ver- 
hältnissmässig klein, ist nicht durchbohrt, seine Basis crenelirt. 
Der Fuss der Kegel erstreckt sich bis nahe an die Grenze der 
Platte, auf der sie sich erheben, so dass nur für eine Reihe spär- 
licher Granulen und Körnchen Raum übrig bleibt, welche in der 
Mittellinie des Feldes eine Zickzack-Linie bilden, so dass von 
einer Miliärzone nicht füglich die Rede sein kann 2 ). 

Peristom eng, ein wenig eingesenkt, mit wenig deutlichen 
Einschnitten. 

Scheitelschild scharf fünfseitig ; Periproct gross, rhombisch- 
rundlich, sehr nach vorn gerückt, die Aussenränder des Schildes 
und des Periproctes von kielartigen Erhöhungen eingefasst; die 
Ovarial-Platten werden von gleichen Kielen rechtwinklig durch- 
zogen, indem sie von den dem Aussenrande nahegelegenen Ovarial- 
Öffnungen ausgehen. Da die vor dem Periproct gelegenen Platten 
in Folge der Lage und Grösse des Periprocts die ausgedehntesten 



') Die Beobachtung ist nicht ohne Schwierigkeit, und mag solche in der 
meist wenig günstigen Erhaltungsart der vorliegenden Stücke begründet sein. 

2 ) So dass in dieser Beziohung die Bilder bei Cotteau, zum Thoil auch bei 
Wbight, sich zu den vorliegenden Stücken abweichend verhalten. 



[231] IV. Salenidae. 159 

sind, so sind auch auf diesen jene Kiele oder Rippen am ausge- 
zeichnetsten entwickelt. 

Sutural-Impressionen fehlen dem Scheitelschilde. 

Die Nähte der Scheitelplatten selbst sind an keinem vorliegen- 
den Stücke sichtbar. 

Bemerk. WRIGHT knüpft folgende Bemerkung an Gonio- 
phortta lunulatus: 

»Wenn mau sieht, dass so viele Exemplare von Salenidae 
während der letzten 40 Jahre im Upper Greensand von 
England und Frankreich gesammelt worden sind, ist es 
bemerkenswerth, dass keine wahre zweite Species gefunden 
worden ist. Ich habe oft bedacht, dass dies eins von den 
vielen Problemen ähnlicher Natur ist, welche die Jünger 
Darwins versuchen mögen zu lösen. Die geologische 
Urkunde der Kreide-Schichten, in denen die Salenidae sehr 
häufig sind, ist nicht unvollkommen, wie viele versichern, 
und verbindende Formen, wenn solche je wirklich existirten, 
mussteu irgendwo gefunden werden in Lagern, welche so 
oft durchsucht und so fleissig bearbeitet sind wegen der 
paläontologischen Schätze, die sie enthalten. Ungeachtet 
all dieser Untersuchung bleibt Goniophorus lunulatus eiu 
isolirtes Genus, repräsentirt durch eine einzige Spezies 
unter den Salenidae.«. 
Vorkommen. Ich sammelte zwei Exemplare in der Tourtia 

von Essen. 

In Frankreich im Cenoman von Le Havre; les Vaches Noires, 

uud Vimoutiere. (Orne.) 

In England im Cenoman von Warminster. 

In Af'rica im Cenoman von El Moudjiana (Algier). 



160 IV. Salenidae. [232] 



Gatt. Salenia Gray 1835. 
Salenia petalifera Desmarest sp. 1825. 

Taf. 19, Fig. 9. 

Echinvs petaliferus Desmarest, in: Defeance, Dict. sc. nat. tom. 37, 1825, pag. 101, 

unter Hinweis auf Parkinson tab. I, fig. 12. 
Salenia petalifera Agassiz, Monogr. des Salenies 1838, pag. 9, tab. 1, fig. 17—24. 
» » Desor, Synops. Echin. foss. pag. 149, tab. 20, fig. 1 — 3. 

» » Cotteau, Pal. franc. terr. cret. tom. 7, pag. 144, tab. 1034. 

» » Wright, Brit. foss. Echin. Cret. Form. 1871, pag. 170, tab. 33, 

tab. 42, fig. 3. 
» (Echinus) petaliferus Ad. Römer, Verstein. norddeutsch. Kreidegeb. 1841, 

pag. 30. 
» » liliputana Hans Geinitz, Eibthalgebirge, tom. I, 1871 — 1875, 

pag. 78, tab. 18, fig. 2 (jugendliches 
Gehäuse). 
Maasse: 

Höhe des Gehäuses 13 ,mn 

Durchmesser des Gehäuses 20,5 

Durchmesser des Scheitelschildes ... 11 

Durchmesser des Peristoms c. 9 

Durchmesser des Periprocts .... 2,5 — 3 

Breite der Ambulacralfelder { 

(unten . . 6 

Breite der Interambulacralfelder ... 9 

Zahl der iuterambulacraleu Stachelwarzeu 

in einer Vertikalreihe 6 

Zahl der ambulacralen Sekundärwärzchen 

in einer Vertikalreihe 21 

Die Speciesbezeichnung wurde von Desmarest aufgestellt 
unter Hinweis auf die Abbildung von Parkinson, welcher angibt *), 

') Parkinson, Org. Koni. pag. 15. 



[233] IV. Salenidae. 161 

dass das Original aus dem cenomanen Grünsande von Wiltsiiire 
stamme. 

Ein Jahr nach DESMAREST (1826) wird auch iu deu Petrafacta 
Germaniae ] ) die angezogene Figur (und Fig. 13) 2 ) bei Parkinson 
eu Cidaris scutigera Münster citirt. Die beigegebene Abbildung 
stellt eine Salenia aus dem (cenomanen) Kreidesaudstein von 
Kohlheim an der Douau, unweit Regensburg dar. Wie sich dieses 
Gehäuse zu den englischen verhält, lässt sich nur durch Vergleich 
des Originales ermitteln. Dasselbe befindet sich nicht im Museum 
zu Bonn, es wird in München aufgesucht worden müssen 3 ). 

Die Exemplare, auf welchen die Darstellung der Salenia peta- 
li/era bei Agassiz beruht, stammen von Cap la Heve und Long- 
leat. Sämmtliche Originale gehören dem Cenoman an. 

Das am vollständigsten erhaltene Gehäuse (von 20,5 mm Durch- 
messer und 13 mm Höhe) aus dem cenomanen Grünsande von 
II — « -ii stimmt in der Grösse und Gestalt mit dem grössten von 
( OTTEAD abgebildeten Exemplare überein. Es liegen aber auch 
Bruchstücke von Gehäusen aus der Tourtia von Essen vor, welche 
auf eine mehrere Grösse, auf einen Durchmesser von 24 mm hin- 
weisen 4 ). Ein (etwas verdrücktes) Gehäuse gleicher Grösse liegt 
auch vor aus dem cenomanen Grünsande von Cap la Heve bei 
Ilavre r> ). 



') 6oldfüs8, Petnf. Gcrraan. pag. 121, tab. 49, fig. 4. 

*) Diese Figur aber irriger Weise als die untere Seite des Gehäuses auf- 
-ät. 

3) Manche Autoren, wie Anor.ru Römer und Wkight, betrachten Salenia 

tcutigera Münster und Salenia petaK/era als synonym: andere, wie Agassi/, und 

iu, nicht. 

*) Das kleinst«.' hierher gehörige Gehäuse von Essen misst 8 min Durchmesser, 

1 mm Höhe. 4.5 mm der Scheitelschild, c. 4 Peristom. H. G. Gbinitz bezeich- 

-olche jugendliche Schalen aus dem Cenoman von Plauen als Salenia Uli 

putana. 

3 es Gehäuse ist durch eigenthümliche Monstrosität bemerkenswerth. 

eeitzt zwei Subanalplatten. Die zweite Platte bildet ein regelmi 

Pönfeck, und liegt zwischen der eigentlichen Sabanalplatte and der Madreporen- 

und wird ausserdem diesseits von einer Ovarialplatte, jenseits von einer 

Orarial- und einer Ocellarplatte umgrenzt In der Mitte der Platte eine un- 

_' umgrenzte Vertiefung ist wohl nur zufällig. Siehe Tal'. 19, Fig .1. 

Nrn« Polge. II. -ft ... 1 1 



162 IV. Salenidae. [234] 

Das ausgewachsene Gehäuse verhältnissmässig gross, von 
kreisförmigem Umfang, ziemlich hoch, oben und unten fast gleich- 
massig abgeplattet und flach convex , Mitte der Unterseite ein 
wenig eingesenkt, Seiten gerundet. 

Ambulacralfelder unten fast gerade, oben leicht gebogen. 
Vom Scheitelschilde bis zur Unterseite sich allmählich verbreiternd; 
durchschnittliche Breite verhältnissmässig gross. Leicht vortretend. 
Porengänge gebildet aus kleinen, schräg gestellten Poren, nur 
in der Nähe des Peristoms, wo sie sich etwas verbreitern, ein 
wenig eingesenkt. Im Interporiferenraum zeigen sich vier Reihen 
Granulen. Jede äussere Reihe führt 21 *) kräftige, mamelouirte, 
etwas verlängerte Granulen, deren Volumen nach unten hin zu- 
nimmt. Die Granulen der beiden inneren Reihen sind kleiner, 
etwa halb so gross, nicht oder nicht deutlich mamelonirt, alter- 
nirend unter sich und zu der Aussenreihe gestellt, und erreichen 
nicht die höchste Partie des Feldes. Der Zwischenraum zwischen 
denselben ist in der mehr verbreiterten Partie der Felder von 
feinen Körnchen ausgefüllt. 

Die Interambulacralfelder führen in jeder Vertikalreihe 
6 primäre, crenelirte, aber nicht durchbohrte, massig ausgedehnte 
Stachelwarzen, welche vom Umfange des Gehäuses zum Peristom 
hin sich stark verkleinern. Ihr Warzenkegel ist nicht hoch, 
Warzen selbst von massigem Umfange. Ihre Höfchen sind ein- 
ander sehr genähert; ihr Warzenring, von mamelonirten Sekundär- 
warzen gebildet, nur an der Innenseite vollständig. Miliärzone 
breit; die sie zwischen den Scrobiculen bedeckenden Granulen zahl- 
reich, an Grösse wenig verschieden, hin und wieder noch ein 
Körnchen zwischen sich nehmend. 

Peristom nur ein Geringes eingesenkt, ziemlich gross; aber 
kleiner als der Scheitelschild, mit deutlichen Einschnitten, deren 
Ränder stark umgeschlagen. 

Scheitelschild verhältnissmässig nicht gross 2 ), gerundet 
fünfseitig, fasl plan, mir flach convex. Periproct gerundet drei- 



') Auch an französischen Gehäusen zähl<3 ich nicht mehr; Cotteau gibt 24 
liis 25 au. 

a ) Nach Cottbac »l»ald mehr, bald weniger entwickelt«. 



[235] TV. Salenidae. 1H3 

M>itig mit aufgeworfenem Rande. Madreporenplatte mit fast kreis- 
förmigem »Spalt«, der auf seinem Grunde deutlich siehförraig 
durchbrochen. Genitalporen etwas excentrisch, gern von einem 
etwas geschwollenen Rande umgeben. Suturalimpressionen nicht 
gross. 

Bemerk. Nach COTTEAü unterscheidet sich Salenia peta- 
lifera von Salenia scutigera durch ihre etwas kräftigere Gestalt, 
durch ihre mehr entwickelten Interambulacraltuberkeln , insbe- 
sondere durch ihre Ambulacra , welche breiter und mit zahl- 
reicheren x ) Wärzchen besät sind. Durch diese Umstände nähert 
sich Salenia petalifera der Salenia Austeni Forbes aus dem Lower- 
Chalk von Douvres so sehr, dass er sie nur als eine Varietät von 
Salenia petalifera betrachtet. 

WwGHT bemerkt zu beiden : 

Salenia petalifera resembles Salenia Austeni Forb. ; the 
latter, howecer, has a more elevated test with a smaller apical 
disc, and a more prominent periprocte.« 

Derselbe Autor betrachtet, pag. 172, Salenia scutigera Münster 
als synonym mit Salenia petalifera Desor und stellt, pag. 182, 
Salenia scutigera bei Cotteau, Pal. franc. etc., unter Salenia 
metrica Agassiz. 

Vorkommen. In der Tourtia bei Essen selten. Wahr- 
scheinlich auch im cenomanen Grünsande an der Waterlappe 
weniger gut erhalten). 

Die Gehäuse aus dem cenomanen Pläner (welche höchstens 
l*J ' ' Durchmesser aufweisen) sind äusserst schwielig von dem 
anhaftenden festen Gestein zu befreien. Deshalb schwer für eine 
genauere Betrachtung zugänglich und bestimmbar; einigen Ge- 
häusen haftet kaum noch ein Zweifel der Bestimmung an: einige 
bleiben zweifelhaft. Unter diesen lallen einige auf durch die 



enia scutigera: tAmbulacres ttroits, garnis de deus rangies de granules 
. mamelonnes. fegerement elliptiques dam le sens vertical, au nombre dt qua- 
ou quimc par serie; <• deux rangees sont assez rapprochees, et laissent << 
ni in !,/,,<■< ii quelques granu/es ßns, epars, homogenes, plus ou moins rtgu 

' • ■ / • 

11* 



164 IV. Salenidae. [236] 

Rauhheit des Scheitelschildes. Ein Gehäuse fällt auf durch ge- 
körnte Kiele auf den Platten des Scheitelschildes, welche sich von 
einer Platte auf die andere hinüber erstrecken. Die aus England 
und Frankreich vorliegenden Gehäuse zeigen, wie diejenigen aus 
der Tourtia von Essen, ein glattes Scheitelschild. Andere scheinen 
durch die Rauhheit des Scheitelschildes auf andere Arten (aus 
der Verwandtschaft von Salenia ritgosa d'Arch. und Salenia gibba 
Agass.) hinzuweisen. 

Alle diese Stücke scheinen vorzugsweise dem Pläner mit 
Ämmonites varians, zum Theil auch dem jüngsten Cenoman mit 
Ammonites Rotomagensis und Holaster subglobosus anzugehören und 
fanden sich vorzugsweise bei Salzgitter an der Kothwelle und am 
Fleischercamp; auch am Kahnstein bei Langeisheim *). 

Originale im Museum zu Bonn. 

In England im Upper Greensand von Longleat und im Grey 
Chalk bei Folkestone, nach Wright. 

In Frankreich insbesondere am Cap la Heve. 



Salenia granulosa Forbes 1856. 

Taf. 18, Fig. 1— G. 

Salenia granulosa Forbes in Moruis, Catal. of British fossils , 2. Edit. , London 

1854 % pag. 89. 
» incrustata Cotteau in Desor, Synops. Eehinides fossil. 1858, pag. 2 IS; 488. 
» granulosa Cotteau, Paleontol. frane. terr. cröt. tom.VIT, lSfil, pag. lf>7, 

tab. 1039, fig. 6-21. 
» » Schlüter, Zeitsclir. d. Deutsch, geol. Ges. 18G6, pag. 64. 

» » Wright, British fossil Eehinoderm. of the Cretac. Format. 1872, 

pag. 179, tab. 41, 43. 
? » Peroni Cotteau, Kchin. nouvcaux ou peu connus. I. Ser. Ext. de rcvne et 
magasin de Zoologie, 18l>7, pag. 130, tab. 17, fig. 1—3. 



l ) Das bcsto mir bekannte Exemplar wurde hier vom Oberhütten meiste! 
Grumbrecht in Goslar gesammelt. Nach dessen Tode ging die Sammlung in den 
Besitz der Geologischen Landesanstalt und Bergakademie in Berlin über. — 
Schon Desor, Syn. fJchin. pag. 48S nannte die Art von diesem Fimdpunktc. 



[237] IV. Salenidae. |ß5 

Maasse in Millimetern: 

I. 11. in. iv. v. vi. 

Böhe des Gehäuses . 3 3,3 4,3 5,5 6,5 6 

Durchmesser dos Ge- 
häuses 5 6 8 10 10 10 

Durchmesser des Schei- 
telschildes .... 4,5 5 6,5 7,2 7,8 8 

Durchmesser des Peri- 

stouis ? 2,5 3 3-5 4 — — 

Durchmesser des Peri- 
procts Vö-IVö Vö-IVö 1,4-1,6 1,4-1,6 1,6-2 - 

Zahl der interambula- 
cralen Stachelwarzen 
in einer Vertikalreihe ? 3-4 ? 3-4 3-4 3-4 4 4 

Zahl der ambulacralen 
Granulen in einer 
Vertikalreihe ... — ? 8 ? 8 — — — 

No. I, II von Salzgitter; III, IV von Graes; V vom Uhren- 
berge; VI von Dortmund. 

Gehäuse klein, von 5 bis 10 mm Durchmesser und 3 bis 6 mm 

Höhe; von kreisförmigem Umfang; Oberseite meist nur flach ge- 
wölbt, selten stärker gewölbt; Unterseite plan 1 ); Rand gerundet. 

Ambulacralfelder fast gerade, schmal, von oben nach 
nuten sieh wenig verbreiternd. Die Porengänge nicht vertieft, von 
v rhältnissmässig grossen, schräg gestellten Poren gebildet; die 
Paare entfernt stehend, durch Einsenkungen der Schale getrennt. 

[nterporiferen-Raum mit zwei ziemlich nahestehenden Reihen 
mamelonirter Sekundärwärzchen, welche zuweilen sich fast be- 
rühren, meist weiter auseinandertreten, und auch von den zwischen 
I" ideu [leihen stehenden, verschieden grossen Körnchen zwischen 
uefa nehmen und hierdurch den Ambulacralfeldern einen cha- 



D Gehäuse vom Uhrenbcrgc mit tief eingesenktem Peristom ist entweder 
verdrückt, oder monströs. 



166 IV. Salenidae. [238] 

rakteristischen Zug aufprägen. Es mögen 8 oder 9 Sekundär- 
wärzchen in einer Reihe stehen 1 ). 

Die Interambulacralfelder der kleinsten Gehäuse führen 
3 — 4, der grössten Gehäuse 4 Primärwarzen in einer Vertikalreihe. 
Ein oder zwei in jeder Reihe sind stärker entwickelt und ragen 
weit vor. Sie sind crenelirt, aber nicht durchbohrt. Miliärzone 
sehr schmal, mit Granulen verschiedener Grösse besetzt. Seitlich, 
zunächst den Porengängen, tragen die grossen Platten (von einer 
Eck-Granul abgesehen) keine Granulen. 

Peristom rundlich, nicht vertieft, nicht gross, mit sehr kleinen 
Einschnitten. 

Scheitelschild sehr gross, fast die ganze Oberseite des 
Gehäuses einnehmend; gerundet fünfseitig, bald flach convex, bald 
etwas stärker gewölbt 2 ). 

Der Aussenrand des Schildes erscheint gern gekerbt, oder 
gekörnt, gewöhnlich an den Ocellarplättchen am kräftigsten. Auch 
der das Periproct umgebende Wulst zeigt sich bisweilen gekörnt. 
Die Nähte der Platten sind meist deutlich, zeigen aber nur selten 
schwache Suturalimpressionen, solche schon bei kleinsten Gehäusen 
von 5 mm Durchmesser. Bei manchen Gehäusen zeigen auch die 
Ovarial-Platten, und zwar nur in der Nähe des Aussenrandes, 
etwas in der Längsrichtung der Platten ausgezogene, tiefe Im- 
pressionen. Die Ovarial-Oeffnungen nicht deutlich, klein, die 
Oberfläche der Platten in eigenthümlicher Weise rauh, bald mehr, 
bald weniger. Die Rauhigkeit wird nicht durch eigentliche 
Granulen bewirkt, sondern theils durch Vertiefungen, theils durch 
Erhöhungen veranlasst. Gewöhnlich ist diese Sculptur regellos, 
bisweilen ordnet sie sich auf den einzelnen Platten radial. 

Periproct 8 ) fast kreisförmig oder leicht oval bis gerundet 
dreieckig. 



l ) Cottkau gibt 12 bis lo an. Vielleicht sind liier einige der grösseren 
Körnchen mitgezählt. 

-) Nur ein paar schlecht erhaltene Gehäuse ziemlich hoch gewölbt. 

8 ) Die, oben erwähnten Gehäuse mit boebgewölbten Schildern seheinen wirk- 
liche Granulen auf diesen zu führen. Leider .sind diese Stücke von sehr un- 
günstiger Erhaltung- 



[239] IV. Salenidae. 167 

Bemerk. Cottead sagt über den Scheitelschild: 

Der Scheitelschild löst sich iu Folge seiner geringen 
Dicke nicht merklich von der übrigen Schale ab. Wie 
Abbe SORIGNET in der vollkommen genauen Beschreibung, 
die er von dieser Species 1 ) gibt, bemerkt, ist die Trennung 
heim ersten Blick nur ganz klar unter den Ocellarplatten ; 
an den Seiten, welche mit den Interambulacralfeldern 
correspondiren , entgeht die äussere Grenze der Genital- 
platten um so leichter dem ersten Blick, als ihre Orna- 
mente mehr den Granulationen gleichen, die diesen Theil 
der Schale bedecken. Die ganz besondere Physiognomie 
des Scheitelapparates hatte uns veranlasst diese Salenia 
mit dem Namen incrustata zu bezeichnen«, 
und Y\ kigiit sagt über denselben Gegenstand: 

» . . . Der Scheitelschild ist so dünn und an den Rändern 
so eng au die Schale anhängend, dass er mit den Platten 
der Schale verschmolzen erscheint . . .; eine Fortsetzung 
jeder Platte dehnt sich in die Interambulacra aus, deren 
örnamentation von jener in der Mitte der Platte abweicht; 
die punktirten Linien sind am weitesten und mehr ge- 
bogen, und diese incrustirende Fortsetzung scheint sich 
mit den Granulationen der Schale zu verschmelzen . . . .« 

Diese eigenthümliche Beschaffenheit rindet sich an der Mehr- 
zahl der vorliegenden Exemplare nicht, oder doch nicht in dem 
angegebenen Maasse ausgeprägt. Vielleicht sind sie deutlicher 
entwickelt an den 3 grösseren Exemplaren, von denen oben die 
Rede war 2 ). Leider sind dieselben so ungünstig erhalten, dass sie 
einen genaueren Vergleich nicht gestatten. 

Cottead erklärt zwar, dass er nach Vergleich von englischen 
Gehäusen, welche Forbes in Morris' Catalogue of British Fossils 
[ohne Beschreibung) 3 ) als Salenia granulosa bezeichnet hatte, die 



i beschrieb, nach Cottbau, die Art unter der nichl zutreffenden Be 
ang Salenia [Peltastes] heliophora Agass. , welcho der jüngsten Kreide von 
icht angehört. 
- VergL 8. 238, Anmerk. 3. 

ae erste kurze Beschreibung zu den in Moni ; veröffentlichten 

Manuscript- Namen Fokbes' brachte der Appendix, welcher der V. Decade der 



168 IV. Salenidae. [240] 

Ueberzeugung gewonnen habe, dieselben seien von seiner, in Desor's 
Synopsis des Echinides aufgestellten Salenia incrustata nicht ver- 
schieden, und obwohl Desor ein vor mir liegendes deutsches 
Gehäuse vom Ringelberge als Salenia incrustata Gott, etikettirte, 
so wird doch darauf zu achten sein, ob unter der bisherigen Dar- 
stellung nicht verschiedene Formen zusammengefasst sind, z. B. 
auch die verwandte Salenia obnupta Schlüt. 

Sehr nahe steht die afrikanische Salenia Peroni Gott, von 
23 mm Durchmesser, 8 mm Höhe, mit 4 bis 5 Primärwarzen auf den 
Interambulacralfeldern , und 12 bis 14 Secundärwärzchen auf den 
Ambulacralfeldern. Cotteaü selbst hatte schon darauf hinge- 
wiesen, dass die Art nur mit Salenia granulosa Forb. verwandt, 
sich aber (von abweichenden Verhältnissen, welche sich durch die 
verschiedene Grösse erklären lassen, abgesehen) »surtout par la 
structure toute particuliere de l'appareil apical« unterscheide. Diese 
aber beschreibt er so: 

»Les plagues genitales, dans tous les exemplaires que M. 
Peron nous a envoyes , presentent ce singidier caractere 
d'avoir leur angle externe marque d'impressions profondes, 
inegales, qui lui donnent un aspect fortement dechiquete«, 
also eine Eigenthümlichkeit, welche auch von verschiedenen 
deutschen Fundpunkten vorliegende Gehäuse 1 ) zeigen, wodurch 
also die Hauptverschiedenheit der Salenia Peroni von Salenia gra- 
nulosa hinweggenommen wird. 

Vorkommen. Salenia granulosa ist schon 1865 von mir 
unter den Leitformen des Unter - turonen Pläners aufgeführt 
worden. 

Ich sammelte sie am Südrande des westphälischen Kreide- 
beckens in den Schichten des Inoceramus mytiloides am Uhren- 



memoirs of the Geological Survcy of the Uuited Kingdom. Figures and de- 

scriptions illustr. of British Organie Remains. London 1856 von S. T. Woodward 

angehängt ist. Von Oidaris granulosa heisst es hier: 

»Body small, let. G, alt. B l jimill., — sometimes it vieasures only L'/a linet 
in diameter\ oval opening finely sculptured with rugose lines, sometimes 
radiated, sutures <juitc simple; primary tubercles fem und prominent) 
miliar;) Zone irregulär granulöse; ambulacra narroir.« 
') Man glaubt dergleichen Impressionen auch in der vergrösserten Abbildung 

von Salenia granulosa bei Cottbau, 1. c. tat). 10.'!!), iig. 10 zu erkennen. 



[241] IV - Salenidae. 169 

berge bei Herbram, bei Ebbinghausen zwischen Dortmund und 
Horde etc. 

In gleichem Niveau zeigte sie sich im Rothen Planer der 
subhercynischen Kreide, am Ringelberge bei Salzgitter. 

Die Art fand sich ferner am Nordwestrande des westphälischen 
Beckens bei Graes 1 ), unweit Ahaus, wahrscheinlich im mittel-turonen 
Pläner , d. h. in der Galeriteu - Facies der Schichten mit bio- 
ceramus Brogniarti. Aus gleichem Niveau der subhercynischen 
Kreide liegt sie vor vom Fleischercamp 2 ) westlich von Salzgitter, 
zwischen Beuchte und Weddingen unweit Goslar. 

Wright kennt die Art in England nur als Seltenheit aus 
den »hard gritty whitish beds« des Lower Chalk bei Dover, wo 
sie in Gesellschaft von Phymosoma radiata und vieler Bryozoen 
gefunden wird. 

Von Cotteau wird sie in Frankreich als im Eure - Departe- 
ment bei Andely, Penterville und im Oise- Departement in der 
Umgebung von Beauvais als ziemlich häufig vorkommend an- 
gegeben. 

Cotteau 3 ) führte Salenia Peroni aus der Etage cenomanien der 
Umgegend von Batna (Algier) an; in dem Werke über die Echi- 
niden Algiers 4 ) wird sie aus der Etage albien, couche ä Tere- 
bratula Dutemplei, als Seltenheit genannt. 



') Daselbst fand sich auch das grösste vorliegende (oben nicht mit erwähnte) 
Gehäuse, von 11 mm Durchmesser, 7 mm Höhe, 8 '"'" weitem Scheitelschild und 
.0 """ weiter Mundlücke. Der Scheitelschild zeigt etwas verlängerte Sutural-Ein- 
drücke (wie das von Cotteau tab. 39, iig. 18 — 21 abgebildete englische Gehäuse), 
welche zur Bildung flacher radialer Rippen führen, wodurch man an Formen 
wie Salenia Pratensis, Salenia antkophora oder PeÜastes heliophorus erinnert wird. 
Der Scheitelschild ist ziemlich stark gewölbt: die Ambulacralfelder etwas mehr 
wellig als gewöhnlich und eindringend in die Ocellarplatten (Cotteau tab. 103'J, 
fig. 11), was bei den übrigen Stacken nicht ihr Fall ist. - Auch die Poren sind 

r wie gewöhnlich. 

•ion Dr. Ui.t.an S. hlönbach führte die Art nach Bestimmung G. Cotteau's 
von hier an in »Norddeutsche Galeriten-Schichten« pag. 5, Wiener Akademie, 
Sitzungsberichte 1868, nachdem sie vorher Bchon von Desob als daselbst vor- 
kommend genannt war. 

^ Cotteau, I. c. pag. 1 3 1 , 

4 ) Cotteau, Pbboa q. Gauthibb, Kchinides foss. de l'Algene. 3 fasc. Paris, 
Masson, 1876, pag. 89. 



170 IV. Salenidae. [242] 

Salenia (jehrdenensis Schlüter. 

Maasse in Millimetern: 
I — IV verschiedene Gehäuse von Salenia areolata Wahlenberg ; 
V von Salenia Gehrdenensis; VI Salenia sp., vielleicht von Gehrden. 

I. II. III. IV. V. VI. 
Höhe des Gehäuses. . . . 4,5 5,5 8 10 6 10 
Durchmesser des Gehäuses . 9 10,4 15 18 11 17 
Durchmesser des Scheitel- 
schildes 6 7 9,5-10 c. 11 7 10,2 

Durchmesser des Peristoms . 5 c. 6 c. 8 9 6 c. 9,5 

Durchmesser des Periprocts . c. 1,2 1-1,4 1,5-2 2-3 1,5 2-3 
Breite der Ambulacralfelder : 

a) oben c. 1 — c. 1,5 c. 2 — ■ c. 1,8 

b) unten c. 2 — c. 3 c. 3 — c. 3 

Breite d. Interambulacralfelder c. 4,1 — 7 c. 8 c. 5 8 
Zahl der Primärwarzen in 

eiuer Reihe 4-5 — 5-6 5-6 5-6 5-6 

Zahl der ambulacralen Wärz- 
chen in einer Reihe ... 12 — c. 15-16 19 14 c. 18 

Gehäuse (No. V) klein, von kreisförmigem Umfang, massig 
hoch; Scheitel abgeplattet; Unterseite fast plan; Seiten gerundet. 

Ambulacralfelder etwas vortretend, fast gerade, nur oben 
sehr leicht gebogen, auf der oberen Hälfte des Gehäuses sehr 
schmal, unten verbreitert. Porengänge nicht vertieft, am Peristom 
etwas verbreitert; Poren klein, etwas schräg gestellt; Porenpaare 
zahlreicher als die Sekimdärwärzchen. 

Interporiferenraum mit zwei seitlichen Reihen kräftiger, mame- 
lonirter Sekundärwärzchen, oben fast bis zum Berühren nahe- 
stehend, dann langsam sich erweiternd, um dann unter dem Um- 
fange rasch auseinander zu treten, so dass ein paar Körnchen 
zwischen den Reihen Platz finden; je ein um ein Geringes grösseres 
Körnchen findet in dem Winkel zwischen zwei Sekimdärwärzchen, 
mit diesen alternirend , Platz. Unterhalb des Randes sind die 
Sekundärwärzchen am kräftigsten. Vor dem Mundsaume stossen 



[243] IV. Salenidae. 171 

die beiden \\ ärzchenreihen wieder zusammen, wobei die letzten 
wieder etwas kleiner sind. 

Die Interainbula eralfelder führen 5 bis b' erenelirte, nicht 
durchbohrte Stachelwarzen. Ihre Höfchen sind von einem unvoll- 
ständigen, aus mamelonirten Sekundärwärzchen gebildeten Ringe 
umgeben, der nur nach der Miliärzone hin vollständig geschlossen 
ist, so dass die aufeinander folgenden Höfchen sieh berühren, und 
auf den Seitenzouen der Felder nur die Eeken der Coronalplatten 
mit einem Wärzchen besetzt sind. Die Miliärzone oben so schmal, 
dass sich die Scrobicularringe fast berühren, am Gehäuse-Unifange 
und tiefer etwas breiter, hier spärlich mit kleinen und etwas 
grösseren Granulen besetzt. 

Per ist om nieht oder kaum sichtbar eingesenkt; gross, etwas 
kleiner als der Scheitelschild; Einschnitte klein, mit aufgeworfenem 
Rande. 

Scheitel schild massig gross, gerundet fünfseitig bis kreis- 
förmig, plan bis flach convex. Die Nähte mit unregelmässig rund- 
lichen, tiefen Impressionen. Auch die Ovarial-Oeflnungen unregel- 
mässig rundlieh und etwas excentrisch nach aussen gelegen. 
IVriproct massig gross, gerundet dreiseitig, Rand nicht bis wenig 
vortretend. 

Bemerk. Die Beschaffenheit der Anibulacralfelder: das in 
auffallender Schmalheit sich ungewöhnlich weit hinabziehende, 
obi-n erst laugsam, darauf sich rasch verbreiternde Mittelfeld mit 
der in die Augen fallenden Vergrösserung der Sekundärwärzchen 
an der Unterseite bildet im Verein mit dem grossen Peristom, 
welches nur etwas kleiner als der Scheitelschild ist, den wesent- 
lichen Charakter des kleinen, niedrigen Gehäuses. 

Von älteren Formen wird man erinnert an Salenia rugosa 
d'Arch. 1 ) aus der Tourtia von Tournay und dem Cenoman von 
I' Mans, nicht allein durch die ähnliche Bildung und Stellung 



') d'Abchxao, Etapport sur lea foss. dn Toartia, in: Mem. Soo. ^..log. do 
2.8er. tom. II, 1846, pag. 299, tab. 13, fig. 6. Cottbai und Trigbr, 
Echinid. de la Sarthe, 1859, pag. 167, tab. 29, fig. II 18, and besondere 

Paleontol. franc. fcerr. ttit. tom. VII. [>;•». III. i:»k lO.i.O. Krachten 
■fielen bei le Mans gefundenen Exemplare zur Darstellung. 



172 IV. Salenidae. [244] 

der Sekimdärwärzchen auf den Ambulacralfeldern *), sondern auch 
rücksichtlich der Suturalimpressionen des Scheitelschildes. 

Das cenomane Gehäuse ist höher (11 : 15), sein Scheitelschild 
»runzlich und chagrinirt«, die Zahl der ambulacralen Sekundär- 
wärzchen grösser (20 — 21), das Peristom grösser als der Scheitel- 
schild A. 

In der Gesammterscheinung erinnert das Gehäuse an die 
anscheinend gleichalterige 2 ) Salenia Bourgeoisi, welche durch 
Cotteau in den »Echiniden des Sarthe- Departements« 3 ) von 
Salenia geometrica Ag. abgetrennt wurde, und die später in der 
Paleontologie francaise 4 ) eine erweiterte Darstellung erfuhr. Die 
wichtigste Differenz beruht in der abweichenden Beschaffenheit 
der Ambulacralfelder. Die Sekundärwärzchen dieser Felder sind, 
wie eine Anzahl vorliegender Gehäuse aus der französischen Kreide 
darthut, kräftiger, gleichmässiger an Grösse, die Reihen unter dem 
Umfange nicht weiter auseinandertretend, die Sekundärwärzchen 
selbst hier, resp. unter dem Rande der Schale sich nicht ver- 
grössernd, sondern das Volumen vom Umfange oder Rande bis 
zum Peristom langsam vermindernd. 

Sodann ist bei Salenia Bourgeoisie wenigstens bei grösseren 
Gehäusen, wie sie die Paleontologie francaise abbildet, die Miliär- 
zone mehr entwickelt 5 ). 



! ) »Ambulacres tres-etroits, surtout au sommet, garnis de deux rangees de petits 
granules serre's, mamelo?ines, au nombre de vingt ou vingt et un par se'rie; 
ees rangees sont assez rapproche'es, et cependant laissent la plaee ä quel- 
ques verrues intermediaires fines et homogenes. Au dessous de l'ambitus, 
les ambulacres s' 'e'largissent un peu, et les granules augmentent legerement 
de volume.« Pal. franc. 1. c. 

2 ) In Frankreich nannte Aknaud (Etudes pratiques sur la craic du Sud- 
Ouest. Quart. Part. Actes de la Societe Linnc^nne de Bordeaux, Vol. 37, Bordeaux 
1883, pag. 13) vergesellschaftet mit: 

Belemnitella quadrata, Scaphites binodosus, Turritella sexlineata, Janira 
quadricostata, Inoceramus Cripsü, (Jstrea Santo nensis, Exogyra laviniata, 
ddonris pseudopistillum etc. 

3 ) Cotteau et Tbigbb, Echin. de la Sarthe, 1860, pag. 276, 409, tab. 46, 
fig. 8— 10. 

4 ) Palöont. franc. terr. cret. tom. VII, pag. 162, tab. 6038. 

b j Nach der Abbildung von Cotteau tab. 1038, fig. 5 sogar sehr breit. 



[245] IV. Salcnidae. 173 

Auch ist der Scheitelschild von Salenia Bourgeoisi dicker und 
etwas mehr gewölbt. 

Das Verhältniss zwischen Peristom und Scheitelschild ist so, 
dass das lYristom bei Salenia Bourgeoisi etwas weniger weit 
erscheint wie bei den deutschen Gehäusen. 

Durch die geringe Entwicklung der Miliärzone steht nahe 
Salenia Mexicana Schürt. 1 ), ist aber verschieden durch abweichende 
Bildung der Ambulacralfelder und vielleicht durch weites Peristom. 
Dasselbe gilt anscheinend auch von jungen Gehäusen der Salenia 
Texana Cred. 2 ). 

Der mexikanischen Art steht sehr nahe eine Sale?iia aus 
der Kreide Palestinas, welche Fraas 3 ) 1878 als Salenia petalifera 
Agass. bezeichnete, uuter welchem Namen auch Blankenhorn 4 ) 
sie aufführt. Während die orientalische Art von der echten 
Salenia petalifera in auffallender Weise abweicht , so dass 
CfJTTEAU 5 ) mit Recht sie für verschieden erklärte und Salenia 
Fraasi nannte, springt nur ein Unterschied von Salenia Mexi- 
'■ii,i(i in die Augen : dass die Sekundärwarzen der Ambulacral- 
felder bei Salenia Fraasi rund sein sollen, während sie bei Salenia 
Mexicana oval erscheinen. Mithin kann die vorliegende Art auch 
nicht mit jener vereint werden. 

Salenia nutrias Peron 6 ) aus dem Senon von Kef Matrek in 



') Schlüter, die regulären Echiniden der Kreide Nordamerika^. Ueber eine 
neue Salenia, im Sitzungsberichte der niederrhein. Gesellscli. für Natur- u. Heil- 
kunde in Bonn, 7. März 1887, pag. 41. — Der Fundort des Stückes ist: »Gold 
Placera von Guadalupe, 75 e. Me. von Chihuahua in Mexico«. 

Cocteau bat neuerlich eine Salenia vom selben Fundpunkte mit einer Art 
au- dem Neocom. mit Salenia Prestensii Gras verglichen (Bull. soc. geol. France 
III. -'r. tom. 18, 1890, pag. -294). Die fraglichen Schichten scheinen, auch nach 
den Andeutungen von W. Gabi? (Acad. nat. sc. Philadelphia 1872) und Robert 
Hill [Geological Surrcy of Texas, Bulletin No. 4, Austin 188'.)) der oberen Kreide 
anzugehören. 

- Zeitschrift für die gesammt. Naturwissenschaften 1875, tom. 46, pag. 111, 
lab. V, Hg. i-G. 

18 dem Orient. Geol. Beobachtungen am Libanon IS7S, pag. 31, tat). 11, fig.4. 

\ Beiträge zur Geologie Syriens 1890, pag. 64. 

, l.'hinid. tiMuvcaux im peu C0DDU8, I I.m't., t fasc. 1885, pag. 59, tab.8, fig.l — 5. 
ittbau, I'iimin ei Gauthibr, Ecbinides fossiles de- l'Algerie, 8° fascic., 
2. part. Paris, älasson, 1881, pag. 1G7, tab. 18, fig. 1—10. 



174 IV. Salemdae. [246] 

Algier ist doppelt so gross wie Salenia Fraasv, aber sonst kaum 
verschieden. 

Auch Salenia Chofati Lor. *) uud Salenia lusitaniea Lor. 2 ) 
aus der Kreide Portugals zeigen eine sehr gering entwickelte 
Miliärzone, unterscheiden sich aber beide von der vorliegenden 
Art durch vollständige Scrobicularringe, gewellte Ambulacral- 
felder etc. 

Zuletzt ist zu erwähnen, dass jugendliche Gehäuse von 
Salenia, areolata Wahlenberg aus den untersenonen Trümmerkalken 
Schwedens nahe Beziehungen zu unserem Gehäuse bieten: 
in der niedrigen Gestalt des Gehäuses, 
in der Weite der Mundlücke, 

in der Grösse des flach-convexen Scheitelschildes, 
in der ähnlichen Bildung der Ambulacralfelder, 
in der Erweiterung der Porengänge am Peristom, 
in der Zahl der Primärwarzen. 

Verschieden ist, dass die ainbulacralen Wärzchen-Reihen 
weniger plötzlich auseinander treten und die beiden Reihen dort 
wo auf der Unterseite die Wärzchen sich auffällig vergrössern, 
wieder berühren; bei mehr erwachsenen Gehäuseu, dass die 
beiden Wärzchenreihen gleichmässig auseinander treten und zwei 
Reihen alternirender Granulen und zwischen diesen feine Körn- 
chen zwischen sich nehmen, und dann auch die Miliärzone sich 
reichlich entwickelt zeigt; 

verschieden weiter dadurch, dass die schwedischen Gehäuse 
entweder völlig glatte Nähte der Scheitelschildplatten oder doch 
nur punktförmige Sutural-Impressionen zeigen. 

Herr G. Cotteau 3 ) hat neuerlich die schwedische Art in zwei 

') Recucil d'etudes paleontologi<|ucs sur la i'aune eretacique du Portugal. 
Vol II, Dcscript. des Echinides par P. de Lokiol. Lisbonno, 1887, pag. 15, 
tab. 1IT, fig. '2-3. 

2 ) ibid. pag. lfi, tab. III, fig. 4. 

3 ) Cotteau, Echinides nouveaux ou peu connns, IT. ser, VIT. faseicule, 1888, 
pag. 105, tab. Xlll. Die (hisclli.^t gegebenen vergrössorten Darstellungen der 
A.mbulacralfel er sind völlig vorzeichnet wie die zutreffende Bemerkung « I « ^ -^ 
Textes ergibt, welche die Art der Granulirung als ähnlich jener der Salenia 



[247] IV. Salenidae. 175 

Arten zerlegt. Er nennt die hohen Gehäuse Salenia areolata 
Wahl., die wenig hohen und deprimirten Gehäuse Salenia Loveni 
Gott.: nun sagt aber Waiilenberg 1 ) ganz bestimmt: 

r< sta variat a magnitudine lentis mqjoris usque ad Nucis 
vomicae; figura ejusdem adeo depressa vel rotularis, ut 
diameter dupplo süperest crassitatem vel axin inter os et 
anum« " 2 ). 

Man dürfte demnach, wenn zwei Arten aufrecht zu erhalten 
Bind, für die niedrigen Gehäuse die Bezeichnung Salenia areolata 
beibehalten. Hier kommen diese Gehäuse nicht in Frage. 

Nach dieser Prüfung lässt sich das vorliegende Gehäuse auf 
keine bekannte Art zurückführen und mag dasselbe, bis etwa ver- 
mehrtes Material weitere Belehrung über die Entwicklungsge- 
schichte des Gehäuses und damit vielleicht weitere Beziehung auf- 
deckt, nach seinem Fundpunkte als Salenia Gehrdenensis bezeichnet 
w.nlen s ). 

Vorkommen. Das beschriebene Gehäuse wurde im Unter- 
Senon, Zone des Inoceramus lobatus, bei Gehrden, südlieh Hannover 
gefunden. 

Original im Museum zu Bonn. 



petalifera bezeichnet. Audi kommen nicht 3 Porenpaare sondern 2 auf die Höhe 
eines Wärzchens, wie Exemplare lehren, die ich am Baisberge selbst gesammelt 
habe. 

') Petrificata telluris Suecanae examinata Georgio Wahlenberg, in: Ada 
societati- scientiarum Upsalensis, Vol VIIT, 1S21, pag. 47. 

2 ) Die von Cottau abgebildete Salenia areolata misst 14 mm in der Böhe 
und l!) ,n01 im Durchmesser und 10 mm Scheitelschild. Die abgebildete Salenia 
Loveni dagegen 12 mm ho h, 23,5 mm im Durchmesser und 16 mm Scheitelachild. 

3 ) Nachträglich habe ich durch die Gefälligkeit des Herrn Professor Dames 
K. mitniss von einer Salenia erlangt, welche vielleicht auch von Gehrden 
Itammt. Das Gehäuse ist einst dorch Graf Müsstkr in das Universitäts-Museum 
Baul) Berlin gelangt. 

Das Gehäuse, nicht ganz doppelt so gross (siehe die Maasse oben unter 
No. VF) als das besprochene, zeigt zu diesem nahe Beziehungen in den Verhält- 
nissen der Ambulacralfelder und der Weite d*»s Peristoms. Die töiliärzone ist 
entsprechend der mehreren Grösse des Gehäuses mehr entwickelt. Abweichend 
ist der etwas mehr convexe Scheitelschild, indem die Nähte nnr mit punkt- 
förmigen und spärlichen Sntnralimpressionen versehen sind. I>:i dir Platten auch 
glatt sind, so ei innert der Scheitelschild zunächst an Salenia areolata. 



176 IV. Salenidae. [248] 

Salenia Quenstedti Schlüter. 

Salenia areolata Quenstedt (non! Wahlknberg 1 )), Handbuch d. Petrefactenkunde, 

1852, pag. 576, tab. 49, fig. 1 (male!). 
» » Quenstedt, Petrefactenkunde Deutschlands, tom. III, Echiniden, 

1872 — 1875, pag. 244, tab. 69, fig. 81. 

Maasse des leicht ovalen Gehäuses in Millimetern: 

Höhe des Gehäuses 12 

Höhe des Scheitelschildes 3 

Durchmesser des Gehäuses . 17,5 — 18,5 

Durchmesser des Scheitelschildes 11 — 11 

Durchmesser des Peristoms 6,5 — 6,5 

Breite der Ambulacralfelder . . . . . . 2,5 

Breite der Interambulacralfelder 7 — 8 

Breite des grössten Warzenhofes 2,5 — 3 

Breite der Miliärzone 2,5 — 3 

Zahl der Primärwarzen in einer Reihe ... 6 — 7 

Zahl der Ambulacral-Granulen in einer Reihe 18 — 19 

Quenstedt betrachtete das Gehäuse als übereinstimmend mit 
Salenia areolata Wahlenberg, welche im Unter-Senon Schwedens 
gemein ist. Mir liegen zum Vergleiche eine Anzahl Exemplare 
vor, welche ich bei Ignaberga und am Baisberge gesammelt habe. 

Beide Gehäuse unterscheiden sich bei gleicher Grösse: 

1. Durch die abweichende Beschaffenheit des Scheitel- 
schildes. Derselbe ist bei Salenia areolata plan bis flach 
convex, dünn, vollkommen glatt mit deutlichen aber nicht vertieften 
Nähten; Suturalimpressionen fehlend oder schwach; Periproct mehr 
oval als dreieckig. 

Bei Sal. Quenstedti ist der Schild stark gewölbt bis subconisch, 
dick, mit undeutlichen 2 ) radialen Striemen, die einzelnen Platten 
wölbig vortretend, daher Nähte vertieft; Üvarial-Oeffuungen weiter, 
Suturalimpressionen markirt 8 ); Periproct ausgesprochen dreiseitig. 

') Gboegius Wahlbnberg, Potrificata Suecanae oxaminata. Acta sociotatis 
scientiarum Upsalensis, Vol. VIII, L821, pag 46, lab. III, fig, 4, 5. 
'-') Wohl hauptsächlich in Folge der vorgenommenen Reinigung. 
s ) Anscheinend fehlen sie der dem Periproct gegenüberliegenden Mittelnaht, 



[240] IV- Salonidae. 177 

2. Durch abweichende Grösse des Peristoms; Durchmesser 
bei Sal. Quenstedti 6 bis (5,5 " ,n \ bei Sal. areolata 9,5 mm , Kiemen- 
Einschnitte bei Sal. Quenstedti kaum wahrnehmbar und ohne Um- 
schlag, bei Sal. areolata deutlich, mit kräftigem Umschlag. 

3. Durch abweichende Beschaffenheit der Ambulacralfelder; 
bei Sal. areolata oben leicht gebogen, bei Sal. Quenstedti im ganzen 
Verlaufe gerade. 

Bei Sal. Quenstedti ist das Mittelfeld schmaler, die beiden 
Wärzchenreihen stehen sehr nahe, bis zum Berühren, indem sie 
nur vom Umfange bis zum Rande soweit auseinander treten, dass 
eine alternirende Reihe kleiner Körnchen sich in die Winkel ein- 
schieben kann; bei Sal. areolata stehen die Wärzchenreihen weiter 
auseinander, so dass ausser zwei Reihen Granulen auch noch 
einige Körnchen Platz finden. 

Bei Sal. areolata nehmen die Sekundärwärzchen unten sicht- 
bar etwas an Grösse zu, bei Sal. Quenstedti nicht. 

Die Poren bei Sal. areolata klein, bei Sal. Quenstedti gross; 
die Porenpaare bei beiden gedrängt stehend und zahlreicher als 
die Sekundärwärzchen. 

Die Porengänge verbreitern sich am Mundrande bei Sal. 
Quenstedti, anscheinend auch bei Sal. areolata. 

4. Betreffend die Interambulacralfelder, so zählt man bei 
Sal. areolata 5 bis 6 Primärwarzen in einer Vertikalreihe; bei 
Sal. Quenstedti 6 bis 7. 

Bei Sal. areolata sind die grossen Warzenhöfe breiter als die 
Miliärzone; bei Sal. Quenstedti sind die grossen Warzenhöfe enger 
wie bei jener Art, die Miliärzone so breit oder breiter wie an- 
liegende Höfchen ] ). 

Demnach kann die Salzberg -Salenia nicht mit der alten 2 ) 
9< hwedischen Art vereint werden. 



') QuKHBTBm zeichnet an seinem Exemplare den Scrobicularring auch an 
der den Porengängen zunächst gelegenen Scito der Höfchen; in der Thal isl er 
am Originale eben daselbst offen, in gleicher Weise an der schwedischen Sal. 
n r- ol 

3 ) Auch nicht mit einer der neuerlich durch Cottbao aus der schwedischen 
Kreidi . ilton Arten, welche er Salenia Loveni and Salenia Lundgreni 

nannte. Siehe pag. 174. 

Neue Folge. Heft 5. 12 



178 IV. Salenidae. [250] 

Rücksichtlich des Gesammthabitus, der Zahl der Primärwarzen, 
der Weite des Peristoms, des hohen Scheitelschildes und drei- 
eckigen Periprocts steht 

Salenia Heberti 
von Coesfeld nahe; aber der Schild bei Sal. Quenstedti ist grösser, 
dicker und die Täfelchen desselben weniger flach und weniger 
glatt und deren Nähte vertieft. 

Bei Salenia Heberti ist auf den Ambulacralfeldern die Inter- 
poriferenzone breiter und reichlich granulirt; auf den Interambula- 
cralfeldern sind die Warzenhöfe stärker vertieft und die auf der 
Unterseite gelegenen Höfe rascher verengt ; der Warzenkegel 
ist weniger stark, dagegen sind die Warzenköpfe, obwohl bei 
beiden klein, etwas stärker entwickelt und die grossen Höfe er- 
heblich breiter als die Miliärzone, während bei Salenia Quenstedti 
die Miliärzone so breit oder etwas beiter ist, wie die grossen 
Warzenhöfe. 

Rücksichtlich des kräftigen Scheitelschildes, der Schmalheit 
der ambulacralen Interporiferenzone und der Ausdehnung des 
Peristoms bietet 

Salenia anthophora 
von Aachen Beziehungen; jedoch ist der Schild dieser Art noch 
dicker, grösser und mit stärkeren Nahtimpressionen versehen; die 
Ambulacralfelder sind leicht gebogen, ihre Sekundärwärzchen 
nehmen vom Umfange nach oben und nach unten an Grösse ab; 
auf den Interambulacralfeldern nur 5 bis 6 Primärwarzen und unter 
diesen 1 oder 2 iu jeder Reihe, welche sich durch Grösse aus- 
zeichnen, während die Grösse derselben bei Sal. Quenstedti von 
unten nach obeu gleichmässig zunimmt; jedoch die in jedem 
Felde oberste , dem Scheitelschilde zunächst gelegene Stachel- 
warze wieder etwas kleiner ist. Auch pflegt das ganze Gehäuse 
etwas höher zu sein. 

Dass bei 

Salenia stcllifera 

von [lügen, abgesehen von anderen umständen, der Scheitelschild 

grösser ist ;ils bei Sttl. Quemtedti, li.it bereits QüBNSTEDT bemerkt. 



[251] IV. Salenidae. 179 

Zu der zweiten, aus deutschem Unter-Senon bekannten Art 
Salenia Gehrdenensis 
bestehen keine Beziehungen. 

Demnach lässt sich das Gehäuse auf keine bekannte Art zu- 
rückführen. 

Vorkommen. Salenia Quenstedti fand sich in den sandigen 
Schichten des Salzberges bei Quedlinburg, welche dem tieferen 
Unter-Senon, Schichten mit Tnoceramus lobatus Goldf. angehören. 

Die Kenntniss des einzigen bekannten Gehäuses, welches sich 
im Besitz des Museums der Universität zu Tübingen befindet, 
verdanke ich der gefälligen Mittheilung des Herrn Professor 
Branco. 

Salenia Heberti Cotteau. 

Taf. 18, Fig. 11. 
Taf. 19, Fig. 8. 
Taf. 20, Fig. 6—10. 

ia Heberti Cotteau, Paleont. franc. terr. cret. tom. VII, 1861, pag. 173, 
tab. 1040, fig. 11—24. 
8alenia cf. Heberti Schlüter, Ueber die Spongitarien- Bänke der oberen Mukro- 

naten- und unteren Quadraten - Schichten des 
Münsterlandes 1872, pag. 23. 
na magnifica Wuight, Brit. foss. Echin. Cret. Format. 1872, pag. 184, 
tab. 44. 

Die Maasse siehe folgende Seite. 

Die vorliegenden Gehäuse klein bis mittelgross, von 9 
bis 18 mm Durchmesser und 6 bis 15""" Höhe; minder oder mehr 
boch; Oberseite (Schild) massig convex bis stark gewölbt oder 
Mibi-oni.scli; Unterseite fast bis völlig plan, Rand abgerundet. 

A inbulacral fehler verhältnissmassig schmal, etwas vor- 
tretend, fast gerade, oben wenig gebogen. 

Porengänge nicht vertieft, auf einer Abschrägung der Fel- 
der gelegen, gebildet von schräg gerichteten, fern gestellten 
Poreopaaren, welche meist mit den Sekundärwärzchen correspon- 
diren, bisweilen noch ein überzähliges Paar zwischen sich nehmen. 

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180 



IV. Salenidae. 



[252] 



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[253] IV. Salenidao. 181 

Die Poren selbst sehr klein, auf einer Erhöhung gelegen. Eine 
Verbreiterung der Porengänge am Peristom zeigt sich nicht, 
Interporiferenzone mit 2 seitlichen Reihen, verhältuissmässig 
nicht sehr kräftiger, mamelonirter, gedrängt stehender Granulen, 
welche von oben nach unten nur langsam an Grösse zunehmen. 
In der Nähe des Peristoms näheren sich die Wärzchen beider 
Reihen bis zur Berührung, wobei öfter ein oder zwei das Volumen 
vergrössern, die letzten wieder klein sind. 

An den kleinsten Gehäusen 16 in jeder Reihe, steigt ihre 
Zahl bis zu 24 resp. 28 an den grössten Gehäusen. 

Die beiden Reihen näheren sich gegen den Scheitel nur lang- 
sam. Bei zunehmender Grösse des Gehäuses treten die beiden 
randlichen Reihen weiter auseinander. Alsdann treten mehr und 
mehr deutlich zwischen ihnen noch 2 Reihen erheblich kleinerer 
Granulen hervor, ausserdem der übrige Zwischenraum mit kleineren 
Körnchen ausgefüllt. 

Die Interambulacralfelder der kleineren Gehäuse führen 
6, die grösseren 7 (ausnahmsweise 8) Primärwarzen in jeder Verti- 
kalreihe. Von den Warzen und ihren Höfchen nehmen, vom Peri- 
stom an, die drei bis vier kleineren, tiefsten langsam und ziemlich 
gleichmässig an Grösse zu, darauf in gleicher Weise die grösseren, 
höher gelegenen 1 ), wobei die zu höchst gelegenen wieder etwas 
kleiner sind. 

Stachelwarzen crenelirt, nicht durchbohrt. Warzenkegel, 
Knöpfe und Warzenhöfe nur massig gross. Letztere mit einander 
in Berührung stehend; Scrobicularringe im allgemeinen nicht ge- 
schlossen. Bisweilen der oberste mehr oder minder geschlossen. 
Bis auf die kleinen, dem Peristom zunächst gelegenen Höfchen 
sind die Ringe neben den Porengängen offen. Die sie bildenden 
S'-kuiidärwärzchen am Umfange und auf der Oberseite des Ge- 
häuses kräftiger als die Sekundärwärzchen der Ambulacralfclder. 

Miliärzone verhältuissmässig breit, jedoch erheblich schmaler 
.tU die grossen Warzenhöfe, abwärts, wo die Warzenhöfe sich 



') Dieselben haben ungefähr den dreifachen Durchmesser jener. 



182 IV. Salenidae. [254] 

plötzlich verengen, sich verbreiternd; wohl besetzt mit grösseren, 
theilweise mamelonirten und kleineren Grannlen und Körnchen. 

Peristom klein, auch bei den grösseren Gehäusen nur wenig 
an Grösse zunehmend : 4 bis 5 mm , kreisförmig , nicht oder kaum 
sichtbar eingesenkt, mit sehr kleinen Einschnitten. 

Scheitelschild dünn, massig gross, aber im Gegensatze 
zum Peristom bei weiterem Wachsthum des Gehäuses proportional 
an Ausdehnung zunehmend; fünfseitig, bis gerundet fünfseitig; flach 
convex bis subconisch. Nähte nicht vertieft. 

Suturalimpressionen weder gross noch zahlreich, bisweilen 
fast verschwindend. Platten zuweilen mit Spuren von radialen 
Striemen; sonst glatt. Ovarial-Oeffnungen fast central. Madre- 
poren-Einsenkung gross, sehr deutlich, granulirt. 

Periproct sehr gross, gerundet dreiseitig, meist mit wenig, 
oder nicht geblähtem Rande. 

Bemerk. Die vorliegenden Gehäuse sind schon 1872 1. c. 
als Salenia cf. Heberti von mir bezeichnet. Die Bedenken gegen 
die Identitätserklärung liegen besonders auch in dem Umstände, 
dass anscheinend bei dem Originale die Sekundärwärzchen der Am- 
bulacralfelder kräftiger sind und in dem Zusätze: »En approchant du 
peristome, deux ou trois de ces tubercules par rangee augmetitent 
un peu de volume« , was im allgemeinen bei den deutschen Ge- 
häusen nicht, oder nur ausnahmsweise, deutlich hervortritt. Die 
Bedenken vermindern sich, wenn man erwägt, dass der Beschrei- 
bung Cotteaü's nur ein Exemplar von Meudon zu Grunde lag, 
aber schon der Autor selbst ein Gehäuse aus gleichen Schichten 
von Civieres (Eure), welches diese Abweichungen nicht erkennen 
lässt, hinzuzog. So möchte auch hier auf jene weiter kein Gewicht 
zu legen sein. 

Wenn aber ein kleines Gehäuse von nur 7 nim Durchmesser 
und 4 """ Höhe, aus der Kreide mit Belemnitella mucronata von 
Villethierey (Yonnc), mit verhältnissmässig weiten Suturalimpres- 
sionen, dicken Warzenknöpfen (nur 5 — 6 in einer Reihe), grös- 
serem und leicht granulirtem Scheitelschilde und mehr ovalem 



[255] IV. Salenidae. IS:; 

Periproct, welches Cottead ! ) später ebenfalls zu Salenia Heberti 
Bog, wirklich dieser Art angehört — wogegen noch Zweifel be- 
stellen — , dann könnte die Zugehörigkeit der deutschen Stücke 
von neuem Bedenken erregen. 

Eine zweite jüngst von Meudou beschriebene kleine Art, Sa- 
lenia Janetti Cott. 2 ), unterscheidet sich von Salenia Heberti durch 
das grosse Peristom, durch die grossen Sekundärwärzchen der 
Ambulacralfelder und das Fehlen der intermediären Grranulen, durch 
das fast kreisförmige Periproct, durch die Granulirung des Scheitel- 
schildes etc. 

Im Gesammthabitus steht Salenia geometrica Agass. der Sa- 
lt nia Heberti nahe, aber bei ersterer ist bei gleicher Grösse: 
der Scheitelschild flacher und das Periproct kleiner; 
das Peristoin c. Vä breiter; Einschnitte deutlicher; 
die Ambulacralfelder schmaler; die beiden Reihen von 
Sekundärwärzchen mehr genähert, und zwar so nahe, 
dass nur unterhalb der Mitte einige Körnchen zwischen 
ihnen Platz finden; die Porengänge am Peristom ver- 
breitert ; 
die Zahl der Porenpaare in jedem Gange doppelt so gross 

wie die Zahl der anliegenden Sekundärwärzchen; 
die Warzenhöfe enger und weniger tief und nehmen 
gleich massiger an Grösse zu; die Miliärzone weniger 
stark granulirt. 

Salenia magnißca Wright, ein Unicum aus dem Upper White 
Chalk bei Norwich, scheint ein etwas grösseres Gehäuse dieser 
Art (von 21 mm Durchmesser und 18 mm Höhe) zu sein. Dass das 
Periproct in der Richtung der Subanalplatte oval ist, dürfte nur 
als Missbildung autzufassen sein. 



') Cottbao, Ivljin. foss. du depart. de l'Yonno, tom. II, 1876, pag. 456, 
79, fig. 4-8. 

ittbau, Echinides Douveaux ou peu connus, 2. ser., V. fasc. Paria (Bull. 
zool. de France XI), pag. 76, tab. X, fig. 1—5. 



184 IV. Salenidae. [256] 

Salenia Lundgreni Cott. J ) aus den Schichten mit Belemnitella 
mucronata von Mörby in Schweden, durch Grösse ausgezeichnet, 
mit 9 primären Stachelwarzen in einer Reihe, unterscheidet sich 
durch die Grösse des Peristoms, dessen Durchmesser den des 
Scheitelschildes noch etwas übertrifft; durch die Höhe des Ge- 
häuses; durch die flach convexe Gestalt des Scheitelschildes; durch 
die spärliche Entwicklung der Körnchen zwischen den mamelo- 
nirten Granulen der Ambulacralfelder. 

Vorkommen. Die Hauptlagerstätte der Art bildet die Zone 
der Becksia Soekelandi Schlüt. , d. i. die obersten Schichten mit 
Actinocamax quadratus. Sämmtliche Exemplare habe ich in der- 
selben zwischen Coesfeld-Lette und Coesfeld-Holtwick gesammelt. 
In den darüberliegenden Schichten mit Belemnitella mucronata 
ist, obwohl dieselben viele Jahrzehnte hindurch ausgebeutet sind, 
niemals ein Exemplar gesammelt 2 ). 

Auch bei Lüneburg sind in der B 'elemnitella-Kr eide einige 
Exemplare gesammelt 3 ). 



l ) Cotteau, 1. e, VII. fasc, 1888, pag. 109, tab. XIII, fig. 10—13. 
3 ) Im Museum für Naturkunde zu Berlin befindet sieh ein durch Professor 
Dames auf der Insel Rügen gesammeltes Gehäuse, von dem nur die untere Hälfte 
sichtbar ist, indem die obere Hälfte von Feuerstein verdeckt ist. Möglicher 
Weise gehört das Gehäuse hierher, doch ist zu der näheren Bestimmung noch 
ein Vergleich mit dem Originale von Salenia stellifera Hagen, erforderlich. 

In demselben Museum befindet sich ein aus der Sammlung des Herrn von 
Binkhoust stammendes Gehäuse, von unbekanntem Fundpunkte. Das Gehäuse 
ist ausgefüllt von einem weissen Kalkmergel, der zahlreiche hellgrüne Glaukonit- 
körnchen enthält. Das Stück hat folgende Maasse: 

Höhe des Gehäuses 11 mm 

Durchmesser des Gehäuses 14 » 

Durchmesser des Scheitelschildes 8,5 mra 

Durchmesser des Peristoms 5 mni 

Zahl der Primärwarzen in einer Reihe .... 7 
Zahl der ambulacralcn Wärzchen in einer Reihe 22 — 23. 
Das Stück fällt auf durch das Fehlen der SuraDal- Platte, in Folge dessen das 
Anal-Fcld sehr gross ist, ein fast völlig regelmässiges Längs-Oval darstellt, und 
von allen Ovarial- Platten berührt wird, welche sich gegen den Rand desselben 
aufheben, hinten stärker, vorn woniger. Vergl. Taf. 19, Fig. 8. 

■"') Nachträglich habe ich durch die Gefälligkeil des Herrn Professor Dames 
noch von zwei weiteren Exemplaren desselben Museums Kenntniss erlangt, welche 



[257] IV. Salenidae. 185 

In Frankreich sind als Seltenheit ein paar Gehäuse in Schichten 
mit Belemnitella mucronata beobachtet worden. l);is wichtigste 

unter diesen Stücken ist das Gehäuse von Menden bei Paris. 



Saleiiia sigill.ita Schlüter. 

Taf. 21, Fig. 1-5. 
Taf. 18, Fig. 12. 

Das einzige vorliegende Gehäuse hat etwas durch Druck ge- 
litten, so dass der Umfang nicht kreisförmig, sondern leicht oval 
i>t. und wahrscheinlich der Scheitelschild mehr conisch erscheint, 
als ursprünglich der Fall war. 

Maasse in Millimetern: 

Höhe des Gehäuses . . . . c. 27 

Höhe des Scheitelschildes . . c. 

Durchmesser des Gehäuses . . 26 — 29 

Durchmesser des Scheitelschildes 17—19,5 

Durchmesser des Peristoms . . 7 — 9 

Durchmesser des Periproctes . 6 

Breite der Ambulacralfelder . . 4 

Breite der Interambulacralfelder 13 

Zahl der interambulacralen War- 
zen in einer Reihe .... 7 — 8 

Zahl der ambulacralen Wärzchen 

in einer Reihe . . . . , . c. 30 u. 60 Porenpaare. 

Gehäuse sehr gross, sehr hoch, ungefähr so hoch wie breit, 
oben und unten etwas verengt, Unterseite in der Mitte etwas 
■ "li'-av, Rand gerundet, Scheitelschild hoch gewölbt, conisch. 

Ambulacralfelder schmal, etwa Vs so breit wie die Inter- 
ambulacralfelder; fast linear, auf der Oberseite sich langsam zum 



Lüneburg, angeblich in der Zone der Belemnitella mucronata ge- 

■lt sind. iJio Stärke zeichnen sich durch Grösse (20""" Durchmesser) und 

Höhe 1.0""". aus. Die Maasse sind vorn unter Nummer XII beigefugt worden. 

grösste W'itc der Gehäuse liegt oberhalb der Mitte. Die vier dem Periprocl 
zunächst gelegenen Warzenhöfe nehmen nur 4""" Länge ein, die drei oberen 
11,0""" Länge, und von diesen die beiden höchsten far-t '.)""". 



186 IV. Salenidae. [258] 

Scheitelschilde hin verschmälernd, auf der Unterseite sich rascher 
zum Peristom hin verengend; nur oben am Gehäuse leicht gebogen, 
sonst im ganzen Verlaufe gerade. 

Porengänge, etwas tiefer gelegen als das Mittelfeld, gebildet 
aus rundlichen, leicht schräg gestellten Poren, welche am Umfange 
des Gehäuses grösser sind und weiter auseinander stehen als oben 
und unten. Am Mundsaume verbreitern sich die Gänge nicht. 
Etwa 60 Porenpaare bilden einen Gang. 

Das Mittelfeld trägt jederseits eine Reihe Sekundärwärzchen, 
etwa 30 in jeder Reihe. Unten sind dieselben mehr rundlich, 
gedrängt stehend, und die dem Peristom zunächst gelegenen etwas 
umfangreicher. Höher, am Umfange des Gehäuses, erscheinen die 
Wärzchen etwas oval in der Richtung des Feldes ausgezogen 
und etwas weiter von einander entfernt. Zwischen den beiden 
Wärzchenreihen noch alternirend gestellte kleinere, minder oder 
mehr deutlich mamelonirte Granulen. Der enge Zwischenraum 
ausgefüllt von ganz kleinen Körnchen. 

Die Interambulacralfelder führen 7 bis 8 Primärwarzen 
in jeder vertikalen Reihe. Die 3 oder 4 tiefsten, dem Peristom 
zunächst gelegenen Warzen jeder Reihe sind verhältnissmässig 
klein, von einem sehr engen Warzenhofe umgeben, der fast ganz 
von dem Warzenkegel ausgefüllt wird, und damit einander sehr 
nahe gerückt. 

Weiter aufwärts vergrössern sich die Warzen und ihre Höf- 
chen gleichmässiger und langsamer, wobei jedoch die oberste Warze 
jedes Feldes, welche dem Scheitelschilde zunächst liegt, wiederum 
etwas kleiner ist. 

Warzen nicht durchbohrt, kräftig crenelirt, ihre Höfchen etwas 
vertieft; ihre Scrobicularringe von Sekundärwärzchen gebildet, 
welche an Stärke denen der Ambulacralfelder nicht nachstehen, 
an den Aussenseiten der Felder, d. i. zunächst den Porengäugen, 
mit Ausnahme der kleineu auf der Unterseite gelegenen, offen, 
und bei den aufeinander folgenden Ilöfchen unten ebenfalls offen, 
bei den oben gelegenen minder oder mehr geschlossen. 



[259] 1V - Salenidae. 187 

Miliärzone auf den Seiten des Gehäuses von unten mich 
oben kaum an Breite zunehmend, so dass ihre Breite unten dem 
Durchmesser der anstossenden Höfchen, am Umfange des Gehäuses 

dem halben Durehmesser derselben gleichkommt. Sie trägt kleinere 
und grössere, zum Tlieil mamelonirte Granulen und zwischen diesen 
feine Körnchen. 

Peristom etwas eingesenkt, klein, nicht halb so gross 
wie der Scheitelschild, mit verhältnissmässig nicht tiefen Ein- 
schnitten. 

Scheitelschild massig gross, aber hochgewölbt, subconisch. 
Die Oberfläche, welche durch Verwitterung gelitten hat, lässt 
einige undeutliche Spuren schwacher radialer Striemen wahrnehmen, 
Bowie einige kleine rundliche Suturaleindrücke und die deutlich 
siebförmige Durchbrechung der Madreporen- Platte. Die Durch- 
bohrung der Ovarial- Platten excentrisch, im äusseren Drittel der 
Platten : die feine Durchbohrung der herzförmigen Ocellar-Platten 
am äussersten Rande. 

Die Ovarial -Platten zeigen eine sehr auffallende, bisher 
wohl ganz isolirt stehende Erscheinung darin, dass auf jeder 
Platte die Ovarial -Oeflnung in einem vertieften, von scharfen, 
etwas überhangenden Rändern begrenzten Feld chen liegt. Diese 
Feldchen sind auf den drei vorderen Platten, wie die Platten selbst, 
oblong, hinten etwas breiter wie vorn; die Längsseiten einwärts 
gebogen; die Vorderseite einen stumpfen nach auswärts gerichteten 
Winkel bildend und die Hinterseite etwas abgerundet, gleichen 
Bie etwa einem Wappenschilde oder eingedrückten Siegel. Die 
Länge der Feldchen beträgt stark 2 """, die Breite ist etwas ge- 
ringer, die Länge der Platten selbst 7 """. 

Bei den beiden hinteren Ovarial-Platten, deren l'niriss durch 
das einschneidende Periproct alterirt ist, scheint auch der Umriss 
der Feldchen ein anderer zu sein, aber in Folge der Verwitterung 
und Abblätterung weniger genau festzustellen. 

Di<- Ovarial-Oeflhung liegt in den Feldchen dem nach auswärts 
gerichteten stumpfen Winkel genähert. Der Boden der Feldchen 



188 IV. Salenidae. [260] 

trägt eine Anzahl Granulen von 1 /§ bis 2 /ö mm Durchmesser. Drei 

oder vier Granulen stehen unmittelbar an der Ovarial-Oeffnuno- i\ 

diese zwischen sich nehmend. 

Das Periproct gross, dreiseitig, der verdickte Rand nur 

theilweise erhalten. 

Bemerk. In Bezug auf Grösse und Höhe des Gehäuses im 

Verein mit der Zahl der Primärwarzen in einer Vertikalreihe steht 

am nächsten 

Salenia Lindströmi Cotteau 2 ) 

aus der oberen Kreide mit Belemnitella mucronata von Mörby in 

der schwedischen Landschaft Blekiuge, welche, bis jetzt ebenfalls 

nur in einem Exemplare bekannt, im Museum der Universität 

Lund aufbewahrt wird. 

Die Höhe beträgt 21 mm 

der Durchmesser 26 » 

das Peristom 15 » 

Die Verschiedenheiten bestehen darin, dass bei der schwe- 
dischen Art: 

die Porengänge sich am Peristom verbreitern, 

die Stachelwarzen und ihre Höfchen sich nach aufwärts 

gleichmässiger zu vergrössern scheinen und stärker 

mamelonirt sind, 
die Miliärzone im allgemeinen schmaler ist und sich vom 

Scheitel zum Umfange hin verbreitert, 
das Peristom nicht eingesenkt, sondern in der Ebene der 

Schale liegt, 
das Peristom sehr gross, so gross wie der Scheitelschild ist, 
der Scheitelschild fast flach, nur ein wenig convex ist, 
das Periproct nicht dreieckig, sondern subcircular ist, 
die Ovarial-Poren nicht in einem Feldchen liegen, 

') Anscheinend besitzen die Platten codi einige kleine, regellos gestaltete 
Vertiefungen mit je einem oder zwei Körnchen auf dem Grunde. Bei dem an- 
gcwittcrten Zustando der Platten ist vielleicht hier ein Zweifel nicht aus- 
geschlossen. 

2 ) Cotteau, Echin. nouv. ou pcu connus. 2. Ser. VII. fasc. Extrait dos 
nicm. de la soc. zoolog. de France. 1S88, pag. 109, tab. 13, fig. 10—13. 



[261] IV. Salenidae. 189 

demnach beide Gehäuse durch Umstände von einander abweichen- 
weiche nicht durch die freilich auch nur geringe Differenz in der 
Grösse begründet werden können, und sie als verschiedeneu Arten 
an&rehörig zu betrachten sind. 

Näher steht das Gehäuse von Salenia Heberti, dessen 
zahlreich vorliegende Gehäuse im allgemeinen niedriger, durch- 
schnittlich kaum die halbe Grösse erreichen, indem die Extreme 
der Höhe zwischen 6 und 10,5 mm , und des Durchmessers zwischen 
9 und 17 mm liegen, während Salenia sigillata eine Höhe von 
27 " ,m und einen Durchmesser von 29 mm , ausserdem eine grosse. 
Stachelwarze mit weitem Höfchen mehr in der Vertikalreihe besitzt, 
die obersten Höfchen einen Scrobicular-Ring haben, der nur an 
der Aussenseite der Felder nicht völlig geschlossen ist, die Zahl 
der Porenpaare erheblich grösser als diejenige der anliegenden 
Granulen, ihr Gehäuse unten etwas mehr eingezogen, das Peristom 
bestimmt eingesenkt und der Scheitelschild mehr ausgesprochen 
conisch erscheint und die Genital-Poren von eingesenkten, mit 
Granulen besetzten Höfchen umgeben sind, welche der Salenia 
Heberti fehlen. 

Das Verhältniss zwischen Salenia Heberti und Salenia sigillata 
wird sich noch bestimmter ergeben, wenn die noch fehlenden 
Gehäuse zwischenliegender Grösse, von 18 bis 28 mm Durchmesser 
ebenfalls zum Vergleiche vorliegen. 

Vorkommen. Salenia sigillata wurde an sekundärer Lager- 
stätte in einem 12 Fuss tiefen diluvialen Kieslager, hinter dem 
neuen Palais bei Potsdam gefunden. 

Die Ausfüllungsmasse des Gehäuses besteht aus nicht festem 
grobkörnigem Sandstein mit kalkig-thonigem Bindemittel und ver- 
einzelten dunkelen Glaukonitkörnern, also einem Gestein, wie es 
rou verschiedenen Lokalitäten der baltischen oberen Kreide 1 ) 
uint ist. 



'; Und zwar sowohl aus dem Cenoman, wie aus dem Seiion. Vergl. F. Römer, 
lea erratica oder Aufzählung und Beschreibung der in. der norddeutschen 
vorkommenden Diluvial- Geschiebe nordischer Sedimentlr-Gesteine. Berlin 
Pal. Abhandl. von Dahes u. Katsbr), pag. 151, woselbst die ganze ein- 
schlägige Litteratur zusammengestellt ist. 



190 IV. Salenidae. [262] 

Wahrscheinlich lag dieses Gehäuse einem Vortrage des Herrn 
Leopold v. Buch zu Grunde, den derselbe unter dem Titel: 

»Ueber eine neue bei Potsdam fossil gefundene Salenia, 
Salenia tripartita« 

in der »Gesellschaft der naturforschenden Freunde zu Berlin« im 
März 1846 gehalten hat. Der Vortrag selbst ist in den Berichten 
der Gesellschaft nicht abgedruckt worden, da dieselbe in den 
Jahren 1839 — 1859 die in ihren Sitzungen gehaltenen Vorträge 
nicht selbst publicirte x ). Worauf die Bezeichnung tripartita hin- 
weisen will, ist nicht mit einiger Sicherheit festzustellen. 

Das Original, im Museum für Naturkunde zu Berlin, verdanke 
ich der gefälligen Mittheilung der Herren Professoren Beyrich 
und Dames. 

Salenia obimpta Schlüter. 

Taf. 19, Fig. 1-6. 
Maasse: 

Gesammt-Höhe des Gehäuses .... 12 mm 

Höhe des Scheitelschildes c. 5 » 

Durchmesser des Gehäuses 17 » 

Durchmesser des Scheitelschildes . . . c. 16 » 

Durchmesser des Peristoms 6 » 

Durchmesser des Periprocts, fast ... 4 » 
Zahl der interambulacralen Stachelwarzen 

in einer Vertikalreihe 4 ( — 5) 

Zahl der ambulacralen Grauulen in einer 

Vertikalreihe ? 13— 14 

Gehäuse vou mittlerer Grösse; Umfang kreisförmig, Ober- 
seite gebläht, subconisch; Unterseite fast plan, Rand gerundet. 

Ambulacralfelder schmal, massig vortretend, leicht ge- 
bogen, scheinbar sich tief in die Ocellar- Platten einschiebend. 
Porengänge nicht eingesenkt, auf einer Abschrägung der 
Felder liegend. Poren klein, etwas schräg gestellt; Porenpaare 

') Der Sitzungsbericht der Gesollschaft vom Jahre 1866 enthält als Anhang 
ein Register, das die in dem genannten Zeiträume gehaltenen Vorträge, den hier 
in Rede stellenden Seite 3, aufführt. 



[263] IV. Salenidae. 191 

durch eine Einsenkung der Schale getrennt, zahlreicher als die 
ambulacralen Sekundärwärzchen der anliegenden Reihe. 

Der Interporiferenraum trägt jederseits eine Reihe nicht starker 
mamelonirter Sekundärwärzchen, 13 bis 16 jederseits, welche von 
oben nach unten langsam an Grösse zunehmen; sie stehen von 
einander entfernt, so dass sich die unregelmässigen, den verhältniss- 
mässig breiten Mittelraum dicht gedrängt ausfüllenden Granulen 
in die Lücken der Reihen einschieben können. 

Die Interambula er alfelder führen in jeder Vertikalreihe 4, 
ausnahmsweise 5 Primärwarzen, von denen die dem Peristom zu- 
nächst gelegenen sehr klein und einander genähert sind, so dass 
jede Reihe nur eine oder zwei grosse Stachelwarzen enthält. Sie 
sind gekerbt, aber nicht durchbohrt; ihre von unten nach oben an 
Grösse zunehmenden Höfchen von einem Ringe mamelonirter, 
massig zahlreicher Sekundärwärzchen umgeben, welcher an der 
Aussenseite des Feldes nicht geschlossen ist. An den zu unterst 
stehenden Warzen fehlt der Raum für die Entwicklung eines 
Scrobicularringes. 

Die Miliärzone trägt, wie die Mitte der Ambulacralfelder, 
unregelmässige, gedrängt stehende, zum Theil mamelonirte Gra- 
nulen und Knötchen. 

Peristom nicht oder kaum wahrnehmbar eingesenkt, rund- 
lich, mit kleinen aber kräftig umgeschlagenen Einschnitten; klein, 
nur 2 2 /3 des Scheitelschildes. 

Scheitelschild sehr gross, die ganze Oberseite so weit be- 
deckend, dass in der oberen Ansicht nur noch die höheren Stachel- 
warzen und die obere Partie der Ambulacralfelder sichtbar sind. 

Der Scheitelschild setzt sich nicht von dem übrigen Gehäuse 
ab; die Coronalplatten stossen vielmehr mit den Platten des Scheitel- 
Bchildes in der Weise zusammen, dass beide in derselben Ebene 
liegen, und da die Granulation der Miliärzone sich in der oberen 
Partie der [nterambulacralfelder ausdehnt und auf den Scheitel- 
Bchild übergebt, hier mit geringen Nüaneirungen Ovarial- wie 
Ocellarplatten gleichmässig bedeckt, so sind die Grenzen nicht 

leicht ZU .-eben, und erscheint die ( )berseite des Gehäusen wie 

verhüllt. Wahrscheinlich entspringt hieraus an einigen Stellen 



192 IV. Salenidae. [264] 

der täuschende Anblick, als ob der Aussenrand der Ocellarplatten 
tief ausgeschnitten sei. Keine Sutural -Impressionen. 

Die Ovarialöffnune;en sind so klein und in der kräftigen 
Granulation der Platten verschwindend, dass sie nicht leicht ge- 
sehen werden. 

Periproct sehr gross, gerundet dreieckig, mit aufgeworfenem 
Rande, der auch von der gemeinsamen Granulation überzogen ist. 

Bemerk. Verwandt ist nur Salenia granulosa Forb. , deren 
Gehäuse durchschnittlich nur halb so gross, deren Scheitelschild 
weniger gross, deren Ambulacralfelder mehr gerade, deren Granu- 
lation auf beiden Feldern und dem Schilde weniger entwickelt ist, 
und bei der an den guten deutschen Exemplaren der Scheitel- 
schild immer deutlich sich abhebt. Unter den beschriebenen aus- 
ländischen Gehäusen befinden sich, wie erwähnt, solche, bei denen 
ebenfalls sich der Scheitelschild nicht abhebt. Diese Stücke werden 
in ihrem Verhältniss zu Salenia- obnupta noch näher zu prüfen sein. 

Zu den angegebenen Verschiedenheiten tritt das verschiedene 
geologische Alter. Während Salenia rugosa dem Unteren Turon 
augehört, trat Salenia obnupta erst im jüngsten Senon auf. 

Vorkommen. Salenia obnupta wurde in den hellen Kreide- 
mergeln mit Belemnitella mucronata bei Berkum unweit Peine 
(Hannover) durch Herrn U. Schlönbach gesammelt, dessen 
Freundlichkeit ich das Stück verdanke. 

Original im Museum zu Bonn. 

Salenia anthopliora Jos. Müller 1847. 

Taf. 19, Fig. 7. 
Taf. 20, Fig. 1 -5. 

Salenia anthopliora Jos. Müller, Monogr. d. Petrefact. d. Aachener Kreideform. 

Bonn 1847, pag. 7, tab. I, fig. 1. 
» Bonnissenti Cotteau, Echin. nouveaux ou peu connus. 1. ser. 18GG, 
■ pag. 110, tab. XV, fig. 4— 7. 

Maasse in Millimetern: 

Höhe des Gehäuses .... 
Durchmesser dos Gehäuses . 
Durchmesser des Scheitelschildes 



I. 


11. 


III. 


IV. 


12 


14 


c. 17 


18,5 


18 


1 9,5 


21 


25 


12 


c. 14,5 


c. 15 


20 



[265] IV. Salenidae. 193 

1. it. nr. iv. 

Durchmesser des Peristoms ... 6 6,5 6,5 9 

Durchmesser des Periprocts . . . 2,5-3 3 3 c. 4 

Breite der Interambulacralfelder . c. 8 c. 9 10 11,5 

Breite der Ambulacralfelder . . . c. 2,5 c. 2,5 c. 3 c. 3,5 
Zahl der Ambulacralwärzchen in 

einer Vertikalreihe 24-25 20 22-23 21-23 

Zahl der Iuterambulacralwärzchen 

in einer Vertikalreihe .... 6 (-7) 5-6 5-6 5-6 

I. Etwas verkrüppeltes Gehäuse, in Aachen. 
II. Original in Bonn. 

III. Originalexemplar von Jos. Müller in Aachen. 

IV. Original im Museum zu Berlin. — Der stark gewölbte 

Scheitelschild hat 5 mm Höhe. 

Gehäuse ziemlich gross, von kreisförmigem Umfang, ver- 
hältnissmässig hoch, Oberseite gewölbt, Unterseite fast plan, Rand 
abgerundet. 

Ambulacralfelder schmal, etwas vortretend, fast gerade, 
nur oben leicht gebogen. 

Porengänge nicht vertieft, auf einer Abschrägung der Felder 
gelegen, gebildet von entfernt stehenden, schräg gestellten Poren- 
paaren, welche mit den ambulacralen Sekundärwärzchen correspon- 
diren. 

Interporiferenzone mit genäherten Reihen mamelonirter Sekun- 
därwärzchen, mindestens 20 in jeder Reihe. Bei den grösseren 
mehr ] ). Die Wärzchen sind am Umfange des Gehäuses am 
stärksten und nehmen langsam an Grösse gegen den Scheitel und 

D das Peristom hin ab. Die beiden Reihen stehen so nahe, 
dass nur noch eine Reihe Körnchen Platz findet. Je ein etwas 
grösseres Körnchen schiebt sich in den Winkel zwischen je zwei 
folgende Wärzchen. 

Die Interambulacralfelder führen 5 oder 6 crenelirte, 
nicht durchbohrte'Stachelwarzen in jeder Y< rtikarreihe, von denen 

v j Das unter I gemessene kleinere Gehäuse mit 24 — 25 Sckundärwi'irzclien 
bat noch lebend durch Druck oder Bruch gelittton. Wohl ist auch der Scheitel- 
S'hild flacher. 

Neue Folge. Heft 5. 1 «J 



194 IV. Salenidae. [266] 

die zwei oder drei dem Peristom zunächst gelegenen sehr klein 
sind. Eine oder zwei zeichnen sich in jeder Reihe durch Grösse 
aus. Verhältnissmässig ist ihr Warzenkegel nicht dick und die 
Warze nur von geringem Umfange. 

Die Scrobicularringe, gebildet von mamelonirten Sekundär- 
wärzchen, welche an Grösse denen der Ambulacralfelder gleich 
kommen, sind nicht geschlossen, so dass sich die aufeinander 
folgenden Warzenhöfe berühren, und dieselben gegen die Poren- 
zonen ganz offen sind, indem hier nur ein Wärzchen jede Ecke 
der Coronalplatten besetzt, und der Anschein entsteht, als lägen 
die Porenpaare auf dem sich aufhebenden Rande der Höfchen. 

Miliärzone nicht breit, besetzt mit kleineren mamelonirten 
Wärzchen und zwischen ihnen kleinere und ganz kleine Körnchen. 

Peristom nicht, oder kaum wahrnehmbar eingesenkt, kreis- 
förmig, klein, durchschnittlich kaum halb so gross als der Scheitel- 
schild; mit sehr geringen Einschnitten. 

Scheitelschild gross, gewölbt und sehr dick; es ist wohl 
der dickste Schild, den eine bekannte Salenia führt. 

Die etwas ausgeschnittenen Ocellarplatten treten aus dem 
Umfange des Schildes vor, die convexe Aussenseite der Ovarial- 
platten um ebenso viel zurück. Die Nähte der Platten sehr deut- 
lich, mit tiefen Impressionen. Ovarialöffnungen central. 

Die einzelnen Platten senken sich gern, minder oder mehr 
gegen die Suturalimpressionen ein, während die zwischenliegenden 
Theile wölbig vortreten, und die Wölbungen gegen den Mittel- 
punkt der Platte sich verlieren. In einzelnen Fällen sind diese 
Wölbungen bis zu aufliegenden excentrischen Rippen entwickelt, 
welche von einer Platte auf die andere Platte übersetzen. 

Bemerk. Die Art wurde zuerst durch Joseph Müller aus 
den weissen Mergeln des Schneeberges bei Aachen, welche den 
Schichten mit Belemnitella mucronata angehören, beschrieben. Es 
ist nur ein halbes, im Uebrigen vortrefflich erhaltenes Gehäuse. 
Es zeichnet sich durch einen hohen (4 """) subconischeu Scheitel- 
schild aus. Die einzelnen Platten convex mit mittelstarken Radial- 
leisten. Ausserdem liegen noch 3 Gehäuse vom selben Fundpunkte 
vor; (Ins eine mit etwns weniger hohem Seheitelschilde und kaum 



[267] IV. Salenidae. 195 

angedeuteten radialen Rippen auf den Platten (No. II), das dritte 
(No. L) etwas verkrüppelt, mit flachem Scheitelschilde und sehr 
starken Radialrippen auf den Platten. 

CJOTTEAD besehrieb sie e. zwanzig Jahre später ans der jüngsten 
Kreide von Orglande 1 ) (Manche) und fügte dann noch Ciply 
(Belgien) 2 ) als Fundpunkt bei, und meinte zugleich, die kleineren, 
früher von ihm als Salenia Bourgeoisi angesprochenen Gehäuse 
aus dem Kreidetuff von Maestricht 3 ) mit der Art vereinen zu 
können. 

Mir liegen von allen diesen Fundpunkten Exemplare vor, uud 
ich finde, dass das Aachener Gehäuse nicht von den französischen 
und belgischen Stücken abweicht. Die kleinen, nicht seltenen Ge- 
häuse von Maestricht zeigen ein Peristom, welches verhältniss- 
mässig viel grösser und von fünfseitio-em Umriss ist. Iuterambu- 
lacralplatten etwas gewölbt, ihre deutlichen Nähte, besonders die 
Mittelnaht ein wenig eingesenkt. Miliärgranulen kräftiger, nur 3 
oder 4 Primärwarzen in einer Reihe. Sie sind in dieser Schrift 
als Salenia Maestrichtensis aufgeführt. 

Desor 4 ) und Cotteaü 5 ) brachten (nach einem Abgüsse) Dar- 
stellungen von Salenia anthophora Müll., aber die Bilder sind 
nicht zutreffend; es haben hierbei Verwechselungen der Etiketten 
stattgefunden. Ohne Zweifel liegt beiden Darstellungen ein Ab- 
gase der 

Salenia stellifera Hagenow 
aus der oberen Kreide der Insel Rügen zu Grunde, wie auch 
ein Vergleich der von Quenstedt 6 ) gelieferten Abbildung des 
Hagenow'scheu Modelies darthut. 



') Vergleiche unter Maasse No. 5 und 6. 

*) Cotteau, Echinides cretaces du Hainaut, Bull. soc. geol. de France 1874, 
pag. 115. Die mir bekannten Exemplare von Ciply sind alle mehr oder minder 
abgerieben. 

3) Cottkau, Palcont. franc. terr. cret. tom. 7, pag. 165, tab. 1040, (ig. 26—28. 

4 ) Desob, Sjnop.-is des Echinides fossiles, pag. 151, tab. 20, fig. 4. 

•j Cottbau, Paleontol. franc. terr. cret. pag. 166, tab. 1031», fig. 1—5. 

6 ; Qlesstkdt, Echiniden, tab. 69, fig. 82. Die Abbildung ist nicht ganz zu- 
treffend, indem ebenso wie in dem Bilde bei Dksob die Ovarial- Platten zu weil 
rortreten. In dieser Hinsicht ist die Abbildung bei Cottbau richtiger. 

13* 



196 IV. Salenidae. [268] 

Das nähere Verhältniss von Salenia anthophora zu Salenia 
stellifera, welche sich durch etwas niedrigere Gestalt und zahl- 
reichere und kleinere Suturalimpressionen in dem anscheinend etwas 
kleineren und dünneren (?) Scheitelschilde unterscheidet, kann 
nur ein Vergleich des Originals darthun. Nach dem nicht voll- 
kommenen Abgüsse scheinen auf den Ambulacral-Feldern die 
beiden Wärzchen-Reihen etwas weiter auseinander zu stehen, ins- 
besondere die Wärzchen jeder Reihe am Umfange und auf der 
Oberseite des Gehäuses weiter von einander entfernt zu stehen; die 
Zahl der Primärwarzen aber scheint die gleiche zu sein : 5 bis 6 2 ). 

Das Gehäuse, welches Desor 2 ) als Salenia stellifera Hag. ab- 
bildet, ist etwas ganz Fremdes, und hat, wie schon Qüenstedt 3 ) 
bemerkte, nichts mit der Art von Rügen zu thun. 

Vorkommen. Salenia anthophora gehört der jüngsten Kreide 
mit Belemnitella mucronata an. In Deutschland bis jetzt mit 
Sicherheit nur vom Schneeberge bei Aachen bekannt. 

Ein Gehäuse im Museum zu Bonn; zwei Gehäuse, einschliesslich 
das Original von Jos. Müller, im Polytechnicum zu Aachen; und 
ein sehr grosses Gehäuse aus der Sammlung BiNKHORST im Mu- 
seum für Naturkunde zu Berlin. 

Ausserdem bei Ciply und Valognes. 

Salenia Maestrichtensis Schlüter. 

Salenia Bourgeoisi Cotteau, zum Theil, Paleont. franc. terr. cret. tom. VII, 1861, 

pag. 165, tab. 1040, fig. 25 — 28 (non! tab. 1038, 
fig. 1 — 18). — Maestricht. 

Salenia Bonmenti Cotteau, zum Theil, Echin. cretaces du Hainaut, Bull, soc. 

geol. France 1874, pag. 115. — Maestricht. 



') Ein nahestehendes, vielleicht identes Gehäuse hatLAHusrcN in seiner (russisch 
geschriebenen) Abhandlung über die weisse Kreide des Gouvernements Simbirsk 
(Petersburg 187b, pag. 15, tab. III, fig. 9) unter der Bezeichnung 

Salenia Jero/ejeirii 
beschrieben. Poristom ebenfalls sehr eng, Scheitelschild gross, jenes nicht halb 
so gross, wie dieses. Suturalimpressionen punktförmig; Scheitel mit leichter 
Strahlung. 5—6 interambulacrale Stachelwarzen etc. 

2 ) Desor, Syn. Echinid. foss. pag. 151, tab. 20, fig. b. 

a ) Qüenstedt, Echiniden, 1. c. pag. 245. 



[269] IV. Salenidae. 197 

Maasse in Millimetern. 
Höhe der Sehale . . e. 1,8 c. 2,2 3 c, 4 5,3 6 

Durchmesser der 

Sehale .... e. 3 4 5 7 fast 9 10,5 

Durchmesser des 

Scheitelschildes . c. 2,2 2,8 c, 3,5 5 5,8 7 

Durchmesser des 

Peristoms ... c. 1,6 1,8 2 c. 3 4 4,2 

Durchmesser des 

Periproctes . . . c. 0,5 c. 0,5 0,6 0,8 1 1,1 

Zahl d. Primärwarzen 

in einer Reihe . ? 4 (3-) 4 4 (-5) 4 4-5 5 
Zahl der ambulacralen 

Sekundärwärzchen 

in einer Reihe . 10 c. 13 ? 16 16-17 

Gewisse kleine, im Kreidetuff von Maestricht nicht seltene 
Salenien *) waren von Cotteau 1861 zu Salenia Bourgeoisi ge- 
stellt, welche einem tieferen Niveau angehört; diese Bestimmung 
wurde 1874 als irrig bezeichnet, dagegen als sehr wahrscheinlich 
angenommen, dass dieselben zu Salenia Bonissenti Cott. (= Sale- 
nia onthophora Müller) gehören 2 ). 

Die vorliegenden Gehäuse von Maestricht und Falkenberg (mehr 
als zwei Dutzend) unterscheiden sich von der letztgenannten Art 

1 . durch geringeren Durchmesser von 3 bis 1 1 mm , während 
die Salenia anthophora nur in Gehäusen von 16 bis 25 mm 
Durchmesser bekannt ist; 

2. durch verhältnissmässig niedrigere Gestalt; 

3. durch verhältnissmässig breitere Miliärzone; 

4. durch gröbere und mehr gleichmässige Miliärgrauulen ; 



') Gleich gross wie der begleitende Goniopygus Heberti! 

*) Wenn Salenia. Bavrgeoüi später nochmals auch aus höheren Kreide- 
Schichten genannt wird (Echinides Jurassiques, Cn'taces, Eocenes, du Sud-Ouest 
de la France par G. Cottkau, Aeademie des belles-lettres, sciences et arts de la 
Rochelle. La Rochelle 1883, pag. 192 et 194), so macht der Umstand, dass die 
Abbildungen 1. c. tab. 1040, ßg. 1b — 28 nun wiederum zu Salenia Bourgeois* 
citirt werden, die ganze Angabe bedenklich. 



198 IV. Salenidae. [270] 

5. durch Einsenken der Interambulacralfelder gegen ihre 
Mittelnaht, welche immer deutlich, bei Salenia anihophora 
versteckt ist; 

6. durch den fünfseitigen Umriss des Peristoms 1 ). 

Die Punkte 3 bis 6 lassen sich nicht auf Entwickelungsdiffe- 
renzen zurückführen. Bis der Nachweis dieser, der vorzugsweise in 
Gehäusen von 10 bis 16 ram Durchmesser zu suchen ist, gelungen 
sein wird, dürfte es correcter sein, beide Formen auseinander zu 
halten, und die kleinen, geologisch jüngeren Gehäuse nach ihrem 
Fundpunkte als Salenia Maestrichtensis zu bezeichnen. 

Betreffend das fünfseitige Peristom dürfte zu erwähnen sein, 
dass einer anderen Art angehörige, ebenfalls sehr kleine Salenien 
von Maestricht, ein kreisförmiges Peristom besitzen. 

Unter den bereits beschriebenen kleinen Salenien der oberen 
Kreide zeigt ein fünfseitiges Peristom die ebenfalls mit einem 
dicken, grossen Scheitelschilde und verhältnissmässig starken Su- 
turalimpressionen versehene 

Salenia pygmaea Hag. 2 ), 
aus der Schreibkreide der Insel Rügen, von der wir A. Kunth 3 ) 
eine erneute Darstellung nach einem diluvialen Exemplare ver- 
danken. — Es wird noch das nähere Verhältniss der Rügener und 
Maestrichter Gehäuse zu ermitteln und festzustellen sein, ob letz- 
teren ebenfalls die Bezeichnung Salenia pygmaea zukomme. 

Bemerk. Auch aus deutschem turonen Pläner ist Salenia 
Bourgeoisi genannt worden. 

U. Schlönbach 4 ) führt aus den Galeriten-Schichten auch 
»Salenia Bourgeoisie«. 



l ) Iq der Abbildung bei Cottkau nicht deutlich zum Ausdruck gebracht. 

a ) von Hagenow , Monographie der Rügen'schen Kreide -Versteinerungen. 
II. Abth. Radiaren und Annulaten. Jahrb. für Mineral. 1840, pag. 630, tab. 9, 
fig. 4. 

Salenia minima Desor (Paleontol. franc.) pag. 171, tab. 1040, fig. 1 — 10. 
von Ciply besitzt keine Suturalimpressionen. 

3 ) A. Kunth, die losen Versteinerungen von Tempelhof bei Berlin. Zeitschr. 
d. Deutsch, geol. Ges. Bd. XVill, 1865, pag. 327, tab. 7, fig. 7. 

4 ) Ueber die norddeutschen Galeriten-Schichten und ihre Brachiopoden-Fauna. 
Sitzungaber. d. Wiener Akad. 1868. 






[271] IV. Salenidae. 199 

nach einer Bestimmung CottealTs auf. Zu dieser Augabc ist zu 
bemerken, dass das einzige Gehäuse, auf welchem dieselbe be- 
ruht, sowohl nach seiuem geologischen Vorkommen, wie nach 
seiner paläontologischen Bedeutung zweifelhaft ist. 

Heber die Lagerstätte des Gehäuses lässt sich nur angeben, 
dass es im »nordöstlichen Theile des Fleischercamp bei Salzgitter, 
wahrscheinlich über dem cenomanen Pläner« gefunden wurde, 
demnach sein geologisches Alter nicht völlig sicher ist. 

Das kleine Gehäuse, dessen 

Durchmesser . . . 8,5 mm 

Höhe 5 » 

Scheitelschild ... 5 » 

Peristom .... 3,5 » 

beträgt, hat einige Aehnlichkeit mit 

Salenia Gehrdenensis Schlüt. 

aus dem Unter-Senon, doch stehen die Wärzchen-Reihen der 
Ambulacralfelder (oben) etwas weiter auseinander, und ist die 
Miliärzone auch auf der oberen Seite des Gehäuses mehr ent- 
wickelt, ebendort auch die Scrobicularringe mehr geschlossen, nur 
an der Aussenseite der Felder offen. 

Mehr nähert sich das Gehäuse den Formen aus der Gruppe der 
Salenia Austeni, 
weiche Forbes 2 ) ans dem Lower grey Chalk von Folkstone be- 
Bchrieb. 

Als jugendliches Gehäuse ist das Stück in seinen Bezie- 
hungen zweifelhaft. Die Zweifel werden sich lichten, sobald weitere 
Funde über den Entwicklungsgang Aufklärung geben. 

Wenn die angegebene Lagerstätte zutreffend ist, so kann es 
rieh nur um Unter-Turone-Schichten, also um Myüloides- oder 
Brongniarti-Y\&aei handeln. Aus beiden ist in Deutschland nur 
eine Salenia^ Salenia granulo-sa Forb. bekannt, zu welcher das 
fragliche Gehäuse keinerlei Beziehungen hat. 



', Whight, Brit. fosß. Echin. 1. e. pag. 176, tab. 37, fig. 1. 



200 TV. Salenidae. [272] 

Vielleicht stammt das Gehäuse, trotz obiger Angabe, demnach 
aus cenomanen Schichten. 

Vorkommen. Salenia Maestrichtensis findet sich Dicht selten 
in den Schichten der jüngsten Kreide bei Maestricht und Falken- 
burg. 



[273] IV. Salcnidao. 201 



Gatt. Gauthieria Lambert 1888 ! ). 

Taf. 19, Fig. 10. 

Seitdem Phi/mosoma radiatum Sorign. , die verbreitetste 
Art der Gattung in unserem turonen Pläner, Heft I, pag. 12, be- 
sprochen wurde, hat J. Lambert in den Steinbrüchen von Armeau, 
deren Bänke dem Turon mit Holaster planus angehören, das erste 
Gehäuse aufgefunden, an welchem der sonst stets ausgefallene 
Scheitelschild nahezu vollständig erhalten ist. 

Dieser Schild ist gross, pentagonal, mit leicht welligem Rande ; 
einer der Winkel des Pentagons spitzer als die übrigen und so- 
mit weiter vorspringend. Der Schild setzt sich zusammen aus: 

1. einer hexagonalen Centralplatte ; 

2. drei vorderen hexagonalen Sekundärplatten; 

3. aus wahrscheinlich acht ungleichförmigen Superanalplatten, 
von denen nur noch zwei sichtbar sind; 

4. in den Winkeln des Pentagons fünf kleinen Genital-Platten, 
von denen die paarigen unregelmässig hexagonal sind, die 
unpaarige sehr schmal und vorspringend ist. Die vordere 
Platte zur Rechten fein spongiös: Madreporenplatte. Alle 
fünf Genitalplatten dicht an ihrem Aussenrande durchbohrt; 

5. fünf trapezförmigen Ocellar-Platten, von denen die drei 
vorderen genau ein Halbhcxagon darstellen, die hinteren 
sich rückwärts verlängern bis zur Berührung mit der un- 
paarigen Genitalplatte und die Einfassung des Periprocts 
bilden, welche die fehlenden Superanalplatten vervoll- 
ständigen müssten. 



') J. Lambert, Note sur un nouveau genre d'Echinides de la craie de l'Yonne. 
Bullet, de la societö des sciences histor. et natur. de l'Yonne, 1888. Mit Abbild, 
im Text. 



202 IV. Salenidae. [274] 

Alle Platten mit einer äusserst feinen Körnelung bedeckt und 
ausserdem einige submamelonirte, regellos vertheilte Granulen. 

Das völlig excentrisch, ganz vorn gelegene Periproct dürfte 
einen subcirculären Umfang gehabt haben. 

Bei dieser Beschaffenheit des Scheitelschildes musste Phym. 
radiatum von Phymosoma und der Familie der Diadematidae selbst 
entfernt und der Familie der Salenidae beigefügt werden. Auch 
in dieser Familie nimmt die neue Gattung Gauthieria mit ihren 
breiten Ambulacralfeldern , welche crenelirte, nicht durchbohrte 
Stachelwarzen tragen, die an Grösse denjenigen der Interambula- 
cralfelder fast gleich kommen, eine isolirte Stellung ein, wenn- 
gleich sie sich hier der Gattung Acrosalenia mit den verhältniss- 
mässig breitesten Ambulacralfeldern, aber durchbohrten Stachel- 
warzen zunächst stellt. 

Was das Vorkommen von 

Gauthieria radiata 

anbetrifft, so habe ich den bereits früher angeführten Fundpunkten 
hinzuzufügen, dass sich im turonen Grünsande über der westfäli- 
schen Steinkohlenformation noch ein zweites Exemplar im Dort- 
munder Revier gezeigt hat, sowie dass ich auch im CW/m'-Pläner 
bei Paderborn ein Exemplar gesammelt habe. 

Sonach ist Gauthieria radiata aus den 3 oberen Gliedern des 
Turon, aus der Zone des Inoceramus Brongniarti, aus der des 
Heteroceras Reussianum und aus der Zone des Inoceramus Cuvieri 
nachgewiesen, bisher aber noch nicht in dem tiefsten Gliede, der 
Zone des Inoceramus problematicus gesehen worden. 

Ihre Hauptentwicklung scheint die Art in der Zone des 
Heteroceras Reussianum (Scaphiten-Pläner), im östlichen Deutsch- 
land, Sachsen, Böhmen, Schlesien, gehabt zu haben. 



[275] IV. Salenidae. 203 



R ü c k b 1 i c k. 



Verbreitung der Salenidae in den norddeutschen Kreidebildungen. 

Im Neocom: 

Peltastes stellulatus Agass. 

Im Gault wurde noch keine Art beobachtet. 

Im Cenoman: 

Peltastes clathratus Agass. 
Goniophorus lunulatus Agass. 
Salenia petalifera Desm. 

Im Turon: 

Salenia granulosa Forb. 
Gauthieria radiatum Sorig. sp. 

Im Emscher wurde noch keine Art beobachtet. 

Im Unter-Senon (Horizont des Inoceramus lobatus): 

Salenia Gehrdenensis Schlüt. 
Salenia Quemtedti Schlüt. 

Im Ober-Senon (Coeloptychien -Kreide): 

Salenia IJeberti Cott. 
Salenia obnupta Schlüt. 
Salenia antliopliora Müll. 
Salenia atellifera Hagenow. 
Salenia pygmaea Hagenow. 



204 IV. Salenidae. [276] 

Im Danien: 

Salenia Maestrichtensis Schlüt. 
Peltastes heliophorus Agass. 

An sekundärer Lagerstätte im Diluvium: 

Peltastes heliophorus Agass. 
Salenia sigillata Schlüt. 
Salenia pygmaea Hag. 



[277 1 IV. Salenidae. 205 



Nachtrag. 



Gatt. Zeuglopleurus Gregory 1889 *). 

»Schale klein, globular, eircular, unten abgeflacht, oben leicht 
conisch, Seiten gebläht. Tuberkeln angeordnet in ein oder zwei 
Verticalreihen in jedem Ambnlacrnin, etwas kleiner als diejenigen 
in jedem Interradins. 

Scheitelschild massig »solid«, die beiden hinteren seitlichen 
Ocellarplatten treten in den Analring ein; die vorderen Ovarial- 
]>latteu treffen die angrenzenden Ovarialplatten auf jeder Seite 
von ihnen, und so sind drei vorn gelegene Ocellarplatten von dem 
Analringe ausgeschlossen, während der Anus gegen die Hinter- 
seite gedrängt ist; die hintere Ovarialplatte ist sehr schmal. 

Ambulacra ziemlich schmal, gerade. Jede trägt eine oder 
zwei Reihen von Primärtuberkeln, welche crenelirt und nicht 
durchbohrt sind, und umgeben von kleineu Scrobicnleu, unter- 
brochen von rippenförmigeu, radial gestellten Erhöhungen, welche 
sich mit denjenigen der angrenzenden Platten oben und unten 
inen. Der Rest der Platten ist bedeckt mit ziemlich regel- 
mässig geordneten Miliärgranulen. Die Horizontalnähte sind ein- 
geschnitten von Vertiefungen, so wie bei Ghjphocijphun, welche be- 
sonders das Adoralende der Platten treffen, so dass die untere 
Platte über die obere vorspringt. 



•) J. Wai.tkh Gbbgoby, Od Zeuglopleurus, a new Genus of the Family Tem- 
tridae from Upper Cretaceous. Ann. mag. nat. li ist. June 1889, pag. 490. 
DuaoAV, Od some Points in the Aoatomy of the Temnopleuridae, ibid. ser. G, 
vol. I, pag. HO. 



206 IV. Salenidae. [278] 

Struktur der Porengänge. Die Porenpaare bilden ein- 
fache , fast gerade Reihen. Die dem Scheitelschilde zunächst ge- 
legenen Platten sind primäre, aber weiter abwärts verschmelzen 
sie, so dass sie zusammengesetzte Platten aus zwei oder drei 
primären bilden; eine einzelne primäre ist oft zwischen 2 zusammen- 
gesetzte eingeschoben. 

Interambulacralfelder, ungefähr P/2 Mal so breit als die 
Ambulacralfelder; das Epistroma ist ähnlich dem auf den Ambu- 
lacralfeldern, aber ist noch mehr entwickelt; eine einzige Reihe 
von Primärtuberkeln kommt auf jeder Seite eines jeden Iuter- 
radius vor; die Tuberkeln sind verbunden durch rippenförmige 
Erhöhungen, und der Rest der Platte ist bedeckt mit sehr eng 
stehenden, grossen Miliärgranulen ; eine kleine Reihe von Secundär- 
tuberkeln kann entwickelt sein in der äusseren Aboralecke jeder 
Platte. Die Tuberkeln sind crenelirt, aber nicht durchbohrt. 

Peristom ungefähr gleich gross wie der Scheitelschild, mit 
sehr kleinen Kiemen-Einschnitten. 

Verwandtschaft und Unterschiede des Genus Zeuglo- 
pleurus : 

Die beiden nächsten Verwandten von Zeughpleurus sind seine 
Zeitgenossen Glyphocyphus und Echinocyphus. Die Hauptzüge, 
welche es mit dem ersteren verbinden, sind die tiefen Einsen- 
kungen unter den Tuberkeln, und die Aehnlichkeit des Epistroma, 
dessen allgemeine Facies dieselbe ist, obgleich verschieden in den 
Details. Es unterscheidet sich jedoch klar von diesem Genus 
durch die Nichtdurchbohrung der Stachelwarzen und durch die 
Thatsache, dass nur 2 der Ocellar-Platten in den Analring ein- 
treten. 

Es steht wahrscheinlich Echinocyphus näher, obgleich sein 
allgemeines Aussehen unähnlicher ist; es stimmt mit ihm überein 
in der Nichtdurchbohrung der Tuberkeln, unterscheidet sich jedoch 
von ihm durch die Abwesenheit der horizontalen, regelmässigen 
Nahtfurchen, an deren Stelle sieh kleine Grübchen befinden, durch 
eine viel grössere Entwicklung des Epistroma, und durch die 
Structur des Schcitelschildes, welcher oval ist in Zeuglopl citrus 
und subpentagonal in Echinocyphus] in den letzteren verbinden 



[279] IV. Salenidae. 207 

si«h ausserdem die hinteren parigen Ovarialplatten , sowohl wie 
die vorderen quer durch die Mitte des Scheitelschildes hindurch, 
wodurch das Periproct weit nach hinten gedrängt wird. 

Ein anderes Genus, mit welchem Zeuglopleurus verwandt ist, 
ist Dictgopleurus Duncau and Sladen ] ) aus dem Eocän von Sind, 
in welchem der Scheitelschild dieselbe Anordnung hat, aber regel- 
mäßiger ist. Zeuglopleurus unterscheidet sich von diesem durch 
feine, nicht durchbohrte Tuberkeln, die Vertheilung des Epi- 
Stroma, sowie dadurch, dass das Scheitelschild nicht schräg ge- 
stellt ist, wie es sehr markirt ist in Dictyopleurus. In Zeuglo- 
pleurus stimmt die Anordnung überein mit derjenigen von Ecechinus 2 ) 
und anderen Genera, mit welchen es jedoch nur wenig gemein 
hat. während diejenige von Ecldnocxjphus verglichen werden kann 
mit Pygagter, in welchem die hintere Ovarialplatte nicht vollständig 
absorbirt wird durch das Zurückweichen des Periprocts. 

Die Gattung Zeuglopleurus wurde, von Gregory von Ec/iino- 
cyphus abgetrennt auf Grund eines vollkommen erhalteneu Ge- 
häuses aus dem Mid.-Chalk von Charlton (Kent) (11 ram Durch- 
messer, T> ,um Höhe) und Zeuglopleurus costulatus genannt. 

Als wahrscheinlich zu derselben Gattung gehörig, wurde 
Glyphocyphus ( 'annabis Desor 3 ) aus der Craie blanche von Ilouguc- 
mare (Eure) bezeichnet, und ausserdem das kleine von Adolf 
KÖMER als Echinopsis pusilla, oben 4 ) als Echinocyphus pisum an- 
geführte Gehäuse von Gehrden zu Zeuglopleurus gestellt. 

Diese Mittheilungen haben Veranlassung gegeben, die letzt- 
genannten Gehäuse einer erneuten Prüfung zu unterwerfen, nach- 
dem nochmals versucht war, dieselben trotz ihrer Kleinheit und 
Gebrechlichkeit mehr von dem anhaftenden Gestein zu befreien. 

Ein Gehäuse von Büken und ein solches von Recklinghauscn 
zeigen folgende Maasse: 

' Dohoam and Sr.ADKN, The fossil Echinoidea from thc Ranikot Seriös of 
Nnmmoliiic Strata in \V. Sind. pag. 38, tab. 9, fig. 2, in Palaeontologia [ndica, 

XIV. vol. I. ,,|. 3, L882. 

-. Au •;. A.OA8BIZ, I v • ■ v i .- i ■ . r i f)f thc Echin. Moni. Mus. Comp. ZooL Cambridge, 

. 1873, pag. 502, lab. IY1., fig. 7. 

Desor, Synops. Echin. foss. pag. 450. 
'/ pag. 4'.). 



208 IV. Salenidae. [280] 







£ mm 






6 » 






2 » 


1 


u. 


1,5 ram 

2,2 » 



Höhe des Gehäuses .... 
Durchmesser des Gehäuses . 
Durchmesser des Scheitelschildes 
Durchmesser des Periproctes . 
Durchmesser des Peristoms . 

Das Gehäuse klein, vou kreisförmigem Umfang, unten ab- 
geflacht, Rand gerundet, Oberseite gewölbt, Stachelwarzen nicht 
durchbohrt und, wohl nur in Folge der Erhaltung, nicht deutlich 
crenelirt, 11 oder 12 in jeder Reihe, gleichartig auf beiderlei 
Feldern, auf den Ambulacralfeldern um ein Geringes kleiner, als 
auf den Interambulacralfeldern, auf der Unterseite sehr genähert, 
oben weiter entfernt. Am Umfange des :Gehäuses zeio-t das Stück 
von Bülten unter den Primärwarzen eine undeutliche Vertiefung, 
in welche zwei oder drei der reichlich die übrige Oberfläche be- 
deckenden Miliärkörnchen sich rippenartig hinein erstrecken. Die 
Längsnaht der Interambulacralfelder erscheint auf der Oberseite 
des Gehäuses glatt und ein wenig eingesenkt. 

An dem Gehäuse von Recklinghausen sind die Eindrücke 
unter den Warzen tiefer und etwas winklig. 

Die Porenpaare stehen sehr steil, die Porengänge gebildet wie 
Gregory angegeben. 

Das Scheitelschild tritt um ein Geringes vor. Das Periproct, 
oval, 1mm breit, 1,5 mra lang, ist ganz nach hinten gerückt, so 
dass die hintere Ovarialplatte sehr niedrig, aber in die Breite aus- 
gedehnt erscheint, neben ihr, das Periproct berührend, rechts und 
links die hinteren Ocellarplatten. Die paarigen, sich berührenden 
Ovarialplatten sind nach aussen spitz ausgezogen. In der Spitze 
die Durchbohrung. Alle vier Platten etwas gewölbt, am stärksten 
die Madreporenplatte. Die beiden vorderen seitlichen Ocellar- 
platten fügen sich nur in die äusseren Winkel der Ovarialplatten, 
nicht an das Periproct herantretend. Bei der fünften, der vorder- 
sten Ocellarplatte ist dies weniger deutlich wahrzunehmen. 

Sonach dürfte die Vermuthung Gregohy's, dass Echinopsis 
jJusilla A. Rom. zu Zeuglopleurus zu stellen sei, gerechtfertigt er- 
scheinen. 



Rückblick. 



Verbreitung der regulären Echiniden in der norddeutschen Kreide. 

Im Neocom: 

Phymosoma cf. Peroni Cotteau, 

» Hihii Schlüter, 

Pseudodiadema rotulare Agassiz, 
» Bourgueti Agassiz, 

» macrostoma Agassiz, 

Codiopsis Lorini Cotteau, 
Psammechinus fallax Agassiz, 
Cidaris hirsuta Marco u, 

» muricata Ad. Römer, 
» punctata Ad. Römer, 
Rhabdocidaris triangularis Schlüter, 

» sp. n. 

Leiocidaris Salviensis Cotteau, 

» Hilsii Schlüter, 

Peltastes stellulatus Agassiz. 

Im Gault (oberen, Flammenmergel): 

Pseudodiadema Brongniarti Agassiz. 

Im Cenoman: 

PhymoBoma Goldfussi Schlüter, 

» cenomanense Cotteau, 

Pseudodiadema tenue Agassiz, 

N.jue Folge. Heft '.. 14 



210 Rückblick. [282] 

Pseudodiadenia variolare Brongniart, 

» Michelini Agassiz, 

Orthopsis granularis Cotteau?, 
Echinocyphus diffi,cilis Agassiz, 
Goniopygus cf. Bronni Agassiz, 
Codiopsis doma Desmarest, 

Cottaldia Benettiae Koenig (bei Plauen in Sachsen), 
Tylocidaris velifera Bronn, 

» Bowerbanki Forbes, 

» asperula Ad. Römer, 

» Strombecki Desor, 

Syn. » f Dixoni Cotteau, 

Dorocidaris vesiculosa Goldfuss sp. 

» coronoglobus Quenstedt sp. 

» Essenensis Schlüter, 

Stereocidaris cf. Carteri Forbes, 

» Hannover ana Schlüter, 

Peltastes clathratus Agassiz, 
Goniophorus lunulatus Agassiz, 
Salenia petalifera Desmoulin, 

Im Turon: 

Phymosoma reguläre Agassiz? 

» quinquangulare Schlüter, 

Echinocyphus mespilia Woodward, 
Tylocidaris clavigera Koenig (Stacheln), 
Dorocidaris perornata Forbes, 

» subvesiculosa d'Orbigny? 

Stereocidaris subhercynica Schlüter, 

» Reussi Geinitz sp., 

» punctillum Sorignet sp., 

» Silesiaca Sclilüter, 

» Merceyi Cotteau, 

» xciptrifera Man teil, 

Salenia granulosa Forbes, 
Gauthieria radiätum Sorignet sp., 



[283] Rückblick. 211 

Im Emscher: 

Phymosoma cf. spathuliferum Forbes (Stacheln), 
Stereocidaris sceptrifera Mantell? (Stacheln). 

Im Unter -Senon (Horizont des Inoceramus lobatus); 
Phymosoma Gehrdenense Schlüter, 

» cf. magnificum Agassiz, 

Echinocyphus tenuistnatus Desor, 
Zeuglopleurus pusilla Ad. Römer sp., 
Cidaris cf. hirudo Sorignet, 
Tylocidaris cf. clavigera Koenig sp. (Gehäuse), 

» Gosae Schlüter, 

Dorocidaris cf. hirudo Sorignet sp., 

» cf. pseudopistillum Cotteau sp., 

Salenia Gehrdenensis Schlüter, 
» Quenstedti Schlüter, 

Im Ober-Senon (Coeloptychien- Kreide): 
Phymosoma ornatissimum Agassiz, 

» pseudoradiatum Schlüter, 

» princeps Hagenow, 

» taeniatum Hagenow, 

» granulosum Goldfuss (vielleicht aus Danien), 

» maeandrinum Schlüter » » » 

» pentagonale Müller, 

» polygonophorum Schlüter ] ), 

Phymechinus cretaceus Schlüter, 
Diplotagma altum Schlüter 2 ), 



') Nachdem die kantigen, von Goldfuss tab. 40, fig. 9 c abgebildeten Stacheln, 
welche bisher nur aus dem Aachen-Limburger Becken bekannt, nachträglich auch 
von der Insel Rügen bekannt geworden sind, dürften sie mit einem besonderen 
Namen zu bezeichnen sein. — Ausserdem fallen unter den Formen von Rfigi □ 
dicke, verhältnissmässig kurze, rasch verjüngte, d. h. fast konische Stacheln 
auf. — Die schlanken, cylindrischen Stacheln von Phymosoma ornatwimwm Bind 
insbesondere aus Mucronaten- Kreide von Coesfeld und Lüneburg bekannt. 

■h gef. Mittheilung des Herrn Prof. Holzappbx in Aachen hal Berr 

Bkissbl fin Gehäuse dieser Art bei Anbei gesammelt, welches nach dessen 

mit dem Haupttheile seiner Sammlung in den B.'mIx <I.t (ieol. Landesanstall 

and Bergakademie in Berlin übergegangen ist. Auf dieses Exemplar, welches ich 

14* 



212 Rückblick. [284] 

Cidaris striatula von der Marck (non! Cotteau), 

» alata Boll (non! Münster), 

» spinosa Boll (non! Agassiz, non! Münster), 

» (Pseudocidarisf) baltica Schlüter, 
Khabdocidaris cf. cometes Boll sp., 
Tylocidaris vexilifera Schlüter (diluvial), 
Dorocidaris Herthae Schlüter, 

» f pistillum Quenstedt sp., 

Stereocidaris Darupensis Schlüter, 
Temno cidaris cf. Baylei Cotteau, 
Porocidaris sp. n. 

» f lingualis Desor sp., 

Salenia Heberti Cotteau, 

» obnupta Schlüter, 

» anthophora Jos. Müller, 
Syn. » Bonissenti Cotteau, 

» stellifera Hagenow, 

» pygmaea Hagenow, 

Im Danien: 

Goniopygus Heberti Cotteau, 
Cidaris Faujasi Desor (Stacheln), 

» Hardouini Desor *), 
Dorocidaris gigas Schlüter (Asseln), 

» mamillata Cotteau (Asseln), 

Temno cidaris cf. Danica Cotteau (Asseln), 
Pleurocidaris regalis Goldfuss sp., 
Peltastes heliophorus Agassiz, 
Salenia Maestrichtensis Schlüter, 

An sekundärer Lagerstätte im Diluvium: 
Temnocidaris Danica, Cotteau, 

» rimulosa Quenstedt sp., 

Salenia sigillata Schlüter. 



vor vielen Jahren bei Ign. Bkissel gesehen hatte, bezog sich die Angabe S. 69, 
dass die Art vielleicht auch am Schneeberge bei Aachen vorkomme. 

l ) N T ;ic]i Cottbau auch bei Maestricht. (Ob im Tuff, oder in der Schreib- 
kreide?) !>'h kenne ili'' Stacheln nur von Ciply. 



l'v, 



Rückblick. 



213 



In der vorliegenden Besprechung der regulären Echiniden 
der norddeutschen Kreide sind 

die Diadematidae mit 8 Gattungen und 34 Arten ver- 
treten, unter diesen 7 neue; 

die Echinidae mit 3 Gattungen und 3 Arten, unter diesen 
2 neue; 

die Cidaridae mit 9 Gattungen und 48 Arten, unter 
diesen 15 neue; 

die Salenidae mit 4 Gattungen und 17 Arten, unter 
diesen 5 neue. 

Von diesen 102 Arten waren bereits 30 Arten aus deutschen 
Kreidebildungen bekannt; 42 Arten aus der Kreide Frankreichs, 
Belgiens, Englands oder den baltischen Ländern; die übrigen 
29 Arten sind neue. 



Von den 


102 Arten fanden 


sich in 




Neocom 


15 Arten, 




Unterem Gault 






keine 




Oberem Gault 






1 Art, 




Cenoman 






22 Arten, 




Turon . . . 






14 » 




Emscher . . 






2 » 




Unter- Senon . 






10 » 




Ober-Senon 






28 » 




Maestricht - Schich 


ten 




10 » 



Einen Ueberblick über die geologische Verbreitung der Arten 
i:il»t die nachstehende Tabelle: 



214 



Uebersicht über die vertikale Verbreitung etc. 



[286] 



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aaqosuig; 


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1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 


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+ + 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 


Bezeichnung der Art. 






I. Diadematidae. 

» Goldfussi Schlüt. . . 
» cenomanense Cott. . . 
» reguläre Agass. . . . 
» quinquangulare Schlüt. 
» spathuliferum Forbes . 
» Gehrdenense Schlüt. . 
» cf. magnificum Agass. 
» ornatissimum Agass. . 

» taeniatum Hagen. . . 
» pseudoradiatum Schlüt. 
» polygonophormn Schlüt. 
» pentagonale Jos. Müll! 
» maeandrinum Schlüt. 
» granulosum Goldf. 


1 jomuiii^ opnojnuq 


.-c^ieo->*<»oco[>aoa3©-*<McO"*<>oor- 



[287] 



Uebersieht über die vertikale Verbreitung etc. 



2 1 5 



1 + + 




- + 1 II 


III II 


III II 


III II 


+ 111 1 1 


+ 111 II 


1 1 1 1 II 


+ + + + 1 1 1 1 II 


+III+III+I ++ II 


+ 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 II II 


1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 II II 


--+IIIIIIIIIII+II +11 ++++ 



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216 



Ueber sieht über die vertikale Verbreitung etc. [2881 



ne^qoiqog 
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1 1 1 1 1 1 1 II 


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1 1 1 1 1 1 1 II 


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'Udoouj *p '2 


1 1 1 1 1 1 1 +11 


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'JLddOUJ "p '2 


MIM 1 1 MI 


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•mvooutj.oy - p '2 

nBnioueQ-jeqo 


II II II 1 +111 


1 II 1 II 1 ++-IIM 


•erLinoj, 


1 1 II II 1 +MIMM+ + 


^n^r) J9J8qQ 


II II II 1 II II II 1 1 1 1 


%\avQ J8J8^n£L 


1 1 II 1 1 1 1 II 1 II 1 1 1 1 


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1 1 II II + + 1 + + II 1 II 1 M 1 1 1 


Bezeichnung der Art. 


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» cf. cometes Boll sp. . . . 
» claviaera Korn 


Dorocidaris vesiculosa Goldf 


jouimnj^ epueju«^ 


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O-HOico^iOCOt— CO 
o »o *o *o Ö ^O iO iO ^o 


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[289] 



(Jebersicht über die vertikale Verbreitung etc. 217 

+ + + - + 



+ + 1 1 


+ + 1 + + 1 


1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 


+ + 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 


1 1 1 1 1 i 1 1 1 1 1 1 


llllll -- ++IIIIII 


- 1 1 1 1 1 1 - + - + 1 1 1 1 1 1 1 1 


1 1 1 1 1 1 1 + 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 


+ 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 


1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 


1 1 1 1 1 1 1 1 ++ 1 1 1. 1 1 1 1 1 1 1. 1 "1 + 


+ 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 


1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 


1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 


1 1 1 1 1 1 ! 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 +1 












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1 s "i •§ ■§ OT s^ « -s 1 .1 1 


punctillum Sokig. 

Si/esiaca Schlot. 

Merceyi Coit. . 

sceptrifera Mant. 

Darupensis Schlüi 
Baylei Coit. . . 
Danica Cott. . . 
) linguaHs Des. . . 

P- n 

regalis Goldk. sp. 

.X. Salenidae. 

latus Agass. 

ratus Agass. . . 



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1 




2 



218 



Uebersicht über die vertikale Verbreitung etc. 



[290] 



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Goniophorus lunulatus Agass 

» Quenstedti Schlüt 

» Heberti Cott 

» sigiUata Schlüt 

» anthophora Jos. Müll 

» stellifera Eagen 

Gauthieria radiatwn Sorig. sp 


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alphabetisches Verzeichniss 
der iu Band IV, Heft 1 und in diesem Hefte aufge- 
führten Gattungen und Arten. 



Seite l ) Tafel Figur 

Alterechinus Quenst. = Plnpnechinus Des. . . 62 

Arbacia ahttacea bei Agass 59 

C/trysomelon pictum Laube 64 

» Vicentiae Laube = Leiopedina Vi- 

centiae 64 

Ciilaridae 73 

Cidaris 79 

< idaris alata Münst 86 

» » Agass 128 

» » Boll . . . . / 86, 128 

» » Cott. = Tylocidaris vexilifera 

ScHLÜT 127 

nlpina Cott 82, 85 

asperula Ad. Rom. = Tylocidaris asperula 113 10 11 t 

» Autisssodorenm Cott 80 

Avenionensis Desmoul 148 

■ Baltica Schlüt 88 

» Bargesi 118 

» Bertheiini bei Loriol 114 

» Bowerbanki Forb. = Tylocidaris Bower- 

banki 104, 112 

118, 127 

Carteri Forb. = Stereocidaris Carteri 158,175,180 10 3—6 

clavigera Kos. = Tylocidaris clavigera 104, 117, 125 14 1—5 
» clavigera bei Rsnss, bei Geinitz = Ci- 

darü SorigneÜ Dks 120 

» clavigera bei Au. Rover, bei H. Cbbdneh 

etc. = Cidaris Uosae Sohlütbb . . 122 
» clavigera bei Hisinger = Tylocidaris 

squamifera S< hlüt 124 

» clunifera Agass. = Hemicidaris cluni- 

fera Des 89 

» cometes Boll = Rhabdocidaris cometes 95 

') Die Seitenzahlen beziehen sich auf die fortlaufenden , in diesem Hefte in 
[ ] gesetzten Zahlen am inneren Rande der Seiton. Die beschriebenen Arten 
sind durch fetteren Druck kenntlich gemacht. 



220 Alphabetisches Verzeichniss der aufgeführten Gattungen und Arten. [292] 

Seite Tafel Figur 

Cidaris coronoglobus Quenst. = Dorocidaris C0- 

ronoglobus . 133, 138 10 12—14 

» coronata bei Gein. = Dorocidaris vesi- 

culosa 129 

» cretosa Mant 159, 160, 165, 

174, 176, 180, 
182, 186 

» » bei Cotteau 182, 187, 193 

» Danica Des. = Temnocidaris Danica . 197 17 1—2 

» Darupensis 153 

» dissimilis Forb 173, 176 

» Dixoni Cott. = Tylocidaris Strombecki 

Des. sp 115 10 15 

» Faujasi Des 201, 211 

» Farringdonensis Wkight 84 

» ßlamentosa Agass 183 

» Forchhammeri Des 212 

» Friburgensis Loriol 82 

» Gaultiana Forb 136 

» Gehrdenensis 152 

» gibberula Agass 108 

» gigas Schlüt 214 21 6 

» glandifera Goldf. bei Galeotti = Pseu- 

docidaris Saussurei Loriol .... 89 

» glandifer Goldf. bei Boll 90 

» globiceps Quenst. = Tylocidaris velifera 

Bronn sp 103, 110 9 1-7 

» Gosae Schlüt. = Tylocidaris Gosae . 117, 124 
» granulosa Woodw. = Salenia graimlosa 240 

» Hardouini Des 117, 123, 

125, 211 

» Hagenowi Des 87, 149 

» Heberti Des 105, 106, 124 

» hirsuta Marc 79 8 15—18 

» hirudo Sorig. = Dorocidaris hirudo . 171, 146 
» hirudo Sorig. bei Cott. z. Th. = Cidaris 

vesiculosa? 137 

» Japonica Död 204 

» Lardyi Des 84, 99 

» Ligeriensis Cott 151 

» Unguali8 Des. = Porocidaris lingnalis 206 

» mamillata Cott 213 21 7, 8 

» Mantelli Des 176 

» maximus Goldf 87 

» Merceyi Cott 140,160,163, 13 1-8 

169, 173,177 



[•2 93] Alphabetisches Verzeichnisa der aufgeführten Gattungen und Arten. 221 

Seite Tafel Fi^ur 

Oidaria Mühelini Sorio. = Tylocidaris velifera 

Bronn sp 110 9 1—7 

mimita Des 213 

» muricata Ad. Rom 21, 81 8 20, 21 

» muricata Ad. Rom. bei Hupf. .... 100 
» » Ad. Rom. bei Cott. Loh. Quenst. 

= Oidaria hirsuta Marc 79 8 15—18 

Neoeomienaü Marc 84 

» nevescensis Lor 81 

» nobilis M , 91 

» Oliva Des. = Tylocidaris aspernla Ad. 

Rom. sp 113 10 11 

» papillata Young u. Bird 169 

» Mant 182, 186 

» » conoidea Park 186 

» Mant. bei Reüss 141, 167, 169 

» perlata Cott 143, 201 

peromata Forr. = Dorocidaris peror- 

nata 139 

» peromata Forb. bei Quenst. == Gidaris 

spinosa Boll 88 

» peromata bei Cott 127, 144 

Pkillipsii Cott 82 

» pisifera Agass. — Tylocidaris velifera 

Bronn sp. . 103 9 1-7 

pisiformis Ag. lies Cidaris pisifera Agass. 110 

>■> pistillum Quenst 148 

pleracantha Agass 110, 114 

» bei Wright = Tylocidaris 

asperula Ad. Rom. sp 113 10 11 

prineeps Hag. = Phymosoma princeps . 21 
» pondfera Boul? = Tylocidaris vexili- 

fera Sohlüt 127 

» prismatica Gras = Rhabdocidaris pris- 

matica 91 

» praenobiUs Quenst 94 

» pseudohirudo Cott 146 

» pseudoserrata Cott 201 

» punctata Ad. Rom 81, 83 8 "-M 

» pmctähm Borna 146, 169 13 9-10 

179, 185 

» pustulosa A. Gras , . . 81 

ramifera A. Gras 92 

» Ramoiidi Levm 118, 127 

» Ratisbonnensü GChb 139 

» /.' '"ii 151 



Seite 

208 


Tafel 


Figur 


166 


12 


1—5 




14 


8—10 



222 Alphabetisches Verzeichniss der aufgeführten Gattungen und Arten. [294] 



Cidaris regalis Goldf. = Plenrocidaris regalis 
» Reussi Gein. = Stereocidaris Renssi . 

» rimatus (nicht rimosus) Quenst. ? == Tem- 

nocidaris Danica Des 197 17 1—2 

» Royanus Schlüt 213 

» Salviensis Cott. — Leiocidaris Salviensis 80,83,98 8 1—4 
» sceptrifera Mant. = Stereocidaris scep- 
trifera 146, 154, 165, 14, 16 

166, 176, 182 
» sceptrifera var. spinis truncatis Forb. bei 

Dixon = Cidaris hirudo 147, 171 

» sceptrifera bei Cotteau z. Th. = Cidaris 

Royanensis 182 

» Schmidelii Goldf. = Porocidaris Schmi- 

delii 203 

» scutigera Münst. = Salenia scutigera . 233 

» serraria Bronn = Porocidaris serraria 204 

» serrata Des 155 

» » d'Arch. = Porocidaris serrata . 204 

» serrifera Forb 169, 170 

» Sorigneti Des 111, 117, 127 

» » bei Strombeck u. Desor z. Th. 

= Cidaris clavigera 121 

» spinosissima Agass .87 

» spinosus Agass 88 

» » Boll 87, 157 

» » Münst ... 88 

» spinigera Cott 82 

» spinulosa Agass 136 

» » Klipst 136 

» » Ad. Rom 136 

» squamifera Schlüt 117 

» stemmacantha Agass 148, 156 

» » Ad. Rom. = Dorocidaris 

pseadopistillnni Cott. sp 148, 156 

» striato-nodosa 86 

» striatula v. d. Marck 85 

» » Cott 86 

» Strombecki Des. = Tylocidaris Strom- 

becki 115 10 15 

» subhercynica Schlüt 144 

» subvesiculosa d'Oub 139, 173, 187 

» sulcata Forb. = Cidaris hirudo Sorig. . 147 

» taeniatum Hag. == Phymosoma taeniatum 21 

» Tiara Hag. = Phymosoma Tiara . . 20 

» Iricarinata Quknst 91 



[295] Alphabetisches Verzeictmiss der aufgeführten Gattungen und Arten. 2"23 

Seite Tafel Figur 

Cidaris triculeata Quenst 91 

» trispinata Quenst 91 

» tuberosa Gras 92 

» uniformis Sorig 135 

» variabilis Dunk. u. Koch z. Th. = Ci- 
daris mnricata Ad. Rom 80, 81 

» variabilis Dunk. u. Koch z. Th. = Ci- 
daris punctata Ad. Rom 83 

» variolaris Brongn. = Pseudodiadema va- 

riolare 19, 39 

» variolaris Goldf. = Phymosoma orna- 

tissimum Agass. 18, 30 

» variolaris Ag. Goldf. z. Th. = Phymo- 
soma radiatum Sorig 12 

» velifera Bronn = Tylocidaris velifera 103, 117 9 1—7 

127, 153 

» Vendocinensis Cott 143, 177, 214 

» Veronensis Mar. = Porocidaris Vero- 

nensis 204 

» vesiculosa Goldf. = Dorocidaris vesi- 

culosa 129, 134, 139 9 10, 15 

141, 188 

» vesiculosa bei Puggard 97 

» » bei Cotteau z. Th. = Doro- 
cidaris Essenensis Schlot 133 9 15 

» vesiculosa bei Cotteaü z. Th. = Tylo- 
cidaris velifera Bronn sp 103, 105, 132 9 1—7 

Cidarites granidosus Goldf 7, 8 

» ornatus Goldf 40 

» variolaris Brongn. bei Goldf. = Phy- 
mosoma ornatissimum Agass. ... 39 

Codechinvs Des 64 

Codiopsis Agass 53 

» Aissa Per. u. Gauth 57 

Alpina Gras = Codiopsis Lorini Cott. 54 

» Arnaudi Cott 57 

» Cotteaui Coq. = Micropedina Cotteavi 58 

» disculus Per. u. Gauth. ..... 57 

» doma Desm 55 

» Jaccardi Cott 57 

» Lorini Cott 53, 57 

» major Cott 57 

Meslei Gauth 55, 57 

» Michelini Guer. = Cod. doma Desm. 5S 

» Nicaisei Gauth 57 

» jiisum Des. = Cod. doma Desm. . . 58 



224 Alphabetisches Verzeichniss der aufgeführten Gattungen und Arten. [296] 



Codiopsis Protei Des 

» simplex = Cod. domo, Desm. . . . 

Cyphosoma Agass. = Phymosoma Haime . . 

» Bargesi Cott 

» cenomanense Cott 

» corollare Klein, sp 

» dijficilis Agass. = Ecliiiiocyplms 

difficilis Agass 

» dimidiatum Cott 

» granulosum Goldf. sp. bei Geinitz 

— Phymosoma radiatum Sorig. 

» granulosum Goldf. sp. bei Cott. 

Wright 

» magnificum Agass 

» remus Cott 

» rugosum Agass 

» saxatile Parkins. sp 

» simplex Forb 

» sulcata Agass 

» subcompressum Cott. bei Geinitz = 

Ooniopygus , 

» Tiara Hagen. . . , 

» Wetherelli Forb 

Dictyopleura Dunc. u. Slad 

Diadema Benettiae 

» Michelini Agass. Pseudodiadema Mi- 
chelini 

» princeps Hagen. = Phymosoma prin- 

ceps , . . . . 

» Roissyi Agass. u. Des 

» speciosa Hagen 

» subnudum Agass. u. Des 

» taeniatum Hagen. = Phymosoma tae- 

niatnm 

» tenue Agass. bei Ad. Rom. = Phymo- 
soma radiatum Sorig 

» variolaris Strehlenensis Quenst. — Phy- 
mosoma radiatum Sokig 

Diplopodia Roissyi Agass. = Pseudodiadema 
variolare ........ 

Diplotagma Schlüt 

» altum Schlüt 

Dorocidari8 coronoßlobus Quenst. sp. ... 
» Essenensis Schlüt 

» Hei'tliae Schlüt 

» hirudo Sobiq. sp 



Seite 

57 

58 

1 

8 

8, 9 

21, 31 

44 

206 

12 

8 

20 
206 

8 
21 
14 
18 

53 

20 

14, 31 

279 

40, 43 

40 



Figur 



21, 22 


6 


1—5 


39 






22 






39 






21, 23 


7 


1-5 


12 






14 






39 






63 






66 


4 


1-5 


138 


10 


12-14 


133 


9 


15 


153 


16 


1-4 


146 







297] Alphabetisches Veraeichnisa der aufgeführten Gattungen und Arten. 225 

Seite Tafel Figur 

Dorocidaria perornata Pobb. sp 139 

» pistilluui Qii-.Nsr. sp 156 

» pseudopistithon Cott 148 

» subvesiculosa d'Okb 139, 155, 176 

» vesiculosa Goldf. sp 129 9, 10, 15 

Eckinocyphus Cott 44, 278 

» difficilis Agass 14, 44 

» mespilia Woodw. sp 45 

» pisuiu Schlüt. = Zeugloplcurus 

pusilla Ad. Rom. sp 49, 279 

» rotatus Cott 14 

» tennistriatas Des. sp 44, 47 

Echmopsis pusilla An. Rom. = Echinoryplms 

pisum Schlüt 49 

» pusi/la Ad. Rom. = Zeuglopleurus pu- 
silla 279 

Echinus alutaceus Goldf 59 

» fallax Agass. == Psammechinus fallax . 59 

» mirabilis Agass. = Phymechinus mirabilis 62 

» petaliferusDEsuAR. = Salenia pctalifera 232 

» pusi/lus Goldf 50 

» radiatus Hüxixgh. bei Goldfüss — Echi- 
nocyphus difficilis Agass. sp. . . 45 

Echmidae 59 

Evechinus Al. Agass 274 

Gautliieria Lamb 273 

» radiata 274 19 10 

Glyphocyphus 278 

» cannabis Des 279 

» tenuistriatus Dks. = EchinocyphiiS 

tenaistriatus 44, 47 

Qomocidarü chjpeata Död 204 

opygus cf. Brouni Agass 51 

» üeberü Coro 269 

» M. nardi Agass • . . 52 

» peltutus Agass 52 

Qtmiophorw 227 

» apiculatw Agass. = Goniophorus 

lunulatus Agass 227 

favo8iu Agass 228 

lunulatus A.,a>s 227 

» pentagonalü J. Müll. = l'liyniu- 

sooia peatagonalis 28 

» probh maticum Cott. = < 'optophyma 

probleinaticum Cott., Pkr. et 

Gaoth 229 



Neue Folge. Heft 5. 



15 



226 Alphabetisches Verzeichniss der aufgeführten Gattungen und Arten. [298] 



Seite 

Hemicidaris clunifera Agass. sp 89 

Heliocidaris mirabilis Agass. = Phymechinus 

mirabilis ........ 62 

Hyposalenia Des. = Peltastes Agass 217 

» heliophora Des. = Peltastes helio- 

phorus 225 

» stellulata = Peltastes stellnlatus . 217 

Leiocidaris Des 98 

» alta Dam. = Pleurocidaris alta Dön. 102, 210 

» annulifera Död 101 

» (?) Hilsii Schlüt 100 

» merzeana Laube 210 

» pseudojurassica Laube 210 

» Salviensis Cott 98 

» verticillata 101 

Leiopedina Cott 64 

» Sumusi Pavay 64 

» Tallavignesi Cott 64 

Leiosoma rugosum Agass. sp 11 

» Tournoueri Cott 27 

Loriolia Neum 36 

Mespilia Des 63 

Microcyphus Agass 64 

Orthopsis Cott 43 

» granularis Cott 44 

Peltastes Agass 217 

» Gray 217 

» clatkratas Agass. sp 220 

» courtaudina Cott 220 

» heliophoras Agass. sp 224 

» punctata Agass. et Des 220 

» stelhdatus Agass. sp 217 

Phymechinus Des 60 

» alter nans Quenst 62 

» cretaceus Schlüt 60 

» Langet, Loriol 62 

» mirabilis Agass. sp 61 

» Thiollieri Etalt. 62 

l'hyiiiosoma Haime = Cyphosoma Agass. . . 1 

» Algirum Coq 33 

» Ameliae Cott 32 

» Aquitanicwm Cott 4, 27, 32 

» Archiaci Cott 32, 35 

» Aublini Cott 34, 35 

» Ilargesi Cott , .. 32 

» liatnense Cott 27, 34 



Figur 



1-4 



1—4 



1-7 






["2991 Alphabetisches Verzeicbniss der aufgeführten Gattungen und Arten. 227 

Tafel Figur 

Pkymosoma Baylei Coq 34, 35 

» Bonüsenti Cott 33 

» Bourgeoisi Cott 3'2 

» < 'arantonianum Des 32 

Cenomanenxe Cott 30 

virvinatum Agass 32 

» Coquandi Cott 11, 34 

» Corneti Cott 29, 31 

eorollare Agass 32 

costulatum Cott 27, 32 

» Delamarrei Desh., z. Tb. = Bat- 

nense Cott 34, 35 

» Delaunayi Cott 32 

» Desmoulinsi Cott 32 

» dimidlatum Agass 33 

» 1 imirilla Cott 29 

» elongatum Cott 33 

» engolismen.se Arn 33 

» Foulcanense Per. et Gauth ... 35 

» (lelirdenensc Schlot 15, 30 3 1—6 

» Girumnense Des 32 

Goldfnssi Schlüt 6, 30 2 6—10 

» granulosum Goldf 30, 33 

» Heberti Des 25 

» llilsii Schlüt 3, 30 1 1—5 

» inflatum Arn 33 

Joudi Per. et Gauth 35 

» Koenigi Mant 19, 31, 33 

» » bei Desor, z. Tb. = P/ty- 

mos. ornatimmum Agass. ... 39 

» Loryi Gras 3, 5, 32, 33 

» maeandriDum Schlüt 25, 30 3 G — 10 

magnifienm Agass 17, 30, 32, 35 

» Mahdid Peb. et Gauth ' 35 

» mqjut Coq 34 

» Mansur Pbe. ei Gaoth 35 

» Maren Cott 34, 35 

» Mecied Pbb. et Gaoth 35 

» im ri'lin ■ Con 5 

Mesl'-i I'eic. '-t Gauth • 35 

» microtuberculatum Cott 32 

» minus Arn 33 

» I '"IT 5 

» //-//,//- Das • . . 33 

» ornathsiniuni Agass 18 

15* 



228 Alphabetisches Verzeichniss der aufgeführten Gattungen und Arten. [300] 



Seite 
Phymosoma ornatum Goldp. beiCoTTEAU, Wright 

= sp. nov 40, 43 

» paucituberculatum Gras .... 27 

» pentagonale J. Müll. sp. • . . . 28, 30 

» perfectum Agass 32 

» cf. Perroni Cott 1, 30, 32, 33 

» Pistrinense Per. et Gauth. ... 34 

» princeps Hag. sp 22, 30 

» propinqumn Arm 33 

» pseudoradiatum Schlüt 14, 24 

» pseudomagnificum Cott 33 

» pulchellum Cott. • 32, 50 

» quinquaiigulaie Schlüt 10 

» radiatum Sorig 4, 7, 12 

27, 32, 34 

» » Sorig. = Gauthieria radiata 274 

» rarituberculatu.ni Cott 32 

» Raulini Cott 32 

» rectiiineatum Per. et Gaüth. ... 35 

» regalis Per. et Gaüth 34 

» reguläre Agass.? 9, 30, 32 

» remus Cott 33 

» rotatum Fokb. = Echinocyphus diffi- 

ciiis Agass. bei Wright ... 14 

» Saemanni Coq 32 

» Said Per. et Gauth 35 

» Sehlumbergeri Cott 34 

» solitariwm Per. et Gauth 35 

» spaluliferum Forb. sp 25, 30, 31 

» subasperum Per. et Gauth. ... 35 

» subnudum Cott 33 

» supracorallinum Cott 29 

» taeiiiatam Hagen, sp 23, 30 

» Tamarisnense Per. et. Gauth. . . 35 

» tenuistriatum Agass 12, 32, 48 

» Therestanense Per. et Gauth. . . 34 

» Tiara Hagen 32 

» Wetherelli Forb 31 

Pedinopsis Cott ; ba 

l'li'irrovitlaris Pom 20S 

» regalis Golde, sp 208 

Porocidarü Des 203 

» cretacea Sohlüt 96, 205 

» elegans Al. Agass 204 

» (//-(ni/is Död 204 

» lingualis De», sp 206 



Tafel 



Figur 



19 



1-10 
1-5 

1—5 
10 



1-5 






[301] Alphabetisches Verzeichnis der aufgeführten Gattungen und Arton. 229 



Seite 

Maria Sharreri Al. Agass 204 

» purpurata Thohfs 204 

Ramtnechüwa Agass 59 

» alittaceus bei Dbsob 59 

» fallax Agass 59 

ft< udocidarü Saussurei Loriol 89 

» (?) baltica Schlot 88 

Pteudodiadema Des 36 

» Algirum Per. et Gauth. ... 43 

» annulare Des 42 

» Anouelense Gauth 43 

» Autissodorense Cott 41 

» BlanchetH Des 42 

» Bourgueti Agass 5, 36, 41 

» Brongniarti Agass 37, 39, 42, 43 

» carinella Cott. = Goniopygus 

Menardi Agass 52 

» Carthusianum Des 42 

» Deshayesi Cott 42 

» Dupini Cott 42 

» elongatum Cott 42, 43 

» Fittoni Wright 42 

» floriferum Cott 41 

» Gauthieri Coq. = Phymosoma 

Baylei Cott 35 

» Gueranyeri Cott 42 

» Guirandi Cott 41 

Grasi Des 41 

» Jaccardi Cott 4 1 , 42 

» incertum Cott 41 

» macilentum Per. et Gauth. . . 43 

» macrostoma Agass 36, 42 

» Malboai Cott 42, 43 

» Maren Cott. ....... 42 

» margaritatum Per. et Gauth. . 43 

MarUcenae Cott 39, 42 

» Michelini Agass 40, 41, 42 

» NeocomU tue Cott 5 

» Norman/niae Cott 42, 43 

» ornatum Des 43 

» pastillum Gauth 43 

•» Picteti I'i- 41 

» » Cott 41, 12 

» pimforme Cott 42 

» poroaum Galtii «3 

» paeudoornotum Cott 40, 42 



Tafel 



Figur 



230 Alphabetisches Verzeichniss der aufgeführten Gattungen und Arten. [3021 

Seite Tafel Figur 

Pseudodiadema pulchellum Cott 40 

» Raidini Cott 42 

» Renevieri Cott 42 

» Rhodani Des 42, 43 

» Römeri Des. — Tetagramma de- 
pressum Ad. Rom. = Pseudo- 
diadema variolare Brongx. . 39 

» rotulare Agass 36, 41, 42, 43 

» tenae Agass 37, 41 

» Trigeri Cott 42 

» variolare Brongx 38, 41, 42, 43 

» Verneuili Cott 42 

» Wiltshirei Agass 43 

Rhabdocidaris Des 91 

» cf. cometes Boll sp 95, 157 17 5—8 

» Cortazari Cott 91 

» oxyriae Menegh 97 

» Salviensis Cott 99 

» Schlönbachi Schlüt 55 

» Thunensis Lok 93, 97 

» Toujannei Cott 210 

» triangularis Sghlüt 91 8 11—14 

» tuberosa Gras 92, 93 

» venulosa Cott 210 

» sp. n. aus Hils 92 8 5 — 10 

Salenidae 217 

Salenia anthophora Jos. Müll 241, 250, 19 7 

264, 269 20 1-5 

» areolata Wahlenb 242, 246, 247 

» » bei Quenstedt = Salenia Quen- 

stedti Schlüt 248 

» Austeni Forb 235, 271 

» Bonissenti Cott. = Salenia Anthophora 

Jos. Müll 264 19 7 

20 1-5 

» Bonissenti Cott., z. Th. = Salenia 

Maestrichtensis Schlüt 2G8 

» Bourgeoisi Cott 244, 267, 

269, 270 
» » Cott., z. Th. = Salenia 

Maestrichtensis Schlüt 268 

» clathrata Agass. = Peltastes clathratus 220 

» Choffati Lok 246 

» depressa Gray 219 

» fiiliinii querd Agass. et Dks 219 

» Fraasi Cott 245 



[303] Alphabetisches Verzeichnis der aufgeführten Gattungen und Arten. 231 

Seite Tafel Figm 

Sa/aua tiehnlenensis Schlüt 242,251,271 

» geotnetrica Aqass 235, 255 

» grannlosa Fobb 236, 264, 271 

Heberti Cott 250, 251, 18, 19, 20 

261 
» heliophora Sokig. = Salenia granulosa 

Forb 239 

» Janctti Cott 255 

^> incnistata Cott. — Salenia granulosa 

Foub 236, 239 

» li/iputana H. B. Geinitz = Salenia pe- 

talifera 233 

» Linchtrümi Corr 260 

» Lovcni Cott 247, 249 

» Lundgreni Cott 248, 256 

» Lusitanica Lor 246 

» Maestrichtensis Schlüt 267, 268 

» magnißca Wright? = Salenia Heberti 

Cott 251, 255 

» Mexicana Schlüt 245 

» minima Des 270 

» obnupta Schlüt 262 19 1—6 

» Pero/n' Cott. = Salenia granulosa Forb. 236 

» petalifera Desmar. sp 232, 235 19 9 

» Prestensis Gras 241, 245 

» pygmaea Hagen 270 

» Quenstedti Schlüt 248 

» rugosa d'Arch 243 

» scutigera Cott 235 

» sigillata Schlüt 257 21 1—5 

18 12 

» Htellifera Hages 250, 256, 

267, 268 

» stellulata Aoass. = Peltastes stellulatns 217 

» tripartita L. von- Buch 262 

» umbrella Aoass 222 

» veli/era Bboxn = Tylocidaris velifera 

Bronn sp 103 9 1 — 7 

■cidaris 158 

» Carteri Fokb. . 158, 195 10 

» Darupensis Schlüt 162, 190 15 1—7 

Hannoverana Schlüt 160, 193, 195 11 

» Japonica Död 207 

» Mcrceyi Cott 177 13 1-8 

» Kenssi Gaur, sp 166, 172, 14 8-10 

185 12 1-5 



Tafel 
11 


Figur 

1—4 


14 


6—7 


16 


5-6 


12 


6—9 


17 


1,2 




11—13 



232 Alphabetisches Verzeichtiiss der aufgeführten Gattungen und Arten. [304] 

Seite 

Stereocidaris Silesiaca Schlot 174 

» sceptrifera König, Mantell . . 182, 193 

» suWiercynica Schlüt 163 

Temnocidaris 197 

» Bmjlei Cott 155, 199, 202 

» Danica Des. sp 197,211,214 

» magnißca Cott 199, 214 

Tetagramma depressum Ad. Rom. = Pseudodia- 

dema variolare Brongn. ... 39 

Tylocidaris Pomel 103 

» asperula Ad. Rom 113 

» Bowerbanki Forb. sp 109, 110 

» clavigera König (?) 117 

» (jlosae Schlüt 117, 124 

» Heberti Des. sp 107 

» (?) Strombecki Des. sp 115 

» velifera Bronn sp 103 

» vexilifera Schlüt 126 

Zeugloplearus Gregory 277 

» costulatus Greg 279 

» pusülus Ad. Rom. sp 280 



10 


11 


14 


1-5 


10 


15 


9 


1—7 


17 


4 



Erklärung der Tafeln. 



Tafel 8. 

Seite 

Fig. 1—4. Leioridaris (?) Hilsii Schlüter. Aus dem Hils (Neocom) 

von Achim (Braunschweig) .... 100 
Original im Universitäts- Museum zu GöttingeD. 

1. Ansicht eines unvollständig erhaltenen Gehäuses in natürlicher 

Grösse, von der Seite gesehen. 

2. Durchschnitt durch dasselbe. 

3. Theil eines Ambulacralganges in ungefähr 9facher Grösse. 

4. Interambulacralplatte mit anliegendem Ambulacrum in circa 

3facher Grösse. 

Fig. 5 — 6. Rliabdocidai'is sp. Aus dem oberen Neocom der Eisenstein- 
grube »Zuversicht« im Sommerholz bei 
Kniestedt, unweit Salzgitter (Hannover) 92 

5. Eine vereinzelte Interambulacralplatte mittlerer Grösse. 

6. Eine grosse, unvollständig erhaltene Interambulacralplatte. 

Original im Universitäts - Museum zu Bonn. 

Fig. 7—10. Rhabdocidaris sp. Vom gleichen Fundpunkte wie Fig. 5, ß 92 

7. Fragment eines breiten, flachen Stachels, von der Seite ge- 

sehen. In natürlicher Grösse. 

8. Dasselbe Stück von der entgegengesetzten Seite gesehen. 

9. Querschnitt desselben. 

10. Ein Theil der Oberfläche vergrössert dargestellt. 

Original im Universitäts -Museum zu Bonn. 

Fig. 11 — 14. Rhabdocidaris triangnlaris Schlüter. Aus dem mittleren 

Neocom von Achim bei Börsuni 91 

11. Fragment eines Stachels von der Seite gesehen. Natürliche 

( I rosse. 

12. Dasselbe Stück von der entgegengesetzten Seite gesehen. 

13. Querschnitt desselben. 

14. Ein Theil der Oberfläche vergrössert dargestellt. 

Original im Universitäts- Museum zu Bonn. 



234 Erklärung der Tafeln. [306] 

Seite 

Fig. 15 — 18. Cidaris hirsuta Marcou. Aus dem mittleren Neocom von 

Berklingen 79 

15. Ein Stachel von der Seite gesehen. — Natürliche Grösse. 

16. Derselbe Stachel von der entgegengesetzten Seite gesehen. 

17. Querschnitt. 

18. Ein Theil der Oberfläche vergrössert dargestellt. 

Original im Universitäts - Museum zu Bonn. 

Fig. 19. Cidaris sp. n. Aus dem mittleren Neocom von Achim bei 

Börssum (■Braunschweig) 84 

Original im Universitäts - Museum zu Bonn. 

Zwei Interambulacralplatten mittlerer Grösse. — Natürliche 
Grösse. 

Fig. 20. Cidaris muricata Ad. Römer 81 

Aus Grube »Marie« bei Steiniah. Oberste Schicht des Hils- 
eisenstein. — Natürliche Grösse. 

Original im Universitäts - Museum zu Bonn. 

Fig. 21. Cidaris sp 81 

Unteres Ende eines Stachels, vielleicht zur vorigen Art gehörig. 
Aus der Eisensteingrube »Zuversicht« bei Kniestedt. — Doppelte 
Grösse. 

Original im Universitäts -Museum zu Bonn. 

Fig. 22. Cidaris punctata Ad. Römer 1 ) 83 

Fragment eines Stachels vom Elligser Brink. 
Oberer Hils. 

Original im Universitäts -Museum zu Bonn. 

Tafel 9. 

Fig. 1 — 7. Tylocidaris velifera Bronn. Aus der Tourtia von Essen . 103 

1. Unvollständiges Gehäuse von unten gesehen. — Natürl. Grösse. 

Original im Universitäts -Museum zu Breslau. 

2. Dasselbe Gehäuse von der Seite gesehen. 

3. Dasselbe Gehäuse von oben gesehen. 

4. Interambulacralfeld eines kleineren Gehäuses. 

Original im Universitäts -Museum zu Bonn. 

5. Interambulacralfeld mit seitlich anhaftenden Ambulacralfeldern 

von der Innenseite gesehen, um die Wölbung in der Mitte 
der Interambulacraltafeln und die Aurikeln zu zeigen. 

6. Theil einos Ambulacralfeldes aus der Nähe des Scheitels. 

7. Theil eines Anilmlaeralfcldos vom Umfange des Gehäuses. 



') Seite 83 ist Zeilo fünf Fig. 22 statt Fig. 21 zu losen! 



[307] Erklärung der Tafeln. 235 

Seite 

Fig. S. Dorocidaris Essenensis Schlüter. Aus der Tourtia von Essen. 133 
Bruchstück eines Gehäuses mittlerer Grösse. — Natürliche 
Grösse. 

Original im Universitäts- Museum zu Bonn. 
Vergl. Taf. 15, Fig. 8. 

Fig. 9. Dorocidaris vesiculosa Goldfuss. Aus der Tourtia von Essen. 129 
Bruchstück eines Gehäuses mittlerer Grösse. — Natürliche 
Grösse. 

Original im Universitäts -Museum zu Bonn. 
Vergl. Taf. 15, Fig. 9. 

Fig. 10—14. Dorocidaris cf. vesiculosa Goldfuss. Kleinstes bekanntes Ge- 
häuse aus der Tourtia von Essen 131 
Original im Universitäts - Museum zu Berlin. 

10. Das Gehäuse von oben gesehen. — Natürliche Grösse. 

11. Das Gehäuse von unten gesehen. 

12. Das Gehäuse in seitlicher Ansicht. 

13. Ein Interambulacralfeld in vierfacher Grösse. 

14. Ein Theil des Gehäuses von der Innenseite, um die Aurikeln 

und die einfache Wölbung der Schale zu zeigen. — Drei- 
fache Grösse. 
Siehe die vergrösserten Ambulacralfelder Taf. 10. Fig. 1 u. 2. 



Tafel 10. 

Fig. 1, 2. Dorocidaris cf. vesiculosa Goldfuss 129 

Zu Taf. 9, Fig. 10—14 gehörig. 

1. Theil eines Ambulacralfeldes vom Umfange des Gehäuses. — 

12 fache Grösse. 

2. Theil eines Ambulacralfeldes aus der Nähe des Scheitels. — 

12 fache Grösse. 

Fig. 3 — 6. Stereocidaris Carteri Weicht. Aus dem oberen cenomanen 

Pläner von Rethen (Hannover) . . . 158 
Original im Universitäts -Museum zu Göttingen. 

3. Das Gehäuse von unten gesehen. — Natürliche Grösse. 

4. Das Gehäuse in seitlicher Ansicht. 

5. Das Gehäuse von oben gesehen. 

6. Ein Theil eines Ambulacralfeldes in ca. 9facher Grösse. 

Fig. 7, 8. Goniopygus sp. Aus der Tourtia von Essen 52 

Originale im Universitäts -Museum zu Bonn. 

7. Ein grösserer Stachel, welcher unten abgewittert ist. — Na- 

türliche Grösse. 

8. Ein kleinerer Stachel 



236 Erklärung der Tafeln. [308] 

Seite 

Fig. 9, 10. Goaiopygus cf. Bronni Agass. Aus der Tourtia von Essen . 51 
Originale im Universitäts - Museum zu Bonn. 
9. Ein Stachel in natürlicher Grösse. 
10. Derselbe Stachel in doppelter Grösse, von drei verschiedenen 
Seiten gesehen. 

Fig. 11. Tylocidaris asperula Ad. Römer. Aus dem cenomanen Pläner 

des Mahnerberges bei Salzgitter . . . 113 
Original im Universitäts - Museum zu Bonn. 

Unvollständiger Stachel in seitlicher Ansicht. — Natürliche 
Grösse. 

Fig. 12—14. Dorocidaris coronoglolms Quenstedt. Aus der Tourtia von 

Essen • 138 

Originale im Universitäts - Museum zu Bonn. 

12. Grosser Stachel in seitlicher Ansicht. — Natürliche Grösse. 

13. Kleiner Stachel in seitlicher Ansicht. — Natürliche Grösse. 

14. Ein Stachel gegen das abgestumpfte Oberende gesehen. — 

Dreifache Grösse. 

Fig. 15. Tylocidaris Stronibecki Desor. Aus cenomanem Grünsande 

der Steinkohlenzeche »Holland« bei 
Wattenscheid in Westphalen. 
Original im Universitäts - Museum in Bonn. 
Unvollständiger Stachel von der Seite gesehen. — Natürliche 
Grösse 115 

Fig. 16. (Maris sp. Aus der Tourtia von Essen 129 

Original im Universitäts - Museum zu Bonn. 
Interambulacraltafel mit crenelirtem Warzenkegel. — Natür- 
liche Grösse. 

Fig. 17. Cidaris cf. armata Reuss. Aus der Tourtia von Essen . . 129 
Original im Universitäts -Museum zu Bonn. 
Interambulacraltafel mit elliptischem Warzenhofe. — Natür- 
liche Grösse. 

Tafel 11. 

Fig. 1 — 4. Stereocidaris Silesiaca Schlüter. Aus dem Turon, Scaphiten- 

Pläner von Oppeln in Schlesien . . 174 
Original im Universitäts -Museum zu Breslau. 

1. Gehäuse von der Oberseite gesehen. Durch erlittenen Druck 

sind die Ambulacralfelder zum Theil etwas über einander 
geschoben. — Natürliche Grösse. 

2. Dasselbe Gehäuse von der Unterseite. 

3. Dasselbe Gohäuse in seitlicher Ansicht. 

4. Ein Theil eines Ambulacralfoldes in 6facher Grösse. 



[309] Erklärung der Tafeln. 237 

Seite 

Fig. 5 — 9. Storeocidaris Uannoverana Schlüter. Angeblich aus dem 

oberen Cenoman von Rothen in 
Hannover 160 

5. Gehäuse von der Oberseite gesehen. — Natürliche Grösse. 

6. Dasselbe Gehäuse von der Unterseite. 

7. Dasselbe Gehäuse in seitlicher Ansicht. 

8. Interambulacralfeld mit anhaftendem Ambulacralfelde und den 

nächst anstossenden Platten des Scheitelschildes in doppelter 
Grösse. 

9. Theil eines Ambulacralfeldes in 4facher Grösse. 



Tafel 12. 

Fig. 1 — 5. Stereoeidaris Reussi Geinitz. Aus dem turonen Pläner von 

Wolfenbüttel 166 

Original im Museum zu Braunschweig. 

1. Das Gehäuse gegen die Unterseite gesehen. — Natürliche 

Grösse. 

2. Dasselbe Gehäuse von oben gesehen. 

3. Interambulacralfeld. — Doppelte Grösse. 

4. Theil eines Ambulacralfeldes aus der Nähe des Scheitels. — 

Vergrössert. 

5. Theil eines Ambulacralfeldes vom Umfange des Gehäuses. — 

Vergrössert. 

Fig. 6 — 9. Stereoeidaris snbhercynica Schlüter. Aus dem turonen 

Bronyniarti : - Pläner des Gitter- 
berges bei Salzgitter (Hannover) 163 
Original im Universitäts- Museum zu Bonn. 

6. Verdrücktes Gehäuse von oben gesehen. — Natürliche Grösse. 

7. Dasselbe Gehäuse gegen die Unterseite gesehen. 

8. Interambulacralplatte mit ansitzenden Ambulacralplatten. — 

Ueber doppelte Grösse. 

9. Theil eines Ambulacralfeldes. Sechsfache Grösse. 



Tafel 13. 

Fig. 1 — 7. Stereoeidaris Merceyi Cottbau. Aus einem der Scbreibkreido 

ähnlichen Gestein von Lüneburg . . 177 
Original im Universitäts -Museum zu Göttingen. 
1. Theilweise verdrücktes Gehäuse mit einigen ansitzenden 
Stacheln gegen die Unterseite gesehen. An der linken 
Seite tritt unter fortgenommener Assel ein Theil des Kau- 
apparates hervor. — Natürliche Grösse. 



238 Erklärung der Tafeln. [310] 

Seite 

2. Dasselbe Gehäuse von der Seite gesehen. Links ist unter 

den fehlenden Interambulacralplatten der zerdrückte Kau- 
apparat sichtbar. 

3. Eine vereinzelte Interambulacralplatte in doppelter Grösse. 

4. Theil aus der oberen Partie eines Stachels. — Fünffache 

Grösse. 

5. Theil aus der mittleren Partie desselben Stachels. — Fünf- 

fache Grösse. 
G. Unterer Theil desselben Stachels. — Fünffache Grösse. 

Fig. 7 — 8. Stereocidaris Mereeyi Cotteau. Aus dem jüngsten turonen 

Pläner mit Inoceramus Cuvieri von 
Paderborn 177 

Original im Universitäts - Museum zu Bonn. 

7. Interambulacralfeld mit anhaftendem Ambulacralfelde. — Na- 

türliche Stärke. 

8. Theil eines Ambulacralfeldes , ohne die seitlichen Poren- 

gänge. — Achtfache Grösse. 

Fig. 9—10. Cidaris punctillum Sorignet. Aus dem turonen Pläner des 

Galgenberges bei Quedlinburg .... 169 

Original im Universitäts-Museum zu Berlin. 

9. Gehäuse mit ansitzenden Stacheln in seitlicher Ansicht. — 

Natürliche Grösse. 

10. Dasselbe Gehäuse von oben gesehen. 

11. Vereinzelte Interambulacralplatte mit anhaftenden Ambulacral- 

platten. — Dreifache Grösse. 

12. Unvollständiger Stachel in dreifacher Grösse. 

Tafel 14. 

Fig. 1 — 5. Tylocidaris cf. clavigera König? (vielleicht Tylocidaris Gosae). 

Aus dem Unter -Senon, Zone des 
Inoceramus lobatus , von Bülten 

(Hannover) 117, 124 

Original im Universitäts -Museum zu Göttingen. 

1. Gehäuse von oben gesehen. — Natürliche Grösse. 

2. Dasselbe Gehäuse von unten gesehen. 

3. Dasselbe Gehäuse in seitlicher Ansicht. 

4. Theil eines Ambulacralfeldes aus der Nähe dos Scheitels. — 

Zehnfache Grosso. 

5. Theil eines Ambulacralfeldes vom Umfange dos Gehäuses. — 

Zehnfache Grösse. 



[311] Erklärung der Tafeln. 239 

Seito 

Fig. 6 — 7. Stereoeidaris cf. sceptrifera Mantell. Aus dem ober-turonen 

Pläner mit I/tueermn/is ( 'uri, ri des 
Windmühlenberges bei Salzgitter 

(Hannover) 182 

Original im Universitäts -Museum zu Bonn. 

6. Das Gehäuse von der Oberseite gesehen. — Natürliche Grösse. 

7. Dasselbe Gehäuse von unten gesehen. 

Fig. S — 10. Stereoeidaris Reussi Geinitz. Aus dem oberen Scaphiten- 

oder unteren Cuvieri- Pläner (Ober-Tu- 
ron) des Hackeinberges bei Steiniah 

(Hannover) 166 

Original im Universitäts -Museum zn Bonn. 

8. Unvollständig erhaltenes Gehäuse, welches mit 5 Stacheln auf 

einer Gesteinsplatte liegt. 

9. Interambnlacralplatte mit ansitzendem Ambulacralplättchen. 

Die Granulation der letzteren ist am Originale nicht so 
deutlich erhalten, wie die Zeichnung sie darstellt. — Drei- 
fache Grösse. 
10. Fragment eines Stachels in dreifacher Grösse. 



Tafel 15. 

Fig. 1—7. Stereoeidaris Darnpensis Schlüter. Aus dem Ober-Senon 

mit Belemnitella inner onata von 

Darup (Westphalen) 190 

Originale im Universitäts -Museum zu Bonn. 

1. Gehäuse von oben gesehen. — Natürliche Grösse. 

2. Dasselbe Gehäuse von unten gesehen. 

3. Dasselbe Gehäuse in seitlicher Ansicht. 

4. Ein Interambulacralfeld mit anhaftendem Ambulacralfelde. — 

Doppelte Grösse. 
h. Interambulacralplatte mit anhaftenden Ambulacralplättchen. — 
Vierfache Grösse. 

6. Gehäuse mit zum Theil abgenommenen Platten. Der Stein- 

kern zeigt, dass die Interambulacralplatten auf der Unter- 
seite ebene Flächen bilden. 

7. Theil eiDes Ambulacralfeldes stärker vergrössert, um die reich- 

lich entwickelten Granulen zu zeigen. 
Fig. S. Dorocidaris Kssenensis Sghllter. Aus der Tourtia von Essen 133 
VergL Taf. 9, Fig. 8. 
Drei zusammenhangende Platten; vergrössert; etwa '' 3 grösser 
als die grössten vorliegenden Platten. 



240 Erklärung der Tafeln. [312] 

Seite 

Fig. 9. Dorocidaris vesiculosa Goldfuss. Aus der Tourtia von 

Essen 129 

Vergl. Taf. 9, Fig. 9. 

Drei zusammenhangende Platten; vergrössert, etwa ^3 grösser 
als die grössten vorliegenden Platten. 



Tafel 16. 

Fig. 1 — 4. Dorocidaris Hertha© Schlüter. Aus der ober-senonen Kreide 

mit Belemnitella mucronata der Insel 

Rügen 153 

Original im Universitäts- Museum zu Breslau. 

1. Nicht ganz vollständiges Gehäuse von oben gesehen. — Na- 

türliche Grösse. 

2. Dasselbe Gehäuse gegen die Unterseite gesehen. 

3. Dasselbe Gehäuse in seitlicher Ansicht. 

4. Theil eines Ambulacralfeldes. — Sechsfache Grösse. 

Fig. 5 — 7. Stereocidaris sceptrifera Manteli,. Aus der ober-senonen 

Kreide mit Belemnitella mucronata 

der Insel Rügen 182 

Gezeichnet nach einem im Universitäts -Museum zu Berlin 
befindlichen Wachsabgusse. 

5. Das Gehäuse in seitlicher Ansicht. — Natürliche Grösse. 

6. Das Gehäuse gegen die Oberkante gesehen. 

7. Das Gehäuse von unten gesehen. 



Tafel 17. 

Fig. 1, 2. Teiunocidaris danica Desor. Grosses, unvollständiges Gehäuse 

aus der oberen dänischen Kreide von Faxe. 197 
Original im Universitäts -Museum zu Bonn. 

1. Das unvollständige Gehäuse in seitlicher Ansicht. — Natür- 

liche Grösse. 

2. Vertikalschnitt durch dasselbe. 

Fig. 3, 4. Tylocidaris voxilifera sp. n. Stacheln aus der weissen Kreide 

von Steveusklint 126 

Originale im Universitäts -Museum zu Bonn. 

3. Stachel mit fliigelförmigen Ausbreitungen am Scheitel in seit- 

licher Ansicht. 

4. Ein Stachel ohne Flügel. 



[313] Erklärung der Tafeln. 241 

Seite 

Fig. 5 — 8. Rhabdocidaris cf. cometes Boll. Stachel aus der weissen 

Kreide der Insel Rügen ... 95 
Original im Universitäts - Museum zu Bonn. 

5. Unvollständiger Stachel gegen die breite Seite gesehen. — 

Natürliche Grösse. 

6. Derselbe Stachel gegen die schmale Seite gesehen. 

7. Querschnitt durch denselben am oberen Ende. 

8. Querschnitt durch denselben am unteren Ende. 

Fig. 9 — 11. Cidaris (Pseudocidaris?) baltica sp. n. Wahrscheinlich aus 

Schreibkreide von Steven- 
sklint auf Seeland ... 88 
Originale im Universitäts - Museum in Bonn. 

9. Zwei Stacheln nebst Bruchstück eines Abdruckes. 

10. Querschnitt durch einen hohlen Stachel, das Innere mit Kreide 

ausgefüllt. 

11. Querschnitt durch einen zweiten, im Inneren späthigen Stachel. 

Fig. 11 — 13. Teninocidaris cf. danica Desok (C. rlmosa Quenst.). Feuer- 

steinabdruck 197 

Original im Universitäts -Museum in Berlin. 

11. Theil eines Interambulacral- und Ambulacralfeldes , nebst 

Stachel. — Natürliche Grösse. 

12. Interambulacralplatte. — Dreifache Grösse. 

13. Theil eines Ambulacralfeldes. — Dreifache Grösse. 

NB. Die Figuren 11 und 12 sind mit Benutzung von Gyps- 
abgüssen gezeichnet. 



Tafel 18. 

Fig. 1 — 6. Salenia iri-anulosa Forbes. Aus dem Pläner-Mergel mit Ino- 

ceramus problematicw bei Wattenscheid . 236 

1. Das Gehäuse in natürlicher Grösse von oben gesehen. 

2. Dasselbe Gehäuse von unten gesehen. 

3. Dasselbe Gehäuse in seitlicher Ansicht. 

4. Interambulacralfeld in fünffacher Grösse. 

5. Ambulacralfeld in fünffacher Grösse. 

6. Scheitelschild in dreifacher Grösse. 

Fig. 7 — 11. Salenia Hcbeiti Cottbau. Massig grosses, nicht hohes Ge- 
häuse aus den obersten Schichten mit AcÜ- 
nocamax quadratm ( = Zone der Becksia 
ielandi) zwischen Coesfeld und Lette . _'-"j 1 

7. Gehäuse in natürlicher Grösse, von oben gesehen. 

8. Dasselbe Gehäuse in seitlicher Ansicht. 

Neue Folge. Heft 5. 16 



242 Erklärung der Tafeln. [314] 

Seite 

9. Mittlere und untere Partie eines Ambulacralfeldes in vier- 
facher Grösse. 

10. Scheitelschild desselben Exemplares in vierfacher Grösse. 

11. Scheitelschild eines anderen Gehäuses vom selben Fundpunkte 

in doppelter Grösse. 

Fig. 12. Salenia sigillafa Schlüter. Aus dem norddeutschen Diluvium. 257 
Genitalplatte in dreifacher Grösse, um das vertiefte, Gra- 
nulen-tragende Feldchen, welches die Ovarial-Oeffnung um- 
gibt, zu zeigen. 



Tafel 19. 

Fig. 1 — 6. Salenia obnupta Schlüter. Gehäuse aus dem Kreidemergel 

mit Belemnitella mucronata bei Berkum un- 
weit Peine 262 

1. Gehäuse in natürlicher Grösse von oben gesehen. 

2. Dasselbe Gehäuse von unten gesehen. 

3. Dasselbe Gehäuse in seitlicher Ansicht. 

4. Interambulacralfeld in dreifacher Grösse. 

5. Theil eines Ambulacralfeldes in dreifacher Grösse. 

NB. Zuviel gebogen dargestellt; am Original fast völlig 
gerade. 

6. Scheitelschild zugleich mit der anliegenden Partie der Inter- 

ambulacralfelder, deren Grenzen nicht deutlich sichtbar 
sind. — Doppelte Grösse. 

Fig. 7. Salenia anthophora Jos. Müller. Aus dem Kreidemergel mit 

Belemnitella mucronata vom Schneeberge 

bei Aachen 264 

Scheitelschild eines sehr grossen Gehäuses in natürlicher 
Grösse. 

Fig. 8. Salenia Heberti Ootteau 256 

Scheitelschild mit fehlender Suranalplatte. — Dreifache 
Grösse. 

Fig. 9. Salenia petalifera Aoassiz 233 

Scheitelschild mit zwei Centralplatten. 

Fig. 10. Gauthieria radiata Soriq. sp 273 

Scheitelschild, vergrössert. Copie. 

Fig. 11. Zeutflopleurus costulatus Gray 279 

Scheitelschild. Dreifache Grösse. Copie. 

Fig. 12. Echinocyphas difücilis Agass 44 

Scheitelschild. Vergrössert. Copie. 



[315] Erklärung der Tafeln. 243 



Tafel 20. 

Fig. 1 — 5. Salenia anthopliora Jos. Müller. Gehäuse aus dem Kreide- 

mergel mit Belemnitella mucronata vom 
Schneeberge bei Aachon 264 

1. Gehäuse in natürlicher Grösse von oben gesehen. 

2. Dasselbe Gehäuse von unten gesehen. 

3. Dasselbe Gehäuse in seitlicher Ansicht. 

4. Ambulacralfeld in dreifacher Grösse. 

5. Interambulacralfeld in dreifacher Grösse. 

Fig. 6 — 10. Salenia Heberti Cotteau. Gehäuse aus dar Belemnitellen- 

Kreide von Lüneburg 256 

6. Gehäuse in natürlicher Grösse, von oben gesehen. 

7. Dasselbe Gehäuse von unten gesehen. 

8. Dasselbe Gehäuse in seitlicher Ansicht. 

9. Ambulacralfeld in dreifacher Grösse. 

10. Interambulacralfeld in dreifacher Grösse. 



Tafel 21. 

Fig. 1 — 5. Salenia sigillata Schlüter. Aus dem Diluvium von Pots- 
dam , wahrscheinlich aus baltischer Kreide 
stammend 257 

1. Gehäuse in natürlicher Grösse, von oben gesehen. 

2. Dasselbe Gehäuse von unten gesehen. 

3. Dasselbe Gehäuse in seitlicher Ansicht. 

Fig. 6. Cidaris gi#as Schlüter. Aus dem Kreidetuff von Maestricht- 

Falkenburg 214 

Zwei obere Platten eines lnterambulacralfeldes, in natür- 
licher Grösse. 

Fig. 7, 8. Cidaris mamillata Cotteau. Aus dem Kreidetuff von Mae- 

stricht- Falkenburg 213 

7. Jugendliches Gehäuse in natürlicher Grösse , in seitlicher 

Ansicht. 

8. Ein Theil des Gehäuses in dreifacher Grösse. 



A.W. Schade'B Buchdruckerei (L. Schade) in Berlin, Stallsclireiberstr. 45 16. 



C. Schlüter, Kreide -Echiniden, 



Abhaiuü.d.Kai. Frouss. gi-olog. Landesanstalt Neue fijJge,HeftV. 



Taf 8. 





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1-4 Leiocidaris Hüsü m. 

ilaris, Schlüt _Kec.com. L5 
' : '..punctata, A. Rom. 



Lichtdn isch. Berlin. 



C. Schlüter, Kreide -Echini den 



AbhandL d Kgl Preuss. geologi Landesanstalt Neue Folge. Heft V. 



Tal! 9. 



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1-7. T s velifera. Er. _Tourüa ->dans Essenensis. Schltit-Tourtia. 

9-14 Dorocidans cf. \ tia. 



Lichtdruck v. A.Frisch. Berlin. 



C. Schlüter, Kreide Echiniden. 



Abhand!.ilKgl.Preuss.geolo£ Landesanstalt Neue Folge, Heft V. 



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cf. vesicalosa, Goldf-Tourtia 3-6. S ':Lrteri, "Wrght._Cenom.an. 

is sp -Tourria 11 Tyloadaris asperula, .'. >man. 

l_-l*i [ .nogloTms,Qnst. _To\ /locidaris Strombecki, Des._Ceno. r 

:: armatus, Rss: 



Lichtdruck v. A-Frisch, Bf rlin 



C. Schlüter, Kreide Echiniden. 



ÄbhandLdKgLPreuss.geoIog Landesanstalt Neue Folge,Heft V. 



Taf 11. 









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1-4. Stereocidaris Sllesiaca, Schlot _Turon 
5-9. Stereocidaris Hannover ana, Schliit — Cenornan. 



Lichtdruck v. A.Frisch, Berlin . 



C. Schlüter. Kreide -Echini den. 



AbhandLdKgLPreuss.|eolQg Landesanstalt Neue FoIge,Heft V. 



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Taf 12. 








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1-5. Stereocidaris Reussi, Getn._Tu] 
■ ten -: iaric subhei l _Tur<m. 



Lichtdruck v. A.FVisrli. Berlin. 



C. Schlüter, Kreide- Echinideir 



AbKandLdKgLPreuss.geolog Landesanstall Neue FoIge,Hefl V 



Taf 13. 




8. Stereocidaris Merce 
9-10. Stereocidaris ptmcüllum, Sorig. _Turon 



Lichtdruck v. A-Frisch, B 



C. Schlüter, Kreide -Echini den. 



Abhandle!. KglPreussgeoIog Landesanstalt Neue Folge. Heft V. 



Tai: 14. 








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1-5 Tylocidaris cf clavigera, König. _Uni Senon. 
6-7 Stereocidans cf. sceptrifera Mr.t. _Turon. 
8-9. Stereocjdaris Reussi, Gein.-Turon. 



Lichtdruck v. A.Frisch. Berlin. 



C. Schlüter, Kreide Ecliiniden. 



Abh.indl. d.Kc)l. Preuss. geolog. Landesanstalt Neue Folge, Heft V. 

5 





Taf 15. 






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1-7 Stere s Damper.sjs, Sch'lüt._ Ob.- Senon. 

&. Doroc: .senensis, Schlüt „Tourtia. 

9 üorocidans vesiculosa, Gold/ —Tourlia 



Lichtdruck v. A.Frisdt Berlin. 



C. Schlüter, Kreide -Echini den. 



AbhandLd.KgLPrGuss.geolog, Landesanstall Neue Folge,Hefl V. 



Tai'. 16. 













rthae, Schlut __Ob.-Senon. 



Lichtdruck v. A.Frisch. Berlin 



C. Schlüter, Kreide Echiniden. 

AbhandLd.KgLPreuss.geolo^LandesanstaIl .\W Fbtee,Heft V. 



Taf 17. 




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Senon. 3-4 Tylocidaris vexilifera, Schlüt..Ob,S 
•1). Senon. 



Lichtdruck v.AFrisdi.B 



C. Schlüter, Kreide -Echiniden. 



AbhandLdKgLPreuss.geoIog Landesanstalt Neue FoIge,Heft V. 




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' 11. Salenia Heberü Cott._ 
12. Salenia sigillata Schlüt 



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C. Schlüter, Kreide -Echini den. 



Abhaudl. d.Kijl. Prouss. geolog. Landesanslalt Neue Folge. Heft V. 

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1-6. Salenia otmupta. Schlüt _ Ob. Senon. 7. Salenia anthophora Mull. _0b. Senon. 
Salenia Heberti Cott. 9. Salenia -petalifera Agass— Cenoman. 10. Gauthierm 
radiata Sori'cf. _Turon 11. Zeuglopleuius costulatus, Gray. 
12 EchinocyphTis difficilis Agass. 



Lichtdruck v. A.Frisch. Berlin 



C. Schlüter, Kreide -Echiniden. 



Abhandl. AK'gl. Preuss. geolog. Landesanstalt Neue Folge. Heft V. 

5 

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Taf 20. 



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Salenia anthophora, Jos. MuH. _ Ob Senon. 
6-10 Salenia Hebert! , Cott._ Senon. 



Lichtdruck v. A-Frisdi, Berlin. 



C. Schlüter, Kreide Echiniden. 

AbhandldKgLPreus&geoIog Landesanstalt Neue Folge, Heft V. 



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1-5 Salenia sigiJlata, S Jans g]ga s ; Schlüt._0b. Senon. 

7-8. Cidaria cf. maimllata, Cott _0b Seixon 



Lichtdruck v. «IFrisch, Berlin. 



Veröffentlichungen der Eönigl. Preussischen geologischen 

Landesanstalt. 

Die mit f bezeichneten Karten und Schriften sind in Vertrieb bei 
Paul Parey hier, alle übrigen bei der Simon Schropp'schen Hoflandkartenhand- 
lung (J. H. Neu mann) hier erschienen. 

I. Geologische Specialkarte von Preussen u. den Thüringischen Staaten. 

Im Maafsstabe von 1 : 25000. 

/ ( für das einzelne Blatt nebst 1 Heft Erläuterungen ... 2 Mark.v 
( Preis < » » Doppelblatt der mit obigem f bez. Lieferungen 3 » ) 
\ ( » » » » übrigen Lieferungen 4 » / 

Mark 

Lieferung 1. Blatt Zorge, Benneckenstein, Hasselfelde, Ellrich, Nord- 

bausen*), Stolberg 12 — 

» 2. » Buttstedt, Eckartsberga, Rosla, Apolda, Magdala, Jena*) 12 — 

3. » Worbis, Bleicherode, Hayn, Ndr.-Orschla, Gr.-Keula, 

Immenrode 12 — 

4. » Sömmerda, Cölleda, Stotternheim, Neumark, Erfurt, 

Weimar 12 — 

5. » Gröbzig, Zörbig, Petersberg 6 — 

6. » Ittersdorf, *Bouss, * Saarbrücken, *Dudweiler, Lauter- 

bach, Emmersweiler, Hanweiler (darunter 3 * Doppel- 
blätter) 20 — 

i 7. >' Gr.-Hemmersdorf, * Saarlouis, *Heusweiler, *Friedrichs- 

thal, *Neunkirchen (darunter 4 * Doppelblätter) . . 18 — 

8. » Waldkappel, Eschwege, Sontra, Netra, Hönebach, 

Gerstungen ri- 
ll. Heringen, Kelbra nebst Blatt mit 2 Profilen durch das 
Kyffhäusergebirge sowie einem geogn. Kärtchen im 
Anhange, Santferhausen, Sondershausen, Franken- 
hausen, Artern, Greussen, Kindelbrück, Schillingstedt 20 — 

» 10. » Wincheringen, Saarburg, Beuren, Freudeuburg, Perl, 

Merzig 12 — 

» 11. • t Linum, Cremmen, Nauen, Marwitz, Markau, Rohrbeck li 

y> 12. » Naumburg, Stössen, Camburg, Üsterfeld, Bürgel, 

Eisenberg 12 — 

» 13. Langenberg, Grossenstein, Gera, Ronneburg .... 8 — 

» 14. » t Oranienburg, Hennigsdorf, Spandow ...... 6 — 

» 15. » Langenschwalbach, Platte, Königstein, Eltville, Wies- 
baden, Hocbheira 12 — 

*) (Bereits in 2. Auflage). 



Mark 

Lieferung 16. Blatt Harzgerode, Pansfelde, Leimbach, Schwenda, Wippra, 

Mansfeld 12 — 

» 17. » Roda, Gangloff, Neustadt, Triptis, Pörmitz, Zeulenroda 12 — 

» 18. » Gerbstedt, Cönnern, Eisleben, Wettin 8 — 

» 19. » Riestedt, Schraplau, Teutschenthal, Ziegelroda, Quer- 

furt, Schafstädt, Wiehe, Bibra, Freiburg .... 18 — 

» 20. » f Teltow, Tempelhof, *Gr.-Beeren, *Lichtenrade, Trebbin, 
Zossen (darunter 2 * mit Bohrkarte und Bohr- 
register) 16 — 

» 21. » Rödelheim, Frankfurt a. M., Schwanheim, Sachsen- 
hausen 8 — 

» 22. » f Ketzin, Fahrland, Werder, Potsdam, Beelitz, Wildenbruch 12 — 

» 23. » Ermschwerd, Witzenhausen, Grossalmerode, Allendorf 

(die beid. letzteren m. je 1 Profil taf. u. 1 geogn. Kärtch.) 10 — 

» 24. » Tennstedt, Gebesee, Grafen -Tonna, Andisleben . . 8 — 

» 25. » Mühlhausen, Körner, Ebeleben 6 — 

» 26. » f Cöpenick, Rüdersdorf, Königs -Wusterhausen, Alt-Hart- 
mannsdorf, Mittenwalde, Friedersdorf 12 — 

» 27. » Gieboldehausen, Lauterberg, Duderstadt, Gerode . . 8 — 

» 28. » Osthausen, Kranichfeld, Blankenhain, Kahla, Rudol- 

stadt, Orlamünde 12 — 

» 29. » f Wandlitz, Biesenthal, Grünthal, Schönerlinde, Bernau, 

Wernenchen, Berlin, Friedrichsfelde, Alt -Lands- 
berg. (Sämmtlich mit Bobrkarte und Bohrregister) 27 — 

» 30. » Eisfeld, Steinheid, Spechtsbrunn, Meeder, Neustadt 

an der Heide, Sonneberg 12 — 

» 31. » Limburg, Eisenbach (nebst 1 Lagerstättenkarte), Feldberg, 

Kettenbach (nebst 1 Lagerstättenkärtchen), Idstein 12 — 

» 32. » f Calbe a. M., Bismark, Schinne, Gardelegen, Klinke, 

Lüderitz. (Mit Bohrkarte und Bobrregister) . . . 18 — 

» 33. » Schillingen, Hermeskeil, Losbeim, Wadern, Wahlen, 

Lebach 12 — 

>) 34. » f Lindow, Gr. -Mutz, Kl. - Mutz , Wustrau, Beetz, 

Nassenheide. (Mit Bohrkarte und Bohrregister). . 18 — 

» 35. » f Rhinow, Friesack, Brunne, Rathenow, Haage, Ribbeck, 
Bamme , Garlitz, Tremmen. ( Mit Bohrkarte und 
Bohrregister) 27 — 

» 36. » Hersfeld , Friedewald , Vacha , Eiterfeld , Geisa , 

Lengsfeld 12 — 

» 37. » Altenbreitungen , Wasungen, Oberkatz (nebst 1 Profil- 
tafel), Meiningen, Helmershausen (nebst 1 Profiltafel) 10 — 

38. » fHindenburg, Sandau, Strodehne, Stendal, Arneburg, 

Schollene. (Mit Bohrkarte und Bohrregister) ... 18 — 

39. » Gotha, Neudietendorf , Ohrdruf, Arnstadt (hierzu 

eine Illustration) 8 — 



Mark 

Lieferung 40. Blatt Saalfeld, Ziegenrück, Probstzella, Liebengrün ... 8 — 

41. s Marienberg, Rennerod, Selters, Westerburg, Men- 

gerskirchen, Montabaur, Girod, Hadamar ... 16 — 

42. f Tangermünde, Jerichow, Yieritz, Schernebeck, 

Weissewarthe, Genthin, Schlagentbin. (Mit Bohr- 

karte und Bohrregister) 21 — 

43. + Rohbot', Mewe, Münsterwalde, Marienwerder (Mit 

Bobrkarte und Bohrregister) 12 — 

44. Coblenz, Ems (mit 2 Licbtdrucktafelu), Schaumburg, 

Dachsenhausen, Rettert 10 — 

45. » Melsungen , Lichtenau, Altmorschen, Seifertshausen, 

Ludwigseck, Rotenburg 12 — 

46. Buhlenberg, Birkenfeld, Nohfelden, Kreisen, Ottweiler, 

St. Weudel. (In Vorbereitung.) 

47. s f Heilsberg, Gallingen, Wernegitteu, Siegfriedswalde. 

(Mit Bohrkarte und Bohrregister) 12 — 

48. » f Parey, Pärchen, Karow, Burg, Theessen, Ziesar. 

(Mit Bohrkarte und Bohrregister) 18 — 

» 49. » Gelnhausen, Langenselbold, Bieber (hierzu eine 

Profiltafel), Lohrhaupten 8 — 



II. Abhandlungen zur geologischen Specialkarie von Preussen und 
den Thüringischen Staaten. Mark 

Bd. 1. Heft 1. Rüdersdorf und Umgegend, eine geognostische Mono- 
graphie, nebst 1 Taf. Abbild, von Verstein., 1 geogn. 

Karte und Profilen; von Dr. H. Eck 8 — 

2. Ueber den Unteren Keuper des östlichen Thüringens, 
nebst Holzschn. und 1 Taf. Abbild, von Verstein.; von 

Prof. Dr. E. E. Schmid 2,50 

» 3. Geogn. Darstellung des Steinkohlengebirges und Roth- 
liegenden in der Gegend nördlich von Halle a. S., 
nebst 1 gr. geogn. Karte, 1 geogn. Uebersicbtsblättchen, 
1 Taf. Profile und 16 Holzschn.; von Dr. IL Lasp ey res 12 — 
: Geogn. Beschreibung der Insel Sylt, nebst 1 geogn. 
Karte, 2 Taf. Profile, 1 Titelbilde und 1 Holzschn.; von 
Dr. L. Meyn 8 — 

Bd. II, Befl 1. Beiträge zur fossilen Flora. Steinkohlen -Calamarien, 
mit besonderer Berücksichtigung ihrer Fructificationen, 
nebst 1 Atlas von 19 Taf. und 2 Holzschn.; von Prof. 
Dr. Ch. E. Weiss 20 — 

2. t Rüdersdorf und Umgegend. Auf geogn. Grundlage agro- 
nomisch bearbeitet, nebst 1 geogn. -agronomischen Karte •. 

von Prof. Dr. A. Orth 3 — 

. + Die Umgegend von Berlin. Allgem. Krlüuter. z. geo 

agronomischen Karte derselben. I. Der Nordwesten 
Berlins, nebst 10 Holzschn. and 1 Kärtchen; von Prof. 
Dr. G. Berendt 3 — 

4. Die Fauna der ältesten Devon-Ablagernngen des Harzes, 

neb-t 1 Atlas von 36 Taf.; von l)r. E. Kay »er. . . 24 — 



Bd. III, Heft 1. Beiträge zur fossilen Flora. II. Die Flora des Roth 
liegenden von Wünschendorf bei Lauban in Schlesien 
nebst 3 Taf. Abbild.; von Prof. Dr. Ch. E. Weiss 

» 2. f Mittheilungen aus dem Laboratorium f. Bodenkunde d 
Kgl. Preuss. geolog. Landesanstalt. Untersuchungen 
des Bodens der Umgegend von Berlin; von Dr 
E. Laufer und Dr. F. Wahnschaffe 



5 — 



» 3. Die Bodenverhältnisse der Prov. Schleswig- Holstein als 

Erläut. zu der dazu gehörigen Geolog. Uebersichtskarte 
von Schleswig -Holstein; von Dr. L. Meyn. Mit An- 
merkungen, einem Schriftenverzeichniss und Lebens- 
abriss des Verl.; von Prof. Dr. G. Berendt ... 10 — 

» 4. Geogn. Darstellung des Niederschlesisch-Böhmischen Stein- 
kohlenbeckens, nebst 1 Uebersichtskarte, 4 Taf. Profile 
etc.; von Bergrath A.Schütze 14 — 

Bd. IV, Heft 1. Die regulären Echiniden der norddeutschen Kreide, I. Gly- 
phostoma (Latistellata), nebst 7 Tafeln; von Prof. Dr. 
Clemens Schlüter 6 — 

» 2. Monographie der Homalonotus- Arten des Rheinischen 
Unterdevon, mit Atlas von 8 Taf.; von Dr. Carl Koch. 
Nebst einem Bildniss von C.Koch und einem Lebens- 
abriss desselben von Dr. H. v. Dechen 9 — 

» 3. Beiträge zur Kenntniss der Tertiärflora der Provinz 
Sachsen, mit 2 Holzschn., 1 Uebersichtskarte und einem 
Atlas mit 31 Lichtdrucktafeln; von Dr. P. Friedrich 24 — 

» 4. Abbildungen der Bivalven der Casseler Tertiärbildungen 

von Dr. 0. Speyer nebst dem Bildniss des Verfassers, 

und mit einem Vorwort von Prof. Dr. A. v. Koenen» 16 — 

Bd. V, Heft 1. Die geologischen Verhältnisse der Stadt Hildesheim, 

nebst einer geogn. Karte; von Dr. Herrn. Roemer . 4,50 

» 2. Beiträge zur fossilen Flora. III. Steinkohlen-Calamarien II, 

nebst 1 Atlas von 28 Tafeln; von Prof. Dr. Ch. E. Weiss 24 — 

» 3. t Die Werder'schen Weinberge. Eine Studie zur Kennt- 
niss des märkischen Bodens von Dr. E. Laufer. Mit 
1 Titelbilde, 1 Zinkographie, 2 Holzschnitten und einer 
Bodenkarte 6 — 

» 4. Uebersicht über den Schichtenaufbau Ostthiiringens, 

nebst 2 vorläufigen geogn. Uebersichtskarten von Ost- 
thüringen; von Prof. Dr. K. Th. Liebe 6 — 

Bd. VI, Heft 1. Beiträge zur Kenntniss des Oberharzer Spirifereusand- 
steins und seiner Fauna, nebst 1 Atlas mit 6 lithogr. 
Tafeln; von Dr. L. Beushausen 7 — 

» 2. Die Trias am Nordrande der Eifel zwischen Commern, 
Zülpich und dem Roerthale. Von Max Blancken- 
horn. Mit 1 geognostischen Karte, 1 Profil- und 
1 Petrefakten- Tafel 7 — 

(Fortsetzung auf dem Umschlage!) 






lfftrlc 

Bd. "VI. Heft 3. Die Fauna des »amländischen Tertiärs. Von Dr. 
Fritz Noetling. I. Theil. Lieferung 1 : Vertebrata. 
Lieferung II: Crustacea und Vermes. Lieferung VI: 
Echinodermata. Nebst Tafelerklärungen und zwei Text- 
tafeln. Hierzu ein Atlas mit 27 Tafeln 20 — 

» 4. Die Fauna des samläudisclien Tertiärs. Von Dr. 

Fritz Noetling. II. Theil. Lieferung III: Gastropoda. 
Lieferung IV: Pelecypoda. Lieferung V: Bryozoa. 
Schluss: Geologischer Theil. IJierzn ein Atlas mit 12 Taf. 10 — 

Bd. VII, Heft l. Die Quartärbildungen der Umgegend von Magdeburg, 

mit besonderer Berücksichtigung der Börde. Von 
Dr. Felix Wahnschatfe. Mit einer Karte in Bunt- 
druck und 8 Zinkographien im Text 5 — 

» 2. Die bisherigen Aufschlüsse des märkisch -pommemhen 
Tertiärs und ihre Uebereinstimmung mit den Tiefbohr- 
ergebnissen dieser Gegend, von Prof. Dr. G. Berendt. 
Mit 2 Tafeln und 2 Profilen im Text 3 — 

» 3. Untersuchungen über den inneren Bau westfälischer 
Carbon-Pflanzen. Von Dr. Johannes Felix. Hierzu 
Tafel 1 — VI. — Beiträge zur fossilen Flora. IV. Die 
Sigillarien der preussischen Steinkohlengebiete. I. Die 
Gruppe der Favnlarien , übersichtlich zusammengestellt 
von Prof. Dr. Cb. E. Weiss. Hierzu Tafel VII— XV 
(1—9). — Aus der Anatomie lebender Pteridophyten 
und von Cycas revoluta. Vergleichsmaterial für das 
phytopalaeontologische Studium der Pflanzen -Arten 
älterer Formationen. Von Dr. H. Potonie. Hierzu 
Tafel XVI— XXI (1—6) 20 — 

■* 4. Beiträge zur Kenntniss der Gattung Lepidotus. Von 
Prof. Dr. W. Braue o in Königsberg i./Pr. Hierzu 
ein Atlas mit Tafel I— VIII 12 — 

Bd. VIII, Heft 1. t (Siehe unter IV. No. 8.) 

_'. Ueber die geognos tischen Verhältnisse der Umgegend 
von Dornten nördlich Goslar, mit besonderer Be- 
rücksichtigung der Fauna des oberen Lias. Von 
Dr. August Denckmann in Marburg. Hierzu ein 
Atlas mit Tafel I— X 10 — 

3, Geologie der Umgegend von Ilaiger bei Dillenbnrg 

(Nassau). Nebst einem palaeontologischen Anhang. 
Von Dr. Fritz Frech. Hierzu 1 geognostische Karte 
und 2 Petrefacteu-Tafeln 3 — 

• f. Anthozoen des rheinischen Mittel -Devon. Von Dr. 

Clemens Schlüter. Mit 16 lithographirten Tafeln . 12 — 

Bd. IX, Heft 1. Die Kchiniden des Nord- und Mitteldeutschen Oligocäns. 

Von Dr. Theodor Ebert in Berlin. Hierzu ein Atlas 

mit 10 Tafeln und eine Texttafel 10 — 

. R. Caspary: Einige fossile Hölzer Preussens. Nach 
dem handschriftlichen Nachlasse des Verfassers be- 
arbeitet von R. Triebel. Hierzu ein Atlas mit 15 Taf. 10 — 

Die devonischen Aviculiden Deutschlands. Ein Beitrag 
zur Systematik und Stammesgeschichte der Zweischaler. 

reu 5 Tabellen, 23 Text- 
hilder und ein Atlas mit 18 lithographirten Tafeln . . 20 — 






Mark 

Bd. X, Heft 1. Das Norddeutsche Unter -Oligocän und seine Mollusken- 
Fauna. Von Prof. Dr. A. von Koenen in Göttingen. 
Lieferung I: Strombidae — Muricidae — Buccinidae. 
Nebst Vorwort und 23 Tafeln 20 — 

» 2. Das Norddeutsche Unter- Oligocän und seine Mollusken- 
Fauna. Von Prof. Dr. A. von Koenen in Göttingen. 
Lieferung II: Conidae — Volutidae — Cypraeidae. 
Nebst 16 Tafeln 16 — 

» 3. Das Norddeutsche Unter-Oligocän und seine Mollusken- 
Fauna. Von Prof. Dr. A. von Koenen in Göttingen. 
Lieferung III: Naticidae — Pyramidellidae — Euli- 
midae — Cerithidae — Turritellidae. Nebst 13 Tafeln. 15 — 

Neue Folge. 

(Fortsetzung dieser Abhandlungen in einzelnen Heften.) Mark 

Heft 1. Die Fauna des Hauptquarzits und der Zorger Schiefer des 

Unterharzes. Von E. Kayser. Mit 13 Steindruck- und 11 Licht- 
drucktafelu 17 — 

Heft 3. Die Foraminiferen der Aachener Kreide. Von Ignaz Beissel. 

Hierzu ein Atlas mit 16 Tafeln 10 — 

Heft 5. Die regulären Ecbiniden der norddeutschen Kreide. II. Ci- 

daridae. Salenidae. Von Prof. Dr. Clemens Schlüter. Mit 14Taf. 15 — 



III. Jahrbuch der König!. Preuss. geolog. Landesanstalt 

und Bergakademie. Mark 

Jahrbuch der Königl. Preuss. geolog. Landesanstalt u. Bergakademie für 

das Jahr 1SS0. Mit geogn. Karten, Profilen etc 15 — 

Dasselbe für die Jahre 1881 — 1888. Mit dgl. Karten, Profilen etc. 

8 Bände, ä Band 20 — 



3 — 



2 — 



IV. Sonstige Karten und Schriften. Uark 

1. Höhenschichtenkarte des Harzgebirges, im Maafsstabe von 1:100000 8 — 

2. Geologische Uebersichtskarte des Harzgebirges, im Maafsstabe von 

1:100000; zusammengestellt von Dr. K. A. Lossen 22 — 

3. Aus der Flora der Steinkohlenformation (20 Taf. Abbild, d. wichtigsten 

Steinkohlenpflanzen m. kurzer Beschreibung) ; von Prof. Dr. Ch. E. We i s s 

4. Dr. Ludewig Meyn. Lebensabriss und Schriftenverzeichniss desselben; 

von Prof. Dr. G. Berendt. Mit einem Licbtdruckbildniss von L. Meyn 

5. Geologische Karte der Umgegend von Thale, bearb. von K. A. L o s s e n 

und W. Dames. Maafsstab 1:25000 1,50 

6. Geologische Karte der Stadt Berlin im Maafsstabe 1:15000, geolog. 

aufgenommen unter Benutzung der K. A. Lossen'schen geol. Karte 

der Stadt Berlin durch G. Berendt 3 — 

7. t Geognostisch-agronomische Farben-Erklärung für die Kartenhlätter 

der Umgegend von Berlin, von Prof. Dr. G. Berendt .... 

8. t Geologische Uebersichtskarte der Umgegend von Berlin im Maass- 

Khibe 1 : 100000, in 2 Blätlern. Herausgegeben von der Königl. 
Preuss. geolog. Landesanstalt. Uierzu als »Bd. VIII, Heft 1« der 
vorstehend genannten Abhandlungen: (Jeognostische Beschreibung 
der Umgegend von Berlin, von G. Berendt und W. Dames unter 
Mitwirkung von F. Klockmann 12 



0,50 



A. W. 



Jtallsohi 



15 

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